Regionalliga Ost – 2016/17: Endspurt

Die Entscheidung um den Aufstieg in die 2. Bundesliga Nordost steht und fällt mit dem entscheidenden Spiel Flamengo II – Halbau I am 6. Juni. Beide Favoriten lieferten sich bislang ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Durch das Unentschieden im Hinspiel haben beide Mannschaften 11:1 Punkte und Halbau I führt in der Tabelle gerade einmal mit 1 Spielpunkt vor Flamengo II. Selbst in der Tordifferenz liegen beide Mannschaften nur um 9 Tore auseinander!

Beide Teams bestreiten als Warm-up am 29.5. noch ein Spiel. Flamengo II tritt dabei beim Tabellenletzten Halbau II an. Zwar werden die Mannen um Rudi Langhoff den Heimvorteil nutzen und Flamengo II möglichst viele Spielpunkte abnehmen wollen, doch wer erwartet hier wirklich eine sportliche Sensation?

Diese traut man eher der 2. Filzteufel Mannschaft zu, die mit einem gesicherten 3. Tabellenplatz im Rücken den Favoriten aus Lankwitz den einen oder anderen Nadelstich versetzen wollen. Die Spieler Gabriel Mielke (2 Top-20-Platzierungen auf Turnieren im letzten halben Jahr) u. Uwe Scheffler (erstmalig nach langer Durststrecke wieder eine 3. Runde bei einem größeren Turnier) spielen vermehrt auf Turnieren, Stephan Schulz als einer der fleißigsten Punktesammler der Regionalliga Ost werden versuchen, den Halbauer Mannen um Club-Ikone Gerrit Kähling das Leben schwer zu machen. Allerdings stehen gleich 4 Halbauer Spieler auf den ersten 8 Plätzen der Einzelwertung.

Hier die letzten 3 Spiele der Regionalliga-Ost (Saison 2016/17) in der Übersicht:

Hier die Tabelle zur Regionalliga Ost, die das Kopf-an-Kopf-Rennen zeigt:

Derzeit ist noch unklar, wieviele Mannschaften in der neuen Saison an den Start gehen werden. Neukölln wird trotz des Rückzuges der 1. Mannschaft noch eine Regionalliga-Mannschaft stellen. Gerrit Kähling (Halbau) sprach jüngst von 2 Mannschaften, die man melden wolle. Die Spandauer Filzteufel träumen von einer 3. Mannschaft, bräuchten dann aber noch Zuwachs. Flamengo hätte genügend Spieler, um noch eine 2. und 3. Mannschaft zu stellen, allerdings könnte man von diesen eine an die 2. BL „verlieren“. Und bei Celtic stellt sich die Frage, wen Clubchef Lorenzen noch motivieren kann. Der Vorteil für eine eventuelle 3. Kelten-Mannschaft läge bei den kurzen Fahrtzeiten innerhalb Berlins.

5 bis 8 Mannschaften sind möglich, doch erst im Sommer werden wir es wissen!

An dieser Stelle sei den beiden Mannschaften Flamengo II und Halbau I für den 6.6. ein tolles Spiel mit viel Dramatik gewünscht, auf das der Bessere den Aufstieg perfekt macht…

Mit sportlichem Gruß,

Stephan „Webbi“ Schulz

1. Bundesliga – 2016/17: Frankfurt erneut Deutscher Mannschaftsmeister

Nach einem miserablen Start mit zwei Niederlagen in der Tipp-Kick Bundesliga krönte sich der TKC Gallus Frankfurt am vergangenen Samstag zum Deutschen Mannschaftsmeister 2017. Durch den 20:12-Erfolg gegen den 1. TKC Kaiserslautern 1986 verteidigten die Hessen ihren Titel aus dem Vorjahr. 

Die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Tipp-Kick wird in zwei Etappen ausgespielt. In der regulären Bundesliga-Spielrunde im Modus „jeder gegen jeden“ geht es darum, sich für die vier Play-Off-Plätze zu qualifizieren. In den Play-Offs spielen der Erstplatzierte der Vorrunde gegen den Vierten und der Zweitplatzierte gegen den Dritten die beiden Finalteilnehmer um die Meisterschaft aus. In diesem Jahr traf der 1. TKC Kaiserslautern 1986 auf den TKV Grönwohld und in dem anderen Duell standen sich der TKC Gallus Frankfurt und Celtic Berlin gegenüber.

 

Das Halbfinale

1.TKC Kaiserslautern – TKC Grönwohld 24:8 (62:31)

Während die Lauterer eine souveräne Vorrunde spielten und mit 14:2 Punkten die Tabelle anführten, qualifizierten sich die Grönwohlder um Einzelwertungsgewinner Marc Koschenz (49:15 Punkte) erst auf den letzten Drücker für die Play-Offs. Die Favoritenrolle lag klar bei den Pfälzern, zumal das direkte Duell am letzten Spieltag der regulären Runde mit 19:13 gewonnen wurde. Nichtsdestotrotz durfte man die Grönwohlder nicht unterschätzen, weil sie an einem guten Tag jeden schlagen können.

Im Halbfinale trafen die Finalisten der Deutschen Einzelmeisterschaft von 2015 aufeinander: Philipp Baadte (l.) – Fabio de Nicolo

Die erste Spielrunde war sehr ausgeglichen: auf der einen Platte gewann Mathias Hahnel gegen Michal Zaczek, während Jens König auf der anderen Fabio de Nicolo unterlag. Florian Wagner und Philipp Baadte brachten die Lauterer durch ein 7:2 gegen Marc Koschenz sowie ein 4:4 gegen Michael Hümpel in der zweiten Runde in Front. Diesen Vorsprung konnten sie in den nächsten vier Runden stetig ausbauen, denn sie gewannen alle acht Partien teilweise sehr deutlich. So kam es, dass das Spiel beim Stand von 19:5 schon entschieden war. Die abschließenden beiden Runden waren nicht mehr von Belangen, sodass am Ende ein deutlich 24:8 zu Buche stand. Auf Lauterer Seite überzeugte Florian Wagner, der ohne Mühe 8:0 Punkte holte, während die Grönwohlder kollektiv nicht überzeugten. Lediglich Michal Zaczek zeigte annähernd Normalform an diesem Tag bei 3:5 Zählern.

 

TKC Gallus Frankfurt – Celtic Berlin 24:8 (58:47)

Im Duell Zweiter gegen Dritter trafen die erfahrenen Frankfurter um den amtierenden Deutschen Einzelmeister Michael Kaus auf Celtic Berlin. Während die Frankfurter einen klassischen Fehlstart in die Saison hinlegten, waren die Berliner von Anfang an on fire und starteten mit zwei Siegen. Allerdings setzten sich die Hessen im Vorrundenduell sehr deutlich mit 25:7 durch und fanden im Laufe der Saison zu alter Form zurück.

Beni Buza trug mit 8 Punkten maßgeblich zum Finaleinzug bei.

Besser ins Spiel kamen die Hauptstädter durch einen Sieg von Max Gottschalk gegen Frank Hampel und ein Unentschieden zwischen Marcel Horchert und Alex Beck. Doch diese Runde sollte im ganzen Spiel die einzige sein, die zahlenmäßig an Celtic ging. Zwei Siege von Beni Buza und Michael Kaus im zweiten Durchgang gegen Patrick Malessa sowie Christian Kuch läuteten den Umbruch ein. Diesen Vorsprung wusste der Titelverteidiger gekonnt auszubauen, sodass das Spiel ebenfalls zwei Runden vor Schluss beim Stand von 18:6 entschieden war. Überragender Akteur der Partie war der Frankfurter Buza, der seine vier Spiele allesamt gewann. Von den Berlinern stach kein Akteur hervor, was auch an der gleichverteilten Punktausbeute von je zwei Zähler zu erkennen ist.

 

Das Finale

1.TKC Kaiserslautern 1986 – TKC Gallus Frankfurt 12:20 (42:49)

Man hätte sich das Halbfinale fast sparen können, trafen doch nun die beiden Erstplatzierten der Vorrunde im Finale aufeinander. Einen echten Favoriten auszumachen war schwer, ritten die Lauterer nach dieser Bombensaison auf einer Erfolgswelle. Andererseits gibt es wohl kein aktives Team, das mehr finalerprobt war als die Frankfurter. Das direkte Duell am ersten Spieltag fiel jedoch sehr deutlich mit 22:10 zugunsten Kaiserslauterns aus.

Jens König und Frank Hampel trennten sich in der ersten Partie 1:1 und Beni Buza gewann sein Auftaktspiel mit 6:4 gegen Mathias Hahnel, was in der Führung der Frankfurter endete. In der weiteren Spielphase gestaltete sich das Duell sehr ausgeglichen, allerdings legten die Titelverteidiger nach der Halbzeit beim Stand von 7:9 eine Schippe drauf: Von den folgenden acht Punkten gaben sie lediglich einen durch ein Unentschieden zwischen Philipp Baadte und Frank Hampel ab. Beim Stand von 8:16 schien auch das Finale schon zwei Runden vor Schluss entschieden, denn den Frankfurtern genügte ein Pünktchen zum abermaligen Titelgewinn. Doch wie jeder Tipp-Kicker weiß, der die Spielordnung in- und auswendig kennt, blieb den Lauterern noch eine Chance: Die Regulären sehen nämlich bei einem 16:16-Unentschiende im Finale der DMM vor, dass derjenige gewinnt, der in der Vorrunde weiter vorne platziert war. Beflügelt von diesem Wissen kamen die Pfälzer durch zwei Siege von Jens König gegen Beni Buza und Florian Wagner gegen Frank Hampel wieder ins Spiel und hatten es in der letzten Runde wieder in der Hand, Deutscher Mannschaftsmeister zu werden.

Jens König brachte sein Team zurück ins Spiel.

In dieser traf Philipp Baadte auf Michael Kaus und Mathias Hahnel hatte es mit Alex Beck zu tun. Das Duell der Deutschen Einzelmeister von 2015 (Baadte) und 2016 (Kaus) war hochspannend bis zum letzten Schuss! Allerdings war das nötige Glück auf Seiten von Kaus und er gewann 1:0. Auf der anderen Platte lief Hahnel einem Rückstand hinterher, gab jedoch nicht aus und musste sich dennoch mit 3:4 Beck geschlagen geben.

Nach Abpfiff war der Frankfurter Jubel groß – wer hätte nach diesem miserablen Saisonstart noch auf den Titelverteidiger gewettet? Die Sieger genoßen ihren Triumph bis spät in die Nacht, aber dennoch traten sie am kommenden Tag erfolgreich beim DTKV Pokal an (Bericht folgt).

Alle Ergebnisse könnt ihr wie gewohnt hier nachlesen. Der DTKV dankt allen Zuschauer, dem Veranstalter vom Delligser SC sowie Michi Koegel, die den Zuhausegebliebenen via Facebook einen Livestream ermöglichte, und gratuliert den Jungs vom TKC Gallus Frankfurt zur Titelverteidigung!

Deutscher Mannschaftsmeister 2017 (v.l.n.r.): Michael Kaus, Freddy Mozelewski (hinten), Alex Beck, Beni Buza und Frank Hampel.