Die Scorpions-Story

Wir schreiben das Jahr 1984, Weihnachten…Franky, gerade 12 Jahre alt, erhält von seiner Schwester Sylvia das aus heutiger Sicht legendäre Tipp-Kick-Spiel. Dieser Tag würde im späteren Verlauf noch Geschichte schreiben.

Zunächst wollen wir betonen, dass wir sehr gut aufgenommen worden sind, sei es auf Turnieren oder aber auch Testspielen. Man hatte das Gefühl, dass man schon ewig dazugehört, auch wenn es an der Platte nicht immer ganz so lustig war auf Grund von Klatschen. Hervorzuheben ist an dieser Stelle Jens Schüring (Herne), der nicht müde wurde, uns immer und immer wieder zu erinnern, wir sollen doch endlich einen Verein gründen. Das haben wir nun getan. Danke dafür Jens.

Aber was genau macht diesen Sport für uns so interessant?

Back to the Roots:
Jeder Tipp-Kicker kennt sicherlich noch die Anfänge auf dem Küchentisch, Filz aufgeklebt, sitzend, Spieler mit Klumpfuß und runden Bällen. Damals, im Jahre 1985 war ich der 4-jährige „Ballholer“. Das sah dann in etwa so aus, dass Franky saß, und ich- gerade über die Tischplatte sehend- im Stehen gespielt habe. Da Franky schon seinerzeit wie ein Pferd schießen konnte, landeten die Bälle abwechselnd unter dem Tisch oder hinter dem Schrank ,manchmal aber auch leider in meinem Auge.

So ist das, wenn man Klaus Augenthaler, Karl Allgöwer ,Michael Tarnat und Roberto Carlos in einer Person am Ball vereint. Brachiale Gewalt im Schuss, die er noch heute ausübt. Das Ganze uferte dann in familiären Turnieren aus, die bis etwa Ende der 80er Jahre gespielt wurden. Ergebnisse und Tabellen wurden fein säuberlich handschriftlich geführt in gefühlt 5 Ordnern, die aber im Laufe einiger Umzüge abhandengekommen zu sein scheinen.
In diesen Jahren war auch Sylvia bereits aktiv an der Platte und konnte Siege für sich verbuchen. Es ging damals aber in keinster Weise so taktisch zu wie heutzutage, Farbspiel war ein nicht gekannter Schlüssel zum Erfolg.Danach war jahrelang kein Spielbetrieb, bis Sylvia im Oktober 2013 den heimischen Dachboden erklomm. Siehe da, ein altes Tipp-Kick-Spiel. Also wurde wieder der Filz auf den Tisch geklebt, die runden Bälle rausgeholt, und mit Spielern, die gefühlt einen Stiefel anhatten, das Runde ins Eckige gedroschen. Mal bei Franky, mal bei Vito, aber auch immer nur sporadisch. Ohne Sylvia wäre das Spiel wohl heute noch um einige Millimeter mehr verstaubt, und wir wären nicht da, wo wir jetzt stehen. Top Mutter, du hast uns vor einer tippkicklosen Zukunft gerettet 🙂

Irgendwann kam dann der Tag, als Franky einen Glastisch in ein Tipp-Kick-Stadion transformierte. Die Kunststoff-Tore wurden gegen Originale von Mieg getauscht, neue Bälle wurden bestellt, aber die Spieler blieben gleich. So füllten wir 1-2 Mal die Woche diverse Excel-Tabellen, bei Spielzeiten von 1x 2 oder 3 min. Im Sitzen! Auch hier gingen die Spiele jedoch nicht selten mit z.B. 5:5 aus.

Wer hat schon alles auf einem Glastischstadion gespielt?

Wer hat schon alles in einem Glasstadion gespielt?

Zu dieser Zeit lag Yvonne noch auf der Terrasse und sonnte sich, da sie das Fieber noch nicht gepackt hatte. Irgendwann Anfang 2015 richteten wir ein internes Turnier aus, wo auch Julien (mein Bruder) und Yvonne teilnahmen. Mit Erfolg! Yvonne ist mittlerweile eine feste Größe in unserem Team und ist nicht mehr weit davon weg, insbesondere bei den Frauen ganz oben mitzumischen! Wir drücken die Daumen.

Von da an spielten wir zu viert, Jeder gegen Jeden, wobei jeder 4 Bundesligisten als Mannschaft auswählte und es über 5000 Spiele gab.- (ein Hoch auf Waldhof Mannheim und ähnliche ehemalige Bundesligisten der 80er).
Irgendwann fehlte aber der Reiz und so entschlossen wir, mal im Internet zu schauen, ob es noch andere Verrückte gibt, die diesen Sport betreiben. Und siehe da, es gab Spieler, nein es gab und gibt sogar ein großes Netzwerk an Spielern! Ohne Wenn und Aber hatten wir uns für ein Turnier in Herne im September 2015 angemeldet, das aus sportlicher Sicht für uns zum Vergessen, aus erfahrungstechnischer Sicht jedoch zukunftsweisend war.

Der Hype in Kierspe ist nicht von kurzer Dauer. Seit 1984 wird regelmäßig Tipp-Kick zelebriert.

Der Hype in Kierspe ist nicht von kurzer Dauer. Seit 1984 wird regelmäßig Tipp-Kick zelebriert.

Aktuell spielen wir exakt nach den Regeln des DTKVs, die Spielwarensachen wurden getauscht gegen professionelles Equipment, eine Heimspielstätte wird gegen Mitte des Monats fertiggestellt, und ein weiterer Kicker ist in die Reihen der Scorpions eingetreten: Matze! Er passt perfekt in unser Team, ist talentiert und wird uns tatkräftig unterstützen. Mit ihm haben wir eine beidhändige Waffe, die noch für Überraschungen bei den Scorpions gut sein wird. Seine Geschichte beim Tipp-Kick ähnelt der unseren quasi exakt.

Wir sind aktuell ein gemischter Haufen von 33-57 Jahren, der sowohl männlichen als auch weiblichen Spielern eine fußballerische „Heimat“ bietet.
Aktuell bestehen die Scorpions aus folgenden Teammitgliedern: Frank Filipiak, Sylvia Sgobio, Yvonne Dalli, Matthias „Matze“ Degen, Vito-André Filipiak

Der 1. TKC Scorpions Kierspe (v.l.): Vito, Sylvia, Yvonne und Frank

Der 1. TKC Scorpions Kierspe (v.l.): Vito, Sylvia, Yvonne und Frank

Die erste Saison werden wir nutzen, um erste Erfahrungen im Spielbetrieb zu sammeln. Nadelstiche zu setzen wird auch dazugehören….

Packen wir es an, SCORPIONS!