Verbandsliga Nord: Die Rechenspiele sind beendet

In der Verbandsliga Nord sind die Würfel gefallen und es wurde sogar noch dramatischer als erwartet. Die TKG Wolfsburg II ist in ihrer vierten Saison nach Gründung der Mannschaft in die Regionalliga Nord aufgestiegen. In der Vorsaison verpassten sie den Aufstieg noch knapp.

Wie zuvor berichtet, entwickelte sich zum Ende der Saison ein Dreikampf um den begehrten zweiten Aufstiegsplatz hinter dem TKC Fortuna Düdinghausen. Die TKG Wolfsburg machte am 28. Juni ihre Hausaufgaben, in dem der Delligser SC I mit 17:15 besiegt wurde.

Aufgrund einer zwischenzeitlich sehr deutlichen 10:2- und 14:6-Führung hatten die Wolfsburger nach Abpfiff die Befürchtung, dass sie ein paar Spielpunkte liegen lassen haben, die letztlich sehr entscheidend sein konnten. Nach einer Aufholjagd der Delligser blieb es doch spannend bis zum Schluss. In der letzten Runde musste Marco Sittinieri aus Wolfsburg gegen Nico Mast antreten, der aus der zweiten Mannschaft in den Kader gerückt ist und Marcel Becker gegen Routinier Jens Foit. Vom Papier her eine klare Sache. Denkste. Während Sittinieri gegen den stark spielenden Mast (mit 5 Punkten zweitbester Delligser) verlor, konnte Marcel Becker mit einem 5:2 gegen Jens Foit den Wolfsburger Sieg perfekt machen. Nach dem Spiel sagte Becker: „Das 5:2 gegen Jens Foit war mein bestes und wichtigstes Spiel meiner Karriere. Als ich 15 Sekunden vor Schluss beim Stand von 4:2 auf die Uhr schaute und Farbe hatte, bekam ich eine Riesen-Gänsehaut. Ich wusste, das Ding ist durch. Und das Ding versenke ich auch noch. Dementsprechend laut war der Jubelschrei beim 5:2.“

TKG Wolfsburg II - Delligser SC I 17:15 (:)

TKG Wolfsburg II – Delligser SC I 17:15 (60:62)

Nun zum Aufstiegsdrama Teil 2: Am 5. Juli kam es zum entscheidenden Spiel zwischen der SpVgg Balltick Kiel II und der TFG Hildesheim II. Kiel musste, um eine Chance auf den Aufstieg zu haben, mindestens 21:11 gewinnen. Weil die Hildesheimer nur zu dritt antraten, erhöhten sich die Chancen der Kieler das Ziel zu erreichen. Aber die drei Hildesheimer kämpften bis zum Ende, immerhin noch mit dem Ziel auf dem dritten Platz zu landen. Nachdem Kiel mit 4:0 und 6:2 in Führung ging, konnte Hildesheim sogar zum 10:10 ausgleichen. Beim Stand von 13:11 fieberten die Wolfsburger an ihren Smartphones mit, in der Hoffnung, dass Hildesheim noch einen Punkt holt. Tim Kunold war dann der Erlöser, der gegen Andreas Thom durch ein 3:3 den zwölften Punkt für Hildesheim holte und somit den Wolfsburgern endgültig den Aufstieg sicherte. Am Ende ging der Sieg mit 17:15 an Balltick Kiel, die den Wolfsburgern direkt zum verdienten Aufstieg gratulierten. Arne Kahl von Balltick Kiel 2: „Als Hildesheim nur zu dritt antrat, steigerte sich der Druck, nicht zu scheitern enorm. Das benötigte Spielergebnis von 21:11 lag mit einem Mal in greifbarer Nähe.“

SpVgg Balltick Kiel - TFG '38 Hildesheim II 17:15 (:)

SpVgg Balltick Kiel – TFG ’38 Hildesheim II 17:15 (64:49)

 

Fotos: wobber69.jimdo.com, tippkick-liga.de

(Bild von rechts: Marcel Becker, Heiko Schröder, Olaf Lindner, Marco Sittinieri, Boris Stock, Michael Lemke)