Interview mit der Deutschen U18-Meisterin Luisa Witte
Als erste weibliche Jugendliche gewinnt Luisa Witte die Deutsche U18-Meisterschaft im Tipp-Kick. Im Interview spricht sie über den entscheidenden Moment, ihr Training, ihre Familie und ihre Ziele.
Mit ihrem Titelgewinn hat Luisa Witte Tipp-Kick-Geschichte geschrieben: Sie ist die erste weibliche Jugendliche, die sich bei den unter 18-Jährigen den deutschen Meistertitel sichern konnte. Im Gespräch erzählt sie, warum Tipp-Kick weit mehr als ein Kinderspiel ist und was sie sich für die Zukunft des Sports wünscht.
„Ich konnte es im ersten Moment gar nicht richtig glauben“
Herzlichen Glückwunsch zum Titel! Wenn du an den entscheidenden Moment im Finale zurückdenkst – was ging dir durch den Kopf, als der Sieg feststand, und wie hast du den Erfolg gefeiert?
Ich war unglaublich glücklich und konnte es im ersten Moment gar nicht richtig glauben. Das ganze Training hat sich auf jeden Fall gelohnt! Nachdem ich im vergangenen Jahr das Finale verloren hatte und Zweite geworden war, war die Freude dieses Jahr umso größer, weil ich es diesmal geschafft habe, Deutsche U18-Meisterin zu werden.
Es war ein richtig schönes Gefühl zu merken, dass sich das regelmäßige Training ausgezahlt hat. Ich war unglaublich stolz auf mich und habe mich riesig über den Titel gefreut. Gefeiert haben wir am vergangenen Samstag vereinsintern mit Kaffee und Kuchen und konnten diesen Erfolg gemeinsam genießen.
Tipp-Kick ist viel mehr als ein Kinderspiel
Viele Menschen kennen Tipp-Kick nur als klassisches Kinderspiel aus dem Wohnzimmer. Wie erklärst du Freunden oder Außenstehenden, dass es sich dabei um einen echten Leistungssport mit Bundesliga und Verband handelt?
Ich erkläre meistens, dass Tipp-Kick viel mehr ist, als viele denken. Es gibt richtige Vereine, eine Bundesliga und große Turniere, bei denen man gegen andere Spieler antritt. Um dort erfolgreich zu sein, muss man regelmäßig trainieren und viel Zeit investieren, um sich immer weiter zu verbessern.
Von außen sieht es vielleicht nach einem einfachen Spiel aus. Wenn man selbst bei Turnieren dabei ist, merkt man aber, wie viel Ehrgeiz, Konzentration und Können dazugehören.
Training, Erfahrung und Nervenstärke
Beim Tipp-Kick entscheiden oft Millimeter und Sekunden über Sieg oder Niederlage. Wie sieht dein Training aus, um die nötige Fingerfertigkeit, Schusstechnik und vor allem die mentale Ruhe und Konzentration am Turniertisch zu behalten?
Unter der Woche trainiere ich zu Hause mit meinem Vater und an den Wochenenden mit meinem Verein, dem TKV Jerze. Ich versuche, mich immer weiter zu verbessern und bei jedem Training etwas dazuzulernen. Bei Turnieren schaue ich mir auch gerne die Spiele von stärkeren Spielern an, weil ich dabei viel lernen und mir einiges abschauen kann. Durch die Turniere sammle ich außerdem immer mehr Erfahrung.
Vor Turnieren bin ich meistens ziemlich aufgeregt, weil ich natürlich gut spielen möchte. Trotzdem versuche ich, mein Bestes zu geben und mich auf mein Spiel zu konzentrieren.
Der Vater als größtes Vorbild
Dein Papa ist ebenfalls ein erfolgreicher Spieler. Ist er dein Vorbild oder hast du einen eigenen Favoriten? Gibt es bald noch weitere Konkurrenz aus der Familie?
Mein Vater war schon immer mein größtes Vorbild im Tipp-Kick. Ich war schon immer davon fasziniert, wie er spielt, und habe immer zu ihm aufgeschaut. Ich bin sehr froh, dass er mir alles beigebracht hat und mich so unterstützt.
Meine Schwester fängt langsam auch mit Tipp-Kick an. Mal schauen, ob sie irgendwann genauso viel Spaß daran hat wie wir.
Ziele für die Zukunft
Du hast in der Jugendklasse bereits das Maximum erreicht. Welche sportlichen Ziele hast du dir für die Zukunft gesetzt – vielleicht den Wechsel zu den Erwachsenen? Und was wünschst du dir für die Zukunft des Tipp-Kick-Sports in Deutschland?
Natürlich möchte ich in Zukunft noch viel erfolgreicher werden. Bei den Damen habe ich bereits den dritten Platz erreicht und möchte mich natürlich weiter verbessern und irgendwann vielleicht auch ganz oben stehen. Ich weiß, dass das Zeit braucht. Aber ich hoffe, dass ich mit viel Training und Erfahrung meine Ziele erreichen kann.
Außerdem würde ich mich freuen, wenn Tipp-Kick bekannter wird und mehr Jugendliche anfangen, diesen Sport zu spielen. Es wäre schön, wenn noch mehr junge Menschen sehen, wie viel Spaß Tipp-Kick macht und was alles dahintersteckt.
Vielen lieben Dank Luisa für das Interview, zusammen mit der neuen Jugendsprecherin Heidi Grellmann kannst du hoffentlich noch viele Kids für unser tolles Spiel begeistern!
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