Das Dänische System

In Hirschladen wird seit Anfang 2016 im Training gelegentlich das sogenannte Dänische System gespielt. In diesem Artikel erfahrt ihr, was es damit auf sich hat:

Das Dänische System ist eine Sonderform des Rundenturniers. In der ersten Runde können die Paarungen zufällig bestimmt werden. Ist eine Einstufung der Gegner nach Stärke vor der ersten Runde von 1 bis N gegeben, so kann man auch

1 gegen N/2+1,

2 gegen N/2+2,

N/2 gegen N

ansetzen (für N gerade).

Nach jeder weiteren Runde gibt es eine neue Rangliste. Laut dieser Rangliste mit den Rängen 1 bis N werden die neuen Paarungen bestimmt, es spielen IMMER:

1 gegen 2

3 gegen 4

N-1 gegen N (für N gerade).

Die Schwaben aus Hirschlanden (v.l.: Max Daub und Artur Merke) haben Gefallen am Dänischen System gefunden!

Bei einer ungeraden Anzahl N von Spielern, werden zuerst alle Spieler betrachtet, welche am wenigsten pausiert haben. Von diesen Spielern hat der am schlechtesten Platzierte eine Runde Pause. Damit ist sichergestellt, dass sich die Pausen gleichmäßig auf alle Spieler verteilen. Die besten Spieler können je nach Anzahl der Runden ein Spiel mehr haben. Bei einer ungeraden Anzahl von Spielern wir daher die Rangliste gemäß der erzielten Durchschnittpunkte/Durschnittstore etc. bestimmt.

Vom Schweizer System unterscheidet sich das Dänische System dadurch, dass es ein mehrmaliges Aufeinandertreffen derselben Spieler erlaubt. Der Vorteil dieser Turnierform besteht darin, dass immer etwa gleich starke Spieler gegeneinander spielen. Die Rangliste ist zumindest im oberen Bereich recht aussagekräftig.

Als nachteilig wird machmal angesehen, dass schwächere Spieler u.U. nie gegen die besten Spieler spielen, und damit quasi nicht so schnell von den Besten lernen (wobei der Lernerfolg bei einer 0:8-Klatsche auch etwas fraglich ist). Das Lernen gegen bessere Gegener findet allerdings graduell statt. Mit jeder stetigen Verbesserung steigt auch die Chance, im oberen Bereich der Rangliste zu spielen.

Für starke Spieler hat diese Turnier- bzw. Trainingsform den Vorteil, dass sie immer gefordert sind und sie fast keine Spiele haben, die quasi von vornherein entschieden sind und es nur noch um die Höhe des Ergebnisses geht. Dies kann selbst im Schweizer System mit wenigen Teilnehmern durchaus vorkommen. Sind z.B. nur 11 Spieler am Start, so werden gegen Ende eines 8-Runden-Turniers die Gegner für den Bestplatzierten immer leichter und dieser damit fast uneinholbar (wird in der Regel durch ein nachfolgendes Playoff vermieden).

Das ist im Dänischen System nicht so. Ein weiterer Vorteil ist dabei auch noch, dass es immer möglich ist, eine vorgegebene Anzahl von Runden zu spielen. Sind z.B. nur 8 Spieler im Training, so würde eine einfache Runde nur 7 Spiele für jeden Spieler bedeuten. Eine Hin- und Rückrunde würde 14 Spiele bedeuten, was u.U. zu langen dauern würde.

Im Dänischen System kann man unabhängig von der Spielerzahl die Anzahl der Runden auf z.B. 10 festlegen. In der Regel gibt es auch kein anschließendes Playoff, denn das letzte Spiel ist oft ein quasi Finale, in dem der Beste gegen den Zweitbesten um den Turniersieg spielt. Es kann natürlich vorkommen, dass der beste Spieler in der letzten Runde uneinholbar ist, aber dann ist dieser Vorsprung während des Turniers erspielt worden, und dann war u.U. die vorletzte Runde ein quasi Finale. Das Dänische System spiegelt die wahren Kräfteverhältnisse wider.

In Hirschlanden wird das Dänische System seit Anfang 2016 gelegentlich gespielt. Die Resonanz schwank zwischen absoluter Begeisterung und „ich will nicht schon wieder X mal gegen Gegner so und so spielen“. Letzendlich entscheidet aber die eigene Leistung über die Spielstärke des nächsten Gegners.

Am besten probiert ihr es selber in eurem Training aus. Für den Anfang kann man die Ranglisten und Paarungen manuell berechnen. Für Linux kann eine angepasste Version des Schweizer System Programms beim Autor (Kontakt über www.artbot.de/dtkv) angefordert werden. Eine Version für Windows ist momentan nicht ohne tiefgreifende Computerkenntnisse möglich, wird aber angestrebt.