57. Norddeutsche Einzelmeisterschaft: Jens König triumphiert zum 5. Mal!

Mit dem 4:3 n.V. gegen Jonathan Weber (PWR ´78 Wasseralfingen) siegte Jens König nach 1997, 2003, 2004 und 2006 bereits zum 5. Mal bei der Norddeutschen Einzelmeisterschaft. Durch diesen Titel zog er mit dem großen Normann Koch gleich, der ebenfalls 5 mal im Norden jubeln durfte.

111 Teilnehmer belohnten den Delligser SC für eine tolle Vorbereitung des Turnierwochenendes. Doch nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Teilnehmer stimmte: Neben der Nummer 1 der Turnierrangliste, Fabio de Nicolo, die ihren Halbbruder Marc Koschenz endlich mal wieder für ein Turnier begeistern konnte, waren 10 weitere Spieler aus den Top 16 vor Ort.

Tobias Nickel wusste zu überzeugen!

In 5er- und 6er-Gruppen wurde in vier Runden bis zur Endrunde, in der nur noch 12 Akteure teilnahmeberechtigt waren, hart ausgesiebt. Beachtlich war die Leistung von Tobias Nickel (TKC 1986 Gevelsberg), der sich sichtlich zufrieden bis in die Runde der letzten 24 vorkämpfte und damit sein bisher bestes Turnierergebnis erzielte.

Endrunde

Gruppe A

Teilnehmer:

Frank Hampel (TKC Gallus Frankfurt), Michael Kalentzi (Schlachtenbummler Bochum), Marc Koschenz (TKV Grönwohld), Dirk Kandziora (TFB 77 Drispenstedt), Christian Kuch (Celtic Berlin), Jonathan Weber (PWR ´78 Wasseralfingen)

Runde 1

In der ersten Runde ließ Hampel beim 5:1 Kalentzi keine Chance, ebenso dominierte Marc Koschenz seine Partie gegen Dirk Kandziora und fertigte seinen Gegner mit 6:2 ab. Einzig Kuch und Weber lieferten sich ein Duell auf Augenhöhe, wobei das Glück beim 3:4 auf der Seite des PWRlers war.

Runde 2

Koschenz machte in der zweiten Partie da weiter, wo er zuvor aufgehört hatte, im Gegensatz zu seinem Gegner Hampel, der den Schwung aus dem ersten Sieg nicht mitnehmen konnte. Die Partie ging mit 4:2 an Koschenz. Dasselbe Ergebnis erzielte Weber im Duell mit Kandziora. Der Altmeister – an diesem Tag so stark wie schon lange nicht mehr – war zwar immer nah an der Überraschung dran, aber es sollte nicht reichen. Das Duell Kalentzi – Kuch endete leistungsgerecht 2:5.

Runde 3

Während Kalentzi auf der einen Platte Koschenz beim 3:3 einen Punkt abrang, hatte Kuch beim 3:1 gegen Kandziora keine Probleme. In einem knappen Spiel trennten sich Weber und Hampel 4:3.

Runde 4

Sehr überraschend hatte Weber, der mit einem Sieg den Finaleinzug bereits klar machen konnte, gegen Kalentzi beim 4:6 das Nachsehen. Gleichzeitig gewann Hampel 2:0 gegen Kandziora und Kuch fügte Koschenz mit 5:2 eine herbe Niederlage zu. Durch diese Ergebnisse ging es im letzten Durchgang nun darum, ob Koschenz, Kuch oder Weber in das Finale vorrücken würden.

Michael Kalentzi (links) spielte in Delligsen ein ganz starkes Turnier!

Runde 5


Die Situation vor der abschließenden Runde war klar: Das 4:1 von Kandziora gegen Kalentzi war für den Finaleinzug nebenrangig. Kuch musste mindestens einen Punkt gegen Hampel holen und auf einen Ausrutscher von Weber hoffen, um noch ins Finale einzuziehen. Dieser hatte mit einem Sieg den Finaleinzug selbst in der Hand. Allerdings musste er gegen Koschenz ran, der bei einem Sieg bei gleichzeitiger Niederlage von Kuch der lachende Dritte gewesen wäre. Koschenz ging in der ersten Halbzeit durch ein zwischen Abwehrspieler und Torwart platziertes Brett in Führung. Zur Halbzeit stand er sogar im Finale, da Kuch auf der Nebenplatte gegen Hampel hinten lag. Die Führung verwaltete der Grönwohlder gekonnt, weil Weber bis zur Mitte der zweiten Halbzeit zu passiv war. Doch mit einem sehenswerten Dreher aus der eigenen Hälfte gelang ihm noch der Ausgleich zum 1:1. Nun war das Duell eines auf Augenhöhe. Mit all seiner Technik spielte sich Koschenz ca. 30 Sekunden vor Schluss in den Strafraum. Zentral gelegen hämmerte er den schwarz-weißen Ball mit voller Wucht an die Latte! Mit mehr Glück als Verstand spielte Weber das Spiel zu Ende, um durch das 1:1 ins Finale einzuziehen, weil Kuch 1:3 gegen Hampel verlor.

 

Gruppe B

Teilnehmer:

Michael Kaus (TKC Gallus Frankfurt), Philipp Baadte (1. TKC Kaiserslautern ´86), Patrick Malessa (Celtic Berlin), Jens König (1. TKC Kaiserslautern ´86), Mathias Hahnel (1. TKC Kaiserslautern), Artur Merke (TKC 71 Hirschlanden)

Runde 1

Die drei vereinsinternen Duelle der Kaiserslauterer brachten den Spielplan durcheinander. In der ersten internen Runde traf Hahnel auf Baadte, den er 2:1 schlug. Kaus und Malessa wiederholten ihr Finalspiel bei der Deutschen Meisterschaft 2016, das wieder mit 3:1 an den Frankfurter ging. König fertigte Merke mit 6:3 ab.

Damals wie heute trennten sich Malessa (links) und Kaus 1:3!

Runde 2

König und Hahnel trennten sich diplomatisch 5:5, während Baadte und Merke jeweils 2:1 gegen Malessa bzw. Kaus gewinnen sollten.

Runde 3

Baadte und König lieferten sich beim 4:5 ein packendes Duell, der dritte Lauterer, Hahnel, sah beim 1:6 gegen Kaus kein Land. Malessa zeigte eine Leistungssteigerung nach den ersten beiden Runden und besiegte Merke mit 4:1.

Runde 4

In der vorletzten Runde traf Merke auf Hahnel, den er mit 2:1 knapp hinter sich lassen konnte. König unterstrich seine Ambitionen beim 5:2 gegen Malessa und Kaus trennte sich von Baadte mit 5:5 in einem hochklassigen Spiel.

Runde 5


Alle Augen waren in der abschließenden Runde auf das Duell Kaus gegen König gerichtet. Während Kaus mit 5:3 Punkten unbedingt gewinnen musste, reichte König ein Unentschieden für den Finaleinzug, weil er durch seine 7 Punkte besser vorgearbeitet hatte. Befreit aufspielend reichte das Endergebnis für den König, um abermals in ein großes Finale einzuziehen.

 

Das Finale

Es kam also zur Neuauflage des Finale der Ostdeutschen Einzelmeisterschaft 2013. Dem damals 18-jährigen Jonathan Weber reichte eine 3:1-Halbzeitführung nicht zum ersten großen Coup, weil Jens König in der zweiten Halbzeit aufdrehte und noch fünf Buden machte!

König, einer der technisch versiertesten Tipp-Kicker, ist finalerfahren wie kaum ein anderer: Neben 3 Deutschen Meistertiteln sammelte die Nummer 2 der DTKV-Hall-of-Fame bereits 11 Sektionstitel. Insbesondere durch seinen überraschenden Tranfser nach Kaiserslautern zeigte er sich bei den letzten Spielen deutlich verstärkt auf der Torhüterposition.

Weber – durch diesen Finaleinzug seit 2013 mindestens einmal pro Jahr in einem großen Finale vertreten – hat den Tipp-Kick-Sport in die Wiege gelegt bekommen. Als Sohn des Materialgurus Bernd Weber wurde er bereits früh mit dem Tipp-Kick-Virus infiziert. Mit seiner unkonventionellen Spielweise und dem unbändigen Ehrgeiz ist er immer für eine Überraschung gut.

Schnell ging König mit 1:0 in Führung und er legte zügig zum 2:0 nach. Beeindruckt von dieser Geschwindigkeit brauchte Weber einige Minuten, um ins Spiel zurückzukommen. Doch noch vor der Halbzeit sollte der 2:1-Anschlusstreffer fallen. Die Situation war also eine andere als vier Jahre zuvor, als Weber die Führung zur Halbzeit verspielte. Genau dieser Gedanke ging dem Schwaben durch den Kopf und so kämpfte er sich wieder ins Spiel und ging über das 2:2 sogar 3:2 in Front. Doch König ließ nicht locker und glich 90 Sekunden vor Spielende noch aus. Mit dem 3:3 ging es also in die Verlängerung, die zweimal zwei Minuten dauern sollte.

In der Verlängerung zahlte sich die größere Erfahrung des Königs aus. Durch einen haltbaren Schuss ging er im Finale in Führung, weil Weber völlig übermotiviert mit dem Torhüter vorbeigriff. Dies ließ sich der Familienvater nicht mehr nehmen und so krönte er sich verdient zum Norddeutschen Einzelmeister. Herzlichen Glückwunsch!

Pünktlich zum Spielende, als Jens König die ersten Glückwünsche entgegen nahm, gingen in der Delligser Sporthalle die Lichter aus – die Zeitschaltuhr war auf 23 Uhr gestellt. Die Veranstalter starben bereits 1000 Tode in der Verlängerung, in der es zeitweise nach einem Wiederholungsspiel roch.

Sachen gibts! Das erste Siegerfoto, bei dem ein Strahler nachhelfen musste

 

BEWERTUNG Turnierwochenende in Delligsen

GESAMTBEWERTUNG 3,57 von 5 Sternen
Veranstaltungsdatum: 11. und 12. März 2017
Ausrichter: Delligser SC
Internet: tippkick-delligsen.jimdo.com
Spielort: Sporthalle August-Reuter-Str., Delligsen
Teilnehmer: 111
Turniersieger: Jens König (1. TKC Kaiserslautern ´86)
STARTGELD (Höhe, U18, Pokale, Preise) ****
RÄUMLICHKEITEN (Parkgelegenheiten, Licht in der Halle, Platz an der Platte, Sitzgelegenheiten, Luftzirkulation) ****
PLATTENQUALITÄT (Qualität, Quantität, Böcke) ***
TURNIERABLAUF (Beginn, Ende, Pausenlänge, Ansprache durch Veranstalter, Alkohol in der Halle) **
VERPFLEGUNG (Quantität, Vielfalt, Kühlung Getränke, Preise) *****
SANITÄRE ANLAGEN (Anzahl, ausreichendes Klopapier u. Trockentücher, zwischenzeitl. Reinigung) ****
SONSTIGES (Einladung zur Veranstaltung, Nachbereitung auf Homepage) ***

BEWERTUNGSSKALA:

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