Saisonvorschau: Regionalliga West 2019/20

Tolle Entwicklung, aber erste Delle

Die Saison hat erst ein vereinsinternes Spiel erlebt (Schlachtenbummler I – Schlachtenbummler II 25:7), und trotzdem schon die erste dicke Delle. Der traurige Rückzug der Herner Phoenixe wirft direkt einen großen Schatten auf die bevorstehende Spielzeit. Wie und warum konnte das passieren?

Nur im Westen dieser Republik gibt es noch eine Verbandsliga, auch in dieser Saison mit einem neuen Verein aus dem Dreiländereck (Aachen). Trotz dieser tollen Entwicklung herrscht auch hier nicht nur eitel Sonnenschein. Hernes Rückzug macht es deutlich.
Leider stehen eben nicht Zusammenhalt, Offenheit und die Bereitschaft auf den anderen zuzugehen immer an oberster Stelle in unserer kleinen Szene. Eitelkeiten, persönliche Anliegen und das Beharren auf dem eigenen Standpunkt erscheinen oft wichtiger als Kompromissbereitschaft. Schade und traurig zugleich. Darüber sollte jeder, egal ob direkt betroffen oder nicht, nachdenken.

Zum Sportlichen:

Es wird einen Aufsteiger in die 2. Bundesliga Südwest und einen Absteiger in die Verbandsliga West geben. Auf dem Papier scheint die Sache auf den ersten Blick klar: Zwei Teams werden sich um Meisterschaft und damit verbundenem Aufstieg streiten, der gesamte Rest der Liga wird versuchen, dem einen Abstiegsplatz möglichst nicht zu nahe zu kommen.

Traditionell gehören die Aufsteiger aus der Verbandsliga auch sofort wieder zu den Abstiegskandidaten. Zumindest in diesem Fall wird es in dieser Saison wohl anders aussehen.

Der Meister der VL kommt aus Mönchengladbach. Eine Mannschaft mit einer gesunden Mischung aus alten Hasen und aufstrebenden Spielern, die in der Liga und auf Turnieren bereits einige Duftmarken setzen konnten. Eigentlich alles andere als ein Abstiegskandidat. Aber was heißt das schon in einer ausgeglichenen Liga?

Björn Groterath hat mit seinem TKV Mönchengladbach als Verbandsligameister den Aufstieg geschafft.

Zum Newcomer und VL-Vizemeister Ruhrpott Schwerte kommen wir aus diversen Gründen später zurück.

Kierspe konnte sich in der vergangenen Spielzeit den letzten Nichtabstiegsplatz sichern und geht in eine schwere Saison. Allerdings haben sich die Sauerländer letztes Jahr schon als Remiskönige entwickelt und könnten auf Grund der Tatsache, dass es nur einen Absteiger gibt, mit einem einzigen Sieg ihrem Ziel Klassenerhalt ein großes Stück näherkommen. Wer Kierspe abschreibt, wurde noch nie von einem Skorpion gestochen.

Schwitzen für den Klassenerhalt: Vito Filipiak vom TKC Kierspe.

Neben Bochum stellen auch die Bergischen 2 Teams. Offen ist noch, wer als Nummer Eins des TKC Gevelsberg ins Rennen geht. Beide konnten letztes Jahr nach oben schielen. Das könnte dieses Jahr durchaus auch andersrum verlaufen. Potential ist in beiden Mannschaften vorhanden. Das Problem dabei ist folgendes: Bei der Konkurrenz auch.

Auch dieses Jahr wieder in der Zweiten Mannschaft des TKC Gevelsberg am Start: Manuela Winter.

Platz 2 aus dem Vorjahr wird Dortmunds Zweitvertretung nicht wiederholen können. Ähnlich wie in Gevelsberg geht es für die Tornados erstmal darum, die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Potential ist vorhanden, aber siehe oben.

Markus Tegethoff von der Zweitvertretung der SG TornaDO/Menden.

15 Kilometer weiter sieht es genauso aus. Die 2. Mannschaft der Schlachtenbummler ist genauso in diesem Fegefeuer wie andere Konkurrenten auch. Erfahrung ist vorhanden, allerdings steckten die Bochumer noch nie so richtig im Abstiegskampf. Bleibt das so?

(Foto: W. Renninger)

Entspanntes Lächeln bei Christoph Schmidt (r.): ob es am Ende klappt mit dem Klassenverbleib der Schlabo-Reserve?

 

Bleiben noch 2 Teams übrig
Der Aufsteiger aus der Verbandsliga und der Absteiger aus der zweiten Bundesliga. Dann scheint die Sache ja geklärt. Pustekuchen.

Ruhrpott Schwerte ist kein normaler Aufsteiger. In der VL waren sie schon sehr stark besetzt und haben jetzt ihre 1. Mannschaft noch einmal namhaft verstärken können. Mit Michael Kalentzi und Sohn Alexis hat sich Ruhrpott auch in der Breite deutlich besser aufgestellt und gilt als der Herausforderer und einer der beiden Kandidaten auf den Aufstieg.

Immer noch in Jubelpose: Als Aufsteiger gelten Alex Wrobel & Co. auch in der Regionalliga gleich als Herausforderer.

Als Absteiger aus Liga Zwei gibt es bekanntermaßen nur ein Ziel: Den direkten Wiederaufstieg.
Die Schlachtenbummler gehen als Favorit in diese Saison. Durch Schwertes Aufrüsten aber nicht mehr als klarer Favorit. Doch auch Bochums erste Mannschaft hat sich verstärkt. Mit Leon Böttger scheinen die SchlaBOs auf allen 4 Positionen gleich stark besetzt.
Den Ausschlag könnte das direkte Duell im Ruhrgebiet geben, es sei denn, einer der beiden patzt in anderen Partien.

Den Wiederaufstieg fest im Blick: Wird es am Ende reichen für Achim Schmidt und seine Schlachtenbummler Bochum?

Der Tipp von Achim Schmidt:

1.) Bochum 1
2.) Ruhrpott
3.) Mönchengladbach
4.) Dortmund 2
5.) Bochum 2
6.) Gevelsberg 1
7.) Kierspe
8.) Gevelsberg 2