Interview mit der neuen Deutschen Einzelmeisterin im Tipp-Kick: Michaela Nagel

Herzlichen Glückwunsch zum historischen Erfolg, Michi! Du konntest dich in einem extrem spannenden Finale knapp durchsetzen und hast nun deinen fünften deutschen Meistertitel in der Tasche. Welcher deiner fünf Titelgewinne war rückblickend der härteste und was bedeutet dir dieser spezielle Jubiläumssieg?

Vielen lieben Dank für die Glückwünsche erst einmal. Das ist gar nicht so leicht zu sagen aber ich glaube tatsächlich der aktuelle Titel. Ich habe immer wieder das Manko, dass ich null Training habe und ausschließlich auf Turnieren spiele. Der vorangegangen Turniertag war so semi erfolgreich, dass ich dann innerhalb der Damenmeisterschaft doch eine Schippe an Leistung drauf legen konnte und damit sogar erste werde, damit habe ich nicht gerechnet. Ehrlicherweise hatte ich das mit dem 5. Titel gar nicht so auf dem Schirm, von daher vielen Dank auch für diese Information. Der Sieg ist schon etwas ganz Besonderes. Standen in diesem Jahr doch sehr viele Hürden an, neue Wege mussten gegangen werden, einer neuer Alltag etabliert und neue Routine geschaffen werden. Vor allem aber galt es wieder mehr Fokus auf mich selbst zu finden und ich denke, dass das durchaus ein ausschlaggebender Punkt beim Finalspiel war.

In den letzten Jahren lief das Finale der Damenmeisterschaft ganz oft auf das Duell zwischen dir und deiner Dauerkontrahentin Manuela Winter (TKC Gevelsberg) hinaus. Wie gut kennt man nach all den Jahren die Taktiken und Lieblingsschüsse der Gegnerin, und wie schafft man es, sich im entscheidenden Moment immer wieder neu zu überraschen?

Auch wenn ich noch so oft gegen Manu gespielt habe, egal ob Finale oder Punktspiel oder auch innerhalb der Gruppenphase jedes Spiel ist anders. Ich persönlich kann mir nicht wirklich meine Gegner und deren Lieblingsschüsse merken, natürlich hat man nach all der Zeit immer eine ungefähre Ahnung was jetzt kommt, aber wir entwickeln uns ja alle stets weiter und lernen immer wieder Neues dazu. Wichtig im entscheidenden Moment ist einfach den Fokus zu haben, im hier und jetzt zu sein, nicht schon drei Schüsse weiter zu denken sondern erst den einen Schuss, dann Deckung, dann Farbe, dann den nächsten Schuss sehen.

Bei dieser Meisterschaft gab es mit dem ersten reinen Mädchen-Finale in der U18-Konkurrenz ein echtes Novum im Tipp-Kick. Wie nimmst du die Entwicklung und den Ehrgeiz der nachrückenden, jungen Spielerinnen wahr? Spürst du, dass der Druck der „jungen Wilden“ auf die Etablierten spürbar wächst?

Ich finde es großartig, welche Entwicklung generell der Nachwuchs aber insbesondere die Mädels machen. Ich habe Luisa & auch Heidi im vergangenen Jahr öfters während eines Turniers in ihren Spielen begleitet und ich freue mich immer wieder gegen beide zu spielen und festzustellen, dass sie noch besser geworden sind. Druck erlebe ich dabei tatsächlich so gar nicht, eher stolz auch ein bisschen was von mir weiter gegeben zu haben und in ihnen wachsen und erkennen zu sehen.

Du hast in deiner Karriere schon fast alles erlebt – von dramatischen Verlängerungen bis hin zu Entscheidungen im Sudden Death. Woher nimmst du in diesen extremen Stresssituationen am Turniertisch die Ruhe, um den entscheidenden Ball zielsicher im Winkel zu versenken?

Wie oben schon einmal erwähnt, im Fokus sein, sich nicht ablenken zu lassen, was gerade in der Halle passiert oder an der Platte nebenan. Und glaub mir mal, auch wenn ich manchmal vielleicht superruhig und reguliert an der Platte wirke, ist das in entscheidenden Spielen oder Damenfinale oft nicht der Fall, das Herz schlägt bis zum Anschlag. Tief durch atmen, die 7 Sekunden mit runter zählen, konzentriert und sicher den Ball hinlegen hilft mir dabei sehr. Aber natürlich auch der Support von lieben Menschen in der Halle. Ohne Alex Beck z. B. wäre das Turnierwochenende und auch die Damenmeisterschaft in mancher Hinsicht nicht so gelaufen, vertraute Gespräche vor entscheidenden Spielen, die Hinweise z. B. „bleib ruhig, es ist deine Zeit“ während des Spiels sind unbedingt wichtig für mich.

Neben den Einzelerfolgen bist du ja auch im Team aktiv. Welche sportlichen Meilensteine stehen für dich nach diesem fünften Einzel-Titel nun als nächstes an – sowohl mit deiner Mannschaft im Bundesliga-Alltag als auch ganz persönlich? Wer wird Deutscher Mannschaftsmeister in Wolfenbüttel?

Nun, hier müssen wir als SG vor allem erst einmal den Meilenstein nehmen, wieder alle unser Leben sortiert zu haben, um den Fokus wieder auf Tipp Kick zu lenken. Wir haben dieses Jahr/diese Saison gemeinsam beschlossen „auszusetzen“, da einfach super viel bei den meisten von uns passiert ist. Jetzt gilt es nach vorne zu schauen, auch das geht nur gemeinsam.

Deutscher Mannschaftsmeister – ich bin mir nicht sicher, ob Hirschlanden es dieses Jahr wieder schafft, Frankfurt hat durchaus stark aufgespielt, auch Lautern wird wieder zu den Top Teams gehören von daher mag ich mich da jetzt tatsächlich gar nicht festlegen.

Vielen lieben Dank für das Interview Michi! Wir sehen uns bei der Westdeutschen Einzelmeisterschaft in Nettersheim!

Die Sieger 2026 (v.l.): Manuela Winter (2.), Michaela Nagel (1.), Luisa Witte (3.)

 

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Interview mit der Deutschen U18-Meisterin Luisa Witte

Als erste weibliche Jugendliche gewinnt Luisa Witte die Deutsche U18-Meisterschaft im Tipp-Kick. Im Interview spricht sie über den entscheidenden Moment, ihr Training, ihre Familie und ihre Ziele.

Mit ihrem Titelgewinn hat Luisa Witte Tipp-Kick-Geschichte geschrieben: Sie ist die erste weibliche Jugendliche, die sich bei den unter 18-Jährigen den deutschen Meistertitel sichern konnte. Im Gespräch erzählt sie, warum Tipp-Kick weit mehr als ein Kinderspiel ist und was sie sich für die Zukunft des Sports wünscht.

„Ich konnte es im ersten Moment gar nicht richtig glauben“

Herzlichen Glückwunsch zum Titel! Wenn du an den entscheidenden Moment im Finale zurückdenkst – was ging dir durch den Kopf, als der Sieg feststand, und wie hast du den Erfolg gefeiert?

Ich war unglaublich glücklich und konnte es im ersten Moment gar nicht richtig glauben. Das ganze Training hat sich auf jeden Fall gelohnt! Nachdem ich im vergangenen Jahr das Finale verloren hatte und Zweite geworden war, war die Freude dieses Jahr umso größer, weil ich es diesmal geschafft habe, Deutsche U18-Meisterin zu werden.

Es war ein richtig schönes Gefühl zu merken, dass sich das regelmäßige Training ausgezahlt hat. Ich war unglaublich stolz auf mich und habe mich riesig über den Titel gefreut. Gefeiert haben wir am vergangenen Samstag vereinsintern mit Kaffee und Kuchen und konnten diesen Erfolg gemeinsam genießen.

Tipp-Kick ist viel mehr als ein Kinderspiel

Viele Menschen kennen Tipp-Kick nur als klassisches Kinderspiel aus dem Wohnzimmer. Wie erklärst du Freunden oder Außenstehenden, dass es sich dabei um einen echten Leistungssport mit Bundesliga und Verband handelt?

Ich erkläre meistens, dass Tipp-Kick viel mehr ist, als viele denken. Es gibt richtige Vereine, eine Bundesliga und große Turniere, bei denen man gegen andere Spieler antritt. Um dort erfolgreich zu sein, muss man regelmäßig trainieren und viel Zeit investieren, um sich immer weiter zu verbessern.

Von außen sieht es vielleicht nach einem einfachen Spiel aus. Wenn man selbst bei Turnieren dabei ist, merkt man aber, wie viel Ehrgeiz, Konzentration und Können dazugehören.

Training, Erfahrung und Nervenstärke

Beim Tipp-Kick entscheiden oft Millimeter und Sekunden über Sieg oder Niederlage. Wie sieht dein Training aus, um die nötige Fingerfertigkeit, Schusstechnik und vor allem die mentale Ruhe und Konzentration am Turniertisch zu behalten?

Unter der Woche trainiere ich zu Hause mit meinem Vater und an den Wochenenden mit meinem Verein, dem TKV Jerze. Ich versuche, mich immer weiter zu verbessern und bei jedem Training etwas dazuzulernen. Bei Turnieren schaue ich mir auch gerne die Spiele von stärkeren Spielern an, weil ich dabei viel lernen und mir einiges abschauen kann. Durch die Turniere sammle ich außerdem immer mehr Erfahrung.

Vor Turnieren bin ich meistens ziemlich aufgeregt, weil ich natürlich gut spielen möchte. Trotzdem versuche ich, mein Bestes zu geben und mich auf mein Spiel zu konzentrieren.

Der Vater als größtes Vorbild

Dein Papa ist ebenfalls ein erfolgreicher Spieler. Ist er dein Vorbild oder hast du einen eigenen Favoriten? Gibt es bald noch weitere Konkurrenz aus der Familie?

Mein Vater war schon immer mein größtes Vorbild im Tipp-Kick. Ich war schon immer davon fasziniert, wie er spielt, und habe immer zu ihm aufgeschaut. Ich bin sehr froh, dass er mir alles beigebracht hat und mich so unterstützt.

Meine Schwester fängt langsam auch mit Tipp-Kick an. Mal schauen, ob sie irgendwann genauso viel Spaß daran hat wie wir.

Ziele für die Zukunft

Du hast in der Jugendklasse bereits das Maximum erreicht. Welche sportlichen Ziele hast du dir für die Zukunft gesetzt – vielleicht den Wechsel zu den Erwachsenen? Und was wünschst du dir für die Zukunft des Tipp-Kick-Sports in Deutschland?

Natürlich möchte ich in Zukunft noch viel erfolgreicher werden. Bei den Damen habe ich bereits den dritten Platz erreicht und möchte mich natürlich weiter verbessern und irgendwann vielleicht auch ganz oben stehen. Ich weiß, dass das Zeit braucht. Aber ich hoffe, dass ich mit viel Training und Erfahrung meine Ziele erreichen kann.

Außerdem würde ich mich freuen, wenn Tipp-Kick bekannter wird und mehr Jugendliche anfangen, diesen Sport zu spielen. Es wäre schön, wenn noch mehr junge Menschen sehen, wie viel Spaß Tipp-Kick macht und was alles dahintersteckt.

Vielen lieben Dank Luisa für das Interview, zusammen mit der neuen Jugendsprecherin Heidi Grellmann kannst du hoffentlich noch viele Kids für unser tolles Spiel begeistern!

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Interview mit dem neuen Deutschen Einzelmeister Artur Merke

1. Zum historischen Triumph

„Herzlichen Glückwunsch zum dritten Titel! Aller guten Dinge waren diesmal drei – damit gehörst du nun endgültig zum erlesenen Kreis der dreifachen Deutschen Einzelmeister. Was bedeutet Dir dieser spezielle Titel bei der 60. Jubiläumsmeisterschaft im Vergleich zu Deinen Siegen 2022 und 2024?“

Irgendwie waren alle Titel wichtige Meilensteine für mich. 2022 wäre ich fast gar nicht hingefahren, aber dann habe ich mir gesagt, dass wenn ich nicht zur DEM fahre, dann geht es irgendwie dem Ende zu. Ich hatte auch schon fast damit abgeschlossen, dass ich jemals den größten Traum wohl eines jeden Tkers noch schaffen würde. 2024 war natürlich das Mega Highlight, eines der 10 meistbesuchten Turniere in der TK Geschichte, und dann auch noch die tolle Atmosphäre des 100 jährigen Jubiläums. Nach dem verlorenen Finale 2025, hätte es mich schon gewurmt zum zweiten Mal in Folge zu verlieren. Aber zum Glück habe ich mir während des Turniers (und auch während des Finales) nicht groß Gedanken dazu gemacht. Spätestens ab der 2. Halbzeit war ich voll im Flow. Das nötige Quäntchen Glück war in der ersten Halbzeit dabei. Im Moment fühle ich mich irgendwie vollständig, was meine TK Karriere angeht. Soll aber nicht heißen, dass ich nicht wieder angreifen werde.

2. Zur Final-Dynamik gegen Benjamin Buza

„Das Finale gegen Deinen ehemaligen Teamkollegen Benjamin Buza ging nach einem unglücklichen Eigentor zum 1:1-Ausgleich in eine heiße Phase. Danach hast Du ‚wie aus einem Guss‘ agiert. Wie schafft man es in so einem mentalen Schlüsselmoment auf diesem Niveau, die Nerven zu behalten und das Spiel so dominant an sich zu reißen?“

Die einfache Antwort steht schon in meinen Ausführungen oben. Wenn man es schafft in den Flow zu kommen (und das ist wahrlich nicht so einfach), dann nimmt man keine Zeit mehr wahr, ist voll im Jetzt und die abertausenden von Stunden, die man an der TK Platte verbracht hat, machen auf einmal auf Autopilot. So habe ich es jedenfalls empfunden. Tatsächlich war ich bei allen 3 DEM Titeln voll im Flow. Der Rückstand nach dem Mega Brett von Beni hat mich auch gar nicht so beschäftigt. Natürlich war der Ausgleich sehr glücklich, aber die 2 Halbzeit ging dann voll an mich.

3. Zum Vereinswechsel und Deine Skills in der Mannschaft

Du bist bei der Deutschen für den TKV Grönwohld angetreten. Wie erklärst du dir, dass du so ein überragender Einzelspieler bist, aber in der Mannschaft nicht an diese Leistungen anknüpfen kannst?

Dazu habe ich mir auch schon so meine Gedanken gemacht. Im Prinzip sind es zwei verschieden Disziplinen (so hat es Georg mal bezeichnet). Bei der einen muss du sofort von 0 auf 100% voll da sein, sonst gehst Du knallhart unter die Räder.

Ein Turnier hat so seine eigene Dynamik, die man richtig Lesen und für sich Nutzen können muss. Ich habe es auch immer gehasst, im Gruppenmodus am Sonntag in die erste Runde zu gehen (damit bin ich aber wahrscheinlich nicht alleine). Zur Wahrheit gehört aber auch, dass ich nach der DEM 2024 nicht voll mit meinem Material zufrieden war. Daher waren meine Ergebnisse für KL wirklich unterirdisch.

Auch die ganzen zweiten Plätze letztes Jahr und die verkorkste erste Jahreshälfte 2026 (nicht ansatzweise eine Sektionsendrunde erreicht)  zeugen ein Bisschen davon. Ich habe tatsächlich nach der SDEM gesagt, dass ich das Jahr eigentlich nur noch retten kann, wenn ich DEM werde (da war es noch ein Scherz :-).

Habe dann im Sommer etwas an meinem Material gearbeitet, und dann auch gleich gemerkt, dass ich ein viel besseres Gefühl habe. Bin dann aber erst mal in Urlaub gegangen, und quasi direkt danach ohne zu üben nach Düsseldorf gefahren. Komplett ohne Druck irgendetwas gewinnen zu müssen. Und siehe da, der Spieler ging immer noch voll ab. Bis zur DEM habe ich im Training mit Georg meine Abwehr stabilisiert, und schon hat die Mischung gestimmt.

4. Zu den Erfolgsfaktoren im Tipp-Kick

„Drei Titel in fünf Jahren zeigen eine enorme Konstanz. Was sind die größten Faktoren für Deine Erfolgsgeschichte?

Jeder hat so seine Methoden, die auch nicht lautstark verraten werden 🙂 Man darf nicht vergessen, dass auch immer etwas Glück im Spiel ist. Tatsächlich hat mich aber der erste DEM Titel irgendwie gefestigt (die erste Million ist die schwierigste :-).

Ein Faktor ist sicher auch, dass ich nur mit einem Spieler spiele (schon immer). Allerdings muss dieser auch passen, wenn der schwächelt, bin ich fast schon aus dem Gefecht genommen. Umgekehrt aber, wenn der gut läuft, bin ich mit dem so eingespielt, wie kaum jemand sonst mit seinen Spielern.

Ich habe mir (auch schon früher) viele Gedanken zur mentalen Stärke gemacht. Habe seinerzeit viel dazu gelesen, und versucht es in der Praxis umzusetzen. Ich würde z.B. nie auf ein Turnier fahren, und mir vornehmen, es gewinnen zu müssen. Ich nehme mir eher vor, gut zu spielen, und bisher hat es das eine oder andere Mal zu (sehr) guten Ergebnissen geführt.

5. Zum Blick in die Zukunft

„Mit 53 Jahren stehst Du auf dem Zenit des deutschen Tipp-Kicks. Dein Sohn Lasse strebt Dir nach. Sehen wir Dich in naher Zukunft zusammen mit Deinem Sohn in einer Mannschaft? …und wer wird Deutscher Mannschaftsmeister 2026?

Ich glaube ich bin der älteste DEM aller Zeiten :-). Momentan fühle ich mich auch fit genug, es mit der jungen (und mittlerweile auch sehr starken) Garde aufzunehmen. Ist vielleicht etwas wie im Dart Sport, wo auch schon mal ältere Semester Weltmeister geworden sind. Mit Mannschaftspielen habe ich (fast) abgeschlossen. Mein Gastspiel für Grönwohld hat aber tatsächlich mal wieder richtig gute Laune gemacht. Also Jungs, wenn Ihr mal wieden gen Süden müsst, könnt Ihr mich wieder anrufen :-).

Es würde mich wohl auch nochmal reizen, mit einer guten Mannschaft in einem DMM Playoff(finale) zu spielen. Vielleicht um mal mein Alleinstellungsmerkmal etwas abzumildern, da ich der einzige Tipp Kicker bin, der mit 0:8 Punkten im Finale, DMM geworden ist (allerdings war ich maßgeblich daran beteiligt, dass wir damals nicht abgestiegen sind, und überhaupt das Finale erreicht hatten).

Ansonsten müsste ich öfters mit Lasse trainieren, das haben wir leider etwas schleifen lassen, Aber er ist noch jung, und der Spaß dabei ist das Wichtigste. Die vielen Niederlagen zu Beginn sind natürlich schwer zu verdauen. Man trifft ja fast auf keine Anfänger mehr. Von daher schauen wir mal, wie es sich weiter entwickelt, ohne großen Druck. Sollte irgendwann der große Ehrgeiz dazukommen, werde ich natürlich als Sparringspartner (und ein Bisschen auch als Trainer) zur Verfügung stehen.

Wegen DMM 2026: es läuft auf ein Duell zwischen Frankfurt und Hirschlanden hinaus. Hirschlanden hat eine super Saison gespielt, und sehr geschlossen agiert. Es wird etwas auf die Tagesform ankommen. Im Moment sehe ich trotzdem Frankfurt leicht im Vorteil (es wird wohl auch auf den Joker William Schwaß ankommen), würde aber ungern größere Mengen Geld darauf wetten. Wie eng es zugehen kann sieht man auch daran, dass Beni mit lediglich einem Tor Vorsprung vor Max Gottschalk die BL Einzelwertung gewonnen hat.

Vielen Dank für das Interview Artur und weiterhin viel Spaß mit dem zwölfeckigen Ball!

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Frank Hampel neue Nummer 1 der Turnierrangliste!

Die aktuellen Veränderungen in der Tipp-Kick Turnierrangliste des Deutschen Tipp Kick Verbandes sorgen für reichlich Gesprächsstoff. Durch einen Ringtausch an der Spitze übernimmt Frank Hampel (Gallus Frankfurt) wieder die Nummer 1, während Michael Link (TKC Kaiserslautern´86) von Rang 3 auf 2 vorrückt und Artur Merke (TVW Ewing) von der Spitze auf Platz 3 zurückfällt. Neu in den Top 5 ist Georg Schwartz (Sturm und Drang Karlsruhe), der trotz noch ausstehendem Turniersieg konstant stark platziert ist. Daniel Bialk (Spandauer Filzteufel) macht einen beeindruckenden Sprung von Rang 34 auf 7 und ist zudem der jüngste Spieler in den Top 10 – klasse Leistung, Daniel!

Auch Christian Schäl (Ylipulli Gießen, Rang 8) und Jens Foit (Preußen Waltrop, Rang 9) sind neu unter den besten Zehn vertreten. Den Kreis der Top Ten komplettiert der Westdeutsche Einzelmeister Jochen Hahnel (TKC Kaiserslautern´86). Bemerkenswert ist, dass die drei Erstplatzierten des ersten GrandSlam Turniers, der Norddeutschen Einzelmeisterschaft in Jerze – das Trio von Gallus Frankfurt: Michael Kaus, Max Gottschalk und Alexander Beck – aktuell nicht unter den Top Ten zu finden sind, da sie noch weitere Turnierpunkte sammeln müssen, um ganz vorne mitzumischen. Das nächste GrandSlam Turnier steht an Ostern bevor: Die Ostdeutsche Einzelmeisterschaft in Berlin verspricht weitere spannende Veränderungen im Ranking.

Alle Infos zur Rangliste findet ihr unter:

http://www.artbot.de/tk/index.html

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Sommerloch-Fragen an … Stefan Peukert!

Stefan Peukert (TKC 1986 Gevelsberg)

Seit wann spielst du Tipp-Kick und wie bist du dazu gekommen? Kannst du dich noch an alle Vereine erinnern, bei denen du in der Vergangenheit gespielt hast? Welche waren das?

Ein guter Freund hatte ein Tipp-Kick Spiel zu Hause, wir spielten einige Zeit auf dem guten alten Rollfeld. Das war 1980. Irgendwann ein oder zwei Jahre später entdeckte ich eine Anzeige vom Verband in der Hörzu. Rudi Fink war damals Verbandspräsident. Ich rief ihn an und bekam eine Adresse von einem Interessenten aus Bochum namens Frank Kamelski. Der spielte mit ein paar Kumpels und ich brachte auch noch jemanden mit. Wir gründeten die TKF Fortuna Bochum. Später kam noch mein Sandkastenfreund Egbert Linthorst dazu und wir fuhren eines Tages zu einem kleinen Turnier des damaligen Sektionsleiters Rüdiger Kijewski nach Waltrop, wo wir die Gebrüder Kloß aus Recklinghausen kennengelernt haben. Nach dem Aus des Bochumer Vereins spielten wir dort eine Saison (1984/85). Ein Jahr später wechselte ich zur SpVgg. Witten, die später eine SG mit Waltrop bildete. Das war ca. 1989/90. Nach der Auflösung der Spielvereinigung ging ich ganz zu Preußen Waltrop. Dort blieb ich bis 1998, legte dann eine Pause ein, spielte jedoch weiter ab und zu Turniere. 2001 hatte auch Egbert Linthorst wieder Bock auf Tipp-Kick und wir Wattenscheider gründeten mit Michael Tornow (Ruhe in Frieden, Michael) und anderen Duisburgern United Wattenburg. Nach drei Spielzeiten löste der Verein sich auf und ich wechselte zum TKC Herne Gelsenkirchen, später dann wieder zu Preußen Waltrop. Dort spielte ich bis 2010 und legte wieder eine Pause ein. 2015 traf ich Siggi Gies auf der DEM in Bornheim und er überzeugte mich davon nach Gevelsberg zu wechseln, wo ich bis heute spiele.

100-Jahr-Feier Tipp-Kick: Ganz rechts Stefan Peukert, das Schild „TKC Gevelsberg“ haltend.

Was war für dich dein persönlich größter sportlicher Erfolg?

Größter Erfolg war 1992 die Meisterschaft in der 2. Liga West mit der SG Waltrop/Witten II, verbunden mit dem Erstligaaufstieg. Die Mannschaft löste sich jedoch im Sommer auf, da Paulo Vicente und Thomas Wegge den TKC Sprockhövel gründeten und Michael Kernchen und ich in die 1. Mannschaft gingen, da die Gebrüder Hahne eine Pause einlegten.

Größter Einzelerfolg war das Erreichen der Vorschlussrunde bei der DEM 2003 (Platz 22) und Platz 7 beim Ostalb-Turnier 2004 mit 6:4 Punkten in der Endrunde.

Osnabrücker Stadtmeisterschaft 1992: Stefan Peukert (links) gegen einen unbekannten Gegner.

Warum ist Tipp-Kick für dich so faszinierend? Was hebt diese Sportart von den anderen Randsportarten ab? Fühlst du dich als Exot?

Tipp-Kick macht einfach Spaß, weil das Spiel mit seinen verschiedenen Schussarten so viel Power hat und es nie langweilig wird. Exot? Nein! Die meisten Leute, die es belächeln, sind doch überrascht, wenn sie mal bei einem Match zusehen und merken, wie viele Möglichkeiten Tipp-Kick bietet.

Wer sind deine Lieblings- und Angstgegner?

Lieblings- oder Angstgegner sind für mich nicht zu benennen, da meine Leistungen zu sehr schwanken. Ich kann gegen fast jeden Spieler in einem guten Spiel punkten und ein paar Minuten später gegen einen schwächeren Spieler verlieren.

Es gibt nur sehr wenige weibliche Tipp-Kick-Spielerinnen. Warum deiner Meinung nach?

Wahrscheinlich sehen viele Frauen Tipp-Kick als eine Art Männerdomäne. Das es auch anders geht, sieht man bei der 2. Mannschaft meines Vereins, in der zwei Frauen regelmäßig zum Einsatz kommen (Manu Winter und Monika Loferski) oder bei der SG Rheinland/Düsseldorf mit Michaela Nagel.

Wenn du das Tipp-Kick aus deiner Anfangszeit vergleichst mit dem heutigen Tipp-Kick, was hat sich definitiv gewandelt?

Die größte Veränderung fand Anfang der 90er mit dem Farbspiel statt. Ein Spieler, der kaum Farbfehler macht und sich wenig Fehlschüsse leistet, kann seinen Gegner schon ziemlich unter Druck setzen. Auch das Spielermaterial hat sich durch die Stahlbeine und die Kugellager sehr verändert. Früher konnte es passieren, dass irgendwann das Bein im Tor lag, wenn man zu viel gebrettert hatte. Das gab dann immer ein großes Gelächter.

Gibt es eine Tipp-Kick-Regel, die du abschaffen würdest, wenn du es verfügen dürftest?

Wir sollten es bei den aktuellen Regeln belassen.

Die Tipp-Kick-Szene verzeichnet rückläufige Mitgliederzahlen. Was wäre dein Rezept, um diesen Trend zu stoppen?

Vor Turnieren sollte die örtliche Presse ins Boot geholt werden. In den Vorberichten muss hervorgehoben werden, dass jeder dort mitspielen kann, Neulinge kein Startgeld bezahlen und mit Material ausgestattet werden (Pro-Team-Sport). Pokale für die besten Neulinge sind Pflicht. Diese Form der Anerkennung vergisst man nicht so schnell! Die Vereine sollten sich regelmäßig in der Öffentlichkeit bei Veranstaltungen präsentieren. Wenn der Erfolg nicht gleich kommt, sollte das Motto lauten: Immer weitermachen. Irgendwann zahlt es sich aus!

Stefan Peukert bei einer Tipp-Kick-Präsentation beim AVU- Familienfest in Gevelsberg.

Würdest du eine Professionalisierung des Tipp-Kick-Sports begrüßen? Preisgelder? Auftreten aller Spieler in Trikots? Turniere unterschiedlicher Alters- oder Leistungsklassen?

Tipp-Kick sollte ein Hobby bleiben. Preisgelder gerne, aber nur durch Sponsoren, auf keinen Fall durch höheres Startgeld. Das schreckt die breite Masse ab.

Was würde dich motivieren, wieder häufiger auf Turniere zu fahren?

Mehr Turniere würde ich spielen, wenn es mehr Veranstaltungen in NRW geben würde. Weite Anreisen mache ich nur noch mit Übernachtung.

Wenn du mit wenigen Sätzen einem Tipp-Kick-Anfänger etwas raten müsstest, was wäre das?

Anfänger sollten sich durch hohe Niederlagen nicht abschrecken lassen und gegen möglichst viele verschiedene Gegner spielen. Sie sollten sich nicht scheuen, ihr Gegenüber nach ein paar Tipps zu fragen und werden dann schnell merken, wie viel Spaß Tipp-Kick macht!

Vielen Dank, Stefan, für die Beantwortung der Fragen und die mitgelieferten Bilder!

 

 

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50 Jahre Tipp-Kick. Eine Leidenschaft, die nie vergeht …

Peter Funke. Eine Laudatio an einen Tipp-Kicker, dessen Liebe zu unserem Sport seit 50 Jahren währt!

Abb. 1: Peter Funke 2017 in Davos

Am 21.06.1975 fand die Süddeutsche Einzelmeisterschaft in Stuttgart statt. Die örtliche Presse berichtete und der 13-jährige (!) in Kornwestheim lebende Peter Funke zögerte nicht lange und meldete sich für das Turnier an. Damals wurden die Vorrunden in Vierergruppen mit Hin- und Rückrunde gespielt. Peter Funke erlebte ein sportliches Waterloo, fünfmal verlor er deutlich. Im sechsten Spiel jedoch bezwang er seinen Gegner Costa Zahariades mit 7:6. Dieser ärgerte sich maßlos. Doch das Feuer in Peter war entfacht. Die Spielstile der anderen Mitspieler sehen zu können, muss ihn sehr beeindruckt haben.

Abb. 2-5: Bilder und Artikel von der SEM 1975. Peter Funke ist auf dem Gruppenfoto der junge Mann im blauem Hemd, schräg links hinter der blonden Dame im gelben T-Shirt (zum Vergrößern der Bilder bitte den Vergrößerungspfeil im unteren Bildbereich anklicken).

Es währte keine 2 Monate und Peter meldete sich bei der „Sport- und Spielgemeinschaft von 1972 Stuttgart“ (kurz: „SSG Stuttgart“) als Vereinsmitglied an. Seine Mannschaftskameraden Dietmar Häfner und Werner Glück waren etwa 15 Jahre älter, aber bereits erfahrene Spieler, die ihm viel vermitteln konnten. Sein sportlicher Mentor wurde jedoch Beno Garstka, der nur wenige Jahre älter war. Als später mit seinem Klassenkameraden Arno Schnelle ein weiterer Spieler zu der SSG stieß, konnte er seinerseits sein Wissen weitergeben.

Peter trainierte in seiner Jugend wie besessen. Stundenlang wurde bei den Mannschaftskameraden zuhause oder im Jugendhaus trainiert. Seine Stärken waren in den ersten Jahren sein Sturm und seine Fähigkeit, exzellent zu kontern. Das taktische Vermögen und seine Abwehr waren noch damals sehr verbesserungswürdig. So gewann er in einer Endrunde mal 12:6 gegen Wolfgang Graf, einem Großen seiner Zeit. Dieser meinte nur: „Das wird ihm nie wieder gelingen!“ Und im nächsten Spiel gewann Graf 3:2 gegen ihn dank einer stark veränderten Taktik. Aber Peter lernte schnell dazu.

Nach wenigen Jahren setzte sich sein Talent durch und sein Trainingseifer zeigte immer mehr  Früchte. Er gewann Anfang 1978 vereinsintern die erste Cup-Meisterschaft und setzte sich dabei gegen stärkste Konkurrenz durch. Auf der SEM 1978 in Würzburg zog er fast ins Finale ein, verlor aber das entscheidende Spiel. Und Ende 1978 hieß es wiederum intern: „Ein Start-Ziel-Sieg für Peter Funke. Seinen Angstgegner Werner Glück fegte er mit 10:3 von der Platte.“ Im gleichen Jahr wurde er deutscher Vizemeister mit der Mannschaft. In alten Quellen des Verbandsarchives (Vereinszeitung „Prisma“ der SSG Stuttgart von 1979 und Verbandszeitung „Süddeutsches Tipp-Kick-Magazin“ von 1978) liest man in den Berichten zu den Bundesliga-Punktspielen:

„ … Der kaum erwartete Sieg P. Funkes gegen A. Haufe wendete das Blatt …“, „… die guten Geister hießen diesmal P. Funke und Garstka …“, „… Ergebnisse, die nie und nimmer zueinander passen, schafft immer wieder P. Funke. Einesteils verliert er in Katastrophenmanier 0:6, versäumt es jedoch nicht, dem nachfolgenden Gegner ein kräftiges Ding reinzujubeln …“ usw.

Seine andere Leidenschaft „Fahrrad“ verband er seit frühesten Zeiten mit dem Tipp-Kick-Sport. So radelte er mit dem Fahrrad zu einem Turnier von Stuttgart an den Bodensee. Und dann gab es ein Wochenende, an dem zwei Turniere stattfanden. Unglücklicherweise vergaß er beim ersten Turnier seine Spieler, also setzte er sich flugs auf Rad und radelte erneut zum Turnierort, um seine Spieler zu holen. So konnte er dann auch sonntags beim anderen Turnier mitspielen. Keine Strecke war ihm als Radler zu weit oder zu schwer. So radelte er 2017 von München nach Davos (1.560 m über NN), um an einem Schweizer Turnier teilzunehmen. Und in jüngster Zeit radelte er nach Laon in Frankreich, wo sich ein neuer Verein (TKC Axonais) gegründet hatte und er tatkräftig Unterstützung leistete.

Abb. 6: Peter Funke als Radler

Die Fairness, die Peter von früher Jugend begleitete, wurde für ihn gelegentlich auch zum Bumerang. So trafen in einem süddeutschen Turnier in Karlsbad in den 80er-Jahren in einer Vierergruppe die damaligen Spitzenspieler Werner Glück, Michael Steinfeld, Peter Funke und der gehandicapte Spieler Grischa Eichfuß aufeinander. Der letztere spielte in einem Rollstuhl. Man sprach sich ab, gegen den letztgenannten Spieler auf Konter zu verzichten. Es kam wie kommen musste: drei Spieler hatten am Ende 4:2 Punkte und auf Grund des schlechteren Torverhältnisses schied jedoch Peter aus. Und das als Konterspieler und Mitfavorit des Turnieres. Großartig war auch sein Vorschlag bei einem Endspiel der DEM auf einen Schiedsrichter zu verzichten, als Signal an die Tipp-Kick-Gemeinschaft. Doch sein Gegner im Endspiel lehnte diesen Vorschlag leider ab.

Peter spielt nun seit über 50 Jahren Tipp-Kick. In den 80er Jahren heimste er die meisten Erfolge ein: er war vierfacher Deutscher Mannschaftsmeister mit drei Vereinen, einmal Pokalsieger und mehrfach Sieger von Sektionsturnieren. Der Gewinn der Deutschen Einzelmeisterschaft 1984 in Schöppenstedt war sicherlich sein größter Einzelerfolg. Sportlich ist er immer noch in der Lage selbst in der Bundesliga zu punkten und ein großer Erfolg war ihm beschieden, als er am 4. März 2023 bei der Norddeutschen Einzelmeisterschaft den 4. Rang erkämpfte. Zwischen der ersten Endrundenteilnahme bei einem Sektionsturnier im Jahre 1977 und diesem Erfolg liegen mehr als 45 Jahre, was ihm Platz 2 im „Club der alten Haudegen“ einbrachte.

Kein Weg zu einem Turnier war Peter zu weit. Und immer wieder mal war er der Spieler mit der weitesten Anreise.

Abb. 7: Peter Funke reiste nicht nur weit, sondern gewann auch Turniere. Hier 1979 in Hamburg das Frühjahrsturnier (Quelle: Vereinszeitung Kickers Hamburg).

Peters Gastfreundschaft war legendär. Tipp-Kicker konnten in seiner Berliner Zeit bei ihm in Kreuzberg übernachten und er zeigte ihnen zudem als Fremdenführer Westberlin. So erinnert sich noch heute so mancher Sinziger sehr positiv an ein tolles Wochenende im Jahre 1983, an dem man viel erlebte, aber sportlich in drei Spielen auch die absoluten Grenzen aufgezeigt bekam.

Peter spielte nicht nur, sondern brachte sich über Jahre im Verband ein. Als langjähriger Vorsitzender des DTKVs versuchte er schwierige Entscheidungen, mit Kommunikation und viel Diplomatie zu fällen. Sperren vermied er durch eindringliche Appelle an die entsprechenden Spieler. Er spendete jahrelang uneigennützig monatlich einen kleinen Betrag in die Verbandskasse und auf seine jährliche Aufwandspauschale verzichtete er stets. Für den Tipp-Kick-Sport leistete er auch nach seinem Rücktritt weiterhin sehr viel. So unterstützte er tatkräftig die Ausrichtung der DEM 2024 in Schwenningen.

Abb. 8: Peter Funke als Mitorganisator der DEM 2024

Peter Funke ist ein Vorbild für uns alle, an und neben der Platte. Menschen wie ihn braucht der Tipp-Kick-Sport. Es sei aber auch nicht vergessen, dass es auch andere Tipp-Kicker gibt, die unseren Sport seit Jahrzehnten hochhalten. Ihnen allen ein großes Dankeschön!


Ein Dankeschön auch an Werner Glück, der so manches Detail zu diesem Artikel beisteuern konnte. Andreas Sigle besorgte die Bilder von der SEM 1975, die er einem Fotoalbum von Beno Garstka entnahm, und ergänzte mit seinem Wissen ebenso den Artikel. Danke auch diesen beiden Stuttgartern!

Fotonachweis: Abb. 1 u. 8 André Bialk, Abb. 2 bis 5 Beno Garstka, Abb. 6 Peter Funke

 

 

 

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Damals! In alten Sektionsleiter-Unterlagen von 1982/83 geblättert …

Wir schreiben das Jahr 1982. Damals, das waren alles ganz andere Zeiten. Kein Handy, kein E-Mail und kein Internet. Kein Wunder, dass für so einige Verrückte Tipp-Kick der Nabel der Welt darstellte. Man versuchte sich im Dauer-Tipp-Kick-Spielen und schraubte den Rekord hoch und höher. Man saß im Wohnzimmer an der Platte, feilte wie verrückt, bis die Püppchen in Serie trafen. Jeder hatte seinen eigenen „Harry Kane“, sorry, den gab es natürlich damals noch nicht. „Kevin Keegan“ hieß er damals. Und Beine müssen ein bisschen schlackern, nicht durch zwei oder mehr Kugellager eindimensional befestigt sein. Fragt mal den B.B. aus Hirschlanden, der sieht das ähnlich. Damals zählte man nicht die zweistelligen Siege, man zählte die Spiele, in denen man nicht zweistellig traf. So oder so ähnlich ging es im alten, beschaulichen Schleswig-Holstein zu. H.L. aus H. war so ein Verrückter. Er wohnte bei seiner Mutter, die ihm das Essen bei den Weltrekordversuchen in den Mund schob, während er spielte. Und als ihn später seine Frau vor die Wahl stellte, Tipp-Kick oder sie, wählte er, genau und das ist wirklich wahr: Tipp-Kick. Die Frau ließ sich scheiden und wurde nie wieder gesehen. Zu mindestens nicht in der Nähe einer Tipp-Kick-Platte.

Abb. 1: Herbert Lorenzen (links) bei einem Weltrekordversuch im Dauer-Tipp-Kick-Spielen mit Bernd Davids (rechts)

Damals gab es alleine für die Regionen Hamburg und Schleswig-Holstein eine eigene Regionalliga. Und weil sich schon recht schnell 11 Vereine angemeldet hatten, zog eine zwölfte Mannschaft, der TKV Tornado Kiel, gleich mal sein Interesse für den Spielbetrieb zurück. Den jungen Mitspielern um Frank Thieme waren das einfach zu viele Termine. Alles kein Vergleich mit heute, wo sich nur zwei oder drei Vereine in den Regionalligen tummeln und mit Dreier-Mannschaften gegeneinander antreten. Tipp-Kick war damals das Leben.

Damals, da bekam man nicht die Spieltage wie ein Süppchen serviert und vorgekaut. Nein, da musste man den Telefonhörer in die Hand nehmen und miteinander reden. Termine abmachen. Der Sektionsleiter hatte zuvor einen Brief mit den Adressen und Telefonnummern der Vereine verschickt und gab den Takt vor: „Mit den Spielen kann sofort begonnen werden. Die Saison dauert bis Ende Mai.“ Und dann gab es noch eine Extra-Ansage: „Das Original-Spielprotokoll wird mir zugeschickt … und schreibt einen … Spielbericht auf einen Extrazettel.“ Heute undenkbar. Der Spielbericht wird abfotografiert und per Messenger verschickt. Da verlernt man doch das Schreiben! Später mehr dazu und zu dem Verlernen.

Und dann schrieb man einen netten Brief an den Sektionsleiter. Mit den Terminen, den Beschreibungen zum Spielort („Erst einmal zum Bahnhof. Und dann die Bahnhofstraße runterfahren. Und dann rechts abbiegen. Gleich hinter der Eisenbahnbrücke links abbiegen und dann seid ihr gleich am Pfarrgemeindezentrum. Es hat einen Parkplatz.“). Wohl dem, der einen Stadtplan besaß und Karten lesen konnte. Und im Brief lag dann auch gleich die Anmeldung zum Mannschaftsspielbetrieb, der den Kader enthielt. Und das klappte alles! Zu mindestens in dieser Saison 1982/83 im hohen Norden.

Und dann trudelten sie ein, die Spielprotokolle. Der Sektionsleiter legte seitenweise Tabellen an, um den Saisonbesten zu ermitteln, Computer gab es nicht, doch – oh Graus – da wurden Spieler en masse nachgemeldet und hochgezogen, zumindest in gefühlt mehr als 50 % aller Spiele. Da musste man als Sektionsleiter schon mächtig aufpassen, dass alle (N) gesetzt wurden. 10 Mannschaften bedingen 40 Tipp-Kicker. Eingesetzt wurden 72 Tipp-Kicker. Die Spielberichte auf den Rückseiten der Spielprotokolle waren mal kurz, mal länger: „… und dann die erste große Überraschung. Klecz konnte Runge knapp 1:0 schlagen.“ Was war da los? Ein unglaubliches 1:0, kein zweistelliges Ergebnis? War die Torarmut ein Wink mit dem Zaunpfahl in Richtung Tipp-Kick-Zukunft?

Okay, dann muss mal die Aufklärung her: In der Bundesliga-Saison 2024 gab es 2 (in Worten: zwei) einzelne Resultate, bei denen einer der beiden Spieler mehr als 10 Tore schoss. Na gut, die Bundesliga ist nicht die Regionalliga. Also, in der Regionalliga West fanden in der Saison 2024 genau 56 Punktspiele statt, was wegen der Dreier-Teams 504 einzelne Spiele nach sich zog. In 22 Spielen schoss einer der beiden beteiligten Spieler 10 oder mehr Tore. Das macht nach Adam Riese, kaufmännisch gerundet, 4,4 % aller Einzelspiele. Und in der Regionalliga Hamburg/Schleswig-Holstein in der Saison 1982/83?  Es gab 53 Punktspiele (2 Spiele wurden gewertet) mit insgesamt 848 einzelnen Spielen. Das sind deutlich mehr Spiele, aber es kommt auf das Verhältnis an. In sage und schreibe 160 Spielen schoss einer der beiden Spieler 10 und mehr Tore, in 5 Spielen sogar beide Kontrahenten. Das sind schlappe 18,9 %. Kevin Keegan und die Schlackerbeine lassen grüßen!

Nach dem Generationenvergleich zu den Themen Kommunikation, Karten lesen, Berichte schreiben abschließend das letzte Thema. Ja, die alten und die jungen Tipp-Kicker-Generationen einen zwei Themen: das Zwölfeckige muss ins Viereckige und gewonnen hat die Mannschaft nur, wenn das Spielprotokoll richtig zusammengerechnet wurde. Damit sind wir beim nächsten Thema: der Mathematik. Der heutige Tipp-Kicker muss die einfache Addition beherrschen, nämlich das Zusammenzählen der Zahlen 1 bis 9. Kein Quadrieren, kein Wurzelziehen, kein Differential, kein Integral. Der Tipp-Kicker der 80-er Jahre musste auch zusammenrechnen, allerdings die Zahlen von 1 bis 20. Das ist schon deutlich anspruchsvoller. Um zum Kern zu kommen: in einer der Regionalligen (über den Namen der Sektion hülle ich mal lieber das Mäntelchen des Schweigens) der letzten Saison waren über 10 % (in Worten: ZEHN) aller handgeschriebenen Spielprotokolle falsch zusammengerechnet. Und in der Regionalliga Hamburg/Schleswig-Holstein von 1982/83? Ein (in Zahlen: 1 wie eins) Protokoll von 53 Protokollen war nicht korrekt addiert. Ein läppisches Törchen fehlte einem Spieler, nicht im Gesamtresultat, aber in der Einzelwertung. Hat das überhaupt irgendeine Relevanz?  Ja, und jetzt folgt die steile These des Autors dieser Zeilen: die gesamten Pisa-Studien, die den Steuerzahler Millionen gekostet haben, kannste vergessen. Schickt mir die handgerechneten Spielprotokolle einer Region und ich sage euch nach ein paar Stunden, wo die regionalen Rechenprobleme am ausgeprägtesten sind. Nicht umsonst gab es das Bonus-Malus-System bei den Abiturnoten im Ländervergleich. Und jetzt kommt der Hammer. Der Tagespiegel (Berliner Tageszeitung) titelt am 11. Dezember 2024: „Pisa-Studie für Erwachsene. Ältere Jahrgänge sind besonders gut gebildet.“ Die Tipp-Kick-Szene geht also goldenen Zeiten entgegen, denn der Altersdurchschnitt nähert sich rapide der 50-Jahr-Grenze. Das macht Mut.

Und noch eine kleine Anmerkung: Wo stammt der einzige in Mathematik promovierte Tipp-Kicker der Gegenwart her? Richtig, aus Schleswig-Holstein, da wo die Sprotten ihr Unwesen treiben.  Tipp-Kick bildet. Erst die Teilnahme an einem Kieler Turnier und der Gewinn von Schokoladen-Sprotten beseitigten die Bildungslücke des Autors. Sprotten sind eine Heringsart und in Kiel eine Delikatesse. Und wie heißt der promovierte Tipp-Kicker? „Von Hering“, nomen est omen. Gruß an Robert!

Jetzt endlich zum Sportlichen: Es standen sich zwei Lager gegenüber: die arrivierten Herren aus der Großstadt Hamburg mit ihrer ganzen Routine und ihren langjährigen Traditionen sowie die Jungspunde aus der Provinz. Nein, sie waren nicht hochnäsig die Hamburger. Es waren teilweise Studenten mit riesigen, wuschigen Bärten. Wie es sich 1982/83 gehörte. Die Haufe-Brüder. Wer kannte sie nicht? Das beeindruckte. Da musste man schon „Resilienz“ (besonders kluges, lateinisches Wort für Ehrgeiz, jedenfalls im weitesten Sinne) entwickeln, wenn man gegen die Urgewalten gewinnen wollte. Und die Jungspunde aus der Provinz? Gierig, gallig, heißblütig und die Besten der Besten von Ihnen sollten später auch den einen oder anderen großen Titel holen: Jens Runge aus Leck (das ist da, wo sich die Hühner an der deutsch-dänischen Grenze auf Friesisch grüßen) und Jan Klecz von dem Schülerverein Quickborn. Einige Monate nach der Gründung zählten die Rot-Goldenen schon über 30 Mitglieder (fast ausschließlich Schüler). 1993 holten der Jens und der Jan gemeinsam die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft, doch die Jahre davor mussten sie beide durch die Tipp-Kick-Hölle des Nordens gehen. Das stählte.

Damals wurde natürlich auch taktiert. Man ließ sich die Aufstellung sagen und verwendete einfach unterschiedliche Spielprotokolle. Mal spielte im ersten Durchgang die 1 gegen die 5 sowie die 2 gegen die 6. Das kennen wir. Ein anderer Vordruck startete mit der 1 gegen die 8 und die 2 gegen die 7. Dann gab es noch lokale Subvarianten.

Abb. 2: Spielprotokoll mit den Anfangspaarungen 1 gegen 8 sowie 2 gegen 7, hier das Spiel 1. FC TKI Itzehoe I gegen TFC Kickers Hamburg II

Die Saison 1982/83 entwickelte sich recht spannend. Es gab schnell einen Dreikampf zwischen den beiden Hamburger Vereinen Kickers Hamburg I, Union Hamburg II und dem Verein an der dänischen Grenze, Wiking Leck I. Man ballerte was das Zeug hielt und sammelte zweistellige Ergebnisse wie andere Briefmarken. Irgendwann kassierte Union Minuspunkte und verabschiedete sich aus dem Mehrkampf. Am 23. April 1983, kurz vor dem Saisonende kam der Showdown in Leck. Erster gegen Zweiter. Leck war verlustpunktfrei, die Kickers mussten gewinnen. Und die Lecker spielten ganz lecker, sorry, locker auf: man ging 6:2, 9:3, 13:3 in Führung. Der Drops war fast gelutscht, da setzte das große Denken ein. Sind wir Jungspunde wirklich so gut, dass wir gewinnen können? Und der Gegner hatte nichts mehr zu verlieren. Spielrunde um Spielrunde ging nun an die Hamburger. 13:7, 13:11, 15:13, dann der Schlusspfiff. 15:17. Okay, nun hatten beide Mannschaften 18:2 Punkte. Einen direkten Vergleich gab es nicht und so rechnete man flugs die Spielpunkte zusammen. Man konnte ja rechnen und nach schneller Rechnerei hatten beide Mannschaften 273:77 Spielpunkte. Wieder unentschieden. Also, jetzt das Torverhältnis. 1131:683 für die Kickers und 1109:693 für Leck. Über tausend Tore in einer Saison geschossen? Beide Mannschaften? Wow! Kickers Hamburg lag also mit einer 32 Tore besseren Tordifferenz vorne und stieg auf. Dazu Glückwünsche, wenn auch verspätet nach 42 Jahren!

Letzte Anmerkung: Ein Dankeschön dem damaligen Sektionsleiter Heiko Mausolf, der seine akkurat geführten Sektionsleiter-Unterlagen der Saison 1982/83 an das Archiv des DTKV abgab. Gerne dürfen andere ehemalige Sektionsleiter seinem Beispiel folgen. In der Anlage befinden sich weitere Scans seiner Unterlagen. Die Spielprotokolle wurden in das Ligenverwaltungsprogramm von Peter Deckert eingegeben. Der Ergebnisdienst auf dieser Homepage wird die Saison 1982/83 der Regionalliga Hamburg/Schleswig-Holstein natürlich in sein Archiv aufnehmen. Nämlich hier!

Allerletzte Anmerkung: Allen ein schönes Weihnachtsfest … (und bitte, bitte, verschenkt das Tipp-Kick-Standardwerk von C.G. Irod: „Ylipulli“, es ist eine wunderbare Lektüre). Der Affiliate-Link ist hier!

Abb. 3: Typische Kadermeldung der 80er-Jahre (hier: TKV Rot-Gold Quickborn ’82)

Abb. 4: Typischer Spielbericht auf der Rückseite eines Spielprotokolls

 

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Den Tipp-Kick-Sport bekannt machen – Das Beispiel „Ravensburg spielt 2024“ (7. bis 8. September 2024)

„Ravensburg spielt 2024“ und 4 Tipp-Kick-Profis sind dabei

An dem Wochenende 7. und 8. September findet in 88212 Ravensburg in den Zeiten von 11-18 Uhr 2 Spieletage statt. Und mittendrin dabei: Je 2 Tipp-Kick-Profis vom SV Kelheimwinzer und von PWR ’78 Wasseralfingen. Diese werden das Tipp-Kick-Spiel vorstellen, aber die Interessenten auch ermuntern, Vereine zu besuchen oder sogar zu gründen.

Veranstaltungsort: Innenstadt Ravensburg, Marienplatz 26, 88212 Ravensburg

Am Samstag werden Felix und Uli Weishaupt (PWR ’78 Wasseralfingen) den Stand betreuen, am Sonntag Sascha und Ralf Item (SV Kelheimwinzer).

Die Stadt Ravensburg wirbt mit folgenden Informationen (Quelle hier):

Informationen zur Veranstaltung

Komm, mach mit!
Seid dabei, wenn sich Ravensburg wieder für zwei Tage in die größte Spielemeile Oberschwabens verwandelt! In der ganzen Innenstadt wird gespielt – und das kostenlos und für alle: Groß und Klein, Alt und Jung.

Spielemeile
In vier Aktionsbereichen könnt ihr Brett- und Würfelspiele ausprobieren, selbst kreativ werden, sportlich aktiv sein oder digitale Spiele testen.

Bühnenprogramm
Auf drei Bühnen gibt es unterhaltsame Shows zum Lachen, Staunen und Mitmachen.
Lasst euch von Spiel, Tanz- und Sportvorführungen begeistern.

Highlights
Am Riesen-Puzzle im Schwörsaal mitbauen, bei der langen Spielenacht bis 2 Uhr nicht müde werden, mit einer Rallye das Museumsviertel entdecken – das klingt nach Spannung und Spaß? Komm, mach mit!

Gut ankommen
Informiert euch für eure Anreise im Vorfeld über Angebote des Stadtbusses und der Parkhäuser unter www.ravensburg.de/parken

Mithelfen an Spielestationen

Wer an den Spielestationen mithelfen möchte, kann ohne Anmeldung zur Helferbesprechung kommen: Mittwoch, 4. September um 19 Uhr in den Kornhaussaal in der Stadtbücherei. Wir freuen uns über neue Gesichter!

 

Hier der ganze Flyer der Stadt Ravensburg (Download hier):

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Damals! In einer alten Rundschau von 1995 geblättert …

Damals, wir schreiben das Jahr 1995, das waren alles ganz andere Zeiten. Kein Handy, kein E-Mail und kein Googeln. Wenn man zum wichtigsten Turnier aller Turniere des Jahres wollte, setzte man sich in das Auto, den Zug, den Bus oder man nahm sie in die Hände, die Füsse, und wanderte per pedes zur DEM. Der Jakobsweg der Tipp-Kick-Verrückten kannte keine festen Wege und Grenzen, also begann am 10. September 1995 in Aitrach (Landkreis Ravensburg) „The Walk“ für Uli Weishaupt, Albrecht Keller und Bernhard Schupp. Hier ihr damaliger Bericht:

The Walk
„We don’t need no Opel Corsa…“
(Aitrach – Hirschlanden 10.9.-15.9.95)

.
PART I: Der Aufbruch

Der Aufbruch nach Hirschlanden ist ein Aufbruch in eine neue Zeit, das Zeitalter der uferlosen Promotion für Tipp-Kick und Plattfüße. Selbst in Führungskreisen des DTKV hielt man diese Mission nicht für möglich. Doch ein paar Unbeugsame aus dem wilden Süden trotzten allen Zweifeln und Wetterberichten: Am 10. September anno 1995 um 18.30 Uhr (MESZ) machten sie sich von Aitrach aus auf den Weg. Mit dabei war natürlich die eigens für die Expedition entwickelte und als Prototyp in Hepbach hergestellte High-Tech-Touren-Tipp-Kick-Platte (Typ: „The Walk – Alpha“).

PART II: Die Mission

Geplante Stationen der Mission waren u.a. Ochsenhausen, Laupheim, Blaubeuren und Bad Urach. Durch diese Tat sollten die Unwissenden der oberschwäbischen Prärie und der schwäbischen Alb tipp-kickisiert werden.

Die drei Kreuzkicker:

Bernhard, der Geschuppte
Albrecht von der Kellerstiege
Ulerich mit dem weisen Haupte

PART III: Das Licht ins Dunkel

Gut befußt wanderten die drei wackeren Recken hinaus in die fortan beginnende Wildnis. Alsbald wich der Tag den Mächten der Finsternis. Inmitten düstren Waldes überraschte sie ein fauchendes Ungetüm mit leuchtenden Augen und gebleckten Zähnen1). Darauf ritt ein Eingeborener, der sie vom rechten Weg abbringen wollte. Ihnen gelang die Flucht und „Hotz sei Dank“ erreichten sie unbeschadet ihr Ziel: Rot an der Rot.

Hier fanden sie das wahre Licht in zu vielfacher Menge, denn sie wollten sich zur Ruhe begeben. Um dem Verrat der Eingeborenen zu entgehen, mußten sie die Blendung mit Stoffen mindern.

PART IV: Der Kreuzweg

Der Tag des Mondes sollte unendliche Entbehrungen bringen. Tief gekrümmt unter den schweren Lasten gerieten sie auf Irrwege. Erst die weise Fee der Prinzebene2) öffnete ihnen die Augen. In Ochsenhausen verkündeten sie zum ersten Male die frohe Botschaft. Doch keiner der Heiden ließ sich bekehren. Zwar waren manche Ungläubige neugierig, zogen aber schnell von dannen, aus Angst vor der neuen Lehre. Enttäuscht nahmen die Drei ihren Weg dem Bächlein Rottum entlang weiter gen Norden.

Durch viele Siedlungen hindurch zogen sie eiligst hindurch, ohne Hoffnung, hier auf offene Ohren zu stoßen. Jedoch in Mietingen wurden sie von Zweien nach ihrem Ansinnen befragt. Nun zeigte der Tipp-Kick-Zauber Wirkung und die beiden jungen Menschen waren bald in seinem Banne. Sie stürzten sich auf den Altar der Begierde und gaben sich dem Spiel der unendlichen Wahrheit hin.

Am Abend konnten sich die drei Kreuzkicker nach langem und beschwerlichem Weg zufrieden niederlegen. Glücklicherweise fanden sie unterwegs stärkende Früchte des Feldes.

PART V: Blauer Engel mit Stern

Des Nachts schickte der böse Gott Saboteo seine Heerscharen von fliegenden Blutsaugern, um die Kreuzkicker mit ohrenbetäubendem Summen und spitzen Lanzen zu geißeln. Die Abenteurer wehrten sich bei Leibeskräften und viele Feinde mußten ihr Leben lassen. Doch die Übermacht der Angreifer war zu groß: Die Kicker verloren viel Blut.

Im früheren Tipp-Kick-Stützpunkt Laupheim wurden sie mit seltsamen Blicken angesehen, als sie sich am städtischen Brunnen erquickten und die Mission fortsetzten. Doch o weh, Ulerich wurde mit einem Flucht belegt und konnte sein linkes Bein nur noch begrenzt zur Fortbewegung einsetzen. Dies erschwerte die Tipp-Kickisierung. Hinzu kam die sengende Sonne im nun öden Land. Am stillen Wasser rasteten sie und verzehrten ihre Pilze. Bernhard der Geschuppte hatte sie beschafft, was den Zorn des Achilles auf ihn zog. So wurde seine Ferse steif.

In dieser bitteren Stunde zeigte sich Rettung durch einen Engel in blauem Gewand3). Es war aus Metall und mit einem silbernem Stern geschmückt. Der Engel führte die Kreuzkicker ins Blaue Tal und zeigte ihnen den Blauen Topf4). Er wies ihnen den Weg zur Hütte im eisigen Tal. Damit es sie dort nicht fröre, gab er den Dreien etwas mit: 2 Karaffen randvoll mit würzigem Trauben-Flip5). Bei Dunkelheit und Wetterleuchten erreichten sie die Bleibe für die Nacht – kurz bevor der große Regen kam.

PART VI: Die Lähmung setzt sich fort

Regen am Morgen des Tages der Mitte der Woche verschaffte den edlen Kickern eine verlängerte Schlafenszeit. Für Bernhard und Ulerich wurde der folgende Marsch zur Qual, denn die Gebeine marterten sie mit uferloser Härte. So kamen sie nicht weit, ehe sich von neuem Wasser über sie ergoß. Nachdem sie des Nachmittags zum Müßiggang gezwungen wurden, brachte sie am Abend ein sehr Ungläubiger zu einem verlassenen Haus, das einst von Federvieh bewohnt war. Albrecht von der Kellerstiege richtete es sogleich häuslich ein.

PART VII: Großen Schritts voran

Am Tag des Donners kam die Moral zurück, denn ein altes Kräuterweiblein würdigte die Missionsarbeit mit 4 Talern und wünschte den Reisenden viel Glück. Zwar war der Abstieg von den großen Bergen6) mühsam, doch die drei Kreuzkicker nahmen ihn mit Eifer. Zügig eilten sie des Wegs, und auch die Versehrten nahmen alle Kräfte beisammen. Nebsther wurden einige Ungläubige bekehrt, und auch die Monsterreiter, deren Hilfe sie aus Zeitnot per Daumen erbaten, waren neugierig. In den Anhöhen vor Stuttgart wurde ein letztes Mal Rast gemacht. Die Fürstin von Reichenbach7) lauschte den Erzählungen der Prediger, einer ihrer Boten wurde sogar tipp-kickisiert.

PART VIII: Die Frohe Botschaft

Am nächsten Tag waren die drei Kreuzkicker in der fürstlichen Residenz zum Morgenmahl geladen. Die Missionierung des Hofhundes kostete sie einige Mühe. Gesättigt und mit Kleidern beschenkt erklommen sie das Feuerroß gen Stuttgart. Hier fiel die Überzeugung der Ungläubigen schwer, denn die grünen Männchen der Stadt verwiesen sie ins Abseits8). Nach einigen Teilerfolgen ritten sie voran ins gelobte Land. Hier in Hirschlanden verkündeten sie die frohe Botschaft.

Uli Weishaupt
Albrecht Keller
Bernhard Schupp

 

Anmerkungen:

1) Ein Traktor, der vom Mähen kam
2) Eine ältere Frau, die uns den Weg zeigte
3) Ein Mann im blauen Mercedes nahm uns mit
4) „Blautopf“: Sehenswürdigkeit in Blaubeuren
5) Wein
6) Schwäbische Alb
7) eine Passantin, die mit ihrem Hund spazierenging
8) der Park am Stuttgarter Schloß

.

Nachtrag der damaligen RUNDSCHAU-Redakteure Holger Dittrich und Stefan Kirn:

Aber eine Deutsche Einzelmeisterschaft hat auch andere Sieger. Jeder, der seine sich selbst gesteckten Ziele erreichte, ist für sich ganz allein ein Sieger. Leider ist es meistens so, daß solche Sieger selbst dem aufmerksamen Auge eines Rundschau-Redakteurs verborgen bleiben, Drei Sieger standen bereits fest, bevor die ersten Bälle dieser Titelkämpfe rollten: Albrecht Keller, Bernhard Schupp und Uli Weishaupt hatten vor Monaten angekündigt, daß sie zur DEM nach Hirschlanden gehen würden . Von den meisten mit einem müden Lächeln versehen, setzten sie ihr Vorhaben in die Tat um und wanderten in fünf Tagen von Aitrach nach Hirschlanden … Für mich sind sie die eigentlichen Sieger dieser DEM!

Nachtrag der heutigen Redaktion:

Tolle Geschichte! Übrigens: Bei dieser 30. Deutschen Einzelmeisterschaft, zu der sich 172 Teilnehmer einfanden, belegten Uli Weishaupt (Aitrach) Platz 26, Bernhard Schupp (Hepbach) Platz 89 und Albrecht Keller (Hepbach) Platz 137.

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Buchempfehlung: „Ylipulli“ von C. G. Irod

Abb. 1: Buch-Cover „Ylipulli„

Das Erstlingswerk „Ylipulli“ von C.G. Irod ist eine Erzählung, die sich seiner Passion, dem Spielen des Tischfußballspieles „Tipp-Kick“ widmet. Das Buch ist Anfang April 2024 beim story.one-Verlag erschienen und umfasst 74 Seiten.

IROD, C.G. (2024): Ylipulli, 74 S., story.one, Wien.

ISBN: 978-3-7115-2728-8, erwerbbar für 18 € bei der Thalia-Buchhandlung (für eine Bestellung klicke hier).

 

Leseprobe:

„Folgenden Namen solltet ihr wenigstens einmal gehört haben: Hirschlanden. Ihr wart bestimmt noch nie dort. Nun – dann aber nichts wie hin. Es gibt Orte, da weiß kein Mensch, was er dort soll. In Hirschlanden weiß es jeder. Da liegen früh am Morgen unzählige Tipp-Kick-Bälle auf den Fußwegen und Straßen. Kinder lutschen und knuspern an ihnen, Eichhörnchen sammeln sie auf und tragen sie in die Turnhalle.“

 

Interview mit dem Buchautor C.G. Irod:

DTKV: Hi Christian, sei gegrüßt. Das ist ja der Hammer! Tipp-Kick feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Und dann kommt nach 100 Jahren die erste Tipp-Kick-Erzählung eines „Profis„, die in Buchform verfasst wurde, auf den Markt. Bislang gab es kaum literarische Werke über uns (Anm. der Red.: z.B. Rainer Moritz mit „Fräulein Schneider und das Weihnachtsturnier“, edition chrismon). Hand aufs Herz: war das so geplant?

C.G. Irod: Ich wollte eigentlich einen  Roman schreiben, leider habe ich es nicht geschafft, rechtzeitig fertig zu werden. Tipp-Kick ist einfach zu groß, zu gewaltig. Es übersteigt und überfordert uns alle. Ein Verlag hat mir angeboten, diese kleine Version zu veröffentlichen.

DTKV: Aber zuerst noch einmal zu dir. Du bist ja seit Jahrzehnten begeisterter Tipp-Kicker. Weißt du noch, wann du dich beim Verband angemeldet hast? Wie viele Jahre hattest du schon zuvor im Wohnzimmer gespielt? Was genau löste den Tipp-Kick-Virus aus?

C.G. Irod: Ich muss wohl schon im Mutterleib ordentlich getreten haben. Meine erste Deutsche Meisterschaft habe ich 1978 gespielt. Am Tipp-Kick mochte ich immer, dass man im Gegensatz zu dem Kurbel-Tisch-Kicker einen Ball in den Winkel schießen konnte und nicht nur in so ein Plumpsklo versenken …

DTKV: Schaut man sich deine sportliche Vita an, hast du auch einige Erfolge einheimsen können. Zwei Turniersiege, darunter den Bembel Cup 2018 mit prominenter Besetzung, immerhin drei Teilnahmen an Endrunden der Sektionsmeisterschaften 1980, 1984 und 2022, die dich in den „Club der alten Haudegen“ (hier) auf Platz 4 hievten, was motiviert dich weiterhin am zwölfeckigen Ball zu bleiben? Bist du ein „Bekloppter“ (Anm. der Red.: Zitat im Buch), oder wie es jüngst ein Bundesliga-Spieler aus Kaiserslautern formulierte, einer von „den Tipp-Kickern,  die alle eine oder mehrere Schrauben locker haben?“

C.G. Irod: Mein größter Erfolg im Tipp-Kick war die Gründung von „SpielTrieb Ylipulli Gießen“ zusammen mit meinen Freunden. Meine Motivation, warum ich noch spiele? Nun, ich habe mir vorgenommen, ich spiele so lange, bis ich es kann. Also werde ich wohl noch ein Weilchen spielen und alle ein wenig ärgern.

DTKV: Zurück zu deinem Buch. Beim Durchblättern der alten Rundschau-Hefte (Anm. der Red.: Verbandszeitung des DTKV) fällt auf, dass du immer wieder mal einen oftmals satirischen Artikel platzieren konntest. Hat sich hier schon deine Leidenschaft zum Schreiben angedeutet?

C.G. Irod: Meine früheren Artikel waren der Tatsache geschuldet, dass ich so schlecht gespielt habe. Ich wollte, wenn ich schon nicht der beste Tipp-Kicker der Welt sein kann, wenigstens derjenige sein, der am Besten auf der Welt darüber schreiben kann…

DTKV: Wann kam dir die erstmalige Idee ein Buch zu verfassen? Hast du dann auch einzelne Notizen gemacht so wie andere Briefmarken sammeln?

C.G. Irod: Die Idee kam vor vielen Jahren. Es gibt tausende von Liebesromanen, tausende Krimis, aber kein gutes Buch über Tipp-Kick, keine Welt-Literatur über Tipp-Kick! Ich habe viele Notizen gemacht, ca. 500 Seiten, und immer wieder umgeschrieben. Schreiben ist ja nichts anderes als immer wieder umschreiben. Und was ist passiert? Es ist eine Liebesgeschichte geworden! Aber eine der anderen Art.

DTKV: Das Buch ist eine hochgradige Hommage an alle Freunde des Tipp-Kick-Sports, den Anfängern genauso wie den erfahrenen Hasen oder den Sieger- wie auch den Verlierertypen, dem Ehrgeizigen oder dem Immeraufeinemlevelverharrenden. Er sieht sich gespiegelt. Was kann der normalsterbliche Nicht-Tipp-Kicker dagegen aus deinem Buch lernen?

C.G. Irod: Er kann lernen, sich anständig um die Dinge in seiner Nähe zu kümmern und wenn er in Afrika ist, auf Landmienen (sic!) aufzupassen. Außerdem sollte der Nicht-Tipp-Kicker einmal in seinem Leben den Namen „Normann Koch“ gehört haben, denn ihm ist das Buch gewidmet. Aber das aller Wichtigste ist natürlich der „Ylipulli“. Ich möchte, dass dieses Wort in den Duden und in die Alltagssprache aufgenommen wird. Der „Ylipulli“ ist im Grunde eine „Figur der Moderne“, eine Gestalt, die die abendländische Philosophie ergänzt.

DTKV: Schon auf Seite 1 wird das Wort „Bein“ achtmal aufgeführt. Bist du ein Bein-Fetischist?

C.G. Irod: Das Bein ist nun mal wichtig bei einer Tipp-Kick-Figur. Und ja: ich liebe lange blonde Beine!

DTKV: Es gab und gibt es immer wieder einzelne Tipp-Kick-Spielerinnen, die in der Szene – sehr zur Freude der männlichen Kontrahenten – in Erscheinung traten. Frauen spielen in deinem Buch keine Rolle, wie kommt das?

C.G. Irod: In dem geplanten Roman, der hoffentlich nächstes Jahr erscheint, tauchen hin und wieder Frauen auf, aber nur solche, die auf die Frage: „Darf man in deinem Schlafzimmer rauchen“ antworten: „Nein, nur Tipp-Kick spielen!“

DTKV: So manche Tipp-Kick-Konkurrenten und auch Freunde werden in deinem Buch erwähnt: Jens Jepp, die Wegener-Brüder – von Oliver Wegener stammt übrigens auch das Cover-Foto -, Bernd Weber, Thomas Ruchti. Diese Männchen-Bauer traten erst 20 Jahre nach deinem Verbandseintritt in das Bewusstsein der Tipp-Kicker. Was war in den Jahren zuvor?

C.G. Irod: In den Jahren davor hat man die Tipp-Kick-Figuren in Ruhe gelassen und nur ab und zu an ihnen etwas herum gefeilt. Da wurden keine Beine entfernt. Es war die Gußbleierne-Zeit.

DTKV: Dein Buch hat eine gewisse geistige Nähe zu dem 2004 produzierten Kinofilm „Aus der Tiefe des Raumes„, Zitat: „die chemische Zusammensetzung des Badewannenwassers“, in dem eine Tipp-Kick-Figur sich zu einem Menschen (Anm. der Red.: Günter Netzer) wandelte. Für den Fall, dass deine Püppchen dasselbe Schicksal ereilen würde, wären deine „Püppchen“ (Anm. der Red.: interner Kosenamen für die Tipp-Kick-Spielfiguren) auch deine besten Freunde?

C.G. Irod: Dem Buch ist ein Gedicht vorangestellt. Ein Mensch hat Angst davor, dass sein Kaninchen zu ihm sprechen könnte. Meine Figuren würden nur wenig Gutes über mich sagen. Meine Tipp-Kick-Figuren hassen mich, da ich dauernd an ihnen herumschraube. Außerdem treffen sie einfach nicht das Tor. Dafür hasse ich sie! Bis zum nächsten Eckballtor. Dann liebe ich sie wieder!

DTKV: Sehr ausdrucksstark ist deine Beschreibung der Bemalung der beim Hersteller Mieg frisch hergestellten Tipp-Kick-Figuren: „Mein Gesicht? Noch nicht vorhanden in Schwenningen. Es wurde später aufgemalt in Afrika. Von einer Frau … Mein Gesicht … Es ist ein wunderschön trauriges Gesicht, mit einem sanft-präzisen Blick, so eine Baptiste-Deburau-Fresse …“. Man liest die wohlklingenden Sätzen und wird dann bei so derben Begriffen wie „Fresse“ plötzlich auf den Boden der Tatsachen geholt. Ist das beabsichtigt?

C.G. Irod: Ja, das ist beabsichtigt. Der „Ylipulli“ ist eine so komplexe Figur, dass die Sprache auf keinen Fall gleichförmig sein darf. Die Sprache muss quasi einen Schluckauf bekommen. Das ist schwer. Ich weiß nicht, ob mir das in diesem Büchlein gelungen ist …

Abb. 2: Baptiste Deburau (1796-1848). Eine gewisse Ähnlichkeit mit den Tipp-Kick-Gesichtern lässt sich nicht leugnen!

DTKV: Es gab da vor Jahren so einen brasilianischen Exzentriker, der führte Selbstgespräche mit seinen Kickern, die auch Namen berühmter Fußballer trugen. Haben deine „Püppchen“ auch Namen?

C.G. Irod: Nein, keine Namen. Als Kind habe ich manchmal einer Figur einen Namen auf den Rücken gemalt, Bonhof oder Simonsen.

DTKV: Dein Buch könnte ins Guinness-Buch der Rekorde kommen. Weißt du warum?

C.G. Irod: Nein, erkläre es mir.

DTKV: Auf geschlagenen 25 Buchseiten beschreibst du, nein, sezierst du einen (!!!) Tipp-Kick-Schuss, der am 15. September 2001 von Normann Koch, dem Serienmeister aus Lübeck, in Richtung Jens König, dem Serienmeister aus Hannover, abgegeben wurde und den Alexander Beck, Serienmeister aus Frankfurt, als Schiedsrichter des Spieles bewerten musste. Puuuh, gut, dass du nicht alle Schüsse dieses Spiels beschrieben hast. Gleichzeitig war dieser Schuss die Gründungssekunde aller „Ylipullis“ dieser Welt. Konntest du in der nachfolgenden Nacht gut schlafen?

C.G. Irod: Wie gesagt, dass Büchlein ist die Kurzversion. In dem Roman werde ich die wenigen Sekunden, die der Ball unterwegs war, auf über hundert Seiten beschreiben. Denn da wird der Torwart von Jens König noch auftauchen, denn dieser arme Kerl war es, der mit dem „Ylipulli“ klar kommen musste. Einen „Ylipulli“ gab es bestimmt vorher schon. Aber es gab halt noch keinen Namen für diese Gestalt. Jetzt sieht man dauernd welche. Überall. Nicht nur auf dem Tipp-Kick-Feld. Neulich erst ist mir einer im Treppenhaus begegnet!

DTKV: Mir hat das Lesen sehr viel Spaß bereitet, ich kann es uneingeschränkt empfehlen. Ein Muß für alle Tipp-Kick-Freunde. Ich danke dir, Christian, für deine Antworten.

C.G. Irod: Ich habe dir zu danken, lieber André, für deine genaue Lektüre.

 

Das Interview wurde am 17. April 2024 von André Bialk, Präsidiumsmitglied des DTKV, mit C.G. Irod (Christian Schäl) geführt.

 

 

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