Wundertüte Bundesliga

Die Nummer 1 der DTKV Turnierrangliste, Fabio de Nicolo vom TKV Grönwohld, resümiert über die erste Saisonhälfte der Bundesliga und gibt einen Ausblick auf das, was uns im neuen Jahr erfreuen wird.

Andreas Schneider (links): Ein echter Typ!

Während letzte Saison die neue Formation von Gallus Frankfurt nicht zu stoppen war, werden in dieser Saison die Karten anscheinend ganz neu gemischt. Obwohl sich der hessische Top-Klub immer neue Inspirationen und Motivation holt, um den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten: Sei es in Form von gesunder Ernährung oder blauen Turnschuhen. Doch Tipp-Kick-Deutschland setzte von Beginn an ein Zeichen! Das „Lutra-Herzblut“ um Baadte, M. Hahnel und die „Neu-Pfälzer“ König und F. Wagner sollte von Beginn an für Furore sorgen! Man schlug Frankfurt zu 10. Gallus verlor am selben Tag noch gegen Hirschlanden. Es gibt manchmal Tage im Leben, da soll einfach nichts gelingen. Den Spieß konnte Michael Kaus wenigstens auf der DEM in Kaiserslautern komplett drehen. Sein Sisyphos-Syndrom wurde endlich in Form des Titels des Deutschen Einzelmeisters gebrochen. Hirschlanden glich am ersten Spieltag den Ausfall von Max Daub aus. Viele hätten sicherlich mit dem Juwel Florian Stähle gerechnet. Aber nein, die Oldies Schlotz und „Dirty Harry“ Füßinger zauberten Altmeister Andreas Schneider aus dem Hut. Seine beiden Punkte sollten gegen Gallus auch Nr. 16 und Nr. 17 sein. 3:0 gegen Michael Kaus. Welch eine Geschichte. Sein Torverhältnis ist ebenfalls spektakulär: Nur neun Gegentore gegen den amtierenden DMM. Anscheinend ist Tipp-Kick vielleicht auch wie Fahrrad fahren, verlernt man wohl doch nicht.

Personelle Verschiebungen gab es jedenfalls auch bei Celtic Berlin. Marcel „Zecke“ Horchert wollte seinen Fokus für eine Saison auf den Fußball legen. Für ihn rückte Max Gottschalk nach. Definitiv keine Verschlechterung. Auf einmal fuhr „Zecke“ auf Turniere und sorgte dort für Dramatik, sei es auf der DEM oder NDEM. Am zweiten Spieltag erregte man nochmals Aufsehen: Celtic nominierte Horchert nach, ließ den Präsidenten zu Hause und verlor das erste Spiel gegen Amberg. Hätte man 10 Euro bei bwin auf Amberg setzen können, wäre die nächste Saison für einen dezentralen Bundesliga-Klub finanziert gewesen. Im Anschluss drehte man jedoch sensationell das Spiel gegen Kaiserslautern. Ein schönes Beispiel, was zur Zeit im Oberhaus des Tipp-Kicks alles so gehen kann. An Motivation und Feuer sind die Kelten der Hauptstadt wohl kaum zu schlagen. Ein Team, dem definitiv die Zukunft gehören könnte.

Apropos Amberg: Nach dem sensationellen Aufstieg ins Oberhaus wurde einer „der verlorenen Söhne“ in den Stammverein zurückgeholt. Spielerisch scheint Sebastian Wagner eine Renaissance zu durchleben und insbesondere im Sturm Fortschritte zu machen. In vergangenen Glanzzeiten überwogen eher seine Defensivqualitäten. Nach zwei Spieltagen hat Amberg drei Punkte auf der Habenseite, der andere Aufsteiger, Drispenstedt, allerdings auch. Falls Amberg der Klassenerhalt gelänge, wäre das Wort „Uferlooooos“ sicherlich bis in sämtliche Ecken unserer Republik zu hören. Drispenstedt setzt allerdings mit Nieder und Bartels auf das Projekt „Jugend forscht“. In puncto Klassenerhalt setzt man natürlich auf Lungelas und Sochas Routine. Die neue Spielstätte des Hildesheimer Traditionsvereins ist auf jeden Fall erstklassig.

Grönwohld muss nach der letzten Saison sicherlich mehr tun, um das Play-Off zu erreichen. Dennoch überwintert ein Grönwohlder auf dem ersten Platz der Einzelwertung. Marc „The Iceman“ Koschenz. Der Mann, der eigentlich nie da ist. Schön, dass er Zeit hat. Nach dem ersten Spieltag beendete er seine Spiele mit den Worten: „Ich packe die Jungs beim nächsten Spieltag wieder aus. Dienst nach Vorschrift.“ Einfach mal Spaß haben. Die Play-Off-Plätze werden sicher unter Lautern, Berlin, Grönwohld, Hirschlanden und Frankfurt aufgeteilt.

Kann der TKV Grönwohld mit Marc Koschenz (l.) in Bestform nochmals Deutscher Mannschaftsmeister werden?

Mit keinem einzigen Punkt muss der letztjährige Play-Off-Teilnehmer, TKV Jerze, auskommen. Operation Klassenerhalt wird bei dem Restprogramm eine Mammutaufgabe für die sympathischen und gastfreundlichen Männer aus Bockenem u.U. werden. Der Ausfall von Hacky Jüttner war am zweiten Spieltag sehr schwer zu kompensieren. Kein Jerzer schaffte es bis dato, einen Schnittwert nach der Hinrunde zu erzielen. Bei den Kollegen aus Waltrop war Top-Mann Oliver Hahne bis jetzt nicht dabei und ebenfalls schwer zu ersetzen. J. Hahnel und M. Müller konnten an ihre letztjährigen Leistungen noch nicht anknüpfen. Mit 2:6 Punkten steht man unter Zugzwang. Vieles wird vom Clubchef Holger Wölk abhängen, der wie immer konstant starke Leistungen erzielte. Beachtlich, wenn man überlegt, wie lange Holger schon die Geschicke des Vereins lenkt und Tipp-Kick insgesamt auf hohem Niveau spielt. Chapeau! Man kann nur Tendenzen erkennen. Es gab in der Hinrunde schon einige Überraschungen zu verbuchen. Viele Kicker warten ständig via Facebook oder WhatsApp auf Ergebnisse und Zwischenstände. Zu einem ganz großen Showdown wird es sicherlich am dritten Spieltag in Hamburg kommen: Grönwohld-Frankfurt-Berlin. Bambule in Hamburch!

Zur Halbzeit grüßen die Lauterer von der Tabellenspitze!

Trotz der sportlichen Konkurrenz ist eine sehr gute Stimmung auf den Spieltagen und Einzelturnieren zu spüren. Man denke an das gemütliche Beisammensein bei der NDEM in Jerze. Diese Momente des Zusammenkommens sind sicherlich wertvoller als so manche Platzierungen. Insbesondere sollte es Aufgabe vieler Bundesliga-Kicker und vieler anderer sein, diese Momente und Werte auf andere zu übertragen, damit ein neuer Boom in unserem Sport zu verzeichnen wäre. In diesem Sinne: Zeit läuft.

 

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