Die Spielregeln des DTKV

Oder warum diese manchen egal sind?!

Von vielen wird man belächelt, wenn man von seinem „Sport“ und Hobby Tipp-Kick erzählt. Dennoch habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn man etwas davon erklärt, ein gewisses Interesse fast immer vorhanden ist. Eine der häufigsten Fragen, welche mir dann gestellt wird, ist, ob es da auch richtige Regeln gibt und ob es einen Schiedsrichter gibt. Schließlich hat jeder, der es früher mal im Kinderzimmer auf dem Boden gespielt hat, die Erfahrung mit seinem Bruder, seiner Schwester oder dem besten Freund gemacht: „Nein, der war nicht drin!“ oder „Da war doch der Abwehrspieler dran!“. Daran sind manchmal fast Freundschaften zerbrochen. Zwangsläufig kommt dann auch die Frage, ob es ein festes Regelwerk gibt, wenn schon alles so (semi)-professionell in einem Verband organisiert ist. Die Antwort lautet: Ja, das gibt es. Jedoch die Ergänzung „man müsste es nur mal konsequent anwenden“ denke ich mir dann meist nur. Es würde wohl eh kein Außenstehender verstehen.

Nur auf Turnieren oder gar im Ligaspielbetrieb, wo die meisten Spieler doch schon etwas länger dabei sind, rutscht mir dieser Satz regelmäßig über die Lippen. Meist beginnt dann die selbe Diskussion wie in 95% der Fälle, wo immer wieder Sätze wie „Ich kann nicht verstehen, warum wir Regeln haben, aber diese nicht anwenden“ oder von der Opposition „Also die Regeln werden doch angewandt, nur die sind viel zu komplex“ oder „früher wurde einfach gespielt“. Ich selber bin der Meinung, dass wenn wir schon Regeln haben, wir diese auch konsequent anwenden sollten. Wenn die beiden Spieler sich anders einigen, das ist für mich dann ok. Aber meine Entscheidung, welche ich als Schiedsrichter habe, bleibt; und da versuche ich mich auch an das Regelwerk zu halten. Ich möchte dennoch anmerken, dass alle Beteiligten auch nur Menschen sind. Und die machen Fehler.

Es gibt nur leider auch die Gruppe, die die Regeln zwar genau kennt, jedoch laufend dagegen verstößt, „weil es ja eh nicht gepfiffen wird“. Und genau das ist der Punkt. Viele haben sich seit Jahren nicht mit dem Regelwerk beschäftigt! Aktive Spieler! Ich hatte erst vor Kurzem die Situation, als ich in einem Ligaspiel gegen einen langjährigen Tipp-Kicker gespielt habe. Ich habe den Ball mit der zweiten Aktion nicht auf das Tor bekommen, ohne jeglichen Kontakt. Folge: indirekter Freistoß. Mein Gegner nimmt den Ball und schießt mir ein Brett über meine liegende Abwehr ins Tor. Und ich mache Abstoß. Als dann der Satz fiel „Das war doch ein Tor“ und ich ihm die Regel erklärte, bekam ich nur ein „Seit wann gibt es die Regel denn? Die gab es früher doch nicht“.

Dann gibt es leider noch die, denen die Regeln völlig egal zu sein scheinen. Zuletzt erst auf der NDEM erlebt. Ich stand als Schiedsrichter an der Platte und der abwehrende Spieler schob bei einem Bretterversuch des Gegners den Torwart weit nach vorne. Dass er in diesem Fall mit seinen Fingern unter dem Torgummi war und somit den Kasten ein gutes Stück weiter nach vorne schob, wurde daraufhin von mir angesprochen. Es wurde, mit einem Murren, korrigiert. Und was geschah beim nächsten Brett? Richtig, die Finger waren wieder unter dem Gummi. Es gab eine kurze Diskussion, welche nach Abpfiff noch fortgesetzt werden sollte.

Man könnte jetzt noch zig weitere Situationen aufzählen, wo der Ball mit dem Standfuss beim Ansetzen mit Absicht gedreht wird, um eine bessere Lage zu haben. Oder der Ball in den 16er „geschoben“ wird. In manchen Teilen der Republik sind 3 bzw. 7 Sekunden auch mal doppelt so lang, gerade wenn man in Führung liegt. Manchmal wird der Eckkreis auch etwas „ausgedehnt“.

Wir sprechen immer davon, dass Tipp-Kick ein recht fairer Sport ist und das wird von einer Großzahl der Spieler auch so gelebt. Aber ist das wirklich so? Ja, ein Großteil ist durchweg fair und das schätze ich auch sehr an unserer Gemeinschaft. Das Regelwerk ist in den letzten Jahren etwas komplexer geworden, aber vielleicht genau aus diesem Grund sollte sich jeder (noch)mal die Zeit nehmen und sich die paar Seiten mal wieder durchlesen. Wir sollten dabei auch an unseren Nachwuchs denken. Dieser bekommt die Regeln normalerweise während des Spielens beigebracht bzw. erklärt. Und auch hier geht es um Fair Play! Gewinnen will sicherlich jeder gerne, aber zu welchem Preis?!

Für alle, die die Spielregeln nochmals nachlesen wollen ist hier der Link zur aktuellen Version.

„Denk-Anstoß“: Fair geht vor!

An dieser Stelle möchte ich mich mal wieder zu Wort melden und eine Thematik, die ich vor kurzer Zeit im Internet aufgeschnappt habe, nochmals aufgreifen. Aus einer einfachen Regelfrage zum Thema Strafstoß, ergab sich auf Facebook eine rege Diskussion, in derem weiteren Verlauf es nicht mehr nur um die Auslegung und Anwendung der Regel an sich, sondern auch um Moral und Fair Play ging. „Darf“ ein Strafstoß, der zum Beispiel durch ein unbeabsichtigtes Handspiel verursacht wurde, aufs Tor geschossen werden oder sollte er – der ungeschriebenen Regel folgend – ins Aus geschossen werden?

Besonders von den erfahrenen Tipp-Kickern, die bereits über mehrere Jahrzehnte am Ball sind, ist immer wieder zu hören, dass es an der Platte inzwischen wesentlich fairer zugeht als zu deren Anfangszeiten. Wenn man den virtuellen Aussagen Glauben schenken mag, gibt es aber auch heute noch diverse Beispiele von Kaltschnäuzigkeit. Ob nun fair oder nicht, letzten Endes bewegen wir uns in der Thematik immer noch innerhalb der offiziell festgelegten Regeln und es muss jeder für sich selbst entscheiden, in wieweit er diese zu seinen Gunsten auslegt oder ob er darauf verzichtet und die „ungeschriebenen Regeln“ anerkennt. Um hier eine verbindliche und einheitliche Regelung zu finden, wurden bereits Stimmen nach entsprechenden Regeländerungen laut.

Artikel Zukunft Sternberg

Shakehands vor dem Spiel von Andreas Schrödter (l., Spandauer Filzteufel) und Karl-Heinz Sternberg (r., Germania 09 Neukölln)

Egal ob Strafstoß schießen oder ins Aus spielen – ich kann beide Positionen nachvollziehen und auch in gewisser Weise verstehen, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob weitere Regeln alles besser machen. Meiner Meinung nach sollte man viel mehr auf ein Umdenken innerhalb der Szene hinwirken und an die Einsicht und persönliche Reife der Spieler appellieren, anstatt ein recht einfaches und leichtverständliches Kinderspiel tot zu reglementieren. Das wäre sicherlich auch nicht im Interesse unseres Sports und schon gar nicht, um ihn einladend und attraktiv zu präsentieren.

Ich persönlich spiele Tipp-Kick vor allem weil es mir Spaß macht und erst in zweiter Linie um Erfolg haben. Natürlich möchte auch ich am liebsten jedes Spiel gewinnen, aber eben nicht um jeden Preis. Mir ist es viel wichtiger, meine eigenen Fehler zu minimieren und möglichst mein bestes Tipp-Kick zu spielen. Wenn das der Fall ist, bin ich unabhängig vom Spielausgang zufrieden. Zu gewinnen, weil ich den Gegner zu Fehlern gedrängt oder ausgetrickst habe, kann mir diese Befriedigung nicht annähernd verschaffen und ich bedauere ehrlich gesagt jeden, der es nötig hat, sich auf diese Art seine persönlichen Triumphe zu holen.

Bisher habe ich überwiegend gute Erfahrungen mit meinen Mitspielern sammeln dürfen und kann mich nicht erinnern, jemals einen Strafstoß aufs Tor geschossen oder geschossen bekommen zu haben. Im Gegenteil: Ich habe es oft erleben dürfen, dass Gegner mich Situationen wiederholen ließen, in denen ich unbeabsichtigt Foul gespielt habe. In anderen Partien wurde der Ball einfach ins Aus gespielt und es ging normal weiter. Als blutiger Anfänger fand ich das sehr beruhigend und es half mir, ins Spiel zu kommen und sicherer zu werden. Deshalb versuche ich die Erfahrungen, die ich gemacht habe, genauso an andere weiterzugeben und verzichte gerne auf die Auslegung der Regeln zugunsten des Spielspaßes.

Artikel Denk-Anstoß Fair geht vor Komareck de Nicolo

Mit- statt gegeneinander: Jan Komareck (l., Celtic Berlin) und Fabio de Nicolo (r., TKV Grönwohld)

Natürlich kann man niemandem verbieten, die Regeln auszuschöpfen, doch sollte man sich auf einen allgemein anerkannten Standard einigen, so dass wir alle unter gleichen Voraussetzungen an der Platte stehen und uns unnötigen Ärger ersparen. Letzten Endes hängt Fairness jedoch nicht nur von den Regeln ab, sondern von der grundsätzlichen Einstellung zum Spiel und dem Sportsgeist. Bei allem gesunden Ehrgeiz sollte man immer noch Mensch bleiben und das sollte man doch von überwiegend erwachsenen Spielern erwarten dürfen!?

Es ist schön, dass Fairness von vielen Tipp-Kickern vorgelebt wird und wir uns hier lediglich über wenige Ausnahmen „ärgern“ müssen. Ob die Unverbesserlichen durch eine Änderung der Spielregeln oder gar die Einführung einer Fair Play-Trophäe zum Umdenken zu bewegen sind, halte ich zwar für fragwürdig, fände es als deutliches Statement seitens des Verbandes jedoch durchaus überlegenswert.

Dem fairen Sportsmann bleibt ansonsten doch irgendwann der bittere Beigeschmack, „immer wieder nur der Dumme“ oder Benachteiligte zu sein und könnte ihn erwägen lassen, zukünftig selbst, „abgebrühter“ zur Sache zu gehen. Das würde ich nicht nur menschlich bedauern, sondern auch als Rückschritt für unseren Sport verstehen. Sind wir uns dem fairen Umgang miteinander noch ein bisschen bewusster, erhöht sich der Spielspaß bei allen Beteiligten ungemein und macht unseren Sport auch für Neulinge wesentlich attraktiver.

In diesem Sinne wünsche ich euch und mir selbst weiterhin gute Spiele, Fair Play und vor allem viel Spaß!

 

Fotos: Max Gottschalk, Jens Käthner

„Denk-Anstoß“: Schaffen wir dem DTKV eine Zukunft – zusammen!

Kinderspiel, Generationen verbindende Aktivität, Mannschaftssport und Einzelwettkampf – Tipp-Kick hat viele Facetten.

Für die Einen geht es um Ruhm, Ehre und Ranglistenpunkte, für die Anderen um Spaß am Spiel und kurzweiligen Zeitvertreib. So vielfältig wie das Spiel selbst, das ursprünglich für die Kinderzimmer konzipiert wurde und sich zielstrebig den Weg in den Hobbysportbereich und das Vereinsleben im deutschsprachigen Raum gebahnt hat, sind auch seine Spieler und ihre Ansprüche an das Spiel und den Deutschen Tipp-Kick-Verband.

Der Spielbetrieb, der sich seit den Dreißiger Jahren enorm professionalisiert hat und die Entwicklung innerhalb der Spielerszene, sind zur Zeit Inhalt zahlreicher Diskussionen – auf Turnieren, bei Liga-Spielen, vereinsintern sowie auch in den virtuellen sozialen Medien, wie beispielsweise Facebook. Themen wie das Vereinssterben, Jugendförderung sowie Spiel- und Turniermodi werden heiß diskutiert.

Ich nehme dabei freudig zur Kenntnis, wie lebhaft diese Diskussionen geführt werden und dass ein grundsätzliches Interesse am Sport sowie auch an Mitgestaltung auf recht breiter Ebene vorhanden ist. Das bei vielen verschiedenen Menschen auch viele verschiedene Ideen und Meinungen zusammenkommen, die sich teilweise auch mal widersprechen, ist doch ganz normal. Entscheidend ist, dass die Bereitschaft Probleme anzupacken da ist. Nun ist es wichtig das diese Impulse nicht in endlosen Diskussionen auf Facebook verhallen oder einmaliger Gesprächsstoff in einer Spielpause bleiben.

So schön und notwendig es auch sein mag, sich einfach mal auszutauschen, sollte man sich allerdings auch bewusst machen, was nötig ist, um Veränderungen zu bewirken.
Das fängt mit dem Verbesserungsvorschlag an. Wenn Kritik nicht konkret und konstruktiv geäußert wird, kann der Adressat damit oft nur wenig anfangen und es passiert leider gar nichts, obwohl die Idee hinter der Kritik vielleicht absolut berechtigt und wichtig ist. Nur dann, wenn man genau benennt, was nicht passt und optimalerweise sogar einen Vorschlag hat, wie es zukünftig besser laufen könnte, kann man gemeinsam an einer Lösung arbeiten.

Die Statuten des Verbandes sehen vor, dass Vorschläge zu Anträgen ausformuliert und auf den Regionalversammlungen eingereicht werden. Nach erfolgter Zustimmung werden diese dann von den Sektionsleitern im Bundestag bekanntgegeben und auf höchster Ebene erneut darüber abgestimmt. Auch wenn dieses Verfahren einen eher bürokratischen Charme hat, so hat es sich in der Vergangenheit bewährt.

Ausgehend von diesem Status Quo sollte sich jeder, der eine gute Idee hat, Kritik äußern möchte oder Vorschläge für Verbesserungen hat, nochmal bewusst machen, wie diese am schnellsten umzusetzen sind.

– Austausch mit anderen Tipp-Kickern, Sammeln von Ideen
– konkrete Vorschläge, bzw. konstruktive Kritik formulieren
– als Antrag bei der jeweiligen Regionalversammlung des DTKV einreichen

Sicherlich wird euch euer Sektionsleiter mit den Anträgen behilflich sein, wenn ihr ihn fragt.

Ich persönlich sehe die Tipp-Kick-Szene als eine große Familie an, in der jeder Spieler seinen Platz hat. Nicht mit jedem Aktiven versteht man sich gleich gut, doch jeder sollte sich angenommen und dazugehörig fühlen. Auch wenn es bedingt durch Ligazugehörigkeit oder Ranglisten-Platzierungen verschiedene Blickwinkel gibt, so sind wir uns doch alle in dem Punkt einig, dem Vereinssterben entgegenwirken zu müssen und die Jugendarbeit der Vereine auszuweiten und zu fördern, um unserem Sport die Weichen für die Zukunft stellen zu können.

Einige gute Ideen habe ich schon gehört oder gelesen, wie den Vorschlag separate U-18-Wettkämpfe als Teil der Turniere auszuspielen. Für die jungen Spieler wäre das ein toller Anreiz. Es muss auch gar nicht unbedingt ein Pokal ausgespielt werden. Bei vielen Fußballvereinen gibt es eine Tombola mit Preisen, die die ortsansässigen Firmen gespendet haben (muss ja nicht unbedingt ein Kartenspiel vom Getränkemarkt oder ein Kuli von der Sparkasse sein), sodass sich auf diesem Wege doch bestimmt auch ein paar kleine Sachpreise für unsere Tipp-Kick-Junioren organisieren ließen?!

Jugendarbeit im Verein wird teilweise schon sehr vorbildlich gelebt, häufig aber auch vernachlässigt. Natürlich hat nicht jeder Club die besten Voraussetzungen für eine eigene Jugend, jedoch sollte man sich vereinsintern zumindest Gedanken darüber machen. Weitere Vergünstigungen für Jugendspieler seitens des Verbandes wären hier ebenso denkbar. Desweiteren ist die Außendarstellung unseres Sports für die Attraktivität auf Außenstehende, insbesondere Kinder und Jugendliche wichtig. Wir sollten raus aus der Nerd-Schublade, in der sich Erwachsene um ein Kinderspiel scharen – hin zum alternativen, sympathischen Sport für alle Altersklassen.

Es gab bereits den Vorschlag eines Imagefilms, den ich persönlich sehr gut fand und mich auch gern an der Verwirklichung, in welcher Form auch immer, beteiligen würde. Viel wichtiger ist aber das Image, das wir alle durch unser Auftreten an der Platte verbreiten. Bei einem sportlichen Wettkampf können schon mal die Emotionen hochkochen und dass man sich bei Freude oder Enttäuschung spontan lautstark Ausdruck verleiht, kann sicherlich jeder nachvollziehen. Trotzdem sollte sich jeder selbst hinterfragen, wie lautes Schreien und Fluchen wohl auf anwesende Kinder und Schaulustige wirkt, sich mal selbst in die Pflicht nehmen und um mehr Beherrschung bemühen. Den Gegner oder Schiedsrichter anzugehen, ist ohnehin unabhängig vom Alter ein No-Go. Ich persönlich empfinde so etwas menschlich als großes Armutszeugnis für den Betreffenden. An dieser Stelle möchte ich gerne mal den 13-jährigen Valentin Tenner aus Gießen positiv erwähnen, der beim Oster-Turnierwochenende eine falsche Schiedsrichterentscheidung trotz besseren Wissens nach einmaliger kurzer Nachfrage klaglos hinnahm und einfach weiterspielte. Als ich ihm nach dem Spiel – ich habe zugeschaut – sagte, dass ich seinen Ball drin gesehen habe, meinte er lediglich mit einem achselzuckenden Lächeln: „War auch drin, aber der Schiri entscheidet.“ Dieser Junge beweist Sportsgeist und verliert trotzdem nicht den Blick für‘s Ganze!

Artikel Zukunft Valentin Tenner

Es ist schließlich nur ein Spiel und verlieren gehört nun mal genauso dazu wie gewinnen. Außerdem sind auch Schiedsrichter nur Menschen und machen genauso Fehler wie jeder andere auch. Wer noch nie eine falsche Entscheidung an der Platte getroffen hat, oder sich nicht hundertprozentig sicher war, der werfe den ersten Stein.

Wir sollten uns mehr Gedanken über ein harmonisches Miteinander machen, denn es wurden zuletzt Stimmen laut, dass sich die „Elite“ unseres Sports von den „normalen“ Spielern abschotten würde und Anfänger es so besonders schwer hätten, Fuß zu fassen oder überhaupt in Kontakt zu treten. Ich persönlich kann das nicht nachvollziehen und jedem nur empfehlen, einfach mal den ersten Schritt zu machen und auf Leute zuzugehen, sie anzusprechen oder einfach mal um Tipps oder ein Freundschaftsspiel zu bitten. Damit habe ich ausschließlich gute Erfahrungen gesammelt und konnte einige nette Bekanntschaften machen und Kontakte knüpfen. Gerade diese Nähe zu den Besten unseres Sports macht für mich einen guten Teil der familiären Atmosphäre innerhalb der Tipp-Kick-Szene aus.

Beim Thema Vereinssterben stellt sich mir die Frage, was aus den Spielern der aufgelösten Vereine wird. Sicher mangelt es dem ein oder anderen vielleicht an der Lust, doch ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass alle ihre Tipp-Kicker an den Nagel hängen und gar nicht mehr spielen wollen. Viel mehr liegt doch die Vermutung Nahe, dass zumindest ein Teil sich einem anderen Verein anschließt und diesen somit verstärkt, vielleicht sogar dort eine weitere Mannschaft ermöglicht.
Entgegen einer solchen Entwicklung wäre es natürlich wünschenswert, flächendeckend mehr Vereine in Tipp-Kick-Deutschland zu haben, um Interessenten den Einstieg zu erleichtern und die Chance zu haben, mal in ein Training bei einem ortsnahen Verein hereinschnuppern zu können.

Letzter Punkt ist eine Überarbeitung der Turnier-Modi um diese für Anfänger möglichst attraktiv und leicht durchschaubar zu gestalten. Auch hier wäre es sinnvoll, Anreize durch Preise und Erfolgserlebnisse zu setzen, um neue Spieler langfristig für unseren Sport zu begeistern.

Artikel Zukunft Elesbao Marx

Die Anregungen, die in der Szene in letzter Zeit gesammelt wurden, müssen nun konkretisiert werden. Jeder Club sollte sich dazu intern Gedanken machen. Vielleicht entwickelt ihr noch weitere Ideen und verfasst entsprechende Anträge für die nächste Regionalversammlung?!

So verschieden wir alle auch sein mögen, so sind wir doch immer noch eine große Familie und haben das selbe gemeinsame Ziel: unseren Sport weiterhin zahlreich mit netten Menschen zu betreiben und diese Erfahrung an den Nachwuchs weitergeben zu können!

 

Fotos: Jens Käthner, Max Gottschalk