2. Bundesliga Nordost: 3. Spieltag

Der 3. Spieltag der 2. Bundesliga Nordost begann mit einem Paukenschlag. Der Traditionsverein Halbau aus Berlin-Lankwitz, der seit 48 Jahren bereits in allen Tipp-Kick-Ligen teils sehr erfolgreich spielte, zog seine 1. Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb zurück und steht somit als 1. Absteiger fest. Da auch TKG Adersheim in der kommenden Saison nach Aussagen des Clubchefs Myrko Baumgart voraussichtlich keine Mannschaft mehr stellen wird, könnte das die Rettung für TKV Grönwohld II sein, die mit 0:10 Punkten das Tabellenende ziert.

In der Aufstiegsfrage trennte sich die Spreu vom Weizen. Celtic Berlin und Flamengo Berlin hatten zwar nur noch theoretische Chancen, sind aber nun mit jeweils 6 Minuspunkten aus dem Rennen. Auch Wolfsburg verlor mit einer Niederlage entscheidend an Boden. Jerze verlor überraschend gegen Celtic und wackelte mächtig gegen Flamengo, kann aber am letzten Spieltag dahoim den Aufstieg perfekt machen, wenn alles richtig gut läuft. Doch auch die Leinestädter aus Hannover und die Filzteufel aus Spandau werden die Punkte nicht freiwillig hergeben, da beide Mannschaften ihrerseits gute Aufstiegschancen haben.

Halbau Berlin wurde nach dem Rückzug aus der Wertung genommen.

Die 3 besten Einzelspieler des 3. Spieltages erzielten jeweils 14:2 Punkte: Jan Komareck (Celtic, + 17 Tore), Hardy Schau (Filzteufel, + 15 Tore) und Myrko Baumgart (Adersheim, + 8 Tore) brachten Top-Leistungen für ihre Mannschaften. Insbesondere Jan Komareck klopft als bester Einzelspieler der Liga mächtig laut an die Tore der 1. Celticer Mannschaft.

Die Top 10 der Einzelwertung

 

Die Spiele im Einzelnen:

SG ´94 Hannover I – TKV Grönwohld II             26:6 (72:35)
Hannover wurde seiner Favoritenrolle schnell und klar gerecht, auch wenn L. Tegtmeyer nicht eingesetzt wurde. Der Nachwuchsspieler L. Kaouane vertrat ihn glänzend und erzielte 6:2 Punkte. F. Elesbao war souveräner „Man of the Match“ mit 8:0 Punkten. Bei Grönwohld kamen T. Stock und C. Naue auf jeweils 3:5 Punkte.
Zwischenstände: 4:0, 7.1, 11:1, 15:1, 18:2, 20:4, 22:6, 26:6

Hannover konnte sich auf seinen brasilianischen Edeltechniker Fred Elesbao verlassen.

 

TKC Flamengo Berlin I (H) – TKV Jerze I        14:18 (45:46)
Im ersten Spiel ging es bereits heiß her und Jerze lag schnell mit 2:10 Punkten im Hintertreffen. Doch statt den Sack zuzumachen, verloren M. Leinz und S. Kansteiner die Schlüsselpartien gegen T. Witte und M. Kreuzweiß. Die Jerzer wachten auf, drehten den Spieß und verloren die folgenden 10 Einzelspiele nicht mehr und feierten letztendlich einen souveränen Sieg. Bester Spieler bei Flamengo war der Deutsch-Schweizer K. Asmis mit 5:3 Punkten, bei Jerze überzeugte T. Witte mit 6:2 Punkten und 9:6 Toren (!).
Zwischenstände: 2:2, 6:2, 10:2, 10:6, 11:9, 11:13, 13:15, 14:18

 

TKV Jerze I – Celtic Berlin II                              14:18 (52:58)
Was für eine Überraschung!!! Angetrieben vom überragenden J. Komareck, verteidigte die Mannschaft über 3 Runden einen 2-Punkte-Vorsprung und legte dann im Mittelteil des Spieles den Grundstein für den Überraschungssieg und gleichzeitigen Klassenerhalt: Von acht Einzelspielen ging hier nur eines verloren. Auf Celticer Seite überzeugte die ganze Mannschaft mit einer geschlossenen Leistung, während bei Jerze A. Hofert und C. Reymann zusammen nur 4 Punkte erreichten. Da reichten auch die 6:2 Punkte von Punktegarant T. Witte nicht. Hat Jerze hier etwa den Aufstieg verspielt?
Zwischenstände:1:3, 3:5, 5:7, 5:11, 7:13, 8:16, 12:16, 14:18

 

Celtic Berlin II – TKC Flamengo Berlin I         15:17 (53:51)
Der Klassiker, der Knaller in Berlin schlechthin. Und das Spiel hielt alles: Dramatik pur, aber auch Scharmützel und hitzige Wortgefechte. Und am Ende feierte auch Flamengo den Klassenerhalt. Die ersten 3 Runden waren mit 6:6 Punkten ausgeglichen, als sich die Celticer mit einem Zwischenspurt auf 14:10 absetzen konnten. Man beachte hier die hohen Kantersiege von E. Peters und J. Komareck mit 5:1 und 7:1 gegen A. Schalm und M. Leinz. Doch Flamengo schlug zurück und nach dem 14:14 musste der letzte Durchgang entscheiden. Während M. Leinz seinen Part mit einem Sieg erfüllte, kämpften K. Asmis und J. Komareck um den Gesamtausgang des Spieles. Das 3:3 ließ Flamengo jubeln und J. Komareck durfte sich trotz seiner 7:1 Punkte wie der Verlierer gefühlt haben. Auf Seiten der Flamengos war S. Kansteiner mit 6:2 Punkten der Matchwinner.
Zwischenstände: 2:2, 4:4, 6:6, 10:6, 12:8, 14:10, 14:14, 15:17

Jan Komareck (l.) konnte Andreas Schalm (r.) mit 3:1 auf Distanz halten. Dennoch durfte am Ende der Routinier mit seinen Flamengos jubeln!

 

TKG Wolfsburg I (H) – TKG Adersheim            20:12 (66:42)
Auch wenn Adersheim ohne J. Käthner antrat, wollte man sich heute im „Derby“ nicht kampflos ergeben, schließlich kennt man sich durch die vielen gemeinsamen Trainingsabende bestens. Doch es kam dicke für die Adersheimer: Spiel um Spiel ging an die hochmotivierten Wolfsburger. Diese träumten unverhohlen den Aufstiegstraum, auch wenn als einziger „Störfaktor“ M. Baumgart seine glänzende Form der vergangenen Wochen abrufen konnte und am Ende mit 8:0 Punkten lediglich die 0:8 Punkte seines Mannschaftskollegens M. Saust kompensieren konnte. Auf Wolfsburger Seite zeigten alle 4 Spieler eine geschlossene Mannschaftsleistung. Ein wenig hob sich allerdings C. Ihme mit 6:2 Punkten ab.
Zwischenstände: 4:0, 6:2, 10:2, 11:5, 15:5, 17:7, 20:8, 20:12

 

TKG Adersheim – Spandauer Filzteufel 09 I    15:17 (45:50)
Im 2. Spiel des Tages fast die faustdicke Überraschung! Über 6 Runden verteidigte man mit viel Herzblut eine knappe 2-Punkte-Führung, um dann im letzten Durchgang dann doch noch mit leeren Händen dazustehen. In diesem Durchgang verlor M. Baumgart, der an diesem Tag bis dahin 7 Spiele hintereinander gewonnen hatte, das letzte Spiel gegen H. Schau knapp mit 1:3. Seine 1:0 Führung verspielte er dabei erst in den letzten beiden Minuten. Auf der anderen Platte war M. Saust gegen D. Schirmer beim 0:6 chancenlos. Während die Adersheimer sichtbar geknickt waren, waren auch die Wolfsburger, die die Adersheimer teilweise lautstark angefeuert hatten, geschockt. M. Baumgarts 6:2 Punkte reichten nicht, auf Seiten der Spandauer waren H. Schau und D. Bialk mit 8:0 und 5:3 Punkten die Aktivposten.
Zwischenstände: 1:3, 3:5, 7:5, 8:8, 11:9, 13:11, 15:13, 15:17

(Foto: W. Renninger)

Mit Blick Richtung Bundesliga: Hardy Schau und seine Filzteufel (Foto: W. Renninger).

 

Spandauer Filzteufel 09 I – TKG Wolfsburg I   19:13 (54:42)
Nach diesem Befreiungsschlag der Spandauer gegen Adersheim lösten sich die Verkrampfungen halbwegs und der Tabellenführer konnte gegen den Tabellenzweiten (Zweiter nach dem Rückzug von Halbau) die Führung Runde für Runde behaupten. Auf der Wolfsburger Seite überzeugte der unauffällige aber sehr effektive T. Schleiss mit 5:3 Punkten, während C. Ihme mit 4:4 Punkten weit unterhalb seiner eigenen Erwartungen blieb. Bei den Filzteufeln überragten D. Bialk mit 7:1 sowie H. Schau mit 6:2 Punkten.
Zwischenstände: 3:1, 5:3, 9:3, 10:6, 12:8, 13:11, 15:13, 19:13

 

Fazit:

Neben Halbau wird auch der Verlierer der Partie Grönwohld II gegen Adersheim, die am nächsten und letzten Spieltag in Grönwohld ausgetragen wird, absteigen. Celtic II, Flamengo I und Wolfsburg I können die Saison ruhig ausklingen lassen. Die Saison ist gelaufen, die Kaderplanungen und -diskussionen laufen bereits.

In Jerze kommt es dagegen zum Höhepunkt der Saison. Die Filzteufel aus Spandau haben mit 10:0 Punkten zwar die Türe zum Aufstieg aufgestossen, müssen aber noch hindurchschreiten. Die Jerzer (7:3 Punkte) und auch Hannover (6:4 Punkte) haben bei 2 eigenen Siegen und 2 Niederlagen der Filzteufel hochkarätige Chancen selbst aufzusteigen. Was für eine Dramatik!

 

Alle Ergebnisse könnt ihr auch auf der Ligaseite nachlesen.