2. Bundesliga Nord/Ost: Jerze nach 10 Jahren wieder erstklassig – Hildesheim und Hannover treten Gang in die Regionalliga an

Genau eine Woche nach den Meisterschafts- und Pokalplayoffs in Berlin ging die 2. Bundesliga Nord/Ost in die letzte und finale Runde. Die Frage um den Auf- und Abstieg sowie über den Klassenerhalt sollte nun endgültig geklärt werden. Die TFG 38 Hildesheim musste aus den Spielen gegen den Aufstiegsfavoriten aus Jerze und gegen das Team aus Grönwohld mindestens doppelt punkten, um den drohenden Abstieg abzuwenden.

Die Ausgangslage für den TKV Jerze I in den letzten beiden Punktspielen war klar: Aus den beiden Spielen gegen die TFG 38 Hildesheim und gegen die Zweitvertretung des TKV Grönwohld mussten zwingend zwei Punkte her. So gingen die Jerzer konzentriert und motiviert an die Platten und konnten das Spiel gegen den TKV Grönwohld II, der mit Markus Müller an den Start ging, mit 22:10 gewinnen. Im abschließenden Spiel gegen die TFG 38 Hildesheim hätte eine knappe Niederlage für den Aufstieg gereicht. Dieses Ergebnis hätte allerdings den Abstieg von Hildesheim vermieden und den Club aus Adersheim in die Regionalliga gestoßen. Daher gingen die Kicker aus dem Ambergau auch hier mit der gleichen Konzentration ans Werk und holten am Ende gegen ersatzgeschwächte Hildesheimer einen 27:5-Sieg bei 79:40-Toren. Garant für den Aufstieg war Neu-Jerzer Hacky Jüttner, der souverän die Einzelwertung der 2. Bundesliga Nord/Ost mit einem Spielpunktverhältnis von 53:11 Punkten gewann. Aber auch der Rest des Teams spielte eine sehr gute Saison und so konnten sich Tobias Witte und Marcel Kreuzweiß mit einer guten Leistung in den Top 5 der Einzelwertung platzieren. Andreas Hofert und Christoph Ihme kamen zu fünf Einsätzen, konnten aber ebenfalls überzeugen.

Artikel Jerze Aufstieg Grönwohld

Der TKV Jerze überzeugte im entscheidenen Spiel gegen den TKV Grönwohld II

Der zweite Platz wird von der TKG Wolfsburg belegt. Mit starken 12:4-Punkten spielten die Wolfsburger um Routinier Detlef Bastian und dem gut aufspielenden Martin Leinz eine tolle Saison. Der Ex-Peiner Leinz erspielte sich mit 49:15-Punkten den zweiten Platz der Einzelwertung und kann auf eine sehr gute Saison zurückblicken. Nur im Spiel gegen den Aufsteiger aus Jerzer bezogen die Wolfsburger arge Prügel und verloren mit 6:26 doch sehr deutlich. Auch verlor man am letzten Spieltag gegen den Überraschungsdritten aus Neukölln mit 13:19. Das Team wurde von Tobias Schleiß und Thomas Radmer komplettiert, welche sich im Mittelfeld der Einzelwertung platzierten.

Etwas überraschend platzierte sich der Aufsteiger aus der Regionalliga Ost, Germania Neukölln, auf dem dritten Platz der Tabelle. Man verlor nur die Spiele gegen den TKV Jerze I und gegen den Absteiger aus der 1. Liga, den TKV Grönwohld II. Ein Unentschieden gegen die Spandauer Filzteufel 09 ließ sich aus Neuköllner Sicht leider nicht vermeiden. Mit 11:5-Punkten können sie sehr zufrieden auf die vergangene Saison blicken. Niemand hatte das Team um die beiden Routiniers Andreas Pockrandt und Yogi Marquardt so richtig auf dem Schirm. Diesen Fehler wird in der kommenden Saison wohl keine Mannschaft mehr machen. Der junge Karl-Heinz Sternberg erzielte einen ordentlichen zehnten Platz in der Einzelwertung und kann auf das Absolvierte mit Stolz zurückblicken. Der Bitterfelder Alexander Breuß spielte nach langer Bundesligaabwesenheit eine solide Saison und erzielte dabei 28:36 Punkte.

EW

Auf eine eher durchschnittliche Spielzeit kann die Zweitvertretung des neuen Mannschafts- und Pokalsiegers aus Grönwohld blicken. Mit 10:6-Punkten stehen die Mannen um Tobias Stock und Björn Buschmann auf dem vierten Tabellenplatz. Hier wäre sicherlich vieles möglich gewesen, wäre man in jedem Spiel mit der Bestbesetzung „Stock, Buschmann, Wegener und Arp“ an die Platten gegangen. Jedoch mussten Markus Müller und Didi Gätje „aushelfen“ und somit verlor man die Spiele gegen die direkte Konkurrenz aus Jerze, Wolfsburg und Flamengo Berlin. Zu was die Mannschaft in der Lage gewesen wäre, zeigt zum Beispiel der deutliche Sieg gegen Germania 09 Neukölln I mit 24:8. Tobias Stock erspielte insgesamt 37:27 Punkte und belegt somit den achten Platz der Einzelwertung. Teamkollege Björn Buschmann platzierte sich auf dem zwölften Rang mit 35:29 Punkten. Wie das Team in der nächsten Saison an die Platten geht, bleibt noch ungewiss…

Auch unter den eigenen Erwartungen geblieben ist der TKC Flamengo Berlin. Vor dem letzten Spieltag hätte man bei einem Patzer des TKV Jerze sogar noch eine reelle Chance auf den Aufstieg in die 1. Tipp-Kick Bundesliga gehabt. Jedoch wurde man durch zwei Niederlagen gegen die Teams aus Neukölln und Wolfsburg am letzten Spieltag bis auf Platz fünf der Gesamttabelle „durchgereicht“. Zu Saisonbeginn gewann man gegen die Filzteufel, verlor aber gegen den Aufsteiger aus Jerze. Im weiteren Saisonverlauf gewann das Team um Knut Asmis und Andreas Schalm sogar gegen den Bundesligaabsteiger aus Grönwohld mit 18:14. An einem guten Tag ist das Team aus Berlin in der Lage, gegen jedes Team der Liga positiv zu punkten. Knut Asmis spielte sich erwartungsgemäß mit 37:27 Punkten in die Top-Ten der Einzelwertung. Dicht gefolgt von Andreas Schalm. Unter anderem zum Einsatz kamen Bernd Kirschner (23:9), Frank Baldensperger (22:26), Sascha Kansteiner (15:17) und Christian Zingerle (6:10).

Abstieg vermieden – Saisonziel erreicht. Diese simple Floskel passt in der abgelaufenen Saison sehr gut zu einem weiteren Team aus der Bundeshauptstadt Berlin. Die Spandauer Filzteufel platzierten sich auf dem sechsten Platz der Tabelle mit 5:11-Punkten. Gegen die direkten Absteiger aus Hildesheim und Hannover konnte man gewinnen und dem Überraschungsteam aus Neukölln konnte man sogar ein Unentschieden abzwacken. Bei diesem besagten Unentschieden konnte man sogar noch einen 9:15-Rückstand in ein 16:16 umwandeln. Das Berliner Team scheint sich in die 2. Bundesliga Nord/Ost hineingekämpft zu haben und gehört mittlerweile fast zum festen Bestandteil der Liga. Bester Filzteufel war Hardy Schau, der sich mit 36:28 Punkten eine hervorragende Top-Ten-Platzierung in der Einzelwertung erspielte. André Lach und Erich Peters landeten im Mittelfeld. Eine eher schwache Saison spielte Detlef Schirmer.

Der letzte Nichtabstiegsplatz wird von den Niedersachsen aus Adersheim belegt. Das Team mit dem gut aufspielenden Myrko Baumgart, welcher Platz 4 in der Einzelwertung bei 39:25-Punkten belegt, konnte sich erneut vor dem drohenden Abstieg in die Regionalliga Nord retten. Mit 5:11-Punkten und zwei Siegen aus den Spielen gegen die SG 94 Hannover II und dem deutlichen 23:9-Sieg gegen die Spandauer Filzteufel 09 I und einem weiteren Unentschieden gegen Deutschlands ältesten aktiven Tipp-Kick Club aus Hildesheim wurde das Saisonziel zwar knapp erreicht, aber die 2. Bundesliga Nord/Ost darf sich auf eine weitere Saison mit dem sympathischen Team aus der Nähe von Wolfenbüttel freuen. Peter Meier und Simon Becker spielten eine ausgeglichene Saison. Sebastian Schlüter spielte eine aus seiner Sicht wohl eher unglückliche Spielzeit. In der kommenden Saison werden die Adersheimer durch Neuzugang Jens „Ra-Käthe“ Käthner verstärkt. So scheint der erneute Klassenerhalt wieder einmal als durchaus machbar.

Der Aufsteiger aus der Regionalliga Nord, die TFG 38 Hildesheim, darf nach nur einer Spielzeit in der 2. Bundesliga Nord/Ost den erneuten Gang in die Regionalliga Nord antreten. Nur 3:13-Punkte stehen auf dem Konto der Hildesheimer. Den letzte Platz wird vom Team aus Hannover belegt. Kein einziger Punkt steht auf dem Konto der Landeshauptstädter.

Tabelle

 

Fotos: tkvjerze.com, tippkick-liga.de