Pokale kannst Du vergessen, aber niemals deinen Tipp-Kick-Koffer oder die längste Tipp-Kick-Fahrt aller Zeiten

Christian Schäl stellt 59 Fragen an die Nummer 3 der Hall of Fame, Oliver Schell.

 

1. Du bist der „letzte Lübecker“, der noch regelmäßig und aktiv Tipp-Kick spielt. Hättest Du das mal so erwartet? – oder anders: was treibt Dich an, noch zu spielen?

Weniger die Jagd nach irgendwelchen Rekorden. Aber ich fühle mich bei Tipp-Kick-Veranstaltungen eben wohl. Egal, ob es bei mir selber um Erfolg geht oder bei anderen. Ich quatsche auch gerne. Es sind ja auch genug gleichaltrige da. Ich hätte aber eher erwartet, dass Normann oder Dirk als letztes spielen. Ich glaube aber auch nicht, dass die anderen drei Lübecker komplett aufgehört haben. Warum sollte man das beim Tipp-Kick auch machen? Um den Meniskus zu schonen?

2. Wir leben in einer Zeit der Revival. Wie hoch schätzt du die Wahrscheinlichkeit, nochmals mit Koch, Kallies und Winckelmann eine Saison durchzuspielen?

So ziemlich genau 17%.

3. Eine Spinne mag es, wenn etwas in ihr Netz fliegt. Woher rührt dein Spitzname „die Spinne“? Sind es tatsächlich die acht Arme, die dein Torwart hat?

Nein, es war Michael Schuster, der bei der DEM 2006 diesen Spitznamen ersann. Ich meine, es beschreibt meine Art und Weise, wie ich um den Tisch herum arbeite, ähnlich fleißig wie eine Spinne eben.

Oliver Schell (r.) erlebt man immer sehr aktiv an der Platte!

4. Was ist das schönste Element in deinem Spiel?

Der tödliche Pass in die Tiefe.

5. Welchen Ball hättest du gerne gehalten?

Den Ball, den mir Sebi 1992 auf der Süddeutschen an den Innenpfosten geschossen hat 😉

6. „Legen und Strafraumball“ müssen ein Arbeitsgang sein. So konnte man deinen Minimalismus beschreiben. Durch die Regeländerung, dass der zweite Ball auf’s Tor muss, wurde das Kompetenzzentrum deines Spiels aufgelöst. Wie sehr hat dich das zurückgeworfen?

Eigentlich gar nicht. Vielleicht habe ich dadurch ein, zwei Chancen weniger, aber andere haben drei, vier weniger davon. Mich würde mal eine Statistik interessieren, wie viele Tore überhaupt aus Strafraumbällen erziehlt werden – und wie viele es bei mir sind. Ich habe nach der Regeländerung, an der ich übrigens auch beteiligt war, ja auch noch drei Sektionstitel gewonnen.

7. Du und Normann, ihr habt jahrelang das Niveau markiert. An wessen Spiel muss man heute anknüpfen, will man Erfolg haben oder ist der „Thron“ im Augenblick leer?

Das würde ich nicht sagen. Dirk Kallies war über drei Jahre Ranglistenerster. Das hat noch niemand geschafft, selbst Normann nicht. Außerdem gab es „damals“ auch noch eine Reihe ebenbürtiger Spieler. Auch heute sind es ein knappes Dutzend, aber ich würde, ähnlich wie Normann damals, Buza als den, den es zu schlagen gilt, nennen. Wenn bei ihm alles „normal“ läuft, ist er quasi nicht schlagbar.

8. Kann man ohne Trainingspartner, also alleine an der Platte, sein Torwartspiel verbessern oder geht das nur durch das Spielen?

Das geht auf zwei Arten: Natürlich durch Spielen und mit der Werner-Glück-Ballmaschine, ohne die ich niemals einen so guten Torwart bekommen hätte.

9. Jens König hält die Materialfrage für überbewertet. Wie siehst Du das?

Das sehe ich genauso. Da noch nicht einmal Jonathan Weber Lagerspieler benutzt, kann das nicht sehr wichtig sein.

10. Deine Tipp-Kick-Lieblingsanekdote?

Die längste Tipp-Kick-Fahrt aller Zeiten: Ein Ostalbturnierwochenende. Juhu! Ich düse also los und hole die Winckelmänner in Lübeck noch ab, um dann nach insgesamt fast 800 km endlich in der Halle zu sein. Zwischendurch dann irgendwie Bier, Tipp-Kick, Bier, Tipp-Kick (oder andersherum) – keine Ahnung mehr, wer da wie gewonnen hat – anschließend die Rückfahrt. Dann nach einigen Stunden auf der Autobahn, ungefähr Höhe Kassel, bemerkt Basti dann, dass seine Spieler nicht an Bord sind. Nach einigen erfolglosen Telefonaten vom Festnetz einer Raststätte (muss also in den 90ern gewesen sein) also wieder los Richtung Wasseralfingen. Dort mitten in der Nacht angekommen, steht Bastis Tipp-Kick-Koffer tatsächlich auf dem Parkplatz! Nun also wieder los Richtung Norden über Lübeck nach Kiel, um dann am Montag Morgen, nach über 2200 km mit meinem Honda CRX endlich eine Erholung zu gönnen.

11. Hättest Du mehr Titel geholt, wenn Du nicht so hoch im Norden leben würdest? – oder anders: wirst Du eines Tages weiter in den Süden ziehen, damit Du in der Hall-of-Fame Jens König einholst?

Das haben wir uns tatsächlich oft gefragt. Aber Lübeck und Leck waren ja trotzdem sehr erfolgreich. Letztendlich gab es drei Effekte dadurch: Die Touren waren teurer. Wir waren am Montag oft müde. Wir konnten uns auf den langen Fahrten besser auf das Event einstellen. (alternativ: Für Leck und Lübeck war und ist es natürlich immer der doppelte Aufwand, aber dafür wäre ich ohne NoKo, Diak und Basti niemals so gut geworden und der Gewinn der Tönniger Tipp-Kick-Trophy/Schleswig-Holsteinischen Landesmeisterschaft wäre mein größter Triumpf geworden. Der König zehrt ja immer noch von meiner Hannover-Zeit, als er mehrmals pro Woche mit mir trainieren durfte.)

Die Fantastic Four: Oliver Schell, Sebastian Winckelmann, Dirk Kallies und Normann Koch

12. Wenn Dir ein Spiel entgleitet, wie versuchst Du, die Kontrolle zurückzugewinnen?

Erstmal: Entspannen! Anschließend Powerplay, also „Nach-Vorne-Verteidigen“ und „Gegenpressing“ – um nur zwei Plattitüden von Fussball-Kommentatoren zu nennen.

13. An welche unfaire oder zumindest fragwürdige Situation musst du häufig denken?

Och, da gab es sicherlich schon ein paar. Aber das MM-Play-Off-Spiel ‚Koch vs Heinze‘ wird mir wohl immer in Erinnerung bleiben.

14. Hast Du in den Anfängen viel ausprobiert oder schnell deinen Stil gefunden?

Klar, in den Anfängen haben wir alles ausprobiert. Anfänglich war ich die Tormaschine, dann der Konterspieler, Abwehrbollwerk und schließlich der Strafraumdribbler. Nur ein gutes Drehermännchen konnte ich nie erwerben …

15. Würdest Du einen Deutschen Einzelmeistertitel hergeben, wenn Du dafür als der Erfinder des Farbspiels in die Geschichte eingehen würdest?

Nein, ich bin schon stolz, dass Normann es mir als Erstem verraten hat! Ich habe ihn damals übrigens für verrückt gehalten.

16. Findest Du die Farbe des Torwarts wichtig, gar entscheidend, um gut halten zu können?

Vor meiner Hoch-Zeit als Torwarttitan (in den 1990ern) hatte ich meinem Torwart einen Superman-Anstrich verpasst. Dieser hatte leider eine 2mm-Stange, so dass ich diesen ausmustern musste.

17. Wann hast Du dein letztes Eckballtor geschossen?

2016 in Berlin. Zwei von jeder Seite.

18. Normann gilt als der brilliantere Spieler, einer, der in die Bälle schon mal eine Portion Chaos hineinfügt. Dein Spiel versucht, das Chaos auf Muster zu reduzieren. Normanns Spiel war eher entdeckend, deins wiederholend. Siehst Du das auch so?

Ich habe es in direkten Partien eher so gesehen: Normann kreierte neue Schüsse, die ich dann zerstören durfte.

19. Du bist der einzige, der Normann Koch in einem DEM-Finale jemals besiegt hat. Habt ihr manchmal über dieses Spiel gesprochen oder es gar analysiert?

Ja, auf der Rückfahrt ungefähr eine Minute.

Oliver Schell war der einzige, der seinen Kollegen Normann in einem DEM-Finale mit 2:1 schlagen konnte

20. Wenn es einen Oliver-Schell-Fan-Club geben würde und die würden sich alle einmal im Jahr an einer Tipp-Kick-Platte treffen. Welches Tor von Dir sollten sie nachspielen?

An so ein „Götze-/Gerd-Müller-Tor“ kann ich mich nicht erinnern.

21. Was hältst du von Jens König? Also ehrlich!

(Die Antwort wurde auf Wunsch eines Tipp-Kickers gestrichen… haha…)

Im Prinzip ziemlich viel. Z.B. ist es quasi unmöglich, sich mit ihm zu streiten, obwohl ich das doch schon mal geschafft habe. Er hat allerdings auch Schwächen. Die werden hier aber natürlich nicht verraten.

22. Welches Alterswerk hast Du in Sachen Tipp-Kick noch vor?

Vielleicht irgendwann nochmal mit den alten Lübeckern BW Concordia Lübeck mit jungen Spielern aufleben lassen. Dirk hat da ja auch so ein paar Schulprojekte laufen. Vielleicht ziehe ich als Rentner ja auch wieder nach Lübeck.

23. Deine Erfahrung mit Eigentoren? oder anders: Wie sehr sollte man als Champion (oder um einer zu werden) mit dem Glück zusammenarbeiten?

Da gab es schon ein paar sehr bittere (Bretter vom Gebälk oder eine Ecke ins eigene Tor „legen“). In einem Zehnminuten-Spiel braucht man i.d.R. auch Glück, um gegen einen nahezu gleichstarken Gegner zu gewinnen. Um Ranglistenerster zu werden allerdings nur Ausdauer neben einem gewissen Talent.

24. Die „Königsdisziplin“ im Tipp-Kick: Eckballtor oder Strafraumball?

Die „Jens-Königsdisziplin“ ist ganz klar der Strafraumball. Die Königsdisziplin“ im Tipp-Kick ist natürlich die Ecke (neben dem ein oder anderen Verarschungstrick).

Jens König und Oliver Schell – zwei Weggefährten, die sich gut verstehen!

25. Hast Du schon mal ungepflegt oder schlampig gekleidet an der Platte gestanden? oder anders: Sollte es im Tipp-Kick (wie im Dart und beim Billard) eine Kleiderordnung geben?

Ich hatte auf langen Fahrten mal so eine weite Adidas-Jogginghose an, worauf Dirk mich als „lettischen LKW-Fahrer“ bezeichnete. Kann sein, dass ich die auch mal an der Platte trug. Normalerweise bin ich gegen eine Kleiderordnung. Wenn es allerdings Sponsoren gibt oder gar TV-Übertragungen, wäre ich zu Kompromissen bereit.

26. Du hast dich von den öffentlichen Tipp-Kick-Verbandsämtern verabschiedet. Faulheit oder sind jetzt mal die anderen dran?

Jetzt sind mal andere dran. Am besten immer die, die auch gerade Bock darauf haben. Es ist eben auch viel Arbeit.

27. Kennst Du einen Tipp-Kick-Witz?

Nicht so einen richtigen. Aber Ende der 80er hat unser damaliger Vereinschef – Andreas Henseling – Normann und mich damit beauftragt, neuen Mitgliedern ein bisschen etwas zu zeigen. Worauf wir ihnen diverse Lichtschalter, Schubladen und Schränke zeigten 🙂

28. Würdest Du sagen, dass Du durch dein Spiel die Welt verändert hast?

Natürlich nicht. Vielleicht nicht mal die Tipp-Kick-Welt. Aber der lange Pass auf die Sechzehnerlinie und ein modernes Torwartstellungsspiel wird man vielleicht schon mit mir in Verbindung bringen.

29. Wieviel Raum gibst Du während eines Matches der Selbstdarstellung?

Das kommt natürlich auf die Wichtigkeit des jeweiligen Spiels an. Und ob es strategisch klug ist. Und und und …

30. Das nächste Level wäre, den Ball nicht nur auf Farbe zu legen, sondern so, dass er auf einer gewünschten Position, in einer bestimmten Stellung liegen bleibt. Ist das anzustreben oder tut sich da ein Wahnsystem auf?

Naja, natürlich legt man auf die gewünschte Position. Aber die bestimmte Stellung? Wie soll das denn gehen? Ach ja, einfach zum Torwart zurückspielen.

31. Tipp-Kick ist nur in Echtzeit genießbar. Es gibt wenige gute Aufzeichnungen von alten Spielen. Fluch oder Segen?

Schade. Das ist sehr schade. Aber die Videoaufzeichnungen steigen mit der Technik (Smartphones) ja gerade stark an.

32. Manchmal gehörst Du auch zu den „lauten Spielern“, den „Brüllern“. Dann hört man Wörter aus dem eigenen Mund kommen, die das Selbstbildnis eines fairen, coolen, beherrschten Menschen zertrümmern. Ärgerst Du dich hinterher über solche „Ausraster“?

Nein, das war immer berechtigt 😉

33. Zehn Jahre nachdem A. -als Schiedsrichter- eine Ecke zu unrecht gegen B. gegeben hatte (die Ecke blieb folgenlos), rächte sich B., in dem er A. bei einem Spiel einen Elfmeter ins Tor schoss! Wie gut ist Dein Tipp-Kick-Gedächtnis?

Es gibt natürlich ein paar Spiele, die immer in Erinnerung bleiben. Also eher Spielszenen. Aber bei der Mehrzahl dieser bemerkenswerten Spiele war ich dann eher Schiedsrichter oder Zuschauer.

34. Ärgerst Du Dich auch über gewonnene Spiele?


Ich heiße ja nicht Dirk Kallies.

Oliver Schell hat 13 große Einzeltitel gewonnen – hier bejubelt er den Triumph bei der Norddeutschen Einzelmeisterschaft 2010.

35. Letzte Worte auf dem Sterbebett:

„Letzte!“

36. Wie sieht deine Wunsch-Mannschaft unter den derzeit noch aktiven Tipp-Kickern aus?

König, Malessa, Sebi Wagner und wenn ich darf: Schell.

37. Wie positionierst Du deinen Abwehrkicker? Benutzt Du Spielfeldlinien zur Orientierung?

Nein, nur die Pfosten sowie die gefährlichste Flugbahn des jeweiligen Gegners. 15 cm vor dem Strafraum ist es gegen Schwaß allerdings reine Glückssache.

38. Wo siehst Du noch Erneuerungsmöglichkeiten beim Tipp-Kick?

Die Spielmännchen sind schon sehr gut. Eine Vereinheitlichung und Perfektionierung des Filzes würde sicherlich viel bringen.

39. Frage an den Torwarttitan: Ist der Ylipulli, diese Schlampe unter den Tipp-Kick-Bällen, nicht eine angemessene Form, eine stabile Abwehr zu überwinden?

Ja, natürlich! Gegen Torhüter, die gerade in einem Halterausch sind, helfen normalerweise nur solche Schlampen. Außerdem bringen sie einen gewissen Witz in das Spiel. Wenn die Aktion ungefähr so auch gewollt war, finde ich es dann auch eine schöne Aktion.

40. Dein Name auf isländisch: Olivar Zunullson oder Spinnar Strafraumson?
Letzteres ist besser. Aber bleiben wir lieber bei der Spinne.

41. Wann das letzte mal gegen ein Kind verloren?

Ich glaube in Berlin gegen Valentin Tenner (Ostern 2016). Aber diese Niederlage tat kaum weh, obwohl ich letztendlich in der Gruppe ausgeschieden bin.

42. Ist Fairness wichtiger als Ergebnis?

Gegen einen fairen Spieler ja! Und das betrifft über 95% der aktuellen Tipp-Kicker. (Wer sich angesprochen fühlt bzw. nicht angesprochen fühlt: selbst schuld.)

43. Sollte Tipp-Kick mehr Einzug in das öffentliche Leben nehmen, also z.B. Kicker als Ampelmännchen; auf den Autobahnraststätten mehr überdachte Tipp-Kick-Platten (statt Spielplätze) oder als Redewendung in Partnerschaften…“Sprich nicht in diesem Klemm-Brett-Ton mit mir“!

Das würde mich natürlich freuen. Aber bevor dafür Millionen investiert werden, wäre ich eher für ein Preisgeld $$$, auch wenn ich selbst davon nicht mehr profitiere.

44. Stimmt es, dass viele große Tipp-Kicker, die verschwunden sind (Runge, Steinfeld, Bacher, Koch, Klecz) sich heimlich in Darkrooms treffen und Turniere spielen?

Sind Bacher und Klecz wirklich große Tipp-Kicker? 😉 Ansonsten: Ja, Normann trifft sich regelmäßig mit Jens Runge zu ein paar Feindschaftsspielen…

45. Kennst Du Verarschungstricks im Tipp-Kick?

Na klar. Aber die kennen mittlerweile meine Gegner auch. Ach so, soll ich jetzt den anderen diesen auch noch verraten? Okay, also man täuscht einen ungefährlichen Schuss an, bzw. eine indirekte Aktion, um dann aufs blanke Tor zu schießen.

46. Spielst Du gerne Tipp-Kick?

Hängt echt stark von meiner Laune ab. Deswegen bringen Turniere eigentlich immer Spaß, da ich da eben nur hinfahre, wenn ich Zeit und Bock habe. Bei Mannschaftsspielen kann das mal in „Arbeit“ ausarten.

47. Vor einem wichtigen Spiel: bist Du vor deinem Gegner an der Platte oder erst in letzter Sekunde?

Idealerweise eine Minute vorher. Um in Ruhe die Spieler auszupacken und den Ball noch zu checken. Wann der Gegner kommt, ist mir egal.

48. Gibt es beim Tipp-Kick-Training auch Übungen, die man ohne Ball machen kann?

So wie der Hackl-Schorsch beim Bob oder wie? Nicht, dass ich wüsste.

49. Der Norden ist flach. Dort spielt (spielte) man häufig Aufsetzer und harte Bretter. Der Süden ist eher hügelig und kurvenreich. Dort spielt man Heber und hohe Bälle, um aus den Tälern hinauszukommen. Wie wichtig ist Geographie – also die physische Beschaffenheit des Raumes – für die Art und Weise wie wir spielen?

Flach spielen – hoch gewinnen.

50. Allein das Zögern ist human. Ist der Konter also ein barbarischer Ball?

Ja. Und das in Reinkultur.

Zum Konter bereit- Oliver Schell im Spiel gegen Michael Hümpel.

51. Werden Tipp-Kick-Bälle eines Tages so rar werden, dass sie Zigaretten als Währung auf dem Schwarzmarkt ersetzen?

Zigaretten? Die kannst du dann mit Gold aufwiegen.

52. Sind Wegener-Kicker (egal ob von Oliver oder Uwe) kleine Skulpturen der Überlegenheit? oder anders: sollte man so einen Kicker auf der Platte liegen haben, damit der Gegner weiß: hier wird Tipp-Kick 4.0 gespielt (oder 4:0..)?

Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das wirklich so viel bringt. Ein gut getrimmtes Männchen der alten Generation ist meiner Meinung nach auch nicht schlechter. Aber vielleicht nicht so wartungsfrei.

53. Welche Frage sollte Dir die Wunschfee beantworten?

a.) Was ist dunkle Materie?

b.) Wie gelingt mir der perfekte Dreher?

Da ich die Antwort auf b.) sowieso nicht verstehen würde, lieber a.)

54. Du hast unzählige Stunden an der Platte gestanden, bist tausende von Kilometern gefahren, um Strafraumbälle zu versenken… was hättest Du mit dieser Zeit sonst gemacht, wenn nicht Tipp-Kick gewesen wäre?

Sehr gute Frage! Aber ich habe auch sonst sehr viel gemacht (Reisen usw.), so dass ich nicht das Gefühl habe, etwas verpasst zu haben. Wahrscheinlich hätte ich die Zeit dann entweder mit einem anderen Sport verbracht oder mit dem Versuch, Millionär zu werden.

55. An der Platte: Ist die Körpersprache (Ausdruck) wichtiger als das technische Vermögen?
Natürlich technisches Vermögen. Wer sich von der Körpersprache beeinflussen lässt, ist eh kein Gegner.

56. Sollte der Deutsche Tipp-Kick-Verband einen Detektiv engagieren, um die letzten noch fehlenden Tipp-Kick-Spielprotokolle für das Liga-Archiv ausfindig zu machen?
Jens König und ich würden es zusammen schaffen. Unser Arbeitgeber müsste uns nur einen Monat freistellen. Dann würden wir deutschlandweit in Kellern rumwühlen.

57. Gibt es jetzt auf den Turnieren häufiger Gegner, die gar nicht wissen, wer du eigentlich bist?

Die gab es tatsächlich schon immer. Aber jetzt werden es wieder mehr.

58. Ist die Torlinie der Trennungsstrich zwischen Himmel und Hölle?

Ach Quatsch. Über eine tolle Aktion von einem sympathischen Gegner kann man sich doch auch freuen. Apropos Torlinie: wie geil wäre es, wenn wir die Hawk-Eye-Technik hätten? (Christian, jetzt bist du mal dran)

59. Bevor ich Dir Frage 59 stelle, bitte an einen Tipp-Kick-Tisch stellen, Kicker und Ball nehmen und 15 x hintereinander auf Farbe legen…ohne Fehlversuch…

Ich habe früher vor wichtigen Events (BL-Spielen, Play-Offs, Turnieren) solange Abstöße geübt, bis ich zehn Mal hintereinander den Ball auf meine Farbe gelegen habe. Das mache ich seit ca. 10-15 Jahren nicht mehr, weil ich sonst eine Spielplatte blockieren würde.