52. Deutsche Einzelmeisterschaft in Bockenem: Philipp Baadte schnappt sich die Krone

Am vergangenen Wochenende trafen sich die Tipp-Kick-Profis zu ihrem Saisonhighlight in Bockenem, um den Deutschen Einzelmeister 2017 zu küren. Doch neben diesem Wettbewerb gab es noch zahlreiche weitere, sodass wir nun versuchen, diese in einem all-in-one Bericht zu verarbeiten.

Alle Titelträger im Überblick

52. Deutsche Einzelmeisterschaft
Philipp Baadte (Kaiserslautern) – Jakob Weber (Wasseralfingen) 3:2

Zum zweiten Mal Deutscher Einzelmeister: Philipp Baadte

Deutsche Meisterschaft U18
Daniel Bialk (Spandau) – Ivan Pulice (Gevelsberg) 6:2

Deutsche Damenmeisterschaft
Anna-Lena Neumann (Delligsen) – Michaela Koegel (Rheinland/Düsseldorf) 5:3

21. Bockenemer Stadtmeisterschaft
Marcus Socha (Drispenstedt) – Jan Komareck (Celtic Berlin) 5:2

 

52. Deutsche Einzelmeisterschaft

Mit 153 Teilnehmern war die DEM deutlich besser besucht als im Vorjahr (130) und es gaben sich die Top-Spieler der Szene die Hand: Von den 32 besten der DTKV-Rangliste waren sage und schreibe 30 Akteure vor Ort und gaben ihr Spiel zum Besten.

Runde 1

In Runde 1 trafen die Akteure in 5er- und 6er-Gruppen aufeinander und die jeweils 4 Bestplatzierten sollten sich für die nächste Spielrunde qualifizieren. Für ein Favoritensterben war es noch zu früh, doch sicher hatten sich die Herforder Uwe Grabenkamp und Gerald Kretlow sowie Siggi Gies (Gevelsberg) mehr an diesem Tag ausgerechnet. Doch trotz guter Leistungen scheiterten sie unglücklich an ihren Hammergruppen.
Gastfreundlich zeigte sich Oliver Gerke vom TKV Jerze, der im Dreiervergleich mit Berthold Nieder (Drispenstedt) und Daniel Niemeyer (vereinslos) mit 3:5 Punkten den Kürzeren zog und sich nun mehr auf die Unterstützung des tollen Jerzer Verpflegungsteams konzentrieren konnte.

Einer der vielen roten Helfer: Der Jerzer Oliver Gerke

Erfreulich war, dass unsere Schweizer Sportsfreunde Daniel Nater, Markus Kälin (beide Baden), Rene Gerber und Christian Meister (beide Leppard) geschlossen die zweite Runde erreichten.

Runde 2

Auch in Runde 2 setzten sich zum größten Teil die Favoriten durch. Doch einige Top-Spieler, die sich eigentlich den zweiten Tag der DEM zum Ziel gesetzt hatten, mussten ihre Segel streichen.
In Gruppe 1 erwischte es Max Bartels (Drispenstedt) – immerhin Düsseldorfer Stadtmeister von Anfang September. Er musste sich Achim Schmidt (Bochum), Alex Beck (Frankfurt) und Wolfgang Renninger (FFB) beugen.
Youngster Alexis Kalentzi (Bochum) durfte sich unter anderem durch ein 3:1 gegen Freddy Mozelewski (Frankfurt) als Erster seiner Gruppe auf die nächste Runde freuen, während Mozelewski überraschend ausschied. Dadurch dass Alexis‘ Vater Michael in Gruppe 4 kaum Land sah, platzierte sich der Nachwuchs zum ersten Mal vor dem Vater.

Erstmals hinter seinem Sohn platziert (wobei er sich darüber freute:): Michael Kalentzi.

Weniger glücklich waren hingegen die Ergebnisse von André und Daniel Bialk (Spandau). Während Papa André in einer machbaren Gruppe scheiterte, musste sich Daniel nicht ärgern gegen Michal Zaczek und Fabio de Nicolo (beide Grönwohld) sowie Andreas Kröning (Hannover) auszuscheiden.
Obwohl Oliver Schell unter dem Mythos „BW Concordia Lübeck“ startete und damit erste Anzeichen eines Revivals offenbarte, musste er bereits nach dieser Runde seine Kicker einpacken. Thomas Krätzig (Amberg), Oliver Reupke (vereinslos) und Altstar Peter Gehrung (Drispenstedt) waren an diesem Tag eine Nummer zu groß.
Der vermutlich prominenteste Ausfall der 2. Runde war der amtierender Norddeutsche Einzelmeister Jens König (Kaiserslautern). Er unterlag knapp Christian Reymann (Jerze) und Christian Meister mit 4:4 Punkten im Dreiervergleich durch das schlechtere Torverhältnis.

Runde 3

Die verbliebenen 72 Teilnehmer duellierten sich in zwölf 6er-Gruppen (vier weiter) um die Qualifikation für Tag 2. Hier ergaben sich einige positive Überraschungen, z.B. dass Andreas Gentz (Pegasus Hannover) in Gruppe 3 Rang 3 erreichte. Opfer dieser tollen Leistung war Georg Schwartz (Karlsruhe), der schon einige Male den zweiten Tag gespielt hatte.
Hinten hui – vorne pfui: Sebastian Baadte (Kaiserslautern) brachte das Kunststück zustande, in jedem Spiel lediglich ein Tor zu erzielen. 2:8 Punkte bei 5:9 Tore waren zu wenig für Runde 4. Mit ihm schied Oliver Marx aus, der seit langer Zeit mal wieder ein Turnier besuchte.
Mehr erhofft hatte sich wohl auch Felix Lennemann (Rheinland/Düsseldorf), doch lediglich ein Sieg reichte in seiner Gruppe nicht fürs Weiterkommen.
Erfreulich hingegen war das Abschneiden zweier Bochumer: Während Alexis Kalentzi schon zuvor an diesem Tage zeigte, warum er nun in der ersten Mannschaft eingesetzt wurde, qualifizierte sich Uli Schmidt überraschend für den zweiten Turniertag.

Runde 4

Am zweiten Tag erwischte es den ersten Titelfavoriten: Max Daub (Hirschlanden) konnte zwar Björn Buschmann (Oberbayern München) schlagen, jedoch sammelte er im Vergleich zu Buschmann weniger Punkte. In einer Gruppe mit Marc Koschenz (Grönwohld), Christian Lorenzen (Berlin), Michael Link (Kaiserslautern) und Olaf Holzapfel (Hannover) kann man sich solch eine Leistung leider nicht erlauben. Ansonsten setzten sich die Favoriten erwartungsgemäß durch.

Starkes Turnier von Björn Buschmann: Mit Rang 5 erreichte er das beste Ergebnis in der Vereinshistorie von Oberbayern München!

Schon jetzt wusste Comebacker Jakob Weber zu überzeugen und regenerierte sich nach einem 1:9 Debakel gegen Fabio de Nicolo wieder und sicherte sich im letzten Spiel das Ticket für Runde 5.

Runde 5

In Runde 5 erwischte es mit Jakobs Bruder Jonathan den nächsten Favoriten. Gegen Jens Foit (Herford), der an diesem Tag sehr verdient die Endrunde erreichte, hatte er keine Chance. Im Spiel gegen Patrick Malessa erfolgte beim Stand von 2:1 für Weber der Bruch des Turniers durch ein Jahrtausendtor: Nach der Halbzeit Malessa wollte Webers Spieler zur Ecke anschießen, doch der Ball entwickelte ein Eigenleben und ging 20 cm hoch in die Luft. Nachdem er deutlich außerhalb vom 16er aufsprang, erfuhr das Zwölfeck solch einen Drall, dass er beim Schwaben in die Maschen knallte. Natürlich keine Entschuldigung für das folgende 2:9-Debakel, aber wohl eine nachvollziehbare Erklärung ;-).

Wie ein guter Wein scheint Jens Foit mit den Jahren besser zu werden! Starke Vorstellung des Routiniers!

Doch nicht nur Weber, sondern auch andere Prominenz musste das Turnier beenden. Marc Koschenz verlor in einem vorgezogenen Endspiel gegen Alex Beck mit 2:3 und hatte dadurch das Nachsehen gegen die Nummer 1 der Rangliste.
In Gruppe 3 traf es mit Fabio de Nicolo und Beni Buza gleich zwei Topfavoriten auf den Titel, die Max Gottschalk (Berlin), Björn Buschmann und Artur Merke (Hirschlanden) den Vortritt lassen mussten. De Nicolo hielt mit 5:5 Punkte gut dagegen, doch im entscheidenden Duell mit Gottschalk ließ er sich mit 4:6 besiegen.

Endrunde

In der ausgeglichenen Gruppe A galten Frank Hampel, Alex Beck (beide Frankfurt) sowie Robert von Hering (Kiel) und Patrick Malessa (Berlin) zu den Favoriten, während Jens Foit und Jakob Weber eher Außenseiterchancen zuzurechnen waren. Umso überraschender war, dass Weber am Ende mit 8:2 Punkte und ohne Niederlage die Gruppe anführte. Im abschließenden Spiel gegen Hampel reichte ihm im Fernduell mit Beck und von Hering ein Punkt. Jedoch ließ er nichts anbrennen und schoss den Meister von 2012 mit 6:3 aus der Halle.

In Gruppe B konnte man kaum abschätzen, wer das Rennen machen sollte. Außer Buschmann hatten alle schon mal ein großes Finale erreicht. Doch genau dieser Buschmann spielte groß auf und erreichte Platz 3 in der Gruppe. Vor ihm duellierten sich die Lauterer Mathias Hahnel und Philipp Baadte im Fernduell um den Finaleinzug. Hahnel hatte dabei die bessere Position inne, da er im vereinsinternen Spiel mit 3:2 siegte. Vor dem letzten Spiel lag er mit 6:2 Punkten vor Baadte (5:3) an der Tabellenspitze. Ein Punkt gegen Gottschalk sollte reichen, um ins Finale einzuziehen. Ärgerlicherweise kassierte Hahnel in der Endphase der Partie gegen den Berliner das 1:2 und hatte auch im Weiteren keine Chance, noch nachziehen. Da Baadte beim 4:1 gegen Michael Kaus (Frankfurt) auf beeindruckende Weise nichts anbrennen ließ, durfte er sich über den zweiten Finaleinzug nach 2015 freuen.

Finale

Im Finale standen sich also Jakob Weber und Philipp Baadte. Wann gab es zuletzt ein DEM-Finale, in dem beide Akteure unter 30 waren? Während der Wasseralfinger seit 2013 kein offizielles DTKV-Turnier mehr besucht hatte und durch Mannschaftsspiele in der vergangenen Saison wieder an den Sport herangeführt worden war, hatte sich Baadte nicht nur durch seinen DEM-Erfolg 2015 in den letzten Jahren zu einem Spitzenspieler entwickelt.

So kam es auch, dass Baadte nach einem verhaltenen Beginn mit 2:0 in Führung ging. Alle dachten bereits, dass das Spiel bei diesem Stand zur Halbzeit entschieden war, doch Weber konnte den Anschlusstreffer erzielen und danach erstmalig eine Druckphase aufbauen. Als der Lauterer dann auch noch das 3:1 erzielte, schien alles verloren. Doch Weber gab nicht auf, schaffte abermals den Anschluss zum 2:3 und hatte mit dem letzten Schuss noch die Möglichkeit zum Ausgleich. Diesen letzten Versuch setzte er allerdings knapp übers Tor, sodass sich Baadte über den zweiten Titelgewinn freuen durfte!

Die zwölf Pokalgewinner der 52. DEM.

Deutsche Meisterschaft U18

In einer 5er- und einer 6er-Gruppe spielten elf Nachwuchstalente ihre Meisterschaft aus.

In Gruppe A setzte sich Titelverteidiger Daniel Bialk durch. In seinem ersten Spiel besiegte er seinen größten Konkurrenten Luc Kaouane (Hannover) mit 4:3 und ebnete damit den Weg zur zweiten Finalteilnahme in Folge.

In Gruppe B lief alles auf einen Zweikampf zwischen Alexis Kalentzi und Vorjahresfinalist Ivan Pulice hinaus. Kalentzi fegte seine Gegner allesamt deutlich von der Platte und er stand mit einem Torverhältnis von 45:13 am Ende sehr gut da! Leider verlor er das entscheidende Match gegen Pulice mit 4:5, sodass dieser sich für die Finalniederlage an Daniel Bialk revanchieren konnte.

Doch im Finale ließ Bialk seinem Konkurrenten keine Luft zum Atmen, zog davon und machte den Sack früh zu. Gekonnt wusste er es, seinen Vorsprung zum 6:1 über die Runden zu bringen. Damit sicherte sich der 17-jährige seinen zweiten U18-Titel.

Die Talente (v.l.n.r.:) Alexis Kalentzi, Daniel Bialk und Ivan Pulice

Deutsche Damenmeisterschaft

Zwar konnte nicht der Teilnehmerrekord von 10 Teilnehmerinnen (2009 und 2010) geknackt werden, dafür spielten die Damen hochklassigen Tipp-Kick und sie hielten den Wettbewerb spannend bis zum Schluss!

In Gruppe A spielten neben der Meisterin von 2015, Manuela Winter (Gevelsberg), auch noch Sylvia Sgobio (Kierspe) und die Delligserinnen Anna-Lena Neumann und Pauline Golte. Während die jüngere bei ihrem ersten Turniereinsatz wertvolle Erfahrung sammelte, durfte sich Neumann überraschend über den Gruppensieg freuen. Im letzten Spiel gegen Sgobio reichte ein 3:3 aus, um erstmalig ins Finale einzuziehen.

Gruppe B versprach Spannung pur. Neben der Titelverteidigerin Vanessa Weichelt (Pegasus Hannover) gingen außerdem noch Vizemeisterin Michaela Koegel und Marina Kissling (Pegasus Hannover), die bei der Bockenemer Stadtmeisterschaft mit Platz 21 für Furore sorgte, an den Start. Mit Sina Weitze (Delligsen) und Yvonne Dalli (Kierspe) wurden noch zwei Spielerinnen hinzugelost, die auch wissen, wo das Tor steht. Die favorisierte Koegel setzte sich mit 7:1 am Ende durch und musste nur gegen Kissling beim 3:3 zittern.

Im Finale ging Michaela Koegel schnell in Führung und sie konnte sich auf 2:0 von Neumann absetzen. Diese ließ sich jedoch nicht beirren, schlug zurück und glich aus. Im Laufe des Spiels konnte sie das Match sogar drehen, sodass sie sich mit einem 5:3 verdient den Titel der Deutschen Damenmeisterin sicherte.

Starke Damen (v.l.n.r.:) Michaela Koegel, Anna-Lena Neumann und Marina Kissling

21. Bockenemer Stadtmeisterschaft

Das Traditionsturnier war für die Spieler vorgesehen, die in der ersten bzw. zweiten Runde der DEM ausgeschieden waren. Insgesamt 72 Akteure nahmen diese Möglichkeit war und spielten am Samstag und Sonntag in 5 Runden das Turnier aus.

Endrunde

Im Allgemeinen setzten sich bis zur Endrunde die Favoriten durch, sodass 10 der 12 gesetzten zu diesem Zeitpunkt noch Chancen auf den Titel hatten.

In Gruppe A verzichtete Daniel Bialk auf den Start, weil er an der parallel stattfindenden U18 Meisterschaft teilnehmen wollte. Der andere U18 Spieler der Gruppe, Valentin Tenner (Gießen), hingegen wollte bei der Stadtmeisterschaft mitspielen und wäre auch fast mit dem Finaleinzug belohnt worden. Allerdings musste er sich Jan Komareck (Berlin) im direkten Vergleich beugen. Zwar hatten beide 7:3 Punkte vorzuzeigen, allerdings hatte der Berliner mit 20:9 ein besseres Torverhältnis im Vergleich zu 16:7.

In Gruppe B setzte sich erwartungsgemäß Marcus Socha (Drispenstedt) gegen die Konkurrenz durch. Wichtig war allerdings der 2:1 Sieg gegen Mozelewski, ansonsten hätte sich Peter Deckert mit 8:2 Punkten über den Finaleinzug gefreut und für ein Berliner Finale gesorgt.

Finale

Die Geschichte des Finales ist schnell erzählt: Socha ging schnell in Führung, doch Komareck konnte einen Anschlusstreffer erzielen. Durch zwei Eckballtore (eines mit Prädikat „Weltklasse“) konnte Socha allerdings wieder davon ziehen. Zwar erzielte Komareck mit dem letzten Schuss noch ein schönes Tor, doch verwaltete Socha das Ergebnis zu clever. Am Ende stand ein 5:2 für den Bundesligaspieler zu Buche.

Die Sieger der Bockenemer Stadtmeisterschaft 2017

 

Alle Ergebnisse findet ihr sowohl auf der Homepage des TKV Jerze als auch auf artbot. Der DTKV möchte sich nochmals ganz herzlich beim Veranstalter TKV Jerze für die toll organisierte DEM bedanken und gratuliert allen Titelträgern!

+++ SAVE THE DATE +++

Deutsche Einzelmeisterschaft 2018 in Berlin am 29. und 30. September