Benjamin Buza: „Der Hattrick wäre der Hammer!“

Am Samstag startet die 50. Deutsche Einzelmeisterschaft in Bornheim bei Köln. Benjamin Buza vom TKC 71 Hirschlanden konnte die letzten beiden Ausgaben der „DEM“ gewinnen und ist auch in diesem Jahr der Top-Favorit auf den Sieg. Der Schwabe spricht mit der Rundschau über Enttäuschungen auf dem Weg zum ersehnten Titel, seine sportliche Entwicklung und den Favoritenkreis der DEM 2015.

„Zehn Minuten Hölle“, das waren deine Worte unmittelbar vor deinem dritten Finale 2013 in Hildesheim. Du hattest 1994 und 2011 bereits zwei Endspiele um die Deutsche Einzelmeisterschaft verloren. Was ging bei dir im Kopf vor, so wenige Sekunden vor dem Finale gegen Frank Hampel?
Das war auch die Hölle. Ich habe nur gehofft, dass ich es nicht wieder vergeige. Kurz vor dem Anpfiff hatte ich aber ein sehr gutes Gefühl. Ich habe an meine Tochter gedacht, was mich wahnsinnig beruhigt und gleichzeitig motiviert hat.

Was wäre passiert, wenn du dieses Finale wieder nicht gewonnen hättest?
Keine Ahnung, ich bin einfach nur saufroh, dass ich es geschafft habe. Nach meiner Endspielniederlage 2011 hatte ich mir kurz überlegt, aufzuhören. Dann dachte ich mir, dass ich jetzt erst recht nochmal angreifen muss. Alexander Beck hat mir damals mental geholfen, wofür ich ihm sehr dankbar bin.

Man hat das Gefühl, der Titel 2013 hat etwas bei dir freigesetzt. Bist du entspannter und eventuell auch reifer geworden?
Der große Druck ist endlich von mir abgefallen. Ich habe den größten Titel gewonnen, den es in unserem Sport zu gewinnen gibt. Sogar zweimal. Dass ich den Titel in Hirschlanden verteidigen konnte, war für mich sehr emotional, vor allem weil ich 2011 das Finale „Daheim“ verloren hatte.
Natürlich macht mich auch meine Familie gelassener. Im Tipp-Kick hat sich seit 2007 alles zum Positiven gewendet, als ich mich mit Sascha Bareis, Florian und Sebastian Wagner zu einer Mannschaft zusammengetan habe. Der 15-Jährige „Flo“ hat mir damals gezeigt, wie ich die Abwehr stellen muss, um die nötige Stabilität zu haben. Mit diesem Team wurde ich insgesamt wesentlich ruhiger und dann kamen langsam auch die Erfolge, die mich sicherer werden ließen.

Was hat dazu beigetragen, dass du deine ersten beiden Finals 1994 und 2011 nicht gewinnen konntest?
Normann Koch und Jens König waren besser, ganz einfach.

Artikel 50. DEM Benjamin Buza Tattoo

Tipp-Kicker durch Mark und Bein: Benjamin Buza

Deine Meistertitel hast du dir samt Tipp-Kick-Männchen auf den Oberarm tätowieren lassen. Waren sie die Initialzündung für das Tattoo und was willst du damit ausdrücken?
Die Initialzündung kam durch den Sieg bei der Deutschen Einzelmeisterschaft 2013. Ich wollte mir ein Tipp-Kick-Motiv tätowieren lassen und meine Frau hat mich auf die Idee mit dem Tipp-Kick-Männchen gebracht. Sie wollte es zwar nicht so groß, aber ich denke es passt perfekt. Es soll jeder sehen, wie sehr ich diesen Sport liebe.

Seitdem du ein Kind warst, spielst du aktiv Tipp-Kick. Welche Rolle spielt dieses Spiel und das dazugehörige Umfeld in deinem Leben?
Es spielt eine sehr große Rolle. Seitdem ich zwölf Jahre alt war, also seit 29 Jahren, spiele ich Tipp-Kick. Es gehört zu meinem Leben und ist ein sehr schöner Ausgleich in meiner Freizeit. Ich freue mich immer wieder auf den Wettkampf und vor allem auf die tollen Jungs mit Gesprächen rund um Tipp-Kick.

In der Tipp-Kick-Szene wird ein Nachwuchsproblem beklagt. Wie ist deine Position zu diesem Thema? Siehst du aktuell junge Spieler, die für dich bald für einen großen Titel in Frage kommen oder über deren Entwicklung du dich besonders gefreut hast?
Es ist schwierig, junge Leute für Tipp-Kick zu begeistern. Das Spiel stellt zu Fußball, Basketball, Tennis oder Computer keine Konkurrenz dar. Aber immer mal wieder kommen neue Spieler dazu. Der nächste junge Spieler, der ein großes Turnier gewinnen wird, könnte Jonathan Weber sein. Christian Kuch und Max Daub traue ich auch sehr viel zu. „Dr.“ Vincent Höhn und die beiden Berliner Jungs, Patrick Malessa und Max Gottschalk, sind auf einem verdammt guten Weg. Wir in Hirschlanden haben auch wieder ein Juwel: Florian Stähle, gerade mal 14 Jahre jung. Da geht was!

Was glaubst du, wer Deutscher Einzelmeister 2015 wird und wie schätzt du deine eigenen Chancen ein?
Zu den Favoriten gehören für mich die Frankfurter Jungs, Fabio de Nicolo, Jens König und Christian Kuch. Ich denke, ich gehöre auch dazu. Den Hattrick zu holen, wäre natürlich der Hammer! Einen Überraschungsfinalisten kann es dieses Mal aber auch geben.

Artikel 50. DEM Benjamin Buza BPM Finale

Bei der Berliner Pokalmeisterschaft 2015 holte Buza seinen letzten Titel. Hier im Finale gegen Rainer Schlotz.

Du bist mehrfacher Einzelmeister, Mannschaftsmeister und DTKV-Pokalsieger. Welche Ziele setzt du dir noch und was denkst du, wie lange du noch Tipp-Kick spielst?
Zur Zeit bin ich echt „heiß“ auf Tipp-Kick und will noch viele Titel gewinnen, sei es im Einzel oder mit der Mannschaft. Ich bin total motiviert und spiele, solange es mir Spaß macht. Und das kann noch ganz schön lange so weitergehen.

Hast du im Kreis der Aktiven noch irgendwelche Vorbilder oder Spieler, deren Stil dir imponiert?
Vorbilder habe ich keine. Jeder Spieler ist individuell und von jedem kann man sich etwas abschauen.

Was erhoffst du dir vom Jubiläum der Deutschen Einzelmeisterschaft? 
Ich hoffe, dass die Veranstalter der Deutschen Einzelmeisterschaft dieses Mal bessere Platten zur Verfügung stellen, als bei der letzten Westdeutschen Einzelmeisterschaft. Die waren sehr schlecht.

Magst du sonst noch etwas loswerden?
Ein großer Dank gilt dir, Max, für die Wiederbelebung der Tipp-Kick-Rundschau und der neuen Homepage des Deutschen Tipp-Kick-Verbandes. Weltklasse!

 

Informationen und Anmeldung zur Deutschen Einzelmeisterschaft am 9. und 10. Mai 2015 unter sturmdrang.de.

 

Fotos: Jens Käthner, Jürgen Prem, Max Gottschalk