Interview mit DTKV-Präsident Peter Funke

Hallo Peter, schön von Dir zu hören. Auch wenn das neue Jahr schon einige Tage alt ist, würde ich mich freuen, wenn du das alte Jahre 2016 als DTKV-Präsidiumsvorsitzender noch einmal rückwirkend betrachtest. Wie ist Deine Bilanz, positiv wie negativ?
Gefreut hat mich, dass der Spielbetrieb gut funktioniert hat und wir trotz aller Rückgänge bei den Mitgliederzahlen einen zuverlässigen Stamm an engagierten „Machern“ haben, die überhaupt erst ermöglichen, dass die Turniere und Mannschaftsspiele stattfinden können! Hier an dieser Stelle dafür ein ausdrückliches Danke!

Es hat auch 2016 viele Presseartikel und Medienpräsenz über uns gegeben. Dies auch dank der vielen unermüdlichen Kontakte zur Presse durch die Vereine vor Ort. Sehr schön ist auch, dass die DTKV-Infoseiten mit interessantem Inhalt präsentiert werden. Das ist ein lebendiges Organ mit vielen schönen Ideen und sieht sehr gut aus. Ein dickes Kompliment an alle, die dabei mitwirken.

Einzelne herauszuheben birgt immer die Gefahr, andere zu wenig zu würdigen. Ich möchte dennoch die Headbangers Balingen hervorheben. Sie sind nicht nur fleißige Turnierbesucher, sondern mittlerweile auch selbst prima Turnierorganisatoren. Auch in Gevelsberg ist viel Gutes im Entstehen (wobei ich mir hier wünsche, dass manch Unstimmigkeit im nachbarschaftlichen Bereich vielleicht beigelegt wird).

Da kommen wir direkt zu den Baustellen: Nicht so gut waren die persönlichen Konflikte im Spielerbereich. Das ist vielleicht auch ein Stück weit der Fluch der Dreier-Spieltage. Man fährt irgendwohin, spielt Tipp-Kick und fährt wieder heim. Persönliches kommt zu kurz. Vielleicht resultiert daraus auch die zunehmende Distanz untereinander. Dass man sich unterschiedlich mag, ist völlig normal. Aber ein Umgang innerhalb der festgelegten Grenzen („Anstand“) muss möglich sein.

Persönlich hat mich der Gewinn der deutschen Einzelmeisterschaft durch Michael Kaus gefreut. Er hat damit seine außergewöhnliche Karriere gekrönt. Auch dass viele verschiedene Gewinner in den Siegerlisten 2016 zu finden sind (darunter einige Erstsieger) ist etwas Erfreuliches.

 

Kannst Du dem Leser einmal deine Arbeit als DTKV-Präsidiumsvorsitzender etwas genauer beschreiben? Wieviel Zeit kostet so ein Ehrenamt monatlich?
Nach außen bin ich für die Öffentlichkeitsarbeit der Ansprechpartner. Da könnte übrigens gerne mehr kommen. Das erfordert auch meist nicht allzuviel Zeitaufwand. Ich habe Kontakt zur Firma Mieg (was sehr wichtig aus meiner Sicht ist) und zu anderen Verbänden (Tischfußball z.B.). Diese Zeit rechne ich gar nicht, weil es auch insbesondere mit Mathias und Jochen Mieg ein sehr angenehmer Umgang ist.

Intern wird allerlei an Problemen an mich herangetragen. Persönliche Vorfälle, Terminstreitigkeiten, finanzielle Themen. Da gehen manchmal schon mehrere Stunden mit Telefonaten und/oder persönlichen Gesprächen dahin. Da einiges auch bei Turnieren oder Ligaspielen stattfindet, läßt sich der Nettozeitaufwand schwer beziffern. Es ist aber meist in überschaubarer Dimension. Hinzu kommt der Bundestag einmal im Jahr und die Vorbereitung dafür, wobei hier die Präsidiumskollegen wirklich sehr unterstützen!

 

Gibt es auch schwierige Entscheidungen bzw. unangenehme Aufgaben?
Wenn zwischenmenschliche Probleme vorliegen, also insbesondere unangemessene Verhaltensweisen, ist das „Sanktionieren“ solcher Vorfälle nicht angenehm. Zumal selten echte Einsicht in ein Fehlverhalten zu finden ist. Meist ist immer irgendwer schuld, aber selten der Verursacher selbst.

Auch wenn Vereine sich nicht auf Termine einigen können und ich dann als Beschwerdeinstanz eingreifen soll, empfinde ich das als meist vermeidbare Scharmützel – im Normalfall geht doch bei vorhandenem Willen immer etwas. Ich habe auch einmal nach Mitternacht ein Pokalspiel gespielt – weil es halt anders nur mit riesigem Aufwand gegangen wäre. Und keiner hat darüber gemeckert.

 

Es gibt auch vereinzelte, kritische Stimmen gegenüber dem DTKV, die insbesondere in den neuen Medien wie facebook geäußert werden. Wie gehst Du damit um?
Wenn alle alles gut fänden, wäre das schon verdächtig. Kritik ist gut und für eine positive Entwicklung notwendig! Manche Kritik beruht aber auf einer persönlichen Einzelfallerfahrung und wird dann schnell zu einer Grundsatzkritik. Ideal ist, wenn bei Kritiken konkret ein Problem benannt wird und zumindest eine Chance besteht, damit etwas anzufangen. Das Problem muss auch in sich lösbar sein. Aussagen wie „Der DTKV ist wie Entenhausen“ fördern die sachlichen Diskussionen nicht und haben letztlich als Resultat, dass gar nicht mehr geantwortet wird.

 

Wie lange möchtest Du als DTKV-Präsidiumsvorsitzender noch dem Verband vorstehen? Hast Du da für dich eine klare zeitliche Vorstellung oder vielleicht sogar Ziele, die Du noch unbedingt erreichen möchtest?
Ich werde die lange Amtszeit von Sebastian Krapoth sicherlich nicht übertreffen. Viel hängt davon ab, ob die TK-Gemeinde mein „Wirken“ positiv bewertet. Sollte das nicht (mehr) der Fall sein, werde ich gehen. Mein zentrales Ziel ist ein Beitrag zum Erhalt der Tipp-Kick-Bewegung. Eine ganz und gar nicht einfache Herausforderung.

Gedankenspielereien sind das Erweitern der bisherigen Palette an Wettbewerben. So was wie beim Tennis der Davis-Cup mit Doppelspielen (also zwei gegen zwei in einem Spiel) finde ich interessant. Auch vielleicht mal ein Mehrkampf mit weiteren Sportarten.

Ich bevorzuge auch die Konzentration der Ligenspiele auf wenige Wochenenden. Viele Spiele, weniger Fahrten und hoffentlich mehr gemütliche Abende mit Kennlerneffekt. Das wäre dann vergleichbar mit den Einzelturnieren.

 

„Quo vadis, Tipp-Kick?“, in vielen Interviews wird immer wieder diese Frage gestellt. Du bist seit Jahrzehnten dabei und ein Insider par excellence. Was ist Deine persönliche Einschätzung?
Die wohl schwierigste Problematik. Wenn die derzeit „alten“ Haudegen, die die Vereinsarbeit leisten, irgendwann das nicht mehr machen – inwieweit es da jeweils Ersatz geben wird, ist völlig offen. Beispiel sei Wasseralfingen. Da bedaure ich sehr, dass dort nicht mehr die ausreichende Zahl an Organisatoren aktiv ist.

Auch ob für Miegs das Tipp-Kick dauerhaft wirtschaftlichen Boden bildet, ist sehr offen. Meiner Einschätzung nach kann man wohl mit Tipp-Kick alleine als Hersteller nicht überleben.

Ein Lehrer, Fabio de Nicolo, hat gerade als Projekt eine Tipp-Kick AG an seiner Schule. Da bin ich sehr gespannt, ob das erfolgreich ist. Da wäre dann eine Chance, wenn man über die Schulen gehen könnte.

 

Es ist erstaunlich, dass der große Bruder „Fußball“ die ganze Welt in Atem hält. Und der kleine Bruder „Tipp-Kick“ überschreitet nur punktuell unsere Landesgrenzen. Lediglich in der Schweiz konnte sich ein Verband und mehrere Vereine bilden. Könnte hier nicht der DTKV mehr initiieren, wie z.B. offizielle Länderspiele – und wenn es in den Anfängen erst nur gegen die Schweiz gehen würde -, oder unsere Homepage mit englischen Unterseiten? Die Länderspiele könnte man dann publikums- und medienwirksam anpreisen.
An ein Länderspiel gegen die Schweiz habe ich auch schon gedacht. Zu Bedenken ist hier der finanzielle Aspekt. Wenn ein Spieler aus dem hohen Norden zu einem Länderspiel in Bern einzuladen ist, sind unsere finanziellen Möglichkeiten schnell an ihrer Grenze. Ich befürchte auch, dass das Presseecho eher verhalten wäre. Ich schließe das aus der Anziehungskraft anderer Sportarten. Da kommen halt ebenfalls fast nur Angehörige, selbst bei hochklassigen Veranstaltungen.

Schuld daran ist sicher das Fernsehen, weil dort konzentriert sehr viel Fußball kommt. Wir haben zwei Hauptprogramme im öffentlich rechtlichen Fernsehen und zahlreiche dritte Programme, dazu ZDF-Info, 3 Sat etc. Warum gibt es keinen Sportsender? 24 Stunden Sport. Und dann eben auch mehr als Fußball. Da wäre dann Platz für Badminton, Curling oder Tipp-Kick. Das würde viel bewegen. Diese 3 Minuten Beiträge in der Sportreportage sind zu wenig.

Unsere Infoseiten in anderen Sprachen – ich kann nicht beurteilen, ob das nachgefragt würde – es müsste dann aber auch jeweils mit mehr als mit Schulenglisch übersetzt werden.

 

Wenn ein Anfänger Dich fragen würde, was kann mir Tipp-Kick für das Leben geben, was würdest du ihm antworten?
Im Idealfall unendlich viel Spannung, Freude, Glücksmomente, ab und zu begleitet von Ärger und Enttäuschungen (das gehört halt dazu). Ich finde, dass Tipp-Kick sehr ehrlich ist – denn im Prinzip gewinnt meist der wirklich bessere (wie z.B. im Eishockey oder Badminton, aber nur bedingt im Fußball).

Man lernt Menschen fürs Leben kennen, kommt viel rum – und das alles mit recht wenig finanziellem Aufwand. Und es gibt zahlreiche Freundschaften, die dabei entstehen. Das dürfte mit das wertvollste dabei sein.

 

Wie lange spielst Du schon Tipp-Kick und was hält dich als Spieler dabei?
Ich habe im Juni 1975 mein erstes offizielles Turnier gespielt – eine Süddeutsche Meisterschaft mit 22 Teilnehmern und zwei Runden – eine am Samstag und eine am Sonntag – was für ein Kuriosum. Süddeutscher Meister wurde übrigens Rainer Schönlau, der immer noch spielt. Fast so lange wie Wilfried Mietke aus Berlin. Weit mehr als 50 Jahre spielt Wilfried aktiv Tipp-Kick – sensationell!

Mich fasziniert Tipp-Kick immer noch. Ich habe dabei so viel erlebt und das allermeiste war gut.

 

Vermisst Du eigentlich als Spieler die alten Zeiten?
Ich habe das Tipp-Kick-Spiel ohne Farblegen als lebendiger empfunden. Wenn es einer darauf anlegen würde, könnte er heutzutage bei Führung zur Halbzeit und eigenem Anstoß das Spiel in der zweiten Halbzeit so gestalten, dass der Gegner nicht ein einziges Mal an den Ball kommt (höchstens, wenn er die Abwehr wegnimmt …). Das wäre früher nicht möglich gewesen. Und dennoch hat früher auch schon meist der bessere gewonnen, weil der Glücksfaktor viel kleiner war als der Verlierende meist vermutet hat. Ich habe keine fünf Spiele erlebt, die vom Glücksfaktor Ball entschieden wurden.

Was ich heute sehr schätze ist die Anständigkeit. Nahezu alle Top-Spieler sind auch sehr fair. Da könnte sich ein Manuel Neuer vom FC Bayern eine dicke Scheibe abschneiden (was wäre der für ein Held, wenn der beim Spiel Deutschland gegen England 2010 zum Schiedsrichter gesagt hätte – Sie haben sich geirrt, der Ball war drin). Geht nicht, sowas? Warum? Weil es um Millionen geht? Ich sehe das anders.

Die Turniere laufen dank Peter Deckert und Artur Merke programmtechnisch perfekt (egal mit welchem Modus). Das verkürzt die Wartezeiten (Ich war bei der Deutschen Meisterschaft 1983 mit 280 Teilnehmern dabei – das war zum Auslosen ohne Computer eine mühselige Aufgabe). Wenn in Frankfurt beim Tourfinale die Teilnehmer präsentiert werden – da kriege ich jedesmal Gänsehaut. Wenn in Berlin zu Ostern Jahr für Jahr drei Tage Tipp-Kick perfekt organisiert wird, wenn in Hirschlanden Andreas Sigle bei jedem Teilnehmer, der schon etwas länger spielt, weiß, gegen wen der 1987 zur Halbzeit irgendwo 2:0 geführt hat – da bin ich glücklich, ein kleines Rädchen in dieser Tipp-Kick-Welt 2017 zu sein.

 

Was wünschst Du Dir als DTKV-Präsidiumsvorsitzender für 2017 besonders?
Dass die Dinge, die 2016 gut waren, auch 2017 wieder funktionieren und dass es weniger Streitfälle gibt. Persönlich würde ich auch mal total gerne bei „Wer wird Millionär?“ mitmachen. Da würde dann in der Vorstellung stehen: „Spielt leidenschaftlich Tipp-Kick“

 

Vielen Dank für das Interview und alles Gute!

 

Save the Dates!

Das neue Jahr steht vor der Tür! 2017 werden die Profi Tipp-Kicker viele Möglichkeiten haben, ihr Können unter Beweis zu stellen. Damit ihr kein großes Event im kommenden Jahr verpasst, haben wir euch folgende Übersicht erstellt.

11. und 12. März in Delligsen
Erstmalig findet die Norddeutsche Einzelmeisterschaft in Delligsen statt. Dafür haben sich die Ausrichter vom Delligser SC einiges überlegt: Neben der NDEM finden an diesem Wochenende 3 weitere Profi-Turniere statt! Außerdem wird parallel ein reines Amateurturnier angeboten, um den zahlreichen Hobbykickern eine Plattform zu bieten. Teilnahmeberechtigt ist jeder, der aktuell weder in einer Liga gemeldet noch in der DTKV-Turnierrangliste gelistet ist. Gespielt wird natürlich auf echten DTKV-Turnierplatten, allerdings darf kein Profimaterial verwendet werden. Zunächst soll in Delligsen getestet werden, wie die Idee angenommen wird, mit der Option solch ein Turnier bei den Sektionsmeisterschaften und der Deutschen Einzelmeisterschaft zu etablieren. Dabei wird Materialguru Bernd Weber dieses Turnier betreuen. Als Turnierausrichter sowie Jugendtrainer in Wasseralfingen hat Bernd eine enorme Erfahrung gesammelt, um dieses Turnier für Hobbykicker als echtes Erlebnis zu gestalten. Weitere Informationen folgen in den kommenden Wochen.

Kann Max Daub seinen Titel bei der Norddeutschen verteidigen?

 

14. – 16. April in Berlin
Traditionell trifft sich die Tipp-Kick Elite zum größten DTKV-Event nach der Deutschen Einzelmeisterschaft an Ostern in Berlin. Neben den zwei Hauptturnieren am Samstag (47. Berliner Pokalmeisterschaft) und Sonntag (27. Ostdeutsche Einzelmeisterschaft) sowie den beiden Nebenturnieren wird wie gewohnt am Freitag die Berlin Open ausgespielt. So ist es möglich, an diesem Wochenende bis zu 5 (!) Turniere zu absolvieren. Der Ausrichter Celtic Berlin hat sich in den letzten Jahren immer wieder aufs Neue übertroffen: Angefangen bei identisch gebauten Turnierplatten von höchster Qualität, über einen reibungslosen Turnierablauf und eine für solche Turniere gebaute Sporthalle, wird das Event von fairen Verpflegungspreisen abgerundet.

Titelverteidiger Jonathan Weber wird es bei der Ostdeutschen nicht mehr so leicht haben!

 

13. und 14.5. in Delligsen
Nach der Norddeutschen richtet der Delligser SC 2017 auch die DTKV-Pokalendrunde und die Mannschaftsplay-Offs aus. Während sich die Teams für den Pokal, der am Samstag und Sonntag stattfindet,  in regionalen Ausscheidungen qualifizieren müssen, kämpfen in der Bundesliga mehrere Teams um die begehrten Play-Off Tickets. Die Play-Offs finden dabei am Samstagabend statt, sodass möglichst viele Zuschauer von den anderen Teams vor Ort sind. Für Tipp-Kick auf allerhöchstem Niveau ist also gesorgt!

Der Titelverteidiger (v.l.): Frank Hampel, Michael Kaus, Beni Buza, Alex Beck

 

24.6. in Gießen
Bei der Jahreshauptversammlung des DTKVs wird die vakante Position des Bundesspielleiters neu besetzt, welcher sich
um alle Belange rund um den bundesweiten Ligaspielbetrieb kümmern soll. Auch eine einheitliche Darstellung des Spielbetriebs im Internet gehört in den Aufgabenbereich des Bundesspielleiters. Ebenso werden bei dieser Versammlung  zukünftige Großevents vergeben. Bis zum 31.05.2017 besteht die Möglichkeit, sich bei Turnierspielleiter Artur Merke um die Ausrichtung eines solchen zu bewerben. Weitere Infos findet ihr hier.

 

16. und 17.9. in Bockenem
DAS HIGHLIGHT im DTKV schlechthin, die Deutsche Einzelmeisterschaft, wird 2017 vom TKV Jerze in Bockenem ausgetragen. Nach einem erfolgreichen Probelauf bei der NDEM und dem Tourfinale im vergangenen November dürfen wir uns auf eine super organisierte Deutsche freuen. Die Jungs um Andreas Hofert und Christoph Ihme sorgten dort für einen reibungslosen Turnierablauf und insbesondere die familiäre Stimmung bei Jerzer Turnieren war ein Garant für das zahlreiche Erscheinen vieler Topspieler. Gespannt darf man sich die Frage stellen, ob der amtierende Deutsche Meister Michael Kaus seinen Titel verteidigen kann.

Szene aus dem Finale 2016: Patrick Malessa gegen den Sieger Michael Kaus (r.)

 

14. und 15.10. in Hirschlanden
Traditionsturnier am Samstag, Sektionsmeisterschaft am Sonntag oder einfach Tipp-Kick pur in Hirschlanden! Zuerst steht mit der 35. Ausspielung des Glemsgau-Pokalturniers ein Jubiläum an, am Sonntag folgt die Süddeutsche Einzelmeisterschaft. Der TKC 71 Hirschlanden kann auf viele Turnierwochenenden zurückblicken, welche allesamt ein voller Erfolg waren. So soll es auch im kommenden Oktober sein. Das Team um Andreas Sigle, Artur Merke und Max Daub sorgt für einwandfreie Bedingungen sowie eine preiswerte und leckere Verpflegung.

Die Nummer 1 Fabio de Nicolo (l.) legte mit seinem Triumph bei der Süddeutschen den Grundstein für ein erfolgreiches 2016.

 

11. und 12.11. in Bornheim bei Bonn
Erstmals wird in Bornheim ein DTKV-Doppelevent stattfinden. Nachdem die Westdeutsche Einzelmeisterschaft in den vergangenen Jahren schon oft dort ausgerichtet wurde, wird das Wochenende um das Tourfinale samt Nebenturnier um den Sonntag verlängert. Beim Tourfinale sind die 32 besten des vergangenen Turnierjahres teilnahmeberechtigt, sodass an diesem Wochenende eine enorm hohe Leistungsdichte vorzufinden sein wird.

Tourfinalsieger Robert von Hering (r.) wird in Zukunft dem Favoritenkreis zugeschrieben werden!

 

Alle weiteren Termine findet ihr hier.

Mathias Hahnel ist Westdeutscher Einzelmeister

Vier Versuche hat er benötigt, um endlich ein großes Finale für sich zu entscheiden. Durch ein 2:1 im Finale um die Westdeutsche Einzelmeisterschaft gegen Fabio de Nicolo (Grönwohld) steigt Mathias Hahnel aus Kaiserslautern in die Hall of Fame der Tipp-Kicker auf!

Zur Westdeutschen fanden sich in diesem Jahr 70 Teilnehmer in Bornheim bei Bonn ein, wobei diese Zahl einen Tiefpunkt der vergangenen Jahre darstellt. Nichtsdestotrotz fighteten die Anwesenden zuerst im sogenannten Schweizer System in 10 Runden um die begehrten Play-Off Startplätze. Beachtlich ist die Leistung von Alex Beck (Frankfurt), welcher sich mit 17:3 Punkten ohne Niederlage an die Spitze des Feldes setzte. Durch diese Leistung hat er nochmals untermauert, dass bei der Deutschen Einzelmeisterschaft am 1. und 2. Oktober in Kaiserslautern mit ihm zu rechnen ist. Mit Felix Lennemann beendete ein Zweitliga-Kicker von der SG Rheinland/Düsseldorf die Vorrunde auf Rang 2. Oliver Gerke (Jerze) war der glückliche 24., welcher sich über das Startrecht für die Play-Offs freuen durfte. Enttäuscht hingegen haben Gerkes Vereinskamerad Christoph Ihme und Jonathan Weber (Wasseralfingen). Sie mussten sich aufgrund unterirdischer Leistungen mit den Plätzen 32 bzw. 36 zufrieden geben.

Im progressiven Play-Off Modus qualifizierten sich Michael Kaus (Frankfurt), Mathias Hahnel, Erik Overesch (Hannover) und Fabio de Nicolo für das Halbfinale. Im ersten Duell traf Kaus auf Hahnel. Über drei Spiele (3:2, 2:3, 1:3) betrachtet war der Lauterer der bessere Akteur und bewies abermals, dass er ein Spieler ist, welcher in einer Drucksituation über seine Grenzen wächst. Fabio de Nicolo hingegen ließ Overesch keine Chance und machte in zwei Spielen (5:3, 3:2 s.d.) kurzen Prozess mit seinem Gegner.

Im Finale kam es zur Wiederholung des Halbfinales der vergangenen Deutschen Einzelmeisterschaft. Damals konnte sich de Nicolo in drei Spielen knapp durchsetzen. Doch dieses Mal blieb den Kontrahenten nur ein Spiel um den Turniersieg. Die 1:0 Führung Hahnels wurde flott von seinem Widersacher ausgeglichen. In einem sehr taktischen Finale hatte Mathias vermutlich das Glück des Tüchtigen und konnte dadurch nochmals einen Treffer zum 2:1 landen. Als de Nicolo in der letzten Minute noch zweimal zum Schuss kam, wuchs der Keeper von Hahnel über sich hinaus und sicherte seinem Maschinisten den ersten großen Titel. Jubelnd durfte er erstmals den neuen Wanderpokal für den Westdeutschen Einzelmeister entgegennehmen.

Westdeutscher Einzelmeister 2016: Mathias Hahnel

Westdeutscher Einzelmeister 2016: Mathias Hahnel

Alle Ergebnisse findet ihr auf der Seite von Artur Merke.

Deutsche Einzelmeisterschaft 2016 – Showdown in Kaiserslautern

Am 1./2.10., dem Wochenende vor dem Tag der Deutschen Einheit, sucht die deutsche Tipp-Kick-Elite ihren Besten in Kaiserslautern. Der 1. TKC 1986 Kaiserslautern richtet die DEM zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte aus. Beim ersten Versuch 2006 konnte das einzige Mal die magische Schallmauer von 200 Teilnehmern in den letzten 27 Jahren durchbrochen werden. Stand heute haben sich 67 Tipp-Kicker aus ganz Deutschland und der Schweiz für das Highlight angemeldet. Die Deutsche ist genau richtig für Anfänger und Interessenten: Hier kann sich jeder anmelden sowie Tipps von den absoluten Cracks erhalten.

Titelverteidiger ist Philipp Baadte vom Veranstalter Kaiserslautern. Er setzte sich im vergangenen Jahr in einem spannenden Finale mit 2:1 gegen Fabio De Nicolo (Grönwohld) und 138 weitere Teilnehmer durch. Im klassischen Gruppenmodus werden zwölf Endrundenteilnehmer ermittelt, welche in zwei 6er Gruppen die Finalteilnehmer ausspielen.

Kann Philipp Baadte seinen Titel in der Heimat verteidigen?

Kann Philipp Baadte seinen Titel in der Heimat verteidigen?

Jugendliche unter 18 Jahren zahlen keine Startgebühr, für Erwachsene beträgt diese 12 €. Für Turnieranfänger jeden Alters gibt es über den DTKV die Möglichkeit, diesen Turniergutschein ausgefüllt mitzubringen, um kostenlos in den Profi-Bereich reinzuschnuppern.

Neben dem Hauptturnier findet außerdem für die Ausgeschiedenen der ersten und zweiten Runde der 5. Lutra Barbarossa Cup (Modus: Schweizer System mit progressivem Play-Off) statt. Zudem messen sich am Sonntag sowohl die Damen als auch die Jugend (U 18). Für ein Wochenende Tipp-Kick pur ist also gesorgt.

 

Key Facts
Veranstalter:
1. TKC 1986 Kaiserslautern

Titelverteidiger:
Philipp Baadte (Kaiserslautern)

Beginn:
Samstag, 1.10. – 10 Uhr
Sonntag, 2.10. – 9:30 Uhr

Spielort:
Sporthalle der Schillerschule
Julius-Küchler-Straße 5, 67659 Kaiserslautern

Anmeldeschluss: 
Per E-Mail oder Anmeldeformular: 30.09.2016, 12.00 Uhr
Telefonisch unter 0176-84142916: 01.10.2016, 8.00 Uhr

Weitere Infos und Anmeldung:
tkc86@aol.com

 

38. Westdeutsche Einzelmeisterschaft in Bornheim

In nicht einmal mehr 3 Wochen findet am 10. September in Bornheim zum dritten Mal in Folge von der SG Karlsruhe/Mainz und dem heimischen SSV Rösberg veranstaltet die WDEM statt.

Das erste große Turnier der Saison 2016/17 wartet bereits jetzt mit einem gut besetzten Teilnehmerfeld auf, da von den Top 10 der DTKV-Rangliste bereits sieben Spieler gemeldet sind. Der Deutsche Mannschafts-Doublesieger TKC Gallus Frankfurt ist beispielsweise mit allen 4 Stammspielern vertreten und stellt ebenso die beiden letzten Turniersieger der WDEM (2014 Michael Kaus, 2015 Alex Beck).

Zählt man alle großen Turniersiege der bislang gemeldeten Spieler zusammen kommt man auf satte 10 Deutsche Meisterschaften und 33 Sektionsmeisterschafts-Sieger.

Unvergessen die letzte Minute der Verlängerung des letztjährigen ersten Finales, als Mathias Hahnel in den letzten 30 Sekunden das Bällchen noch 3x in das Tor von Alex Beck bugsieren konnte. 3 Tore in 30 Sekunden und vorher in 13:30min nur 2 Tore…

Als Leckerbissen winkt dieses Jahr zum ersten Mal überhaupt ein Großer Wanderpokal sowie analog dazu ein kleinerer Pokal für den Westdeutschen Einzelmeister im gleichen Design.

Vorbericht_WDEM

Hoffentlich gewinnt niemand, der mit der Bahn anreist: Der Wanderpokal passt in keine Tasche!

Nachdem die Meisterschaften 2014 und 2015 in der Rösberger Turnhalle stattfanden, ist nun die Halle der Heinrich Böll-Sekundarschule in Bornheim-Merten Austragungsort, wo die Versorgung der Spieler mit Essen und Getränken im Gebäude stattfinden kann und dadurch nicht wie in den Vorjahren auf gutes Wetter gehofft werden muss.

Weitere Informationen erhaltet ihr beim Veranstalter. Dort könnt ihr euch auch direkt anmelden.

Spielplan der Saison 2016/2017 für die Bundesliga

Die neue Saison wirft bereits ihre Schatten. Hier könnt ihr die Spieltage für die Bundesliga erfahren, was insbesondere für Interessenten und Zuschauer spannend sein dürfte. Die Gastgeber stehen in Klammern und jede Mannschaft freut sich über Zuschauer und Fans!

Bundesliga, Spielplan 2016/17
(Heimteams in Klammern)

Spieltag 1 am 25.09.2016:
(Hirschlanden) / Frankfurt / Kaiserslautern
(Drispenstedt) / Grönwohld / OTC Amberg
(Celtic Berlin) / Pr. Waltrop / TKV Jerze

Spieltag 2 am 20.11.2016:
(TKV Jerze) / Grönwohld / Hirschlanden
(Pr. Waltrop) / Drispenstedt / Frankfurt
(OTC Amberg) / Kaiserslautern / Celtic Berlin

Spieltag 3 am 26.03.2017:
(Hirschlanden) / Pr. Waltrop / OTC Amberg
(Grönwohld) / Frankfurt / Celtic Berlin
(Kaiserslautern) / TKV Jerze / Drispenstedt

Spieltag 4 am 30.04.2017
(Drispenstedt) / Hirschlanden / Celtic Berlin
(Frankfurt) / TKV Jerze / Amberg
(Pr. Waltrop) / Grönwohld / Kaiserslautern

 

Play Offs am 13.05.2017 in Delligsen

Der zweite Frankfurter Streich

Neben der deutschen Mannschaftsmeisterschaft wurde in Gevelsberg auch der DTKV-Pokal ausgespielt. Nachdem sich die Truppe vom TKC Gallus Frankfurt am Samstag abermals zum Meister krönte, folgte am Sonntag der Gewinn des zweiten Mannschaftstitels mit einer Demonstration der eigenen Stärke. Die mutig aufspielende Mannschaft vom TKV Jerze I hatte beim 20:12 im Finale keine Chance gegen diese Übertruppe vom Main.

 

Vorrunde 

Die Vorrunde wurde in vier 4er-Gruppen bestritten, wobei sich die Erst- und Zweitplatzierten einen Platz im Viertelfinale sicherten. Insbesondere gab es keine Setzliste, so dass bereits in dieser Runde Top-Teams aufeinander trafen.


Gruppe A

In Gruppe A waren die Rollen klar verteilt: Die Bundesligisten aus Kaiserlautern und Grönwohld spielten untereinander den Gruppensieg aus und qualifizierten sich problemlos für das Viertelfinale. Im direkten Duell behielten die Pfälzer mit einem deutlichen 22:10 die Oberhand, so dass sie sich als Gruppenerster durchsetzten. Gegen die Underdogs von Tornado Dortmund und die zweite Mannschaft des Ausrichters gaben sich die etablierten Teams keine Blöße und machten mit deutlichen Siegen den Klassenunterschied sichtbar. Im Duell um die Ehre setzte sich der Meister der Regionalliga West mit einem 19:13 gegen Gevelsberg durch. Damit sprang für die Dortmunder der dritte Platz in der Endabrechnung heraus.

Gruppe A
Mannschaft Punkte Sp-Punkte Tore Diff.
1 1. TKC Kaiserslautern ’86 6 : 0 79 : 17 228 : 114 114
2 TKV Grönwohld 4 : 2 64 : 32 203 : 144 59
3 Tornado Dortmund 2 : 4 29 : 67 135 : 183 -48
4 TKC 1986 Gevelsberg II 0 : 6 20 : 76 121 : 246 -125

 

Gruppe B

Die Hammergruppe B mit 2 Bundesligisten und 2 Spitzenmannschaften der 2. Bundesliga NordOst brachte hochdramatische Spiele. Im ersten Durchgang gewann Celtic deutlich gegen Kiel, während Drispenstedt eine klare 14:6 Führung gegen Waltrop nicht ins Ziel retten konnte und noch 14:18 verlor. Im 2. Durchgang gewannen die Waltroper souverän gegen Kiel und glaubten sich mit 4:0 Punkten schon qualifiziert zu haben, als auf den parallelen Platten Drispenstedt sensationell Celtic Berlin überrannte.
Im letzten Durchgang war allen Beteiligten klar, dass das Spielpunktverhältnis entscheidend sein würde. Und so kam es schließlich auch. Drispenstedt war schnell auf Siegkurs gegen Kiel, ebenso Celtic gegen Waltrop. Am Ende lagen überraschend die Drispenstedter mit 54 Spielpunkten vor Celtic, die 51 Punkte erzielten. Waltrop lag mit 50 Punkten knapp dahinter und musste überraschend die Segel bereits in der Vorrunde streichen. Auch der junge Club aus Kiel musste mit leeren Taschen den Heimweg antreten, doch die rasante Entwicklung der Jungs von der Kieler Förde ist sicher noch nicht beendet.

Gruppe B
Mannschaft Punkte Sp-Punkte Tore Diff.
1 TFB 77 Drispenstedt 4 : 2 54 : 42 157 : 159 -2
2 Celtic Berlin I 4 : 2 51 : 45 153 : 141 12
3 Preußen Waltrop I 4 : 2 50 : 46 146 : 130 16
4 Balltick Kiel I 0 : 6 37 : 59 133 : 159 -26

 

Gruppe C

Die Bundesligisten aus Frankfurt und Jerze dürften bei der Auslosung aufgeatmet haben, weil sie mit der zweiten Mannschaft von Preußen Waltrop und Rheinland United machbare Aufgaben serviert bekamen. Die Außenseiter hingegen haderten mit dem Pech, gegen zwei der besten Teams der abgelaufenen Saison spielen zu müssen. Erwartungsgemäß setzte sich Gallus Frankfurt mit drei Siegen an die Tabellenspitze vor Jerze, die mit 4:2 Punkten zufrieden sein konnten. Die Preußen schieden ebenso chancenlos wie die Rheinländer aus, doch konnte die Bundesligareserve beim 20:12 Sieg im direkten Duell überzeugen. Hervorzuheben gilt der Comebacker Leon Böttger, der in diesem Spiel mit 8:0 Punkten und sage und schreibe 16:2 Toren glänzte.

Gruppe C
Mannschaft Punkte Sp-Punkte Tore Diff.
1 TKC Gallus Frankfurt 6 : 0 73 : 23 218 : 115 103
2 TKV Jerze I 4 : 2 65 : 31 195 : 134 61
3 TKC Preußen Waltrop II 2 : 4 37 : 59 165 : 219 -54
4 Rheinland United 0 : 6 17 : 79 106 : 216 -110

 

Gruppe D

In dieser ausgeglichenen Gruppe hatte jedes Team die Chance weiterzukommen. Die Tabellenspitze war für den Bundesligaabsteiger Hannover reserviert, der mit 6:0 Punkten seine Konkurrenten auf die Plätze verwies und unspektakulär in die Runde der letzten acht einzog.
Etwas überraschend konnte sich das zweite Team vom TKV Jerze gegen die Mannschaften aus Gießen und Gevelsberg durchsetzen. Insbesondere die Gießener hatten sich in dieser Konstellation mehr ausgerechnet, zeigten sie doch auf den letzten Turnieren ansprechende Leistungen. Doch scheinbar hatten die Jerzer beim knappen 17:15 Erfolg ein Mittel gegen die berühmt berüchtigten Ylipullies gefunden.
Dem Team des Veranstalters vom TKC 1986 Gevelsberg merkte man die Doppelbelastung aus Organisation und Wettbewerb an, so dass sie sich mit dem letzten Platz zufrieden geben mussten.

Gruppe D
Mannschaft Punkte Sp-Punkte Tore Diff.
1 SG 94 Hannover 6 : 0 77 : 19 218 : 117 101
2 TKV Jerze II 4 : 2 49 : 47 156 : 154 2
3 Spieltrieb
Ylipulli Gießen
2 : 4 47 : 49 174 : 173 1
4 TKC 1986 Gevelsberg I 0 : 6 19 : 77 126 : 230 -104

 

 

Viertelfinale 

TKC Gallus Frankfurt – Celtic Berlin 18:14
Im für viele Tipp-Kicker vorgezogenen Pokalfinale trafen die Mannschaften vom Main und von der Spree aufeinander. Zunächst gestaltete sich das Spiel sehr ausgeglichen und zur Halbzeit stand ein 8:8 Unentschieden zu Buche. Doch dann punkteten Kaus gegen Malesssa und Buza gegen Gottschalk doppelt für die Frankfurter. Diesen Vorsprung sollten die erfahrenen Kicker nicht mehr hergeben, so dass sich die jungen Wilden von Celtic Berlin mit 18:14 geschlagen geben und ohne Titel abreisen mussten.

Mussten sich der Frankfurter Übermacht geschlagen geben: Celtic Berlin

Mussten sich der Frankfurter Übermacht geschlagen geben: Celtic Berlin

TFB 77 Drispenstedt – SG 94 Hannover 12:20
Das Duell der Niedersachen versprach ein Duell auf Augenhöhe: So kam es auch, dass die Drispenstedter anfangs mit 7:5 in Führung gehen konnten. Allerdings ließen sich die Hannoveraner davon nicht beeinflussen, so dass sie das Ergebnis noch in einen deutlichen 20:12 Erfolg drehen konnten. Auf Seiten der Gewinner überzeugte Jens König mit 7:1 Punkten, während auf Seiten der Drispenstedter das Familiengespann Bialk insgesamt nur vier Punkte beisteuern konnte.

TKV Jerze I – TKV Jerze II 20:12
Im vereinsinternen Viertelfinale der Jerzer Teams konnte sich standesgemäß die erste Garde durchsetzen. Über eine geschlossene Mannschaftsleistung bestätigte das erste Team seine gute Form und ließ beim 20:12 Erfolg keine Zweifel aufkommen. Insbesondere auf Marcel Kreuzweiß war wiederum Verlass: Er konnte 6 Punkte zum Sieg beitragen.

Starke Leistung des TKV Jerze!

Starke Leistung des TKV Jerze!

1. TKC ’86 Kaiserslautern – TKV Grönwohld 19:13
Das zweite Bundesliga-Duell gestaltete sich anfangs sehr ausgeglichen, doch dies sollte sich sehr schnell ändern, als die Lauterer einen Zahn zulegten. Über 8:4  und 11:5 setzten sich die Pfälzer ab und zum Schluss stand ein ungefährdeter 19:13 Sieg auf dem Spielbogen. Mit 7:1 Punkten knüpfte Mathias Hahnel an seine starken Leistungen in den vergangenen Monaten an. Der Titelverteidiger musste ersatzgeschwächt bereits im Viertelfinale die Segel streichen, was nicht an Michal Zaczek lag, der mit ebenfalls 7:1 Punkten versuchte, die Niederlage abzuwenden.

 

Halbfinale 

TKC Gallus Frankfurt – SG 94 Hannover
Das Spiel des Mannschaftsmeisters gegen die Hannoveraner versprach Tipp-Kick auf höchstem Niveau, schließlich standen sich Akteure mit elf deutschen Einzelmeistertiteln und zahlreichen weiteren Erfolgen in Einzel und Mannschaft gegenüber. Umso überraschender war, welches Feuerwerk die favorisierten Frankfurter abbrannten. Die ersten beiden Runden gingen durch die Bank sehr deutlich an die Hessen, so dass die Hannoveraner schon jetzt mit dem Rücken zur Wand standen. Von diesem Schock konnten sich die Außenseiter nie erholen, wodurch ein nie gefährdeter 19:13 Erfolg für die Frankfurter zustande kam.
Überragender Akteur war ein weiteres Mal Frank Hampel, der lediglich ein Unentschieden gegen Jens König hinnehmen musste. Dieser überzeugte als einziger auf Seiten des Bundesligaabsteigers mit 5:3 Punkten.
Halbfinale Pokal Frankfurt vs. Hannover (2)

 

TKV Jerze I –  1. TKC ’86 Kaiserslautern
Das Duell der beiden Überraschungsmannschaften der Bundesliga versprach große Spannung: In der Saison setzte sich Jerze mit einem 18:14 knapp gegen den Halbfinalgegner durch. Allerdings spielte Lautern damals in Bestbesetzung, heute waren mit Michael Kalentzi und Fabian Werle Aktive aus der zweiten bzw. dritten Mannschaft im Kader. Für die eingespielte Truppe um Altmeister Hacky Jüttner war es ein Leichtes, diese Schwächung auszunutzen. Bis zum Stand von 10:10 war die Partie sehr ausgeglichen, doch in der entscheidenden Runde gewannen Ihme und Kreuzweiß ihre Duelle gegen Baadte und Kalentzi, wovon sich die Jungs vom Ausrichter der deutschen Einzelmeisterschaft 2016 nicht mehr erholen konnte.
Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung gewannen die Niedersachsen wiederum das Duell mit den Pfälzern. Auf Seiten der Jerzer holten drei Akteure 5:3 Punkte und selbst der vierte Mann Tobias Witte punktete mit 4:4, was die Ausgeglichenheit der Mannschaft belegt. Hinzu kam, dass der deutsche Einzelmeister Philipp Baadte mit 2:6 Punkten hinter den Erwartungen blieb.
Halbfinale Pokal Jerze vs. Lautern

 

Finale

TKV Jerze I – TKC Gallus Frankfurt 12:20
In der Neuauflage des Halbfinales der deutschen Mannschaftsmeisterschaft vom Vorabend waren die Rollen klar verteilt. Nach dem eindeutigen K.O. in der fünften Runde erwarteten die Zuschauer abermals ein einseitiges Spiel zugunsten der Frankfurter. Anfangs schien es gar so, als würden die Hessen einfach da weitermachen, wo sie am Samstag aufgehört hatten: Mit zwei Siegen starteten sie in das Duell. Doch dieses Mal ließen sich die Jerzer nicht abschütteln, denn sie hielten mit und glichen bis zur Halbzeit zum 8:8 aus. In der nächsten Runde standen folgende Partien auf dem Spielbögen: Während Andreas Hofert beim 2:6 gegen Beni Buza chancenlos war, besiegte Frank Hampel auf der anderen Platte Tobias Witte mit 3:0. Von diesem Rückschlag konnte sich die junge Truppe nicht mehr erholen, so dass sie sich letztlich mit 12:20 dem Favoriten geschlagen geben musste.
Aus dem ausgeglichenen Siegerteam stach Frank Hampel heraus, indem er 6:2 Punkte bei 12:5 Toren holte und damit den Grundstein für den Erfolg legte. Auf Seiten des TKV Jerze I konnte lediglich Marcel Kreuzweiß mit dem Tempo mithalten und mit 6 Punkte eine beachtliche Leistung zeigen.

Finale Pokal

 

Bilder: Michal Zaczek

Frankfurt krönt sich zum Meister

Die deutsche Mannschaftsmeisterschaft ist das Team-Highlight im professionellen Tipp-Kick. Von klein auf streben viele Tipp-Kicker danach, zumindest einmal den begehrten Henkelpott in den Händen zu halten. In spannenden Spielen setzten sich in diesem Jahr die Favoriten vom TKC Gallus Frankfurt durch. Im Finale hatte der TKC ’71 Hirschlanden beim 11:21 nicht den Hauch einer Chance. Unsere Glückwünsche gehen an Alex Beck, Beni Buza, Frank Hampel, Michael Kaus und Freddy Mozelewski!

 

Das Halbfinale

TKV Jerze  – TKC Gallus Frankfurt 9:23 (37:60)
Spielverlauf: 0:4 | 2:6 | 2:10 | 2:14 | 2:18 | 6:18 | 9:19 | 9:23

Das Duell des Viertplatzierten gegen den Erstplatzierten nach der regulären Saison versprach große Spannung: Einzig gegen Celtic Berlin und eben die Niedersachen mussten die Frankfurter jeweils ein Unentschieden hinnehmen. Die Jerzer haben in der Vorrunde gezeigt, dass sie mit den Favoriten mithalten können und deshalb war die Truppe um Alex Beck gewarnt, die Underdogs nicht zu unterschätzen.

Die Frankfurter machten im Halbfinale kurzen Prozess mit den Jerzern.

Die Frankfurter machten im Halbfinale kurzen Prozess mit den Jerzern.

Dementsprechend gingen die Frankfurter konzentriert ans Werk: Die ersten Partien konnten Hampel gegen Kreuzweiß und Buza gegen Ihme für sich entscheiden und damit sofort klar machen, wer der Favorit war. Mit den Unentschieden zwischen Witte und Beck sowie Jüttner und Kaus konnten die Jerzer in der folgenden Runde nochmals punkten und Hoffnung schöpfen. Doch dann legte Gallus los wie die Feuerwehr: Bis zum Stand von 2:18 ließen sie keine Federn und gewannen jedes Spiel! Dass das Spiel so eindeutig enden würde, war nicht zu erwarten. Diese Dominanz war auf den Fokus und die mannschaftliche Geschlossenheit zurückzuführen. In den letzten drei Runden betrieben die Jerzer noch Ergebniskorrektur und die Frankfurter schonten ihre Akkus fürs kommende Finale, so dass letztlich ein 9:23 zu Buche stand.
Überragender Spieler war auf Seiten der Frankfurter Beni Buza, der 7 Punkte zum Sieg beisteuerte. Auf Seite der Jerzer konnte kein Akteur mithalten, geschweige denn positiv punkten.

 

 Celtic Berlin – TKC ’71 Hirschlanden I 15:17 (40:44)
Spielverlauf: 3:1 | 4:4 | 7:5 | 11:5 | 13:7 | 13:11 | 15:13 | 15:17

Im Duell der beiden Tabellennachbarn war im Vorfeld kein echter Favorit auszumachen. Für die Schwaben gingen mit Harald Füßinger und Artur Merke zwei absolute Topspieler, mit Rainer Schlotz und Max Daub allerdings auch zwei große Enttäuschungen der abgelaufenen Saison an die Platten. Für die Berliner sprach vor allem ihr unbändiger Team- und Kampfgeist.

Der TKC '71 Hirschlanden konnte sich äußerst knapp gegen Celtic Berlin durchsetzen

Der TKC ’71 Hirschlanden konnte sich äußerst knapp gegen Celtic Berlin durchsetzen.

Anfangs gestaltete sich die Partie wie zu erwarten sehr ausgeglichen, sodass es nach zwei Runden unentschieden stand. Dann setzten sich die Berliner jedoch durch drei Siege und ein Unentschieden auf 11:5 Punkte ab. Davon ließ sich die Truppe um Harry Füßinger aber nicht unterkriegen. Sie schlug zurück und war nach 2 weiteren Runden wieder an den Kontrahenten dran.
Die letzten Runden waren geprägt von enormer Spannung: Vor den Partien Lorenzen vs. Schlotz und Horchers vs. Füßinger lagen die Celticer mit 15:13 in Front. Doch durch starke Leistungen konnten die Schwaben die Partie nochmals drehen: Während Lorenzen auf der einen Platte gegen Schlotz kein Land zu sehen bekam und mit 2:7 unterging, trennten sich Horchert und Füßinger 1:3. Ohne zuvor in der Partie geführt zu haben, zog der TKC ’71 Hirschlanden also abermals in ein Finale der deutschen Mannschaftsmeisterschaft ein.
An Christian Kuch lag es nicht, dass Celtic den Finaleinzug verpasste: Er konnte mit 7:1 Punkten glänzen. Auf Seiten der Hirschlandener war Harry Füßinger mit 6:2 Punkten und dem Sieg in der letzten Runde gegen Horchert der Matchwinner.

 

 

Das Finale

TKC ’71 Hirschlanden I – TKC Gallus Frankfurt 11:21 (36:49)
Spielverlauf: 0:4 | 0:8 | 4:8 | 8:8 | 8:12 | 9:15 | 9:19 | 11:21

Für Beni Buza war das Finale ein besonderes Spiel: In der vergangenen Saison trug er noch das Trikot der Schwaben. Doch nicht nur deshalb war der TKC ’71 Hirschlanden besonders motiviert. Vor allem wegen der deutlichen 9:23 Niederlage am zweiten Spieltag der regulären Saison waren die Hirschlandener heiß auf dieses Finale, denn sie wollten diese Schmach unbedingt vergessen machen.
Doch die guten Vorsätze waren bereits nach den ersten beiden Runde wie weggeblasen: die ersten vier Spiele gingen allesamt an die Frankfurter, sodass es nach zwei Runden 0:8 stand. Was danach geschah oder wie Teamkapitän Artur Merke seine Mannschaft nochmals aufweckte, bleibt wohl ein Geheimnis. Denn wie schon im Halbfinale gegen Celtic bewiesen die Schwaben Kampfgeist, so dass sie zur Halbzeit ausglichen.

Der Frankfurter Siegeswille war stets sichtbar.

Der Frankfurter Siegeswille war stets sichtbar.

Eigentlich hatten sie das Momentum auf ihrer Seite und hätten mit weiteren Siegen den Widerstand der Frankfurter brechen können, doch die Frankfurter erholten sich von den Niederlagen und schlugen zurück. Die Schlüsselspiele lauteten Daub vs. Buza und Füßinger vs. Hampel. Während Buza gegen Daub einen mehrfachen Rückstand in ein 7:5 drehte, setzte Hampel mit einem 3:0 gegen den Sieger der Einzelwertung noch einen drauf. Mit drei Siegen und einem Unentschieden in den nächsten beiden Runden ließen die Favoriten keine Zweifel an ihrem Siegeswillen aufkommen, sodass das Finale bereits vor der letzten Runde beim Stand von 9:19 entschieden war.
Garanten für den klaren Erfolg waren Beni Buza und Frank Hampel mit jeweils 6:2 Punkten, während auf Seiten der Verlierer kein Akteur positiv punkten konnte.

Mit dem TKC Gallus Frankfurt fand die Bundesliga einen verdienten Meister, der überlegen die Play-Offs und zuvor auch schon die Vorrunde für sich entscheiden konnte.
Am 13.5.2017 gibt es ein Wiedersehen in Delligsen, wo die nächsten Bundesliga Play-Offs stattfinden. Dort werden die Frankfurter versuchen, ihren Titel zu verteidigen. Doch zuerst gilt es, sich über die Vorrunde für die begehrten Tickets zu qualifizieren. Der erste Spieltag der Saison 2016/2017 findet am 25.9.2016 statt.

 

Die besten Spieler im Play-Off

  1. Beni Buza (61,5 %)
  2. Michael Kaus (15,4 %)
  3. Frank Hampel und Marcel Kreuzweiß (TKV Jerze) (7,7 %)

 

Die Überraschungsmannschaft des Play-Offs

TKC ’71 Hirschlanden I (53,8 %)

 

Die komplette Übersicht zu Vorrunde und Play-Offs findet ihr bald hier

Fotos: Michal Zaczek

 

 

 

 

Gevelsberg lädt zum DTKV-Pokal

Am kommenden Wochenende treffen sich Teams aus ganz Deutschland in Gevelsberg, um den deutschen Pokalsieger zu krönen. Wie schon in den Jahren zuvor wird der Pokal in Kombination mit dem Bundesliga Play-Off an einem Wochenende ausgespielt. Der DTKV-Pokal ist seit den 70er Jahren ein integraler Bestandteil der Mannschaftswettbewerbe in der Tipp-Kick Szene. Ausrichter ist der TKC 1986 Gevelsberg, welcher sich über Zuschauer und Interessenten freut.

 

Die Teilnehmer

Während im Süden ein regionales Qualifikationsturnier in Balingen stattfand, mussten sich die Teams aus den anderen Sektionen über ein zweistufiges Verfahren für das Event qualifizieren. Neben Titelverteidiger TKV Grönwohld, der sich sehr knapp auf den letzten Drücker im Duell mit der TKG Wolfsburg II das Ticket sichern konnte, sind auch die Play-Off Teilnehmer aus Frankfurt, Berlin und Jerze am Start. Gespannt darf man auf die jeweiligen Aufstellungen sein, da die Pokalkader häufig breiter aufgestellt sind, sodass es auch hierbei Überraschungen geben wird. Während manche Teams mit einem Vier-Mann Kader anreisen, werden andere Vereine die Rotation nutzen, um Kräfte für die Finalspiele zu schonen.

Sektion Nord:
SG 94 Hannover, TFB 77 Drispenstedt, TKV Jerze I, TKV Jerze II, Balltick Kiel I, TKV Grönwohld

Sektion Ost:
Celtic Berlin I

Sektion Süd:
1. TKC Kaiserslautern, TKC Gallus Frankfurt, Spieltrieb Ylipulli Gießen, Rheinland United

Sektion West:
TKC Preußen Waltrop I, TKC Preußen Waltrop II, TKC 1986 Gevelsberg I, TKC 1986 Gevelsberg II, Tornado Dortmund

Das Double ist nicht mehr drin - genau deswegen ist Grönwohld noch heißer auf den Pokal

Das Double ist nicht mehr drin – genau deswegen ist Grönwohld noch heißer auf den Pokal.

 

Der Modus

In den regionalen Qualifikationsrunden haben sich 16 Teams für den DTKV-Pokal qualifiziert. Diese werden am Samstag in vier 4er-Gruppen im Modus jeder gegen jeden antreten, wobei sich die beiden Erstplatzierten jeder Gruppe für das Viertelfinale qualifizieren. Dieses findet ebenso wie die Halbfinalspiele und das Finale am Sonntag statt, wobei am Samstagabend die Bundesliga Play-Offs eingeschoben werden (siehe hier), sodass den Zuschauern rund um die Uhr Tipp-Kick-Sport vom Feinsten geboten wird.

 

Die Favoriten

Laut einer Umfrage unter Tipp-Kick-Profis wird sich Celtic Berlin durchsetzen und sich zum zweiten Mal nach 2010 in die Siegerlisten eintragen. Ebenfalls heiß gehandelt wird das Team vom TKC Gallus Frankfurt, wobei viele denken, dass Frankfurt das Double bestehend aus Pokal und Mannschaftsmeisterschaft holen wird. Auch den Grönwohldern wird die Titelverteidigung von den Experten durchaus zugetraut, die sich am Samstagabend im Vergleich zu den anderen Favoriten entspannt zurücklehnen dürfen, was sicherlich einen Vorteil darstellt. Als Geheimtipps werden die Mannschaften von der SpVgg Balltick Kiel, dem 1. TKC Kaiserslautern `86 und dem TKC Gevelsberg II gehandelt, wobei man gespannt sein darf, wie sich das Regionalliga-Team des Gastgebers gegen die starke Konkurrenz schlägt.

Haben die Tipp-Kick-Profis mit ihrer Einschätzung recht, holt Celtic Berlin den Pokal

Haben die Tipp-Kick-Profis mit ihrer Einschätzung recht, holt Celtic Berlin den Pokal.

Eine andere Meinung stammt von einem Tipp-Kick Funktionär aus Rheinland-Pfalz: „Ich kann mich leider nicht zu 100% festlegen, aber es wird eine Überraschung geben: Drispenstedt, Berlin oder Grönwohld (vorausgesetzt in Bestbesetzung)“. In den letzten Jahren gab es immer wieder Überraschungen, was zeigt, dass auch der DTKV-Pokal seine eigenen Gesetze hat.

 

Key Facts

Ablauf:
Samstag
10:00 Uhr – Beginn der Gruppenphase
17:30 Uhr – Beginn der Bundesliga Play-Offs

Sonntag
10:00 Uhr – Viertelfinale
13:15 Uhr – Halbfinale
15:45 Uhr – Finale

Spielort:
Aula der RS Alte Geer
Alte Geer 4, 58285 Gevelsberg

Veranstalter:
TKC 1986 Gevelsberg

Schwarz und Weiß im Wandel der Zeit

Wie viele andere Sportarten hat sich auch das Tipp-Kick in den letzten Jahrzehnten massiv verändert. Professionalisierungen in der Verbandsstruktur, Verfeinerungen des Regelwerkes, zunehmende Stringenz in den Turnierdurchführungen und Herstellung perfekten Materials sind nur einige Pfeiler, die diesen Wandel der letzten 20 Jahre stützen. Der Zuwachs an Fairness ist ebenfalls zu erwähnen, dieser wurde bereits im Internet und in der Szene ausreichend erörtert.

Nur eins von acht DEM-Finals verloren: Koch vs. Schell 2006

Das einzige von acht DEM-Finals, das Normann Koch verlor: 2006 in Kaiserslautern gegen Oliver Schell

Wo es auf den Turnieren in der Mitte der 90er Jahre noch die sogenannten „Hans-Meiser-Gruppen“ (Metapher für Gruppen mit geringer spielerischer Qualität) gab, gewann die breite Masse ab 2005-2010 wesentlich mehr an Qualität dazu. In der Vergangenheit gab es ca. 15 Spieler, die um den Turniersieg kämpften und danach kam lange Zeit nichts. Vielleicht konnten sich nicht mal eine Hand voll Spieler, die nicht zu diesen 15 Leuten gehörten, als kurzzeitiger Stolperstein erweisen. Das kam dennoch sehr selten vor. Spieler wie Koch, Kaus, Schell, König, Kallies, Hahne und Runge beherrschten die Szene nach Belieben. Die Mannschaftsmeisterschaften verliefen noch monotoner. Hier hieß der Sieger fast immer Blau Weiß Concordia Lübeck, obwohl sie ihren sogenannten „Pferdefuß“ einige Zeit mit „durchschleppen“ mussten. Frankfurt bot als einziger der wenigen Clubs konstant über einen längeren Zeitraum Paroli. Hirschlanden schuf mit Buza, Bareis und den Wagner-Legionären eine Truppe, die ab 2010 als starke Mannschaft mitmischte und gewann. Benjamin Buza entwickelte sich weiter und durchlebte eine Renaissance. Zwischen 2009 und 2015 errang der ehemalige Heißsporn viele Mannschafts- und Einzeltitel.

Hans-Meiser-Gruppen sind derzeit ad acta. Die allermeisten beherrschen nahezu ein gutes Farbspiel und ein vernünftiges Repertoire an Torschüssen, um jeden Ball aus jeder Position aufs gegnerische Tor zu feuern. „Top-Spieler“ können sich einfach nicht mehr bis in die Vorschlussrunde „daddeln“ und dann um den Einzug in die Endrunde spielen. In puncto Taktik hat sich das Spiel so stark verändert, dass der spielerisch-ästhetische Aspekt kaum mehr beachtet wird. Jens König und Oliver Hahne sind einer der wenigen Spieler, die aus jeder Situation gewillt sind, einen „Zauberball“ zu schießen. Der Rest der Szene bezieht sich auf Effizienz, Kontrolle und Abwehrschlachten. Vorne gewinnst du Spiele, hinten gewinnst du Meisterschaften.

Artikel Schwarz Weiß Kugellager

Spielfiguren mit Kugel- bzw. Gleitlager-Systemen haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen

Der Norden verlor im Verlauf der Jahre seine Dominanz. Die einstige Hochburg Schleswig-Holstein besitzt heute nur noch drei ansässige Vereine. Durch die Kugellager-Spieler verschiedener Hersteller ist das geradlinige Spiel angestiegen, da durch das Lagermaterial ein konsequentes „Geballer“ leicht möglich ist. Für solch einen Kicker wird teilweise bis zu 180 Euro ausgegeben. Oliver Wegener kann sich vor Aufträgen nicht retten. Material-Guru Bernd Weber lernt seinen Sohn an, damit in schwäbischer Manier alles weiter läuft. Mitte der 90er Jahre waren Preise für einige Kugellager-Spieler der heutigen Zeit undenkbar! Im Verhältnis dazu kosteten sehr gute Spieler aus der Runge-Schmiede damals 60-70 DM. Das war quasi der Mercedes. In der Vergangenheit gab es mehr Individualisten in den Spielstilen, heutzutage zocken sehr viele Tipp-Kicker mit einer ähnlichen Basis. Unikate wie Sascha Kansteiner, man ziehe die Körperhaltung und „Ornella“ in Betrachtung, „Schorse“ Becker, Uwe Grabenkamp, Andreas Schneider, Sebastian Winckelmanns „Himbeer-Toni“ und viele andere mehr sind so gut wie verschwunden. Einzelne Spielstile stechen weniger heraus. Qualitativ ist die Breite zwar stärker geworden, doch der Individualismus des Spielstils scheint in den Hintergrund zu rücken. Wie oft zitterte Tipp-Kick-Deutschland, wenn Normann Koch seinen sogenannten „Spacken“ zog und mit dem letzten Schuss einen unfassbaren Außenrissdreher schoss oder ein unhaltbares Klemmbrett in den Winkel jagte. Der Materialwert dieses Spielers dürfte aber nicht einmal ein Mittagessen in einer mittelklassigen Imbissbude übertreffen. Auch beim Tipp-Kick ist es so, dass Geld nicht immer gleich Tore schießt. Ein Generationswechsel scheint sich dennoch langsam anzubahnen. Mit Chris Kuch, Vincent Höhn, Oliver Marx, Patrick Malessa („Immer bessah mit Malessa!“), Philipp Baadte und einigen anderen scheinen jüngere Spieler endgültig in die Spitze vorzudringen! Ab und zu kommt das Phantom Marc Koschenz, siegt und verschwindet wieder lautlos. Ende der neunziger gab es einen ähnlichen Typen, Nils Storre. Er atmete maximal dreimal pro Halbzeit. Ganz große Sprünge in den Jahren zuvor gelangen nur Fabio de Nicolo, den Wagner-Brüdern, Artur Merke oder William Schwaß aus der jüngeren Fraktion. Wobei William noch kein Hall-of-fame-Mitglied ist, eigentlich nicht zu glauben. Wo der Trend bei den gebürtigen Ambergern, den Wagner-Brüdern, die Hirschlanden zu goldenen und ruhmreichen Zeiten verholfen, läuft, bleibt abzuwarten. Die Interessen in puncto Freizeitgestaltung haben sich anscheinend etwas verändert bzw. forciert. Man bedenke, dass vielleicht einige Lücken der Jugend gerade aufzuholen sind, da die Eltern ihre Kinder die vollständige Kinder- und Jugendzeit durch die Bundesrepublik fuhren, um ihre Sprösslinge sportlich zu fördern. Mannschaftskollege William Schwaß würde es eventuell in seiner neuen Wahlheimat unter dem Motto „oans, zwoa, gsuffa“ bezeichnen. Wohin der Weg dieser drei Top-Spieler gehen wird, ist nach der Saison 2014/2015 offen. Wer weiß, vielleicht startet der König aus dem Welfenland noch einen Lauschangriff. Gerüchten nach zu Folge soll aber ein weiteres enfant terrible der abendlichen Freizeitgestaltung verpflichtet worden sein.

2009 sogar mal als Turnierveranstalter in Erscheinung getreten: William Schwaß

2009 sogar mal als Turnierveranstalter in Erscheinung getreten: William Schwaß

Jüngere Spieler, die in den 90er Jahren geboren wurden, können sich kaum vorstellen, dass man Tage nach gewissen Ergebnissen hinterher telefonieren musste. Sehnsüchtig wurde auf die damalige Rundschau gewartet, um den Informationsdurst einiger Tipp-Kicker zu stillen. Martin Brand, Mr. Rundschau, verzückte die Tipp-Kick-Gemeinde mit Spielberichten, Interviews und einer gewissen Dame auf der Rückseite, Bini. Dieses Informationsmedium ist aufgrund des Internets überholt und etabliert sich derzeit online, was durchaus vernünftig und günstiger ist. Dennoch war die Rundschau in der Printform einfach nur großartig, da es den Aufbau eines Magazins besaß und einfach ein fester Bestandteil der Szene war. Martin kam und ging.

Navigationssysteme waren in den 80ern und 90ern noch lange nicht auf dem Markt und die Heimmannschaft hat der Gästemannschaft Wegbeschreibungen per Brief zukommen lassen. In Zeiten des Internets unvorstellbar. Kurz gesagt: Früher musste man Monate warten, heute regelt Michi K. das innerhalb von Sekunden via Facebook. In puncto Aktualität wurde ein Email-Circle vor ca. 15 Jahren eingerichtet, dieser verlor nach Facebooks Siegeszug so ziemlich die letzte Bedeutung. Weiterhin schuf Artur Merke mit der Homepage „artbot“ ein unglaubliches Archiv, das brandaktuell und übersichtlich ist. Ein großer Gewinn für Tipp-Kick-Deutschland! Der einzige Fehler dieser Seite, der die Wirklichkeit verzerrt, ist, dass Grönwohlds Zazcek nahezu auf jedem Endrundenfoto drauf ist, obwohl er diese längst nicht immer spielt. Dieser Running Gag ist einfach nicht zu beheben.

Artbot-Siegerfoto der ODEM 2014: Finde den Fehler!

Artbot-Siegerfoto der ODEM 2014: Finde den Fehler!

Das damalige „Wimbledon des Tipp-Kicks“ gibt es leider nicht mehr. Pfingsten war es usus, auf die Ostalb zu reisen und an den Turnieren des PWR Wasseralfingen teilzunehmen. In Kombination aus guter schwäbischer Küche und hervorragendem Weizen vom Fass immer eine sinnvolle Entscheidung, in den Süden zu reisen. Es gab ebenfalls genug Gäste an jenen Wochenenden, die sämtliche Prioritäten auf die Abendgestaltung mit Fußball-Endspielen und Musikabenden legten. Michael Picha und Peter Bumke müssten es nach 2004 und 2005 wieder besser gehen. Mit den großen Veranstaltungen in Berlin und Erlensee entwickelten sich grandiose Events im Verlauf der letzten Jahre! Vorreiter für Perfektion in Turnierveranstaltungen in sämtlichen Details ist Christian „Lohmeier“ Lorenzen. Trotzdem ging durch den Verlust der Wasseralfinger Turniere ein Stück Kultstatus verloren.

Die DEM 2012 war leider das vorerst letzte Turnier der Wasseralfinger

Die DEM 2012 war leider das vorerst letzte Turnier der Wasseralfinger

Das Gleiche gilt wohl auch für die Wettkämpfe in Schöppenstedt, von den Abenden in der Gaststätte „Zum Schwan“ ist heute noch zu hören. Klaus Höfers Überflieger 1998 in Düdinghausen ist unvergessen. Der ansonsten immer braun gebrannte Sportsfreund besaß an jenem Abend die Gesichtsfarbe grün, er wurde dennoch optimal betreut. Die Menge feierte und trotz des Verlustes sämtlicher physischer Funktionen und angeschlagenen Sprachzentrums verließ Höfer die Party nicht. Der eiserne Klaus. Einige Sportsfreunde aus dem Süden oder Westen der Republik vollbrachten ihren Urlaub an der Nordsee. Auch diese Gegend machten Kicker wie Höfer, Beck, Kirschner, Schiller oder Peukert beispielsweise unsicher. Klaus Höfer wird als Empfehlung die Peking-Ente in Leck bestätigen, Michael Picha, falls man ihn sehen sollte, ebenfalls. Auch die jüngere Generation stellte gegen Ende der 90er Abgesandte in die abendlichen Veranstaltungen. Die Vertreter aus Aitrach und die Hirsche aus Altmannshofen waren diesbezüglich absolute Spitze.

Artikel Schwarz Weiß Krapoth

Sebastian Krapoth auf der DEM 2003 in Schöppenstedt

Vereinsgründungen in den „neuen“ Bundesländern sind damals wie heute ein Fiasko. Nachwuchs ist eines der brisantesten Themen in der sehr aktiven Online-Community des Zwölfecks. Der Angriff sollte in den Ganztagschulprogrammen getätigt werden, die Altersklasse 12-13 scheint am günstigsten zu sein. Der TKC Kaiserslautern ist auf diesem Weg derzeit sehr erfolgreich und scheint langsam immer größere Früchte zu ernten. Imagefilm und andere Ideen sind beim DTKV in der Entwicklung. Der amtierende Präsident des Verbandes, Peter Funke, scheint hier investieren zu wollen und zeigt diesbezüglich ein großes Maß an Transparenz. Er löste Sebatian Krapoth ab, der nach vielen, vielen Jahren sein Amt abgab. Eine Ära ging zu Ende. Die Szene kann sich glücklich schätzen, dass es Menschen gibt, die die Verbandsstruktur so gut organisieren und strukturieren aber auch über das geforderte Maß hinaus einen großen Aufwand betreiben. Mit Alexander Beck fand man im Bereich Finanzen einen absoluten Fachmann, von dem der Verband nur profitieren kann.

Wohin die Reise gehen wird, wird sich in Zukunft zeigen. Die Verschwörungstheorien um Frank During und gewissen Aktionen sind wohl immer noch ein Geheimnis – und werden auch immer eins bleiben. Es ist aber deutlich zu merken, dass innerhalb der Szene ein größeres Maß an Solidarität herrscht und viele an einem Strang ziehen. Allein in den letzten 20 Jahren der Bundesliga hat sich das Klima stark verändert. Es gibt nahezu keine großen Rivalitäten mehr, sportlich selbstverständlich. Wenn man an die ganz alten Geschichten aus Hildesheim denkt oder vergangene Nord-Süd-Rivalitäten, die auch schon mal von Antipathie geprägt waren, dann ist die gegenwärtige Atmosphäre eher als familiär zu bezeichnen. Heimmannschaften beköstigen die Gäste sogar sehr oft mit Snacks und Getränken.

© Andreas Hofert

Die „Fantastic Four“ von Blau-Weiß Concordia Lübeck

In vergangenen Dekaden wurden sogar nachts heimlich die Platten auf den Turnieren vertauscht, dadurch erhofften sich einige gesetzte Spieler einen Vorteil. 1998 und 1999 wurden die „Fantastic Four“ aus der Marzipanstadt dabei auf frischer Tat ertappt. An den Platten und in den Blogs geht es mittlerweile auch ziviler zu. Der eine oder andere Außenstehende müsste sich sicherlich gefragt haben, wo er gelandet sei. Dabei sind wir doch wie kleine Kinder, die einfach nur spielen wollen und den Moment des Glücks jagen. Für Beleidigungen übers Internet oder gewisse Auseinandersetzungen an den Platten wurden gewisse Leute sogar für sechs Monate oder länger vom Turnierbetrieb ausgeschlossen. Gegenwärtig scheint es den Anschein zu haben, dass viele ihre „Macken“ an den Platten gegenseitig respektieren bzw. darüber gelacht wird. Ein Michael Kalentzi wurde sogar zivil. Love saves the day. Der eine oder andere ist gerne für ein gewisses Maß an Entertainment durchaus geschaffen, andere wiederum auch nicht. Letztendlich ist die Szene nur ein Abbild unserer bundesrepublikanischen Gesellschaft, in der sich alle Dialekte und Schichten unseres Landes widerspiegeln. In der Schule nennt man das Integration bzw. Inklusion. Der Sport verbindet, insofern sind wir diesbezüglich definitiv Vorreiter. Der Clash of cultures in Form der Ausuferung sämtlicher Dialekte ist teilweise – uferlos.

Auch Mitleid ist durchaus zu verzeichnen. Wenn man bedenkt, dass ein Spieler wie Michael Kaus seinen großen Traum, den Titel des Deutschen Einzelmeisters, so jagt und so oft in Form einer griechischen Tragödie in der Endrunde bereits scheiterte, dann ist das schon mehr als bitter. 2004 schoss ihn sogar unwissentlich sein eigener Teamkollege in der letzten Runde der Endrunde raus. 2009 hätte er im letzten Spiel gegen Christoph Weishaupt bei einer 4:3 Führung den Abstoß nicht mehr spielen müssen, doch er spielte diesen. Der Ball kam nicht aus dem Strafraum und Weishaupt lupfte den Freistoß, mit einem mehr als alten und für die technischen Möglichkeiten heutzutage eher rotten Spieler, den Ball ins Tor. 4:4 Endstand und Kaus war dadurch nicht im Endspiel, sondern mal wieder ein gewisser Herr Koch aus Lübeck. Ein wahrer Sisyphos-Effekt. Vielleicht sollte sich Herr Kaus auch an seine alten Tugenden erinnern und mit der sehr individuellen Vorbereitung aus dem Jahr 1999 auseinandersetzen. Schließlich gewann er dort seinen ersten Sektionstitel. Im Voraus schonte er sich so sehr, dass sein Jugendkumpel Alex Beck ihm sogar das Auto einparkte. Vielleicht sollte das „im Ansatz“ die richtige Marschroute sein. Seine Techno-Attacke 1998 in Düdinghausen bleibt bis heute ebenfalls unvergessen.

Wieder nur Zugucken: Michael Kaus (ganz rechts) bei der DEM 2009

Wieder nur Zugucken: Michael Kaus (ganz rechts) bei der DEM 2009

Viele können es einfach auch nicht lassen. Einige Akteure, die zu früheren Zeiten erfolgreich waren und dann irgendwann aufhörten, kamen urplötzlich wieder. Von André Bialk, Chrisitan Schäl über Stefan Pfaff oder Jürgen Marquardt. Bei dem Letzteren ist es dennoch so, dass weiterhin die alten Geschichten erzählt werden. Eine lebendige Endlosschleife. Abgefahren, das Unglaubliche ist, dass er für sieben Euro indirekt reaktiviert wurde. Auch er kommt vom Zwölfeck nicht los und opferte seine vielversprechende World-of-Warcraft-Karriere. Das Ergebnis: Nach eineinhalb Jahren in der zweiten Bundesliga Nordost. Ewige Talente aus Berlin wie Carsten Handtke versanken im Nirvana und kamen nie zurück. Einige andere haben mittlerweile nie mehr die Chance zurückzukehren. Mögen sie in Frieden ruhen. Auffällig ist jedoch, dass Leute, die ihren alten Spielstil behalten bzw. nach einer längeren Pause wieder begonnen haben, nicht an ihre alten Glanzzeiten anknüpfen können. Ein klarer Beweis dafür, dass das Niveau unseres Sports stark angestiegen sein muss.

Tipp-Kick wurde nicht nur professioneller, sondern im Rahmen der Gleichstellung entwickelte man sich ebenfalls. Einige Frauen steigerten ihr Niveau und sind mittlerweile über Jahre dabei, dennoch wird Birgit Kirschner schmerzlich vermisst. Aus beruflichen Gründen wurde sie teilweise zum Kosmopoliten. Separate Damenrunden sind bei der DEM normal und oftmals wird bei Turnieren die beste Dame mit einem Pokal geehrt. Dasselbe gilt für U-18 Teilnehmer. Political correctness! Eine Abstimmung zum/zur Spieler/in des Monats Mai 2015 zeigte sogar ein überraschendes Ergebnis: Manuela Winter erhielt mehr Stimmen als der frische Deutsche Einzelmeister, Philipp Baadte. In der Relation zur Frauenquote in der deutschen Wirtschaft haben wir anscheinend einiges voraus.

Die aktuelle Deutsche Einzelmeisterin Manuela Winter

Die aktuelle Deutsche Einzelmeisterin Manuela Winter

Vereine kommen und gehen. Während es den FC Bayern des Tipp-Kicks nicht mehr gibt, haben sich auch Traditionsvereine wie TKC Fortuna Hamburg, Wiking Leck oder der TKC Peine aufgelöst. Einige Vereine kamen (wieder) aus dem Nichts und verschwanden wieder, siehe Eving und Sprockhövel. Schade um diese großen Clubs. Dennoch ist es auf der anderen Seite erstaunlich, dass sich andere Vereine seit mehreren Jahrzehnten halten. Unangefochten die TFG aus Hildesheim, die seit 1938 besteht. Hoffentlich bleibt das auch so! Deutschlands größter Verein, der TKC Hirschlanden, ist aus seiner Heimatstadt nicht einmal wegzudenken und hat sich dort zu einer festen Institution entwickelt. Die Vereinsmeisterschaft ist teilweise stärker besetzt, als so manches Turnier. Unglaublich und Hut ab, Andreas Sigle! In den letzten 20 Jahren entwickelte sich auch Celtic Berlin zu einer Top-Adresse! „Lohmeier“ und seine Rasselbande avancieren zu einem Spitzenclub der Bundesliga. Drispenstedt gibt es auch seit fast drei Dekaden, einfach nur hervorragend. Es ist auffällig, dass aus verschiedensten Gründen ein Spielerkarussel entstanden ist. Einige haben in ihrer Laufbahn schon für zehn Vereine oder mehr gespielt. In anderen Geschichten erzählt man sich, dass es sogar einen Menschen in der Szene gibt, der mal wegen des Tipp-Kick-Sports von Stuttgart nach Berlin umgezogen ist. Das dürfte durchaus als Besonderheit gelten. Was die Zukunft bringen wird, wird sich zeigen. Nichtsdestotrotz lässt sich resümieren, dass sich vieles allein in den letzten 20 Jahren verändert hat. Fast durchgehend positiv. Doch bei den nächsten Veranstaltungen bleibt eines immer gleich: Schwarz und Weiß ändern sich nie und es heißt weiterhin „Zeit läuft“, hoffentlich noch viele Jahrzehnte weiter.

 

Fotos: Jens Käthner, Michal Zaczek, Andreas Hofert, Stefan Heinze, Max Gottschalk, Jan Komareck, artbot.de/dtkv