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Der Südpokal geht nach Frankfurt

Die Qualifikation um die fünf Startplätze der Sektion Süd fand am 5. März 2017 in Balingen statt. Mit 12 gemeldeten Teams (11 Teams waren am Start, ein Team musste absagen) wurde wie folgt gespielt: Die Teams wurden aus einem Lostopf in 4 Gruppen mit je 3 Mannschaften gelost. Die Gruppensieger und der Sieger der 4 Gruppenzweiten sind für das bundesweite Pokal-Play-Off am 13. und 14. Mai in Delligsen qualifiziert. Zusätzlich spielten die Gruppensieger noch den „Südpokal“ aus, welchen sich der TKC Gallus Frankfurt durch ein 21:11 im Finale gegen den PWR ´78 Wasseralfingen sicherte.

Vorrunde

Am Vorabend wurde im Balinger Kulturbahnhof unter Anwesenheit vieler Beteiligten die Auslosung vollzogen. Es ergaben sich folgende Konstellationen:

Gruppe 1:

In Gruppe 1 traf Amberg auf die SGs aus der Schweiz und dem Rheinland. Betrachtete man sich vor dem Pokalwettbewerb die Kader, mit denen die Teams antreten wollten, wäre den Bayern die klare Favoritenrolle in dieser Gruppe zugefallen. Aufgrund der krankheitsbedingten Absagen von Leader Thomas Krätzig und Rückkehrer Sebastian Wagner aber mussten andere in die Bresche springen: So traten Peter Tuma, Dominik und Heinz Steib, Christian Kraus und Arndt Schotmann für die Amberger an die Platten. In dieser Konstellation war diese Gruppe die ausgeglichenste in diesem Wettbewerb.

OTC 90 Amberg – SG Hotspurs/Leppard 18:14 (54:49)

Im ersten Duell setzten sich die Amberger knapp gegen die Schweizer in der Formation Daniel Nater – Markus Kälin – René Gerber – Christian Meister durch. Die Vorentscheidung fiel in der vorletzten Runde, als Tuma beim 7:1 gegen Kälin brillierte und den Sack zumachte. In der letzten Spielrunde gelang den Eidgenossen nur noch Ergebniskorrektur, indem sie 3 weitere Punkte sammelten.

SG Rheinland/Düsseldorf – OTC 90 Amberg 15:17 (61:53)

Die SG Rheinland/Düsseldorf schickte folgendes Team ins Rennen: Georg Lortz, Dirk Hansen, Stefan Biehl, Felix Lennemann. Im Duell mit Amberg versprach dieser Kader ein Duell auf Augenhöhe, was den Zuschauern auch geboten wurde: Bis zur letzten Spielrunde war die Partie offen, wobei die Bayern zu diesem Zeitpunkt mit 15:13 führten. Während Biehl im Duell der bisher Punktlosen mit Schotmann ein Feuerwerk abbrannte und seine Aufgabe beim 8:2 mit Bravour löste, verlor Hansen auf der anderen Platte überraschend gegen Kraus mit 2:5. Durch diese Ergebnisse gewann die Amberger Rumpftruppe mit 17:15 und stand damit bereits als Gruppensieger fest.

SG Hotspurs/Leppard – SG Rheinland/Düsseldorf 9:23 (36:60)

Im letzten Duell ging es neben der Ehre um den zweiten Tabellenplatz, welcher zur Qualifikationsrunde um den fünften Startplatz für Delligsen berechtigte. Vor dem Duell war bereits klar, dass Rheinland/Düsseldorf ein Unentschieden reichen würde, da sie das Duell gegen Amberg knapper verloren hatten als die Konkurrenz. Während es nach zwei Runden 4:4 unentschieden stand, war die dritte Runde spielentscheidend, in der Hansen und Lortz gegen Kälin und Gerber vierfach punkteten. Diesen Vorsprung wussten die Deutschen gekonnt auszubauen, sodass am Ende ein ungefährdetes 23:9 zu Buche stand. Inbesondere die geschlossene Mannschaftsleistung (dreimal 6 und einmal 5 Punkte) machte den Unterschied aus. Deshalb durfte Rheinland/Düsseldorf weiter auf die Qualifikation für Delligsen hoffen.

PL Team Sp S U N Pkt. Sp.-Pkt. Tore Diff.
1 OTC 90 Amberg 2 2 0 0 4:0 35:29 107:110 -3
2 SG Rheinland/Düsseldorf 2 1 0 1 2:2 38:26 121:89 +32
3 SG Hotspurs/Leppard 2 0 0 2 0:4 23:41 85:114 -29

 

Gruppe 2:

Gruppe 2 bestand aus den Teams aus Nürnberg, Wasseralfingen und Fürstenfeldbruck. Da die Letztgenannten leider kurzfristig absagen mussten, trafen die Franken in einem direkten Endspiel auf die Schwaben.

TKC Nürnberg – PWR ´78 Wasseralfingen 10:22 (39:66)
Favorit war ganz klar der Zweitligist aus Wasseralfingen, auch wenn dieser krankheitsbedingt auf Stammspieler Jakob Weber verzichten musste. Für ihn wurde Youngster Felix Weishaupt eingesetzt, der an diesem Tag wertvolle Spielpraxis sammeln sollte. Die Nürnberger setzten auf das eingespielte Team Hans Kraus, Hermann Frank, Peter Dobler und Felix Berger. In der ersten Spielrunde konnten diese noch mithalten, aber spätestens in der zweiten Runde zog der Favorit an und ging in Führung. Diese bauten die Weishaupt-Brüder und Jonathan Weber immer weiter aus, sodass das Duell 10:22 endete. Entscheidend für den Spielverlauf waren die 16 Punkte, die Christoph Weishaupt und Jonathan Weber sammelten. Auf Nürnberger Seite hielt lediglich Hans Kraus mit 4 Punkten dagegen. Damit waren die Wasseralfinger für das Halbfinale und Delligsen qualifiziert.

PL Team Sp S U N Pkt. Sp.-Pkt. Tore Diff.
1 PWR 78 Wasseralfingen 2 2 0 0 4:0 54:10 146:39 +107
2 TKC Nürnberg 2 1 0 1 2:2 42:22 119:66 +53
3 Flinke Finger Bruck 2 0 0 2 0:4 0:64 0:160 -160

Gruppe 3:

Nicht eine, nicht zwei, sondern gleich alle drei Mannschaften des Gastgebers aus Balingen sollten in Gruppe 3 gelost werden – man kann sagen, was man will, aber gegen die öffentliche Auslosung war nichts auszusetzen! Somit hatten die Balinger bereits am Samstagabend einen Grund zum Feiern: eine Mannschaft würde auf jeden Fall das Ticket nach Delligsen lösen. Es stellte sich nur die Frage, welche Mannschaft sich durchsetzen würde, da die Teams sehr ausgeglichen aufgestellt waren.

Headbangers III – Headbangers II 30:2 (100:29)

Im ersten Balinger Duell ließ die Dritte in der Formation Frank Sauter, Marco Germeroth, Rüdiger Albrecht und Dawood Malik dem Jugendteam mit Bruno Wilke, Benny Reindler und Junaid Malik, das durch Björn Seyfarth komplettiert wurde, keine Chance. Lediglich Albrecht und Germeroth ließen jeweils einen Punkt gegen Seyfarth liegen. Sauter und D. Malik wiesen eine weiße Weste auf und waren die Garanten für den Erfolg.

Headbangers I – Headbangers III 20:12 (63:64)

Als nächstes stieg mit der ersten Headbangers-Mannschaft das Homscheidt-Team in das Geschehen ein. Lukas überredete seine Söhne Carlo und Leon sowie seinen Enkel Sam Natke, gemeinsam eine Mannschaft zu bilden. Gegen die dritte Mannschaft sollte diese Aufstellung erfolgreich sein: Zwar holte Nachwuchshoffnung Sam keinen Punkt, aber weil Carlo und Leon jeweils acht holten, reichte die ausgeglichene Bilanz des Seniors Lukas für den Sieg. Auf der anderen Seite knüpfte lediglich D. Malik an die guten Leistungen aus der ersten Partie an und holte vier Punkte.

Headbangers I – Headbangers II 26:6 (65:42)

Abschließend traf das favorisierte Homscheidt-Team auf das Nachwuchsteam. Dieser Rolle wurde die Familie auch gerecht: Lukas, Carlo und Leon behielten eine weiße Weste bei jeweils 8 Punkten und sogar Sam durfte sich über 2 Punkte freuen. Der Jubel war groß, als die interne Mannschaftsmeisterschaft entschieden war.

PL Team Sp S U N Pkt. Sp.-Pkt. Tore Diff.
1 Headbangers Balingen I 2 2 0 0 4:0 46:18 128:106 +22
2 Headbangers Balingen III 2 1 0 1 2:2 42:22 164:92 +72
3 Headbangers Balingen II 2 0 0 2 0:4 8:56 71:165 -94

Gruppe 4:

Irgendwie konnten einem die Jungs aus Gießen schon leid tun: Hochmotiviert kamen sie nach Balingen, um dann in einer Gruppe auf die beiden Bundesligisten aus Frankfurt und Kaiserslautern zu treffen. Die Hessen bewiesen sprichwörtlich Galgenhumor, indem sie selbstbewusst vom anvisierten Gruppensieg sprachen.

TKC Gallus Frankfurt – 1. TKC Kaiserslautern ´86 17:15 (55:52)

Das für viele vorgezogene Finale versprach höchste Spannung. Während die Lauterer extra Philipp Baadte (immerhin Deutscher Meister 2015) anreisen ließen, zogen die Frankfurter mit Beni Buza einen zweimaligen Deutschen Meister aus dem Hut. Außerdem trugen Michael Kaus, Alex Beck und Frank Hampel auch mindestens einen DEM-Titel. Am Ende war das Glück auf Seiten der Hessen: Mit 17:15 ließen sie ihre Konkurrenz so knapp wie möglich hinter sich. Vor der letzten Spielrunde stand es noch 14:14. Kaus und Baadte trennten sich 2:2, sodass die Entscheidung in der Partie Beck – Fabian Werle fallen musste. Hier ließ Beck mit all seiner Routine nichts anbrennen und setzte sich 4:2 gegen den aufstrebenden Gegner durch. Entscheidend war die geschlossenere Mannschaftsleistung, aus der Michael Kaus mit 6 Punkten herausstach. Den Lauterern reichten 7 Punkte von Philipp Baadte nicht, weil alle anderen zusammen nur 8 Zähler holten.

Ylipulli Gießen – TKC Gallus Frankfurt 5:27 (46:76)

Im hessischen Duell waren die Karten klar verteilt: Alles andere als ein Sieg der Frankfurter wäre ein Wunder gewesen. Dennoch waren die Gießener bereit, sich dieser schweren Aufgabe zu stellen und den Gegner zu ärgern. Bedenkt man, dass viele knappe Einzelergebnisse zugunsten der Frankfurter ausfielen, war der 27:5-Sieg etwas zu hoch. Jeweils 7 Punkte von Buza, Beck und Kaus hätten schon für einen Sieg gereicht. Dass Hampel mit 6:2 Punkten die „schwächste“ Einzelleistung der Frankfurter ablieferte, war bezeichnend für den Klassenunterschied. Nach zwei Spielen standen die Titelverteidiger also als Gruppensieger fest.

  1. TKC Kaiserslautern – Ylipulli Gießen 23:9 (68:50)

Im abschließenden Gruppenspiel ging es um Platz 2. Hier rechneten sich die Ylipullies größere Chancen als im Duell zuvor aus. Allerdings zeigten die Lauterer um den stark aufspielenden Michael Link (8:0 Punkte) eine enorme Leistungssteigerung und den absoluten Willen, die Pokalqualifikation über Umwege zu schaffen. Von der ersten Runde an lagen die Pfälzer in Führung, die sie immer weiter ausbauten. Jens Jepp hielt mit aller Macht dagegen, aber seine 4 Punkte reichten nicht, um den Gegner unter Druck zu setzen.

PL Team Sp S U N Pkt. Sp.-Pkt. Tore Diff.
1 TKC Gallus Frankfurt 2 2 0 0 4:0 44:20 131:98 +33
2 1. TKC Kaiserslautern ’86 2 1 0 1 2:2 38:26 120:105 +15
3 Ylipulli Gießen 2 0 0 2 0:4 14:50 96:144 -48

 

Halbfinale

Ausgelost wurden die folgenden Partien:

TKC Gallus Frankfurt – Headbangers Balingen I 30:2 (104:28)

Keine Zweifel ließen die Titelverteidiger aus Frankfurt im Duell mit den Balingern aufkommen. Lediglich Carlo Homscheidt konnte Beni Buza beim 6:5 zwei Punkte abringen und so eine Blamage abwenden.

PWR ´78 Wasseralfingen – OTC 90 Amberg 19:13 (75:65)

Beide Teams waren nominell auf Augenhöhe. Diese Ausgeglichenheit spiegelte sich auch im Spielverlauf wider: die ersten fünf Runden endeten jeweils 2:2, sodass es 10:10 stehen sollte. Doch im 6. Durchgang legten die Wasseralfinger in Form Christoph und Uli Weishaupt einen Gang zu. Christoph gewann 7:0 gegen Heinz Steib und Uli ließ beim 7:3 gegen Christian Kraus nichts anbrennen. Beim Stand von 14:10 war es nur noch Formsache, mindestens 3 Punkte zu sammeln. Ein wichtiger Faktor für den Wasseralfinger Erfolg war die starke Mannschaftsleistung: Während Felix Weishaupt leider leer ausgingen, holten seine Teamkameraden 5, 6 und 8 Punkte. Als einziger Amberger konnte Peter Tuma mit 6:2 Punkten mithalten.

 

Das Finale

TKC Gallus Frankfurt – PWR ´78 Wasseralfingen 21:11 (74:50)

Wie schon in der Saison 2010/2011 lautete die Partie Frankfurt gegen Wasseralfingen. Auf Frankfurter Seite waren damals wie heute Alex Beck, Frank Hampel und Michael Kaus beteiligt, während Uli Weishaupt und Jonathan Weber auch bei der 15:17-Niederlage für Wasseralfingen an die Platten traten. Selbst in Bestbesetzung wäre es für die Wasseralfinger schwer geworden, an die damalige Leistung anzuknüpfen. Schon in der ersten Spielrunde machten die Frankfurter ernst und gingen mit 4:0 in Führung. Zwar wussten die Wasseralfinger in Form von Uli Weishaupt und Jonathan Weber immer wieder kleine Nadelstiche zu setzen, aber der Qualitätsunterschied war eindeutig spürbar. Im Schongang machten die Titelverteidiger den Titel klar: Kein Spieler wies eine negative Punktausbeute auf und das Endergebnis fiel in dieser Höhe auch gerechet aus. Dennoch waren die Wasseralfinger zufrieden mit ihrer Leistung: Für die restliche Zweitliga-Saison wollen sie aus dieser Leistung Energie generieren. Felix Weishaupt bewies ein großes Kämpferherz und gab nie auf. Bleibt er am Ball, kann der PWR in wenigen Jahren auf einen weiteren Leistungsträger zählen.

Zum wiederholten Male sicherten sich die Frankfurter Seriensieger den Südpokal, Glückwunsch an Frank Hampel, Beni Buza, Alex Beck und Michael Kaus!

 

Spiel um Platz 5

Im Spiel um Platz 5, der zur Teilnahme am DTKV Pokal berechtigte qualifizierten sich die Teams aus Kaiserslautern und Rheinland/Düsseldorf

  1. TKC Kaiserslautern ´86 – SG Rheinland/Düsseldorf 25:7 (71:42)

Favorisiert gingen die Pfälzer um Philipp Baadte ins Rennen. Dieser Rolle wurden sie auch gerecht. Durch viele deutliche Ergebnisse und dem nötigen Glück in den knappen Partien qualifizierten sie sich durch ein 25:7 für die Pokalendrunde. Insbesondere die Topspieler Mathias Hahnel und Philipp Baadte zeigten mit je 8:0 Punkten den unbändigen Willen, dieses Spiel zu gewinnen. Stefan Biehls 4 Punkte reichten nicht aus, um die SG nochmals ins Spiel zu bringen.

 

Alle Ergebnisse könnt ihr auch hier nachlesen.