2. Havel Cup: Vincent Höhn gewinnt souverän

Vorbemerkungen:

 Die Havel als Nebenfluss der Elbe erreicht immerhin 334 km Länge und wurde 2004 zur Flußlandschaft des Jahres gewählt. Sie schneidet Berlin im äußersten Westen (hpts. Spandau). Die Spree ist übrigens nur ein Nebenfluß der Havel.

Diese beiden Flüße sind Namensgeber für die Ausgeschiedenen des Samstags- und Sonntagsturnieres. Auch hier hat der Havel Cup die Oberhand: 39 Teilnehmer gegenüber 38 Teilnehmern, ebenso in der Wertigkeit: 2,50 gegenüber 2,49. Den fast 40 Teilnehmern beider Turniere war das alles völlig egal, Hauptsache spielen, gewinnen oder schön spielen – je nach Perspektive – und vor allem Spaß haben!

 

Teilnehmende Tipp-Kick-Prominenz:

Der Havel Cup fing alle Ausgeschiedenen der ersten beiden Runden der Berliner Pokalmeisterschaft auf. Nicht nur Underdogs sondern auch einige klangvolle Namen fanden sich hier zu diesem Wettbewerb ein: Peter Funke (FF Bruck), der Deutsche Meister von 1984 und 6-facher Gewinner von Sektionsmeisterschaften, sein Vereinskamerad Vincent Höhn (FF Bruck), der Süddeutsche Vizemeister von 2014, Björn Buschmann (Oberbayern München), der Gewinner der Einzelwertung der Verbandliga Süd mit 47:1 Punkten, Michael Kalentzi (Schlachtenbummler Bochum) und Karl-Heinz Sternberg (Germania Neukölln), die in den letzten Wochen viele glanzvolle Spiele ablieferten. Ein Stephan Pfaff (Adersheim), 9-facher Endrundenteilnehmer von Sektionsmeisterschaften, allerdings gehandicapt durch Trainingsrückstand. Und so einige andere Kandidaten, die immer wieder mal überraschen können, wie man später sehen wird.

 

Die erste Runde:

Gespielt wurde in fünf 5er-Gruppen. In jeder Gruppe qualifizierten sich dann 4 Spieler für die nächste Runde. Also sehr human.

Trotzdem verabschiedete sich mit Stephan Pfaff, der in dieser Saison für Adersheim an die Platten tritt, mit 2:6 Punkten und 15:15 Toren. Der Trainingsrückstand war zu hoch. Ferner schieden aus: S. Gebhardt (Celtic Berlin), J. von Hering (Kiel), Konrad Sundermann (Celtic Berlin) und der vereinslose Chr. Weiß.

Erfolgreichste Spieler waren M. Wietoska (Bochum) mit 8:0 Punkten und 20:4 Toren vor A. Bialk (Spandauer Filzteufel) mit ebenso 8:0 Punkten und 16:2 Toren.

 

Die zweite Runde:

Es kamen nun weitere Ausgeschiedene der Berliner Pokalmeisterschaft hinzu, so dass in der 2. Runde in 6 Gruppen gespielt wurde. 4 Spieler kamen hier wieder weiter, wiederum sehr human.

Es verabschiedeten sich gleich 4 Balinger und 3 Nürnberger, aber auch der Amberger F. Putz, den man eine Endrundenteilnahme zugetraut hatte. Da auch Michaela Koegel (Rheinland Düsseldorf) als 5. ihrer Gruppe ausschied, war schon jetzt Melanie Grämmel (Drispenstedt) die Damen-Siegerin dieses Turnieres.

Buschmann und V. Höhn blieben mit jeweils 10:0 Punkten (bei 31:12 bzw. 21:10 Toren) verlustpunktfrei.

 

Die dritte Runde:

Hier sollte es spannender werden. 4 Gruppen mit je 6 Teilnehmern und die ersten 3 sollten sich für die Endrunde qualifizieren.

In der Gruppe 1 setzten sich die beiden Favoriten T. Stock (Grönwohld) und A. Bialk mit je 9:1 Punkten bei 34:15 bzw. 22:4 Toren klar durch. Danach gab es einen Dreier-Vergleich, den M. Wietoska für sich entscheiden konnte. Die Unglücksraben waren A. Sigle (Hirschlanden) und F. Sauter (Balingen). Der erfahrene Zweitliga-Spieler O. Baer (Celtic) war von seinen 0:10 Punkten sichtlich enttäuscht.

Die Gruppe 2 war von den Namen und Ranglistenplatzierungen her wesentlich stärker als die Gruppe 1 besetzt. B. Buschmann zeigte seine Klasse und gewann im Top-Spiel gegen V. Höhn mit 6:5. M. Kalentzi platzierte sich noch vor DTKV-Präsident P. Funke, der damit ebenso ausschied wie der „Wer wird Millionär“-Sieger Schmidt (Bochum) und der überraschend in die 3. Runde gekommenen A. Schreiber (Drispenstedt).

In der Gruppe 3 mußte man schon 6 Punkte holen, um sich für die Endrunde zu qualifizieren. Das gelang D. Bastian (Wolfsburg) mit 8:2 Punkten vor K.-H. Sternberg und M. Becker (auch Wolfsburg). Der Schweizer Tipp-Kick-Freund M. Kälinn (Hotspurs), M. Grämmel und A. Thom (Kiel) durften fortan nur noch zuschauen.

In der Gruppe 4 dominierten die beiden Spieler Chr. Drescher und D. Hansen der SG Rheinland/Düsseldorf. Als Dritter überzeugte G. Mielke (Filzteufel), der in den letzten Wochen eine stark steigende Tendenz zeigte. Es schieden der Neuköllner Kapschies, der Frankfurter Renninger und der Nürnberger Jobst aus.

 

Die Endrunde:

Nun ging es um die berühmte Wurst. Nicht um die volkstümlichen Spiele „Wurstangeln“ oder „Wurstschnappen“, sondern um die Endspiel-Teilnahme im Havel Cup.

In der Gruppe A war man sich lange nicht einig, wer in das Endspiel einziehen würde. Erst die letzte Runde sollte mit D. Hansen (SG Rheinland/Düsseldorf) einen Überraschungsfinalisten hervorzaubern. Er bezwang im letzten Spiel A. Bialk, der bis dahin in diesem Wettbewerb noch keine Niederlage erlitten hatte und reichte ihn auf Platz 4 in der Gruppe durch. Auf Platz 2 schob sich Chr. Drescher, ein Vereinskamerad von D. Hansen, und komplettierte somit diesen Vereins-Triumpf. Lange Zeit roch es nach einer Finalteilnahme von M. Becker, der in der Endrunde großartig aufspielte, aber angesichts eines wartenden Taxis und eines nicht-wartendes Nachtzuges doch noch alles verspielte. Mitfavorit B. Buschmann wurde gar nur Fünfter seiner Gruppe. Ihn trennten nur 3 Punkte vom Finalisten.

In der Gruppe B war es fast noch knackiger. Wenn der Letzte der Gruppe, hier M. Wietoska auf 4:6 Punkte kommt, was haben dann die anderen erst für Punkte? Richtig, kaum mehr! So kam der Zweitplatzierte M. Kalentzi auf 5:5 Punkte. Das kann man auch Effektivität nennen. Wenn man dann jedoch die 8:2 Punkte von V. Höhn sieht, muss man hier fast eine Zwei-Klassen-Gesellschaft feststellen.

 

 Das Endspiel:

Im Endspiel standen sich nun mit Vincent Höhn (Flinke Finger Bruck) und Dirk Hansen (SG Rheinland/Düsseldorf) zwei unterschiedliche Spielertypen gegenüber. V. Höhn mit der Erfahrung von 8 Finals, davon 4 erfolgreich und ihm gegenüber „Tanne“ Hansen mit 2 dritten Plätzen, erzielt bei Gevelsberger Regionalturnieren.

Wat mutt, dat mutt. Und so kam es dann auch im Endspiel. V. Höhn erzielte Tor um Tor und gewann letztendlich dank seiner Routine das Endspiel souverän mit 7:2. Trotzdem, auch hier, Gratulation von Seiten der Redaktion zu Turniersieg und erstmaliger Finalteilnahme!

 

Das Turnier in der Übersicht:

2. Havel Cup Wertigkeit: 2.50 Teilnehmer: 39

Modus: Gruppen-Auslosungen (3 Runden) mit klassischer Endrunde

Finale: Vincent Höhn (Flinke Finger Bruck) – Dirk Hansen (SG Rheinland Düsseldorf) 7:2

Die ersten 12 Plätze:

  1. Vincent Höhn (Flinke Finger Bruck)
  2. Dirk Hansen (SG Rheinland Düsseldorf)
  3. Christian Drescher (SG Rheinland Düsseldorf)
  4. Michael Kalentzi (Schlachtenbummler Bochum)
  5. Marcel Becker (TKG Wolfsburg)
  6. Tobias Stock (TKV Grönwohld)
  7. André Bialk (Spandauer Filzteufel)
  8. Karl-Heinz Sternberg (Germania 09 Neukölln)
  9. Björn Buschmann (Oberbayern München)
  10. Detlef Bastian (TKG Wolfsburg)
  11. Matthias Wietoska (Schlachtenbummler Bochum)
  12. Gabriel Mielke (Spandauer Filzteufel)

 

Platzierungen aller Damen:

  1. Melanie Grämmel (TFB 77 Drispenstedt)
  2. Michaela Koegel (SG Rheinland Düsseldorf)

 

Platzierungen aller U18-Spieler:

  1. Alexis Kalentzi (Schlachtenbummler Bochum)
  2. Konrad Sundermann (Celtic Berlin)