2. Bundesliga Südwest – Bericht zum 2. Spieltag in Amberg (14. April 2024)

Ein Comeback wie ein anderer Sebastian. TG 1860 KarlMay Rommersheim holt dank Großkreutz‘ erstem Zweitligaeinsatz nach 32 Jahren 3:1 Punkte beim Spieltag in Amberg

Es war einmal irgendwann im Mai 1992. Die Spielvereinigung Victoria Lerchenberg spielte zum Abschluss der Zweitligasaison gegen den TKC Dürkheim. Die Mainzer gewannen das einst reizvolle Rheinland-Pfalz-Duell der seinerzeit beiden besten Klubs des Bundeslandes deutlich und beendeten die Saison als guter Vierter. Aber es lag Trauer über dem Tag. Sebastian Großkreutz, einer der Vereinsgründer und der Mentor von Daniel Meuren hatte vor dem Spiel erklärt, dass er mit dem Abitur und dem Wechsel ins Studium seine Mannschaftskarriere beenden werde. Das Projekt Tipp-Kick in Mainz, das später Bundesligaaufstiege, deutsche Einzelvizemeisterschaften und diverse Orts- und Namenswechsel mit sich bringen sollte, schien in Gefahr.

32 Jahre später hat Großkreutz nun seine ersten Zweitligapunkte eingespielt in der Zweitklassigkeit – und wie! Die 10:6 Punkte beim Spieltag in Amberg gegen die Gastgeber und den TKC Gevelsberg sind nur vergleichbar mit der famosen Rückkehr seines Namensvetters Sebastian Krapoth bei der Deutschen Meisterschaft im Vorjahr.

Abb. 1: Sebastian Großkreutz (rechts, TG 1860 KarlMay Rommersheim I) gegen Olaf Holzapfel (TKC 1986 Gevelsberg I), interessierter Zuschauer Daniel Meuren

OTC 90 Amberg – TKC 1986 Gevelsberg I 16:16 59:53

Der Sieg war zum Greifen nah, aber dann mussten der Amberger Klubchef Thomas Krätzig und sein Teamkollege Franz Putz ihn nach einer 16:12-Führung doch aus den Händen gleiten lassen. „Nils hat eben einfach stark gespielt, das muss man anerkennen“, sagte Krätzig mit Verweis auf den Gevelsberger Matchwinner, der am Ende das Unentschieden  und somit einen weiteren Punkt fürs Konto des Aufsteigers aus dem Westen sicherte. Auch auf Amberger Seite durfte sich Youngster Nicolas Meier freuen, der immerhin einen wichtigen Zähler zum Gesamtergebnis beitrug. Amberg kann mit den beiden Unentschieden beim Heimspieltag gut leben, bliebt das Krätzig-Team doch nach dem Traumstart in die Saison mit zwei Siegen weiter ungeschlagen. 6:2 Punkte könnten für den Aufsteiger bereits die Miete sein für eine weitere Saison in der Zweiten Bundesliga.

TKC 1986 Gevelsberg I – TG 1860 KarlMay Rommersheim I 11:21 65:70

Großkreutz ließ sich bei seinem Comeback nicht einmal von einer deftigen Schlappe zum Auftakt schocken. Olaf Holzapfel erwies sich beim 6:1 als klarer Sieger. Viele Bezwinger sollte Großkreutz indes nicht mehr finden. Genau genommen nur noch Seb Wagner, also noch so einen Super-Sebastian, der sein Team mit famosen 16:0 Punkten zu immerhin zwei Unentschieden führen sollte.

Gegen Gevelsberg aber drehte Großkreutz genau wie Georg Schwartz und auch Henning Horn am großen Rad. Zusammen sicherte das Dreigestirn trotz des Bremsklotzes Daniel Meuren, dem lediglich ein Sieg gegen Holzapfel gelang, den ersten Sieg für den Verein nach zuvor 19 Liganiederlagen in Serie, wenn man die Summe an Misserfolgen der zweiten Mannschaft berücksichtigt.

TG 1860 KarlMay Rommersheim I – OTC 90 Amberg 16:16 58:68

Spannung pur lieferte das letzte Duell des Dreierspieltags: Amberg erwischte den besseren Start, gab seinen Vier-Punkt-Vorsprung freilich nach der 12:8-Führung bis zum 14:14 vor der Schlussrunde ab. Jene letzten beiden Partien verliefen dann freilich im Gegensatz zum Gesamtspiel langweilig: Sebastian Wagner hatte den Latscho-Cup-Sieger Henning Horn, der die Revanche des Finals aus Düsseldorf gegen Thomas Krätzig zuvor verloren hatte, ebenso klar im Griff wie Georg Schwartz Nicolas Meier.

Amberg avanciert also, wie es Klubchef Krätzig sagte, zum Remiskönig, während der Bundesligaabsteiger aus Rommersheim seinen fatalen Fehlstart aus dem März  mit dem Tagessieg in Amberg korrigieren konnte, um eine nun bessere Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt einzunehmen.

Punktbester bei Rheinhessen war Daniel Meuren, der sich zumindest teilweise rehabilitierte für den schwachen Auftritt gegen Gevelsberg. Die Amberger Stütze, die nie bricht, war derweil Sebastian Wagner mit seiner lupenreinen Bilanz.

 

 

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