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Porträt: Schlachtenbummler Bochum

Sie sind bei (fast) jeden Turnier in Deutschland dabei und tragen dunkelblaue Trikots: Die Schlachtenbummler Bochum, liebevoll SchlaBos genannt. Seit der Gründung im Jahre 2010 geht es mit den Bochumern qualitativ und quantitativ stetig bergauf: In der aktuellen Saison wurde erstmals eine zweite Mannschaft gemeldet und die erste ist große Titelfavorit in der Regionalliga West. Grund genug, einmal die Geschichte der SchlaBos nachzuvollziehen, vielleicht stehen andere Vereine ja gerade am Anfang ihres Weges…

2006 : Der Startschuß einer großen Leidenschaft

Kurz nach der Fussball Weltmeisterschaft in Deutschland bekam Achim Schmidt ein Tipp-Kick Stadion mit Netztoren geschenkt. Die beiligenden Spieler waren noch die Neandertaler-Figuren mit dem Klumpfuß aus der Urzeit des Tipp-Kicks. Da man ja bereits als 7-8 jähriges Kind das kleine Rollfeld bespielt hatte, wusste man auch schon über moderne Tipp-Kick Männchen Bescheid, die prompt besorgt wurden. Die TOP-Kicker!
Mit Fabian Schrenk und Marco Murgia wurden dann bei Achim Schmidt einige Matches bestritten, wobei die Paarung Achim vs. Fabian aufgrund der räumlichen Nähe zum Klassiker wurde. Bereits nach der 3. Partie entschied man sich spontan, alle Ergebnisse schriftlich niederzulegen. Gespielt wurde natürlich nach eigenen Regeln, da man das Regelheft entsorgt hatte. Sieger war derjenige, der zuerst 5 Tore erzielt hatte, wobei analog zum Tennis ein 2 Toreabstand erforderlich war. Bei einem 5:5 musste dann das Elfmeterschießen entscheiden.

Mit Achim Schmidt fing alles an und auch heute noch ist der Gründer aktiv!

Nach dem ersten Rausch der ausgetragenen Spiele wurden dann unsere Regeln modifiziert. Es wurden die WM-Classic Teams erworben, so dass fortan jeder je 3 Spielfiguren (Kicker, Top-Kicker & Star-Kicker) und einen Keeper besaß. Derjenige, der nicht in die Gunst des Anstoßes durch Balleinwurf kam, platzierte sofort seine 3 Mannen als Abwehrmauer kurz vorm eigenen Strafraum. Der Spieler, mit dem man geschossen hatte, musste am letzten Schussort stehen gelassen werden.
Bis Mitte 2007 wurden nach dieser Spielordnung von Achim und Fabian 570 Spiele bestritten, von denen in 96 Partien der Sieger erst nach dem Elfmeterschießen gekürt wurde.

2007 : Eine neue Welt

Zwar ballerten sich Fabian und Achim noch relativ regelmäßig die Bälle um die Ohren, dennoch war der Reiz nicht mehr ganz so groß wie in den Anfangszeiten. So wurde Achim auf der Mieg-Homepage auf einen Verein in Gevelsberg aufmerksam und nahm Kontakt auf. Nach erfolgter Einladung ins Bergische stand Achim mit seinem Spielermaterial nun in Siggis nach einem Swingerclub anmutenden Kellernamen „Blue Moon Arena“ und kam sich vor wie auf einem anderen Planeten. Nicht dass die Einheimischen so fremd wirkten, nein, deren Spielermaterial hatte schon etwas von einem Mini-Terminator: einfarbige Metallkörper, lasergefeilte Schussbeine und Torhüter ohne Druckknöpfe lagen auf den Platten. Außerdem faselten die Anwesenden die ganze Zeit irgend ein wirres Zeugs von Farbspiel und Drehern. Dann kam auch noch der 12-jährige Sohnemann des Hausherrn und schickte Achim mit 8:0 von der Platte. Sieglos und entgeistert ging es zurück nach Bochum.

Auf Revanche sinnend besuchte Achim nun regelmäßig die Gevelsberger und konnte auch bald seine ersten Siege feiern. Auch Fabian hatte Interesse und war das eine oder andere mal zu Gast im Ennepe-Ruhr-Kreis. Achim schloß sich dem Verein an und bestritt dann in der Saison 2007/08 einige Verbandsligaspiele und ein Regionalligaspiel. Die Verbandsligasaison wurde von ihm überraschend positiv mit einer 16-3-9 Bilanz und auf Platz 9 der Einzelstatistik abgeschlossen.

Mitte 2007 wurde dann der erste Versuch gestartet, einen eigenen Bochumer Tipp-Kick Verein auf die Beine zu stellen. Es wurden sogar 8 Turniere mit bis zu 9 Teilnehmern ausgerichtet. Aber das Interesse der anderen Teilnehmer ließ dann doch zu schnell nach.Höhepunkt des Jahres war dann die erste Teilnahme von Achim an der Westdeutschen Einzelmeisterschaft in Gevelsberg, die immerhin in Runde 2 führte.

Die SchlaBos besuchen fast jedes Turnier und sind aus der Szene nicht mehr wegzudenken!

2008 : Regionalliga und Deutsche Einzelmeisterschaft

Das Vorhaben, einen eigenen Club zu gründen, war in diesem Jahr nicht mehr vorhanden. Marco und Fabian besuchten zwar unregelmäßig die Blue Moon Arena, waren aber nicht mit dem nötigen Ehrgeiz bei der Sache. Turniere wurden in der Kellerbar zum Ruhrstadion auch nicht mehr ausgetragen, lediglich einige Spiele gegen Marco oder Fabian wurden noch gespielt. Dafür startete Achim Schmidt in seine erste komplette Regionalligasaison. Am Ende stand eine fast ausgeglichen Bilanz zu Buche: 13- 2-17 bei einem positiven Torverhältnis.

Absolutes Highlight war dann die erste Teilnahme an einer Deutschen Einzelmeisterschaft. Achim wurde die Ehre zu Teil, sein Eröffnungsspiel gegen keinen geringeren als Normann Koch bestreiten zu dürfen. Sensationelle 4 Tore konnte Achim erzielen, musste aber (natürlich) auch doppelt so viele kassieren. Und es sollte sogar für die 2 Runde reichen, in der sich dann aber die Spreu vom Weizen trennte.

2009 : Der vierte Mann…

… fehlt uns noch!!!

Achim, Fabian und Marco waren sich über die Gründung eines Bochumer Tipp-Kick Vereins einig. Doch zu dritt war dies leider nicht möglich, aus Bochum stammende Kandidaten zeigten leider nicht das nötige Interesse. Und einen Fussballfan aus Ückendorf oder Lüdenscheid mochte auch keiner in seiner Truppe haben. Wir wollten eine reinrassige, blau-weisse Truppe aus Bochumer Schlachtenbummlern bleiben! Aber die Begeisterung fürs Tipp-Kick war bei allen Dreien vorhanden. Fabian bestreitete 2 Regionalligaspiele für die zweite Gevelsberger Mannschaft und war der siegbringende Mann des vereinsinternen Duells gegen die erste Mannschaft im entscheidenen letzen Spiel. Er warnun auch häufiger zum Training in der Kellerbar zum Ruhrstadion. Achim gelang ein Sieg gegen Sprockhövels Urgestein Paulo Vicente in seinem Abschiedsspiel für Gevelsberg und er belegte den 59. Platz bei der WDEM.

2010: SchlaBO GOAL, GOAL, GOAL

Bochum, 08.05.2010, 13:30 Uhr, Biergarten der Gaststätte Ritterburg an der Castroper Straße. Zwei Stunden vor Anpfiff des letzten Spieltages der 1. Bundesliga zitterten Achim Schmidt, Fabian Schrenk, Marco Murgia und Dennis Vorberg dem entscheidenden Spiel unseres heißgeliebten VfL Bochum 1848 gegen die „Nie Da“ Sachsen entgegen. Wir schweiften kurz vom Thema Fußball ab und kamen auf Tipp-Kick zu sprechen. Marco, Fabian und Achim bekundeten nochmals ihre Bereitschaft zur Gründung des „Tisch-Fußball-Vereins Schlachtenbummler Bochum“. Dennis Vorberg, ein Studienkollege von Fabian, hörte gespannt zu und sprach dann den entscheidenden, bahnbrechenden und historischen Satz aus: „Ich mach mit!“ Der magische Moment, die Geburt der Schlachtenbummler! Dennis Vorberg, derjenige der zuvor noch NIE Tipp Kick gespielt hat, stieg als vierter Mann in unsere Truppe ein. Genial!

Ein fester Trainingstermin wurde vereinbart und nach dem grauenhaften VfL-Abstieg in Liga 2 gleich ein neues Ziel gesteckt: Der Doppelaufstieg des VfL Bochum 1848 und der Schlachtenbummler Bochum. Kurzerhand wurden die SchlaBOs beim Deutschen Tipp-Kick Verband angemeldet. Nur wenige Wochen später traute Achim seinen Augen nicht, in seinem E-Mail-Account erschien die Nachricht: Tipp-Kick – Interessent! Der Absender der Mail wurde kurzerhand eingeladen und kam mit seinem King-Kong Spielermaterial zum Training. Verwundert darüber, dass wir nicht im Sitzen spielten, bekam er große Augen. Ein positiv Verrückter, der nicht einschlafen konnte, sollte er nicht 50 Bälle gespielt haben. Marcus Ernst schraubte unsere Mitgliederzahl zwischenzeitlich auf 5 in die Höhe.

In der Saison 2010/2011…

…starteten die Schlachtenbummler zu ihrem Jungfernflug in der Verbandsliga West, konnten jedoch ähnlich wie der VfL Bochum in der 2. Bundesliga, ihre ambitionierten selbstgesteckten Ziele nicht ganz erfüllen und belegten nach einer spannenden Spielzeit letztendlich hinter den Zweitvertretungen von Sprockhövel und Gevelsberg den 3. Tabellenplatz und schrammten so knapp am Aufstieg vorbei. Für ihr Debüt trotzdem eine respektable Leistung und Ansporn für die folgende Saison!

Die Schlachtenbummler behielten jedoch vorerst den Parallel-Kurs zum VfL Bochum bei und verbrachten weitere 2 Saisons in der Verbandsliga West und belegten 2011/2012 den vierten, 2012/2013 abermals den dritten Tabellenplatz. Für den erhofften Aufstieg reichte es bei beiden Vereinen (noch) nicht. Während dieser Zeit kehrte bei den SchlaBOs jedoch keine Stagnation ein, ganz im Gegenteil! Hinter den Kulissen hatte sich einiges getan: Gründungsmitglied Dennis Vorberg musste sein Hobby aus Zeitgründen und veränderter Wohnsituation bereits zum Ende der Startsaison aufgeben und verließ den Verein. Die 4 verbliebenen Schlachtenbummler schlugen sich wacker, taten sich jedoch schwer kurzfristige Ausfälle zu kompensieren.

Zur Saison 2012/2013…

…stieß dann endlich ein fünftes Mitglied zu den SchlaBOs: Matthias Wietoska ließ sich durch Fabian zum Tipp-Kick überreden und hatte bei seiner ersten Trainingssession gleich Blut geleckt und eine neue Leidenschaft entdeckt. Durch natürlichen Ehrgeiz und hartes Training mit Sonderschichten in den heimischen vier Wänden entwickelte er sich vom talentierten Ergänzungsspieler schnell zur zuverlässigen Stammkraft. Im weiteren Verlauf der Vereinsgeschichte gelang es ihm in der folgenden Saison sogar sich gemeinsam mit Achim als Leistungsträger der SchlaBOs zu etablieren.

Die SchlaBos tragen ihren Verein nicht nur im Herzen, sondern auch als Branding auf dem Koffer!

Doch bevor wir zur Saison 2013/14 kommen,…

…gab es noch weiteren Zuwachs für die SchlaBO-Familie: Christoph Schmidt fand über die Internetseite den Weg in den Trainings-Keller und brachte kurzerhand seinen Papa und seinen Schwager aus Dorsten-Rhade zum Schnupper-Training mit. Die drei hatten zwar über Internet-Recherche bereits eine Ahnung vom „professionellen“ Tipp-Kick bekommen, fröhnten bis dahin allerdings noch bei familieninternen Duellen der Cup-Variante aus dem Spielwarenhandel und wollten sich bei den Schlachtenbummlern nun in die „große Welt des Tipp-Kicks“ einführen lassen. Da das Interesse bereits vorhanden war und von Anfang an Sympathie zwischen allen Beteiligten herrschte, wurde Christoph nach ein paar weiteren Trainingsessions dann auch offiziell ein Schlachtenbummler und komplettierte den Verbandsligakader der Saison 2013/14.

Mit einer personell, wie auch leistungsmäßig breit gefächerten Mannschaft, wurde abermals das große Ziel „Aufstieg“ in Angriff genommen und die Vorzeichen standen dafür gut. Achim spielte auf konstant hohem Niveau, Matthias konnte immer öfter durch starke Leistungen überzeugen und durch den Neuzugang Christoph war im Training nun auch bei den anderen SchlaBOs deutlich mehr Ehrgeiz im Kampf um die 4 Startplätze im jeweils nächsten Ligaspiel zu spüren, so dass man sich gegenseitig positiv pushte und alle schnell Fortschritte machten. Nach seinem mit 4:4 Punkten ausgeglichenem Debüt in Mönchengladbach, gelang es Christoph dann sogar regelmäßig sich über Trainingsergebnisse in die Startformation zu spielen. Kurz darauf mussten Fabian Schrenk (Knie) und Marcus Ernst (Rücken) die Saison leider verletzungsbedingt vorzeitig beenden, diesmal konnte man die Ausfälle jedoch personell ersetzen. Lediglich im Spiel gegen die Duisburger Hardcore Blitze, musste man auf den Einsatz von Christoph’s Papa Uli zurückgreifen um vollzählig antreten zu können. Nach turbulentem Verlauf und einer besonders spannenden Schlussphase wurde es die bis dato erfolgreichste Saison in der jungen Bochumer Vereinsgeschichte: Die SchlaBOs belegten am Ende den ersten Platz, erreichten den lang ersehnten Aufstieg in die Regionalliga und krönten die Saison mit der Verbandsliga-Meisterschaft.

Das Ziel für die Saison 2014/15…

…der Schlachtenbummler war ganz klar: der Klassenerhalt und Verbleib in der Regionalliga West. Nach einem zunächst guten Start folgten knappe Niederlage in Essen und Düsseldorf, so dass man nach den Rückzügen von Sprockhövel und Ostwestfalen Magic zwar nicht mehr absteigen konnte, aber auch jegliche Chance oben mitzuspielen vertan hatte. Ein solider 4. Platz stand für die Bochumer Recken letztendlich zu Buche, die sich dank anhaltender Verletzungsmisere wiederholt mit Uli verstärken mussten.

Trotz der durchwachsenen Vorsaison…

…vertrauten die SchlaBOs auf ihre Qualitäten und gaben für 2015/2016 das ambitionierte Ziel „Zweitliga-Aufstieg“ aus. Dass sie den Mund nicht zu voll genommen hatten, bewiesen sie im weiteren Verlauf der Spielzeit, in dem sie Sieg um Sieg einfuhren und diesmal auch knappe Spiele für sich entscheiden konnten. Zum Saisonende stand dann das große Finale gegen die ebenso ungeschlagenen Dortmunder Tornados an. Diese hatten die Liga souverän dominiert und waren so klarer Favorit gegen die Bochumer Underdogs, zu mal ihnen an heimischer Spielstätte bereits ein Unentschieden zur Meisterschaft genügte. Die Atmosphäre auf den Rängen war eines Endspiels absolut würdig, denn es hatten sich zahlreiche Schaulustige aus den benachbarten Vereinen zu diesem Kräftemessen eingefunden. Leider mussten sie mit anschauen, wie sich auch in diesem Spiel eine starke Dortmunder Mannschaft mit dem Einzug in Liga 2 belohnte, während glücklose Bochumer enttäuscht in die Röhre guckten.

Nachdem die Enttäuschung über die verpasste Chance verflogen war,…

…machte man sich in Bochum mit Feuereifer an die Saisonvorbereitung 2016/17.

„Jetzt erst recht!“ lautete das Motto und so verstärkten sich die SchlaBOs während der Sommerpause nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ, so dass man erstmals eine zweite Mannschaft für den Spielbetrieb in der Verbandsliga West melden konnte. Die erste Mannschaft um Achim, Matthias und Christoph verstärkt fortan Michael Kalentzi, der mit seinem Sohn aus K’lautern wechselte. Alexis Kalentzi stößt in der zweiten Mannschaft zu Uli Schmidt und Björn Schulte, die nun ebenfalls auch offiziell Schlachtenbummler sind, sowie den Routiniers Marco und Fabian. Außerdem stößt noch Nico Girolami aus Langendreer neu hinzu und startet seine Tipp-Kick-Karriere. Bisher hatte er nur gelegentlich im familiären Kreis mit seinem Onkel Uli, Cousin Christoph und Schwip-Schwager Björn an der Filzplatte gestanden. Last-Minute wechselte dann noch Marcel Kapp und seine Mutter Elena vom TKC Gevelsberg an die Hattinger Straße nach Bochum und komplettieren damit den Verbandsliga-Kader der SchlaBOs.

Leider gibt es aber auch einen Abgang zu beklagen: Der verletzungsgeplagte Marcus Ernst pausiert seine aktive Tipp-Kick-Karriere und tritt deshalb vorerst nicht mehr für die Schlachtenbummler an.

Seit 2016 sind die Bochumer TIPP-KICKer übrigens auch als offizieller Fanclub des VfL Bochum aktiv und machen nun auch beim Rasenfußball dem Vereinsnamen alle Ehre. Vielleicht nähert man sich so langsam dem großen Traum an, ein großes TIPP-KICK – Turnier in der VIP-Loge des Bochumer Ruhrstadions zu veranstalten…?!

Der VFL ist das zweite gemeinsame Hobby der SchlaBos!

Aktuelle Informationen über die Schlachtenbummler findet ihr auf Facebook oder der Bochumer Homepage!

1. Bundesliga – 2016/17: Wundertüte Bundesliga

Die Nummer 1 der DTKV Turnierrangliste, Fabio de Nicolo vom TKV Grönwohld, resümiert über die erste Saisonhälfte der Bundesliga und gibt einen Ausblick auf das, was uns im neuen Jahr erfreuen wird.

Während letzte Saison die neue Formation von Gallus Frankfurt nicht zu stoppen war, werden in dieser Saison die Karten anscheinend ganz neu gemischt. Obwohl sich der hessische Top-Klub immer neue Inspirationen und Motivation holt, um den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten: Sei es in Form von gesunder Ernährung oder blauen Turnschuhen. Doch Tipp-Kick-Deutschland setzte von Beginn an ein Zeichen! Das „Lutra-Herzblut“ um Baadte, M. Hahnel und die „Neu-Pfälzer“ König und F. Wagner sollte von Beginn an für Furore sorgen! Man schlug Frankfurt zu 10. Gallus verlor am selben Tag noch gegen Hirschlanden. Es gibt manchmal Tage im Leben, da soll einfach nichts gelingen. Den Spieß konnte Michael Kaus wenigstens auf der DEM in Kaiserslautern komplett drehen. Sein Sisyphos-Syndrom wurde endlich in Form des Titels des Deutschen Einzelmeisters gebrochen. Hirschlanden glich am ersten Spieltag den Ausfall von Max Daub aus. Viele hätten sicherlich mit dem Juwel Florian Stähle gerechnet. Aber nein, die Oldies Schlotz und „Dirty Harry“ Füßinger zauberten Altmeister Andreas Schneider aus dem Hut. Seine beiden Punkte sollten gegen Gallus auch Nr. 16 und Nr. 17 sein. 3:0 gegen Michael Kaus. Welch eine Geschichte. Sein Torverhältnis ist ebenfalls spektakulär: Nur neun Gegentore gegen den amtierenden DMM. Anscheinend ist Tipp-Kick vielleicht auch wie Fahrrad fahren, verlernt man wohl doch nicht.

Personelle Verschiebungen gab es jedenfalls auch bei Celtic Berlin. Marcel „Zecke“ Horchert wollte seinen Fokus für eine Saison auf den Fußball legen. Für ihn rückte Max Gottschalk nach. Definitiv keine Verschlechterung. Auf einmal fuhr „Zecke“ auf Turniere und sorgte dort für Dramatik, sei es auf der DEM oder NDEM. Am zweiten Spieltag erregte man nochmals Aufsehen: Celtic nominierte Horchert nach, ließ den Präsidenten zu Hause und verlor das erste Spiel gegen Amberg. Hätte man 10 Euro bei bwin auf Amberg setzen können, wäre die nächste Saison für einen dezentralen Bundesliga-Klub finanziert gewesen. Im Anschluss drehte man jedoch sensationell das Spiel gegen Kaiserslautern. Ein schönes Beispiel, was zur Zeit im Oberhaus des Tipp-Kicks alles so gehen kann. An Motivation und Feuer sind die Kelten der Hauptstadt wohl kaum zu schlagen. Ein Team, dem definitiv die Zukunft gehören könnte.

Apropos Amberg: Nach dem sensationellen Aufstieg ins Oberhaus wurde einer „der verlorenen Söhne“ in den Stammverein zurückgeholt. Spielerisch scheint Sebastian Wagner eine Renaissance zu durchleben und insbesondere im Sturm Fortschritte zu machen. In vergangenen Glanzzeiten überwogen eher seine Defensivqualitäten. Nach zwei Spieltagen hat Amberg drei Punkte auf der Habenseite, der andere Aufsteiger, Drispenstedt, allerdings auch. Falls Amberg der Klassenerhalt gelänge, wäre das Wort „Uferlooooos“ sicherlich bis in sämtliche Ecken unserer Republik zu hören. Drispenstedt setzt allerdings mit Nieder und Bartels auf das Projekt „Jugend forscht“. In puncto Klassenerhalt setzt man natürlich auf Lungelas und Sochas Routine. Die neue Spielstätte des Hildesheimer Traditionsvereins ist auf jeden Fall erstklassig.

Grönwohld muss nach der letzten Saison sicherlich mehr tun, um das Play-Off zu erreichen. Dennoch überwintert ein Grönwohlder auf dem ersten Platz der Einzelwertung. Marc „The Iceman“ Koschenz. Der Mann, der eigentlich nie da ist. Schön, dass er Zeit hat. Nach dem ersten Spieltag beendete er seine Spiele mit den Worten: „Ich packe die Jungs beim nächsten Spieltag wieder aus. Dienst nach Vorschrift.“ Einfach mal Spaß haben. Die Play-Off-Plätze werden sicher unter Lautern, Berlin, Grönwohld, Hirschlanden und Frankfurt aufgeteilt.

Kann der TKV Grönwohld mit Marc Koschenz (r.) in Bestform nochmals Deutscher Mannschaftsmeister werden?

Mit keinem einzigen Punkt muss der letztjährige Play-Off-Teilnehmer, TKV Jerze, auskommen. Operation Klassenerhalt wird bei dem Restprogramm eine Mammutaufgabe für die sympathischen und gastfreundlichen Männer aus Bockenem u.U. werden. Der Ausfall von Hacky Jüttner war am zweiten Spieltag sehr schwer zu kompensieren. Kein Jerzer schaffte es bis dato, einen Schnittwert nach der Hinrunde zu erzielen. Bei den Kollegen aus Waltrop war Top-Mann Oliver Hahne bis jetzt nicht dabei und ebenfalls schwer zu ersetzen. J. Hahnel und M. Müller konnten an ihre letztjährigen Leistungen noch nicht anknüpfen. Mit 2:6 Punkten steht man unter Zugzwang. Vieles wird vom Clubchef Holger Wölk abhängen, der wie immer konstant starke Leistungen erzielte. Beachtlich, wenn man überlegt, wie lange Holger schon die Geschicke des Vereins lenkt und Tipp-Kick insgesamt auf hohem Niveau spielt. Chapeau! Man kann nur Tendenzen erkennen. Es gab in der Hinrunde schon einige Überraschungen zu verbuchen. Viele Kicker warten ständig via Facebook oder WhatsApp auf Ergebnisse und Zwischenstände. Zu einem ganz großen Showdown wird es sicherlich am dritten Spieltag in Hamburg kommen: Grönwohld-Frankfurt-Berlin. Bambule in Hamburch!

Trotz der sportlichen Konkurrenz ist eine sehr gute Stimmung auf den Spieltagen und Einzelturnieren zu spüren. Man denke an das gemütliche Beisammensein bei der NDEM in Jerze. Diese Momente des Zusammenkommens sind sicherlich wertvoller als so manche Platzierungen. Insbesondere sollte es Aufgabe vieler Bundesliga-Kicker und vieler anderer sein, diese Momente und Werte auf andere zu übertragen, damit ein neuer Boom in unserem Sport zu verzeichnen wäre. In diesem Sinne: Zeit läuft.

 

Alle Ergebnisse findet ihr hier zum Nachlesen!

 

Wähle den Tipp-Kicker des Monats November 2016 und gewinne einen Materialgutschein!

Der November war reich an Turnieren, aber auch an Ligenspielen. So wurden für diesen Monat gleich 7 erfolgreiche Spieler nominiert. Der neue Norddeutsche Einzelmeister Max Daub (TKC 71 Hirschlanden) und der Sieger des Tourfinales, Robert von Hering (SpVgg Balltick Kiel), gewannen nach tollen Leistungen die beiden hochwertigsten Turniere des Monats November. In den verschiedenen Ligen wurden nur Spieler der Ligen berücksichtigt, deren Spieltag im November komplett abgeschlossen wurde. Somit werden nominiert: aus der Bundesliga Marc Koschenz (TKV Grönwohld), aus der 2. Bundesliga Nordost Fred Elesbao (SG Hannover), aus der Regionalliga West Michael Kalentzi (Schlachtenbummler Bochum), aus der Regionalliga Süd Christian Schäl (Spieltrieb Ylipulli Gießen) und aus der Verbandsliga Süd William Schwaß (Oberbayern München).

Unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Umfrage wird ein DTKV-Materialgutschein in Höhe von 10 Euro verlost, der im MITGLIEDERSHOP oder auf Turnieren bei Bernd Weber einlösbar ist. Am Seitenende findest du das Formular für die Abstimmung, welche bis zum 31. Dezember läuft. Der Gewinner wird anschließend auf der DTKV-Internetseite veröffentlicht.

 

Die Kandidaten:

Max Daub (TKC 71 Hirschlanden)
Trotz 0:4 Punkte-Startes in die Endrunde und trotz eines negativen Torverhältnisses zog Max denkbar knapp in das Endspiel ein und konnte nach einem 4:3 n.V. seinen Einzug in die Hall of Fame des Tipp-Kick-Sports feiern. Weiterer Lohn seines Erfolges: erstmalig Ranglistenplatz 2. Max ist der Prototyp eines Fighters, der nie aufgibt und immer nach vorne schaut! Herzlichen Glückwunsch!

Robert von Hering (SpVgg Balltick Kiel)
Gestartet in das Tourfinale von einem der hinteren Plätze der Rangliste, spielte sich Robert sensationell in einen Rausch und in die Herzen der Zuschauer. Er räumte alle scheinbar übermächtigen Gegner aus dem Weg und gewann dann das Finale souverän. Ein mental bärenstarker Fighter! Herzlichen Glückwunsch!

Marc Koschenz (TKV Grönwohld)
Am 2. Spieltag der Bundesliga war Marc mit 13:3 Punkten erfolgreichster Spieler und schob sich auf Platz 1 der Einzelwertung. Viele Spieler halten den smarten Grönwohlder für einen der besten Tipp-Kicker aller Zeiten. Nervenstark und technisch sehr elegant!

Fred Elesbao (SG Hannover I)
15:1 Punkte waren die beste Ausbeute am 2. Spieltag der 2. Bundesliga Nordost. Fred gelang der große Wurf und so rutschte er auf Platz 2 in der Einzelwertung vor. Der exzentrische Brasilianer bereichert die Tipp-Kick-Szene seit 2010 und erzielte in diesem Sportjahr bereits 4 Top-Ten-Turnierplatzierungen!

Michael Kalentzi (Schlachtenbummler Bochum)
Der Weltenbummler zwischen den Vereinen ist in der Regionalliga West noch ungeschlagen und rangiert mit 15:1 Punkten nach der 1. Runde unangefochten auf Platz 1 der Einzelwertung. 2016 besuchte er bereits rekordverdächtige 19 Turniere, die so deutschlandweit gesammelte Erfahrung scheint sich auszuzahlen!

Christian Schäl (Spieltrieb Ylipulli Gießen)
Christian führt die Einzelwertung der Regionalliga Süd souverän mit 16:0 Punkten an. Was lange währt, wird endlich gut, schließlich gehört er der Tipp-Kick-Familie schon seit fast 4 Jahrzehnten an!

William Schwaß (Oberbayern München)
Der Deutsche Vizemeister von 2009, Westdeutscher Vizemeister von 2013, Norddeutscher Vizemeister von 2006 und 2010, Ostdeutscher Vizemeister von 2005 und 2007, Ex-Bundesliga-Haudege, ist nun in der Verbandsliga Süd bei Oberbayern München angekommen. Mit 30:2 Punkten führt er die Einzelwertung an, es ist aber zu befürchten, dass seinem Team nur der Vizemeistertitel bleibt. Also, alles wie gehabt?

 

STIMME AB!
Um deine Stimme für den Tipp-Kicker des Monats November abzugeben, fülle bitte das folgende Formular aus. Für die Stimmabgabe musst du lediglich den Spieler deiner Wahl anklicken, deine E-Mail-Adresse und deinen vollständigen Namen abgeben. Spielst du in einem Verein, teile uns bitte auch mit, in welcher Region dein Verein angesiedelt ist. Bist du noch kein im Verband gemeldeter Tipp-Kicker, wähle bitte den Button Tipp-Kick-Interessent.

Abstimmungsschluss: Samstag, 31. Dezember 2016, 23:59:59 Uhr

Die letzte Stimme des Jahres bekommt eine Flasche Sekt (alternativ: Kindersekt) bei einem der Turniere 2017 überreicht.

 

 

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Tipp-Kicker des Monats Oktober 2016: Michael Kaus

Wir befinden uns im Jahre 2016 nach Chr. Ganz Germanien ist vom Kaus-Virus infiziert … Ganz Germanien? Nein! Ein von unbeugsamen Neddersassen bevölkertes Dorf namens Honovere hört nicht auf, Widerstand zu leisten.

Und so kam es, dass der Gewinner der Deutschen Einzelmeisterschaft 2016, stets fair an der Platte, von charismatischer Ausstrahlung umgeben und mit Tränen in den Augen bei seiner Rede als frischgebackener Deutscher Meister, deutschlandweit auf „nur“ 31 Stimmen (= 58,5 %) kam. Herzlichen Glückwunsch! Doch wer konnte diesem Sympathieträger Nr. 1 sensationell die Stirn bieten? Vanessa Weichelt (Pegasus ´92 Hannover), ebenso sympathisch und Ihres Zeichens Deutsche Damenmeisterin des Jahres 2016, kam auf hervorragende 19 Stimmen (35,8 %). Toll! Die restlichen 3 Kandidaten waren wie erwartet chancenlos, konnten aber auf Grund von Stimmengleichheit (zusammen 5,7 %) gemeinsam den 3. Platz belegen.

Unter allen Teilnehmern der Abstimmung wurde ein Materialgutschein für den DTKV-MITGLIEDERSHOP in Höhe von zehn Euro verlost. Der Gewinner ist Simon Hansen.

 

Interview mit Michael Kaus:

Hi Micha,
schön dich zu hören. Du schwimmst im Augenblick auf der Welle des Erfolges ganz oben. Deutscher Meister 2016, letztes Wochenende Turniersieger in Gießen und jetzt noch „Tipp-Kicker des Monats Oktober 2016“. Herzlichen Glückwunsch! Wie erklärst du dir selbst diesen Lauf? Was ist so anders an Dir?
Ja, es läuft tatsächlich ganz gut. Neben der Tatsache, dass ich den DEM-Titel „hinten raus“ doch etwas glücklich gewonnen habe, bin ich derzeit sehr zufrieden und glücklich mit meinem Leben. Nicht zuletzt durch den Gewinn des noch „fehlenden“ Titels kann ich jetzt völlig entspannt und mit einer gewissen Lockerheit auf die Metall-Männchen drücken. Natürlich habe ich zuvor auch schon den einen oder anderen Ball mal ordentlich getroffen oder auch abgewehrt, dennoch verspüre ich seit Lautern eine absolute Erleichterung und Zufriedenheit mein „Tipp-Kick-Lebenswerk“ quasi vollendet zu haben.

Was fasziniert dich an unserer Sportart so sehr, dass du seit Jahrzehnten mit Leidenschaft dabei bist?
Mir gefällt einfach der Facettenreichtum des Spiels. Es sind neben den technischen Attributen auch viele Eigenschaften gefordert, die man benötigt und weiterentwickeln kann. Ich denke, dass ich einige Erfahrungen und Erlebnisse aus dem Tipp-Kick Bereich ins sonstige Leben übernehmen und dort auch positiv für mich nutzen konnte. Nicht zuletzt auf der mentalen Ebene passiert aus meiner Sicht eine Menge in unserem Sport und ist m.E. mit den Anforderungen an einen Leistungssportler vergleichbar. Am Ende des Tages entscheidet oftmals sowohl im Spitzensport als auch im beruflichen und privaten Bereich die mentale Stärke und Einstellung über Erfolg und Misserfolg.

Außerdem fühlt es sich richtig geil an, wenn der Außenristdreher links an der Abwehr vorbei ins lange Eck rauscht und dort, vor lauter Drall, lange Zeit benötigt um zum Stillstand zu kommen und den Ergebniszähler auf der Habenseite um ein Tor erhöht. Das Geräusch eines leidenschaftlichen Bretts in den oberen Winkel des gegnerischen Tores löst bei mir ebenfalls immer noch einzigartige Emotionen hervor. In diesem Kontext kann ich auch nicht unerwähnt lassen, dass mich mein gelegentlich schwaches Farbspiel dermaßen in der Abwehr fordert, dass die Oberschenkel zu brennen beginnen und ich unter höchster Konzentration und Einsatz dem Dauerdruck meines Gegners standhalte. Das ich am Ende der Partie auch noch hier und da als Sieger hervorgehe, setzt der Sache in Sachen Emotion und Intensität die Krönung auf. Neben den beschriebenen Faktoren spielen auch der intensive Zusammenhalt und die Freundschaft zu meinen Mannschaftskollegen und vielen weiteren liebenswerten Zeitgenossen in unserer Szene eine ganz große und vielleicht sogar entscheidende Rolle. Dies ist wohl auch der Grund warum ich immer noch gerne dabei bin und keine Wege und Mühen scheue, dass immer wieder aufs Neue (mit euch) zu erleben.

Im Laufe dieser Jahrzehnte hat sich das Tipp-Kick-Spiel geändert. Regeln kamen hinzu, das Farblegen, die Spielfiguren werden zu Hightech-Figuren umgebaut. Welche revolutionären Änderungen würdest du begrüßen?
Ehrlich gesagt, hatten wir zuletzt einige und weitereichende Änderungen vorgenommen. Persönlich hatte ich lange Zeit Probleme die 3 Sekunden Regel in Verbindung mit der „festen“ Abwehr zu akzeptieren. Diese Regeländerung führte grundsätzlich zu mehr Fairness, trug aber auch zu einer Angleichung der Spielstile bei. Vor dieser Regeländerung war die Bandbreite von Spielertypen deutlich höher. Schnellere Spielaktionen, variablere Schusstechniken, flexibleres Defensivverhalten, mehr taktische Variationen waren auszumachen. Ich stand immer auf dem Standpunkt, dass wir mit einer konsequenten Umsetzung des Regelwerks (u.a. Freistöße oder Elfmeter schießen bei Handspielen) ähnliche Verhaltenänderungen bewirken hätten können. Diese wären aber deutlich konfliktbehafteter und zu Lasten der Schiedsrichter gegangen und deshalb auch in der Umsetzung wahrscheinlich nicht so erfolgreich gewesen, wie die Einführung der 3 Sekunden Regel.

Der DTKV macht sich viele Gedanken um unsere Sportart. Die Anzahl der Vereine und die der Spieler nimmt kontinuierlich ab. Du bist seit Jahrzehnten Bestandteil der Szene. Was wäre dein Konzept bzw. was empfiehlst du dem Verband, damit unsere Sportart wieder bessere Zeiten erlebt?
Hier mal eine stichwortartige Aufzählung meiner Gedanken:

  • Verhältnis Aufwand / Erlebnis (Anfahrt / Tipp-Kick Zeit) erhöhen bzw. reduzieren
  • Jugendspieler erreichen, begeistern, integrieren und in einen regelmäßigen Wettbewerb bringen
  • Die Ligenstruktur bzw. das Ligasystem an die regionale Situation der Anzahl der Vereine/Mannschaften schnellstmöglich bzw. umgehend anpassen (u.a. (Dreier-Spieltage , feste Spieltage, komplette Spieltage an Wochenenden, vorgelagerte regionale Ausspielung von Meisterschaften)
  • „Kleine“ regionale Turniere attraktiver machen (höhere Ranglistenrelevanz durch höhere Punktevergabe)
  • Ggf. Leistungskategorien einführen, um Spielern schnellere und transparentere Erfolge und Aufstiegsmöglichkeiten (Ziele) zu geben. Steigerung der Langzeitmotivation
  • Einführung weiterer Turnierstatistiken (Turniersiege, wie oft TOP 3, wie oft Endrunde….) auf artbot auch unterhalb von DEM und Sektionsturnieren. Aufnahme Tour-Finale in Hall of Fame.
  • Ausrichtung von Turnieren für Veranstalter noch attraktiver/lukrativer machen (höhere Subvention durch Verband, alternativ Durchsetzung und Akzeptanz höherer Startgelder und Gastropreise durch Spieler), es muss sich für den Veranstalter auch wirtschaftlich lohnen. Der Überschuss kann im Verein für Auswärtsfahrten, Trikots, Aktionen etc. genutzt werden.
  • Öffentlichkeitsarbeit in Kooperation mit Mieg und sozialen Medien noch weiter ausbauen

Grundsätzlich gehe ich aber davon aus, dass unsere Prognose zum Fortbestand nicht besonders rosig aussieht.

Neben der Abhängigkeit zum Spielehersteller Mieg und seiner weiteren Geschäftsaktivität sind Themen wie Spiele-Apps, -Konsolen oder auch das veränderte Freizeitverhalten von Kindern und Jugendlichen im digitalen Zeitalter ein hohe Bürde für den Tipp-Kick Sport, dem wir vermutlich nicht dauerhaft standhalten können

Die Tipp-Kick-Szene vergreist zunehmend. Die Grauhaarigen nehmen zu. Ich erinnere an ein Interview mit Jens König als es heißt: „A: Michael Kaus ist ein weiser Mann. B: Michael Kaus ist ein greiser Mann. C: Michael Kaus hat ́ne Meise, Mann. D: Michael Kaus ist gar kein Mann. Hauptsache bei Wahl des 50/50-Jokers fällt nicht ausgerechnet A weg.“ Wie lange willst du noch spielen? Ist ein Karriere-Ende in Sicht?
Normalerweise sagt man ja, man soll aufhören wenn es am schönsten ist (siehe aktuell Rosberg). Da ich aber immer noch große Lust und Freude empfinde mit meinen Jungs auf Punktejagd zu gehen und mit euch schöne gemeinsame Momente (wie zuletzt bei der NEM und in Gießen) zu erleben, denke ich nicht über ein ernsthaftes Ende meiner Karriere nach. Jetzt macht es doch erst richtig Spaß!

Natürlich möchte der geneigte Leser auch persönliches von dir erfahren. Dinge, die nur wenige wissen. Wie alt bist du? Hast du Familie, Kinder? Was machst du beruflich? Welche anderen (sportlichen) Leidenschaften hast du?
Was wird da nur mein persönlicher Datenschutzbeauftragter zu sagen? Er muss es ja nicht mitbekommen! Ich gehöre dem Tipp-Kick Jahrgang 1970 an. Meinem Wissen nach wurden in diesem Jahr u.a. auch Oli Schell, Jens König und Sebastian Krapoth geboren. Ich bin seit 2003 glücklich verheiratet und aus der Ehe gingen zwei tolle Kinder (9 und 11) hervor. Darüber hinaus bin ich seit einer gefühlten Ewigkeit bei der Bahn im Controlling und IT-Bereich tätig. Als gebürtiger Frankfurter lebe ich seit ein paar Jahren in einem schönen Vorort von Frankfurt und würde der Beschreibung zufolge als typischer deutscher Bausparkunde eingruppiert. Neben dem Tipp-Kick fahre ich sehr gerne Fahrrad, bin Fußball und Eintracht Fan, beschäftige mich darüber hinaus viel und gerne mit Ernährungs-, Finanz- und allgemeinen bzw. alternativen Lebensthemen. Meine größte Herausforderung ist die Balance zwischen Familienleben, dem Beruf (Broterwerb) und meiner Vielzahl von Interessen und Aktivitäten herzustellen und aufrecht zu erhalten.

Tipp-Kick und Humor. Ein schwieriges Thema. An der Platte wird selten gelacht, eher geflucht und gebrüllt, Gibt es eigentlich Tipp-Kick-Witze? Wenn ja, erzähl uns einen!
Tipp-Kick Witze würde ich nicht sagen bzw. kenne ich ehrlich gesagt spontan keinen. Ist eh nicht mein Ding, bin eher ein Freund von Situationskomik.

Dazu hätte ich eine Anekdote vom diesjährigen Tour-Finale zur Hand. Im Spiel gegen André hatte ich schnell 3:0 geführt und jedes Tor bis dahin mit dem Spruch „schönes Tor“ kommentiert. Nach dem 3:0 hat er dann humorvoll und selbstironisch darauf hingewiesen, dass es sich für ihn im Augenblick nicht sooo „schön“ anfühlt. Als dann kurz darauf das 4:0 fiel, hat er dann gesagt, dass jetzt wohl die Phase 2 des Torjubels gestartet wurde, da ich mein Tor diesmal nicht als schön sondern als geil bezeichnet hatte. Danach mussten wir und der Schiri (wer war es noch mal?) eine ganze Weile über diese Situation lachen, dass mir sogar die Tränen kamen. Im weiteren Verlauf wurde die Phase 3 dann mit dem Ausspruch „Weltklasse“ eingeläutet. Eine vergleichbare Situation hatte ich bislang während eines Kicks im Wettkampf noch nicht erlebt.

Viele Sportler sind abergläubisch. Du auch?
Ein bisschen schon. Hatte mir lange überlegt, ob ich zur Deutschen die neuen blauen Vereinsturnschuhe tragen sollte. Ist ja noch mal gut gegangenJ!!!

Welche Frage würdest du dir selbst in einem Interview stellen? Und dann wie beantworten?
Kannst du eigentlich auch weniger ausschweifend erzählen bzw. schreiben? Nein!!!!!

Vielen Dank, Micha, für deine Antworten, dir eine schöne Adventszeit und weiterhin viel Tipp-Kick-Spaß!

 

Eine kleine, manchmal bitte nicht ernst zu nehmende, statistische Auswertung der Stimmen ergab:

  • Bei der Wahl zum „Tipp-Kicker des Monats Oktober 2016“ wurden genau 53 gültige Stimmen abgegeben, bei diesmal keiner ungültigen Stimme.
  • Es wählten nach Regionen: Norden (27 Stimmen), Süden (12 Stimmen), Westen (10 Stimmen) und der Osten (4 Stimmen). Der Osten ist übrigens, hier belegbar, echt Multikulti: alle 4 Stimmen fielen auf 4 verschiedene Bewerber.
  • Gleich und gleich gesellt sich gern. Die Bedeutung dieses Sprichwortes erschließt sich von alleine und der Statistik-Freund kann diese auch belegen: 5 Bundesliga-Spieler stimmten mit ab und alle wählten wohl wen? Richtig, den Bundesliga-Spieler Michael Kaus. Ein weiterer Beleg ist gewünscht? An der Wahl nahmen 6 Damen teil. Und wen wählten diese? Fast komplett die aufgestellte Kandidatin.
  • Gegensätze ziehen sich an. Auch hier erschließt sich die Bedeutung dieses Sprichwortes von alleine und der Statistik-Freund kann natürlich auch diese Weisheit irgendwie belegen: Woher bekommt der am weiten im Süden lebende Kandidat seine Stimme? Richtig, von dem einzigen Teilnehmer aus dem hohen Norden.
  • Bei der letzten Wahl wurde berichtet, dass sich ein Kandidat selbst wählte. Hier beobachten wir eine neue Tradition in seiner Entstehung, denn prompt wählte sich wiederum ein(e) Kandidat/-in selbst. Übrigens nicht der Kandidat auf Platz 3.
  • Ein Tipp-Kicker brachte es fertig, nicht zu wissen, in welcher Region sein Verein spielt. Und dabei ist die Promotionsdichte in diesem Verein verdammt hoch…
  • Natürlich ist immer interessant zu sehen, ob ein Kandidat von seinen eigenen Vereinsmitgliedern mit Stimmen unterstützt wird. Was könnte das zeigen: die Akzeptanz im eigenen Verein? Oder auch: wird die DTKV-Homepage auch wirklich von seinen eigenen Mitgliedern gelesen? Oder … oder … Hier die statistische Auswertung: Kandidat 1 bekam 1 Stimme von seinem Mannschaftskameraden. Kandidat 2 bekam 1 Stimme von seinem Papi, Kandidat 3 bekam genauso wie Kandidat 4 keine Stimmen von seinen Mannschaftskameraden, Kandidat 5 mobilisierte wirklich den ganzen Verein und Mami und Papi und und …
  • Und noch eine Wahrheit: Facebook ist schuld an allem, denn Facebook steuert die Wahl. Unmittelbar nach Einstellung der Kandidaten bei Facebook trudeln die Stimmen ein. Dann gibt es ein, zwei Zuckungen bis hin zum zweiten Aufruf, kurz vor Abstimmungsschluß und der Erinnerung doch bitte noch schnell zu wählen. Und nun trudeln wieder die Stimmen ein. Was sagt uns das: Auf der DTKV-Homepage fehlt die Option „Newsletter“!
  • Zu guter Letzt: jeder Statistiker weiß, dass man Statistiken drehen, wenden und verfälschen kann, inbesondere, wenn man nur 53 Werte hat. Aber es gibt auch unsinnige Betrachtungsweisen, hier 2 Beispiele: beide Teilnehmer, deren Vornamen auf –i bzw. –y enden, fanden ihre Endung so einzigartig, dass sie sich nicht mit Nachnamen anmeldeten. Gut, dass Tipp-Kick familiär ist und man sich kennt. Dann kann auch mit dem ausgelobten Gutschein nichts schieflaufen. Doch zum Abschluß zurück zum Tipp-Kicker des Monats Oktober: Michael hat fast genau 58 % seiner Finalspiele verloren (er erreichte genau 60 Endspiele) und mit wie viel Prozent gewann er diese Wahl?

 

 

36. Baden-Württembergische Einzelmeisterschaft: Jonathan Weber triumphiert

Am 3.12. reisten 45 Teilnehmer nach Karlsruhe, um die 36. Baden-Württembergische Einzelmeisterschaft auszuspielen. Sieger wurde mit Jonathan Weber vom PWR ´78 Wasseralfingen ein echter Schwabe. Im Finale setzte er sich gegen den Titelverteidiger Marco Bittmann (SG Karlsruhe/Mayence) mit 9:2 durch.

Die Vorrunde wurde im Schweizer System mit 10 Runden gespielt, wobei das Turnier von einem progressiven Play-Off im Best-of-Three Modus abgerundet wurde. Progressiv bedeutete in diesem Fall, dass die Plätze 1-4 nach dem Schweizer System für das Viertelfinale qualifiziert waren, während diejenigen zwischen Rang 5 und 16 einen Umweg über Extrarunden gehen mussten.

So kam es, dass Uli Weishaupt (Wasseralfingen) nach den 10 Runden im Schweizer System mit 16:4 Punkten auf Rang 1 vor Mathias Hahnel (Kaiserslautern, 15:5), Georg Schwartz (Karlsruhe/Mayence, 15:5) und Jochen Hahnel (Waltrop, 14:6) lag. Diese 4 waren sofort für das Viertelfinale qualifiziert und durften sich erst einmal ausruhen. Während sich Christian Steuer (Kalrsruhe/Mayence) gerade noch so auf Platz 16 für das Play-Off retten konnte, blieb unserem Schweizer Sportsfreund Daniel Nater (Baden Hotspurs) nur der undankbare 17. Rang.

Nach den Extrarunden und dem Viertelfinale kam es im Halbfinale zu den Partien Jochen Hahnel gegen Marco Bittmann und Mathias Hahnel gegen Jonathan Weber. Beide Partien des Duells Hahnel gegen Bittmann waren von Spannung erfüllt und sehr eng. Allerdings nutzte Marco den „Heimvorteil“ und setzte sich mit 2:1 und 3:2 durch. Im anderen Duell wurde die erste Partie im Sudden Death zugunsten Jonathans entschieden, nachdem dieser einen hohen Vorsprung noch verspielt hatte. Im zweiten Duell ließ er aber keine Zweifel aufkommen und sorgte mit einem 5:2 für klare Verhältnisse.

 

Das Finale

Mit Marco Bittmann und Jonathan Weber standen sich gute Freunde im Finale gegenüber. Beide sind jung, ehrgeizig und haben einen ganz eigenen Spielstil entwickelt. Während Marco aufgrund seiner Ausbildung aktuell nur sehr selten zum Tipp-Kick kommt, ist Jonathan ein Vielspieler: Er kommt im Kalenderjahr auf 12 Turnierteilnahmen.

Mit seinem ersten Schuss markierte Jonathan nach wenigen Sekunden das 1:0. Als Marco auch noch seinen Anstoß in den eigenen Strafraum vorlegte und sein Gegner diese Großchance nach 30 Sekunden zum 2:0 verwerten konnte, dachten schon alle an eine Vorentscheidung. Aber Marco ließ sich nicht unterkriegen und erzielte zügig den Anschlusstreffer. Doch Jonathan war präsenter und hatte in den entscheidenden Momenten das Glück auf seiner Seite. Seinen Vorsprung baute er weiter aus, sodass am Ende ein 9:2 zu Buche stand. Damit durfte er sich zum ersten Mal über den Titel des Baden-Württembergischen Einzelmeisters freuen.

„Der Titel bleibt in Baden-Württemberg!“, dachte sich wohl Jonathan Weber.

Alle Ergebnisse findet ihr bereits auf der Turnierseite.

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Talentschmiede: Valentin Tenner

Er ist einer der Newcomer des Jahres in der Tipp-Kick Szene: Valentin Tenner von Ylipulli Gießen. Bei mehreren Turnieren stellte er unter Beweis, welch großes Talent in ihm steckt und wie abgeklärt er im Alter von 14 Jahren bereits ist. Neben einem 5. Platz bei der 5. Berlin Open überraschte er alle mit seinem Erfolg beim 2. Jerzer Dorfpokal, bei dem er sich gegen namhafte Konkurrenz durchsetzte. Deshalb hat die Rundschau-Redaktion Valentin im Rahmen der neuen Rubrik „Talentschmiede“ interviewt und unter die Lupe genommen. In Zukunft werden hier junge Talente und Senkrechtstarter porträtiert.

Valentin spielt seit frühester Kindheit Tipp-Kick. Gemeinsam mit seinem Vater Christoph Jilo begann er in Zusammenhang mit der Gründung des Vereins in Gießen seine Laufbahn- ein Glücksfall für alle Seiten wie sich herausstellen sollte. Während Valentin behutsam durch seinen Vater und Routiniers wie Christian Schäl und Jens Jepp geformt wird, wird der Verein in den kommenden Jahren vom enormen Potenzial des Talents profitieren. Schon in der laufenden Saison könnten die Hessen aus der Regionalliga Süd in die 2. Bundesliga Südwest aufsteigen, was ganz eng mit der sportlichen Entwicklung Valentins zusammenhängt.

Valentin nach seinem ersten Turniersieg beim Jerzer Dorfpokal

Es gibt wohl kaum einen Spieler, der in diesem Alter bereits so komplett ist wie Valentin: Stark in der Defensive, technisch versiert im Sturm und gesegnet mit einer hohen Spielintelligenz. Bleibt er am Ball, wird er in die Spitzengruppe der deutschen Tipp-Kicker vorstoßen. Beachtlich ist auch, wie abgeklärt er als Schiedsrichter fungiert und auch neben der Platte auf sehr hohem Niveau beim Tipp-Kick-Fachsimpeln teilnimmt und Tipps und Tricks aufsaugt.

Wie andere Kinder, die mit dem Tipp-Kick angefangen haben, musste auch Valentin anfangs Niederlagen hinnehmen, doch durch diese ließ er sich nie unterkriegen. Man solle Spaß am Spiel haben und sich von Niederlagen nicht unterkriegen lassen, sondern vielmehr von ihnen lernen. Bleibt zu hoffen, dass Valentin der Spaß am Tipp-Kick nicht vergeht und er uns in den kommenden Jahren weiterhin mit seiner Art Spiele zu spielen entzücken wird.

Auch beim Fachsimpeln ein gefragter Gesprächspartner: Valentin kann mit jedem im DTKV!

 

Steckbrief

Name: Valentin Tenner

Alter und Geburtsdatum: 14 Jahre, 3.1.2002

Beim Tipp-Kick seit: Mit 6 Jahren angefangen, mit Papa zu spielen, seit 2009 bei Ylipulli Gießen – also seit der Gründung des Vereins

Bisherige Vereine: Ylipulli Gießen

Lieblingsschuss: Von hinten links Außenrist-Dreher

ErfolgeU18-Pokale bei verschiedenen Turnieren, Lucky-Loser-Cup Berlin 2014, 3. Platz Viertelfinale Berlin Open 2015, 3. Platz beim Latscho-Cup Düsseldorf 2016, Jerzer Dorfpokal 2016, Teilnahme am Tourfinale 2016

Vorbild: In der Defensive Alex Beck, im taktischen Bereich Marcus Socha

Andere Hobbies: Fußball, Geige, Lesen

Lieblingsmusik: Charts

Lieblingsessen: Burger

Valentin in Action gegen Patrick Malessa (Celtic Berlin)

 

Fragebogen

Wie bist du eigentlich zum Tipp-Kick gekommen?

Papa.

Wie und wie oft trainierst du?

Ich spiele mehrmals in der Woche mit Papa.

Du konntest auf den letzten Turnieren enorm überzeugen und sogar den 2. Jerzer Dorfpokal gewinnen. Wie gehst du damit um, schon in deinem Alter so viel Erfolg zu haben?

Ich freue mich natürlich, wenn ich gewinne. Ich habe einfach Spaß am Spiel.

Du teilst dein Hobby mit deinem Papa Christoph. Was hast du dir alles von ihm abgeschaut und gibt es etwas, das du ihm beibringen musstest?

Am Anfang hat er mir die Grundlagen beigebracht: wie man Farbe legt, wie man dreht, wie man die Abwehr stellt usw. Inzwischen geben wir uns gegenseitig Tipps und tauschen uns über unsere Spiele aus.

Du spielst bei deinem Verein in der ersten Mannschaft. Was sind deine Ziele im Team und im Einzel für das kommende Jahr?

Mit der Mannschaft versuchen wir, in die 2. Liga aufzusteigen. Für mich selber will ich Spaß haben und weiter spielen.

Wo siehst du deine Stärken und wo möchtest du dich in Zukunft noch verbessern?

Meine Stärke sehe ich normalerweise im Tor, wenn ich mich konzentriere. Taktisch möchte ich mich noch verbessern.

Gab es ein Spiel oder eine Spielsituation, das bzw. die du nie vergessen wirst?

Mein Comeback im Finale des Jerzer Dorfpokals gegen Freddy. Ich lag bis Mitte 2. Halbzeit mit 0:2 hinten. Und dann habe ich noch vier Tore geschossen, zwei davon in der letzten Minute.

Beim Spiel mit der ersten Mannschaft gegen Baden Hotspurs lag ich zur Halbzeit 1:4 gegen Michael Blügel hinten. Zum Schluss stand es 5:4 für mich. Wir haben die Partie 19:13 gewonnen.

Mein erstes Turnierspiel habe ich gegen Alex Beck gespielt und 0:4 verloren.

Wie glaubst du, kann der DTKV mehr Jugendliche für unser Hobby begeistern?

Mehr Aktionen für Kinder und Jugendliche fördern (Ferien-Pass, AGs), weil viele noch nie von Tipp-Kick gehört haben. Das Interesse kommt dann von ganz alleine.

Welchen Tipp würdest du einem Jugendlichen geben, der gerade mit dem Tipp-Kick angefangen hat?

Spaß haben und sich durch Niederlagen nicht entmutigen lassen.

Vervollständige bitte folgenden Satz: Tipp-Kick werde ich in zehn Jahren noch spielen, weil…

… ich noch Spaß habe.

2. Bundesliga Südwest – 2016/17: FFB Erster, Waltrop II sendet Lebenszeichen

Während die meisten Mannschaften bereits vier Punktspiele absolviert haben, steigt ein Team erst im Januar ein: Alles ist in der 2. Bundesliga Südwest noch möglich. Sektionsleiter Henning Horn resümiert über den aktuellen Stand.

Am gestrigen Sonntag wurden 6 Partien des 2.Spieltages in der 2.Bundesliga Südwest ausgetragen. In Kelheim konnte Fürstenfeldbruck seinen „blaues Auge“-Start mit 2 deutlichen Siegen zur Tabellenführung ausbauen. Zwei deutliche Siege gegen Kelheimwinzer und TornaDO Menden mit je 23:9 ließen zu keiner Zeit Zweifel über den Sieger aufkommen. Somit übernimmt FFB zumindest bis zum 14.01.2017 mit 6:2 Punkten ungeschlagen die Tabellenführung. TornaDO Menden konnte nach der klaren Niederlage gegen FFB im Spiel gegen Kelheimwinzer zur Halbzeit am zweiten Saisonsieg schnuppern. Nach der 9:7-Halbzeitführung der Westfalen, konnten die Donaustädter durch eine 8:0-Runde auf 15:9 das Spiel drehen und gewannen nach zwischenzeitlichem 17:11 dann ohne Probleme am Ende mit 17:15. Somit hat Kelheimwinzer mit 2:2 zunächst das Soll in Sachen Klassenerhalt erfüllt und auch Dortmund/Menden ist mit 3:5 Punkten ganz gut im Rennen um den Nicht-Abstieg. Es sollte nur dringend aus den restlichen vier Spielen mindestens ein Sieg eingefahren werden.

Beim zweiten 3er-Spieltag in Hirschlanden konnte Hirschlanden II (mit dem letztjährigen Kader der III. Mannschaft) zunächst ein 16:16 gegen Preußen Waltrop II erkämpfen. Ein Lebenszeichen der Westfalen, die aber nun dringend in der Rückrunde 2 von 4 Spielen gewinnen müssen. Das zweite Spiel der Waltroper Reserve ging mit 8:24 recht deutlich an PWR Wasseralfingen, die durch einen weiteren deutlichen 25:7-Sieg gegen Hirschlanden II zwar auf Tabellenplatz 2 stehen, mit bereits 3 Minuspunkten allerdings kein Spiel mehr verlieren sollten, um bis zum Ende um den Aufstieg mitspielen zu können. Die Hirschlandener Zweite hat nun durch einen 1:3-Start wie auch Waltrop II die Chance, bei noch 6 offenen Spielen 2 Siege einzufahren und am Ende die Klasse zu halten. Hier muss man zunächst den Spieltag am 07.01.2017 abwarten, um eine Tendenz zu sehen.

Ganz entspannt lehnt sich die zweite Mannschaft vom 1. TKC Kaiserslautern zurück und beobachtet das Treiben (noch) aus der Ferne. Im Januar dann werden die Jungs um Michael Link mit zwei Spieltagen in das Geschehen eingreifen und man darf gespannt sein, wer für die Pfälzer an die Platten tritt. Neben dem starken Viermann-Kader hat der Aufsteiger noch den ein oder anderen gestandenen Bundesligaspieler in der Hinterhand.

Die aktuellen Ergebnisse findet ihr stets hier.

Vorschau: 36. Baden-Württembergische Einzelmeisterschaft in Karlsruhe

Am kommenden Wochenende steht am Samstag, den 3.12.2016, die 36. Baden-Württembergische Einzelmeisterschaft statt. Teilnehmen kann jeder, eine vorige Anmeldung ist allerdings vonnöten. Das Turnier ist das letzte DTKV-Event in der Süd-Region im Jahr 2016, sodass ihr diese Möglichkeit wahrnehmen solltet.

Die Ausrichter um Georg Schwartz und Artur Merke sind sehr erfahren und erprobt, wenn es um Einzelturniere geht. Deshalb dürfen sich die Teilnehmer auf ein schönes Turnier freuen. Die beiden Organisatoren zählen dabei neben Mathias Hahnel (Kaiserslautern) und Jonathan Weber (Wasseralfingen) zu den Favoriten. Bisher haben sich 48 Tipp-Kicker angemeldet, sodass nur noch wenige Teilnehmer fehlen, um die Teilnehmergrenze von 61 zu erreichen. Deshalb seid schnell, meldet euch an und nehmt an der „BWEM“ teil!

Die Gewinner vom letzten Mal: Titelverteidiger ist Marco Bittmann.

Key Facts

  • Ausrichter: 1. Murgtäler TKC + Sturm&Drang Karlsruhe (Teilnehmerliste)
  • Modus: Es gelten die allgemeinen Regeln des DTKV, 10 Runden Schweizer-System, anschließend KO-Runde
  • Beginn: 3.12.2016, 9:30 Uhr
  • Ende: 19:00 Uhr
  • Spielort: Walhalla in Karlsruhe nahe des Hauptbahnhofs ( 27, 76137 Karlsruhe)
  • Startgeld: 7 € (Erwachsene), U18 kostenlos!
  • Anmeldeschluss: Am Vorabend des Turniers um 20:00 Uhr
  • Anmeldung unter: Georg.Schwartz@gmx.de, oder Thomas Bittmann Tel.: 07225/78446

Es gilt eine Teilnehmerbeschränkung auf 61 Spieler

2. Bundesliga Nordost – 2016/17: Spannung pur

Die Hälfte aller Spiele sind in der 2. Bundesliga Nordost absolviert und die neun teilnehmenden Mannschaften könnten sich bis Ende Februar 2017 in den kollektiven Winterschlaf begeben, wenn da nicht die vielen kleinen und großen Ambitionen wären. Die Tabelle nimmt schon deutliche Konturen an, die Weichen für den möglichen Auf- und Abstieg sind gestellt.

Zu den einzelnen Aussichten:

SG Hannover

Der Bundesligaabsteiger hat personell sein Gesicht aufgehübscht. Die Grandseigneure König, Krapoth und Schell haben das sinkende Schiff verlassen und sich auf das (verdiente) Altenteil zurückgezogen bzw. J. König wechselte ans andere Ufer, nämlich von der Leine an die Lauter. Ob O. Schell noch einmal in der laufenden Saison eine Mannschaft unterstützen wird (man munkelt von Hannover oder Kiel oder …), wissen nur die Götter und höchstwahrscheinlich nicht einmal er selbst. Doch die runderneuerte Mannschaft ist der Hammer. Vier Spieler in der Einzelwertung unter den Top 10, nämlich die Plätze 1, 2, 4 und 9. Vier Siege mit 27:5, 27:5, 26:6 und 25:7 Punkten lassen mehr als erahnen, warum Hannover durch diese Leistungen zum klaren Aufstiegsfavoriten avanciert ist. E. Overesch und L. Tegtmeier sind bundesligaerprobt, spielen technisch sauber, sehr geradlinig und siegorientiert. F. Elesbao, der beste brasilianische Tipp-Kicker aller Zeiten, dessen Cantona-Jubelrufe gelegentlich die eigenen Finger lähmen, sowie O. Holzapfel reiten auf der Welle des Momentums. Wer kann diese Welle stoppen?

Mein Tipp: Platz 1

SpVgg. Balltick Kiel I

Im 2. Bundesliga-Jahr angekommen, ist die Punkteweste unbefleckt. 8:0 sind mehr als ein Zeichen an die Hannoveraner, dass man den Aufstiegsplatz nicht ohne Kampf hergibt. Die spielerischen Zugpferde sind eindeutig: O. Wegener und R. von Hering. Der Püppchenbauer aus Hamburg und der Doktorand aus Kiel holten zusammen 50 Spielpunkte. Eine starke Leistung! Und der Sieg im Tourfinale von R. von Hering wird die Kieler noch beflügeln! Die Hansen-Brüder Simon und Florian fallen jedoch mit 32:32 Spielpunkten in 32 Partien ab. Daher

mein Tipp: Platz 2

TKC Flamengo Berlin I

Die Friedenauer Freizeitkicker haben einen Riesenkader: für 2 Mannschaften wurden mal eben 11 Spieler gemeldet und trotzdem verstärkten sich die Hauptstädter gezielt mit M. Leinz, dem Peiner Städtependler, der in den letzten beiden Monaten zwei Einzelturniere gewinnen konnte. Allerdings bleiben seine 17:15 Punkte hinter den (eigenen) Erwartungen zurück, intern Platz 4 in der Einzelwertung. Trotzdem belegt Flamengo als Mannschaft mit 6:2 Punkten Tabellenplatz 3 und verlor nur gegen den Tabellenzweiten Kiel und das erst im letzten Durchgang. Der brasilianische Kontrapunkt, der Schweizer K. Asmis, bester bisheriger Flamengo-Einzelspieler, seines Zeichens 4-facher Schweizer Einzelmeister (2010-2012, 2014) besticht an der Platte durch Ruhe und Effektivität. Übrigens weist Flamengo I mit 50% die höchste Promotionsdichte aller deutschen Tipp-Kick-Mannschaften auf. S. Kansteiner, bekannt seit jeher durch sein individuelles Stellungsspiel an der Platte (nur getoppt durch Schorse Becker, der sitzend jubelte oder auch nicht), findet sich sogar in einem Wikipedia-Eintrag, also Tipp-Kick und Spielintelligenz sind ein wunderbares Team, daher

mein Tipp: Platz 3

TKV Grönwohld II

Das Team marschiert. Unbeachtet von den meisten Mitbewerbern schlich man sich auf Platz 4 mit 6:2 Punkten. Und befreit von Abstiegssorgen kann man nun im Neuen Jahr sich neuen Zielen widmen. Doch wer sind die Väter des Erfolges? Eindeutig das Team. Und dieses Team erlaubt sich Rochaden von denen Fußballtrainer nur träumen: Bisher wurden die Spieler M. Arp (4 Spiele), S. Gehlhaar (4), T. Stock (3), M. Müller (2), C. Naue (2) und S. Petersen (1) eingesetzt. Wo ist Didi? Und wenn die richtigen Spieler zum richtigen Zeitpunkt punkten, kommt erst Butter bei die Fische. Der Underdog überzeugt, daher

mein Tipp: Platz 4

Celtic Berlin II

Erst zur neuen Saison zeichnete sich die spektakuläre Rückkehr des verlorenen Sohnes E. Peters ab. Doch nachdem das Pik As des Vereines, M. Gottschalk, berechtigt in den Kader der 1. Mannschaft aufstieg, war allen klar, dass der Traum eine zweite Celticer Mannschaft in die Bundesliga zu hieven, in dieser Saison nicht gelingen würde. Dafür ist das Leistungsgefälle in der Mannschaft zu stark. Das Restprogramm bringt 2 Top-Mannschaften und 2 Abstiegskandidaten, also eine vermutliche Verdopplung der momentanen 4:4 Punkte. Daher

mein Tipp: Platz 5

Germania 09 Neukölln I

Die Neuköllner schwächeln. Platz 6, nur 2:6 Punkte und Hannover und Flamengo vor der Brust. Das könnte eng werden. K.-H. Sternberg punktet mit 21:11 Punkten beachtlich, doch die Routiniers A. Pockrandt und J. Marquardt erzielen zusammen nur 27:37 Punkte. Diese Stellschraube ist nun gefordert, denn F. Ploner darf als Neuling in der 2. Bundesliga die raue Luft schnuppern und lernen. Dank der Routine von P&M wird sich Neukölln auf einen sicheren Mittelfeld-Platz retten, daher

mein Tipp: Platz 6

Spandauer Filzteufel 09 I

Im letzten Jahr noch im Niemandsland der Tabelle, ist diese Saison der Abstieg sehr realistisch. Der Abgang von E. Peters hat alle Mitspieler anscheinend schockiert. Die Leichtigkeit ist verloren gegangen. Es scheint keinen Führungsspieler zu geben, der alle mitreißt. 4:28, 9:23 und 10:22 Punkte in der Einzelwertung sprechen eine klare Sprache. Und trotzdem mein Tipp (bei maximal 2 Absteigern und begünstigt durch die eigene Befangenheit): die Filzteufel werden nicht absteigen. Warum diese Einschätzung? Die Spieler der ersten Mannschaft fahren wieder vermehrt auf Turniere. Und nun der Joker: das Restprogramm: Es kommen noch die Spiele gegen die Plätze 5, 6, 7 und 8. Mit teuflischem Elan ins Neue Jahr, da geht noch etwas, daher

mein Tipp: Platz 7

TFC Alemania Neumünster I

Der Aufsteiger liegt mit 2:6 Punkten auf Platz 6. Ein schweres Restprogramm und zudem der der direkte Vergleich gegen den Mitkonkurrenten um einen Abstiegsplatz, die Spandauer Filzteufel. A. Hansen, ein Name, der anscheinend zu mehr verpflichtet (siehe Kiel) und M. Hinz punkten solide. Doch häufig entscheiden die Spieler auf den Positionen 3 und 4 über Sieg und Niederlage. Können A. Hagenstein und U. Paul hier zulegen? Für Neumünsters Verbleib spricht eindeutig das Spielpunktverhältnis, dagegen stehen das Restprogramm und die fehlende Zweitliga-Routine, daher

mein Tipp: Platz 8

Celtic Berlin III

Der Aufsteiger liegt mit 0:8 Punkten auf einem Abstiegsplatz, aber auf Grund der erzielten Spielpunkte noch vor den Filzteufeln. Am Saisonbeginn noch furios im internen Mannschaftsvergleich gestartet, musste die Mannschaft im weiteren Verlauf klare Niederlagen hinnehmen. Und die kommenden Aufgaben werden nicht einfacher. Alle 4 Spieler, die weder im Training (Ausnahme D. Hopp) noch auf Turnieren großartig anzutreffen sind, freuen sich trotzdem mal ein Jahr in der 2. Bundesliga spielen zu dürfen. Wie viele Verbandsliga- oder Regionalliga-Vereine träumen nicht davon?! Trotz der Gnade, dass es im Osten der Tipp-Kick-Republik keinen Unterbau gibt, und trotz des breiten Kaders, den der mitglieder- und spielstärkste Berliner Verein Celtic Berlin, stellen kann, wird diese Mannschaft die 2. Liga nicht halten. Daher

mein Tipp: Platz 9

 

 

 

1. Bundesliga – 2016/17: Zur Halbzeit ist alles offen

Der zweite Spieltag der Bundesliga hatte es in sich: Während dem TKC Gallus Frankfurt das Comeback mit zwei Siegen glückte, gewann mit dem OTC 90 Amberg ein Abstiegskandidat gegen die Titelaspiranten von Celtic Berlin! Der TKC Hirschlanden punktete vierfach gegen Grönwohld und Jerze und befindet sich voll auf Play-Off Kurs. Die Jerzer hingegen bleiben mit null Punkten das Schlusslicht der Liga.

Spieltag in Amberg

Celtic Berlin – OTC Amberg 14:18
Gestärkt durch die letzten Turnierauftritte hatten sich die Berliner mit Marcel Horchert anstatt Christian Lorenzen an diesem Tag einiges vorgenommen. Deshalb legten Christian Kuch und Patrick Malessa mit zwei Siegen in der ersten Runde gegen Peter Tuma und Thomas Krätzig gut vor. Allerdings glichen die Amberger postwendend durch Sebastian Wagner und Dominik Steib aus. Dieses Unentschieden sollte bis zur letzten Runde halten. In dieser trafen Marcel Horchert auf Sebastian Wagner und Christian Kuch auf Dominik Steib. Während Wagner in diesem Spiel völlig verlustpunktfrei blieb und Horchert mit 7:5 besiegte, herrschte auf der zweiten Platte große Spannung. Völlig überraschend bezwang Steib den favorisierten Kuch, sodass die Amberger am Ende als glückliche Sieger dastanden.

TKC Kaiserslautern – Celtic Berlin 11:21
Wie konnten die Berliner die unerwartete Niederlage im ersten Spiel verarbeiten? Während die Jungs mit 3:1 Punkten starteten, mussten sie danach bis einschließlich der 5. Runde einem Rückstand nachlaufen, weil vor allem Florian Wagner und Philipp Baadte stark begannen. Beim Stand von 11:9 waren die Berliner kurz vor dem zweiten Rückschlag an diesem Tag. Scheinbar muss einer zu diesem Zeitpunkt die richtigen Worte gefunden haben, um sich und seine Kameraden zu motivieren. Die letzten 6 Partien gingen nämlich ausnahmslos an die Hauptstädter, sodass das Spiel sogar schon in der vorletzten Runde entschieden war. Dieser Sieg ist der mannschaftlichen Geschlossenheit geschuldet, da keiner der Berliner negativ punktete. Auf Lauterer Seite konnten nur Philipp Baadte (5:3) und Florian Wagner (4:4) Normalform zeigen. Enttäsuchend hingegen waren die Leistungen von Mathias Hahnel und Jens König, welche sich mit einem Pünktchen begnügen mussten.

Neuer Tabellenführer nach Spieltag No. 2: Philipp Baadte und der 1. TKC Kaiserslautern

OTC Amberg – 1. TKC Kaiserslautern 3:29
Unterschiedlicher konnten die Vorzeichen vor der Partie nicht stehen: Während die Amberger nach dem Sieg gegen Celtic nur vor Selbstvertrauen strotzten, standen die Lauterer unter Druck, denn sie wollten sicher nicht ohne Punkte im Gepäck abreisen. Bei Amberg ersetzte Alex Kraus den 8-Punkte-Mann Sebastian Wagner, sodass es nicht zu dem Brüderduell Sebi (Amberg) gegen Flo (Lautern) kam. Jens König und Mathias Hahnel legten mit zwei deutlichen Siegen gegen Peter Tuma und Thomas Krätzig in der ersten Runde den Grundstein für einen Lauterer Kantersieg, denn die Amberger waren völlig von der Rolle. Von den 16 Partien gewannen die Pfälzer 13 (!), lediglich Dominik Steib mit 2 Unentschieden und Thomas Krätzig mit einem 2:2 gegen Mathias Hahnel konnten in diesem Duell punkten. Überragend war Flo Wagner, der gegen seinen Ex-Verein 8 Punkte mitnahm.

 

Spieltag in Waltrop

TKC Gallus Frankfurt – Preußen Waltrop 23:9
Unbeeindruckt von den zwei Auftaktniederlagen am ersten Spieltag legten die Frankfurter los und starteten mit einer 4:0-Runde in das Spiel. Diese Führung sollten die Hessen auch nicht mehr hergeben, denn die Waltroper wurden dem Gegner nie wirklich gefährlich, sodass das Spiel nach der 6. Runde entschieden war. Maßgeblich für den Frankfurter Erfolg war die mannschaftliche Geschlossenheit (drei Akteure mit 6 und einer mit 5 Punkten). Auf Waltroper Seite hielten lediglich Marcus Müller und Holger Wölk mit 4:4 Punkten dagegen. Während Arnold Gotzhein sich einen Ehrenpunkt gegen Beni Buza erkämpfen konnte, ging Jochen Hahnel leider leer aus.

TFB Drispenstedt – TKC Gallus Frankfurt 11:21
Die Frankfurter gingen genauso konzentriert wie gegen Waltrop in die Partie gegen Drispenstedt. Auch im zweiten Spiel des Tages sicherten sie sich einen Start-Ziel Sieg. Beim Stand von 7:17 war die Messe bereits nach der 6. Runde gelesen und die Drispenstedter betrieben nun nur noch Ergebniskorrektur. Einzig Marcus Socha (6:2) hielt mit dem Tempo der Gegner mit. Die Frankfurter überzeugten mal wieder geschlossen, wobei der amtierende Deutsche Einzelmeister Michael Kaus mit 7:1 Punkten hervorstach. Der Titelverteidiger hat sich also beeindruckend zurückgemeldet und klar gemacht, dass er trotz des schlechten Saisonstarts als Play-Off Kandidat gehandelt werden muss.

Preußen Waltrop – TFB Drispenstedt 14:18

In der letzten Partie des Tages standen sich mit Waltrop und Drispenstedt zwei Abstiegskandidaten gegenüber und deshalb waren beide Teams hoch motiviert, im direkten Duell doppelt zu punkten. Das Spiel entwickelte sich anfangs sehr ausgeglichen, wobei im Mittelteil die Drispenstedter im Vorteil waren. Dennoch glichen die Waltroper in der vorletzten Runde zum 14:14 aus, sodass die Einzelpartien Marcus Müller gegen Marcus Socha und Arnold Gotzhein gegen Berthold Nieder über Sieg und Niederlage entscheiden sollten. Socha überzeugte gegen Müller vor allem durch eine starke Defensive und sicherte seinem Team mit einem 3:0 zumindest das Unentschieden. Als auf der anderen Platte mit Nieder das Talent gegen die Erfahrung von Gotzhein siegte, war der Jubel bei den Niedersachsen aufgrund des Sieges mehr als berechtigt.

Berthold Nieder war der Matchwinner durch seinen Erfolg gegen Arnold Gotzhein

 

Spieltag in Jerze

TKV Jerze – TKV Grönwohld 8:24

Die Jerzer hatten sich nach den beiden Auftaktniederlagen einiges an diesem Tage vorgenommen, doch der Schuss ging nach hinten los: Mit zwei Nullrunden standen sie beim Stand von 0:8 mit dem Rücken an der Wand. Von diesem miserablen Start konnten sich die Gastgeber nicht mehr richtig erholen und der TKV Grönwohld fuhr einen ungefährdeten 24:8-Sieg ein. Aus dem Kollektiv ragte Marc Koschenz heraus, der „kam, sah und siegte“: Ohne Training gelingen diesem Wunderknaben immer wieder Topleistungen und gegen Jerze 4 souveräne Siege.

Chancenlos war Tobias Witte mit seinem Team (in rot) gegen Fabio de Nicolo und den TKV Grönwohld

TKV Grönwohld – TKC Hirschlanden 11:21
Dieses Duell versprach mehr Spannung als das erste, trafen doch zwei Play-Off Konkurrenten aufeinander. Doch dazu sollte es nicht kommen. Zwar war die erste Runde sehr ausgeglichen und es stand 2:2, doch dann legten die Hirschlandener einen Zahn zu. Angeführt von einem starken Rainer Schlotz ( 7:1) und dem Norddeutschen Einzelmeister Max Daub, der von seinem Erfolg beflügelt frei aufspielte und 6 Punkte erzielte, zogen die Schwaben den Nordlichtern davon, um einen nie gefährdeten 21:11-Erfolg einzufahren. Auf Grönwohlder Seite zeigte lediglich Marc Koschenz mit 5:3 Punkten annähernd Normalform. Clubchef Kai Schäfer verlor drei seiner Duelle mit einem Tor Differenz und ging deshalb leer aus.

TKC Hirschlanden – TKV Jerze 18:14

Motiviert vom Sieg gegen Grönwohld legten die Hirschlandener gegen Jerze los wie die Feuerwehr: Nach einer Runde stand es bereits 4:0, doch der TKV glich postwendend durch Tobias Witte und Christoph Ihme aus. Dieses Unentschieden hielten die Jerzer bis zum 12:12. In der vorletzten Runde aber punkteten die Hirschlandener aber vierfach durch die Siege von Daub gegen Kreuzweiß und Merke gegen Hofert. Die Ausgangssituation vor der abschließenden Runde war also klar: Die Jerzer mussten beide Spiele gewinnen, um das Unentschieden zu erreichen. Auf Platte 1 machte Ihme seine Hausaufgaben gegen Schlotz, denn er schlug diesen 4:3. Auf der zweiten Platte standen sich Tobias Witte und Harald Füßinger gegenüber, die bisher 6:0 Punkte auf ihrem Konto hatten. Es ergab sich das erwartet knappe Duell, das der Routinier Füßinger mit 1:0 (!) für sich entschied.

 

Fazit
In der Tipp-Kick-Szene wird zur Halbzeit der Saison bereits von einer Zweiklassengesellschaft gesprochen. Während vier Teams mit 6:2 Punkten an der Tabellenspitze stehen und die Frankfurter die Kurve gekriegt haben, kämpft der Rest der Liga gegen den Abstieg. Der TKV Jerze hat mit 0:8 Punkten die schlechteste Position, weil die Konkurrenz schon Zählbares vorweisen kann. Insbesondere der unerwartete Erfolg der Amberger gegen Berlin könnte die Oberpfälzer gegen Ende der Saison in eine komfortable Situation katapultieren. Der Fakt, dass Drispenstedt im direkten Duell gegen Waltrop gewonnen hat, deutet darauf hin, dass die Mannschaft um Marcus Socha den Klassenerhalt schaffen kann.

An der Tabellenspitze steht der 1. TKC Kaiserslautern aufgrund des besseren Spielpunktverhältnisses vor Celtic Berlin auf Platz 1. Gejagt werden die beiden Teams von den punktgleichen Hirschlandenern und Grönwohldern. Mit 4:4 Punkten kommt dem TKC Gallus Frankfurt die ungewohnte Rolle des Außenseiters zu, doch vor allem in den direkten Duellen der Play-Off Kandidaten kann sich sehr viel hin und her wenden.

Wir dürfen uns also auf eine spannende zweite Saisonhälfte freuen und gespannt sein, wie sich die Tabellensituation ändern wird. Der 3. Spieltag findet am 26.3.2017 in Hirschlanden, Grönwohld und Kaiserslautern statt!

 

Alle Ergebnisse findet ihr auch hier.