58. Norddeutsche Einzelmeisterschaft: Artur Merke holt zweiten Sektionstitel

Nur 60 Teilnehmer fanden den Weg zur 58. Norddeutschen Einzelmeisterschaft nach Bockenem – weniger Starter gab es das letzte Mal vor 22 Jahren bei einer NDEM. Am Ende schnappte sich Artur Merke (Hirschlanden) seinen zweiten Sektionstitel gegen den momentan groß aufspielenden Celtic-Kicker Max Gottschalk.

Alle Sieger der 58. NDEM: (v.l.n.r.) Max Daub, Jens Foit, André Bialk, Alex Beck, Christian Kuch, Max Gottschalk, Artur Merke, Simon Hansen, Beni Buza, Robert von Hering, Tobias Witte.

 

Mit 95 Teilnehmern hätte man beim veranstaltenden TKV Jerze in glückliche Gesichter geblickt. Diese 95 Spieler waren dann auch da – allerdings nur in der Addition aus beiden Turniertagen. Das Vierfachturnierwochenende startete aber gleich mit dem Highlight und bot trotz der bescheidenen Teilnehmerzahlen von Beginn an Tipp-Kick-Sport der Extraklasse.

 Runde 1

Die 60 Starter wurden in Sechsergruppen gelost, in denen die besten vier weiterkamen. Bereits hier gab es die ersten Favoritenstürze: Der NDEM Sieger 2014 Oliver Schell (Balltick Kiel) wurde in Gruppe drei Tabellenletzter und musste Artur Merke (Hirschlanden), Michael Kalentzi (vereinslos), Jochen Hahnel (Preußen Waltrop) und André Bialk (Spandauer Filzteufel) beim Einzug in Runde zwei zusehen. In Gruppe 6 erwischte es den ODEM-Finalisten Frank Hampel (Frankfurt), der als Fünfter hinter Max Bartels (Drispenstedt), Achim Schmidt (Schlachtenbummler Bochum), Kai Schäfer (Grönwohld) und Christian Reymann vom Gastgeber Jerze das Nachsehen hatte und als gesetzter Spieler ausschied. Auch Patrick Malessa von Celtic Berlin konnte in Gruppe 8 das Ticket zur zweiten Runde nicht buchen: in einer starken Gruppe wurde er hinter Marcel Kreuzweiß (Jerze), Fabio de Nicolo (Grönwohld), Marcus Socha (Drispenstedt) und Alexander Beck (Frankfurt) mit 5:5 Punkten und 19:16 Toren nur Fünfter und am Ende unglücklicher 41. Neben einigen anderen mussten am Ende der Runde auch Daniel Bialk, Detlef Schirmer (beide Spandauer Filzteufel) und Arnold Gotzhein (Preußen Waltrop) ihre Köfferchen packen.

(Foto: W. Renninger)

Aus in Runde eins: Gallus-Kicker Frank Hampel musste überraschend früh sein Köfferchen packen. (Foto: W. Renninger)

Runde zwei

In der zweiten Runde ein ähnliches Bild: zwar blieb das Ausscheiden der ganz großen Namen aus, doch sicherlich hatten sich auch Martin Leinz (Flamengo Berlin), Mathias Hahnel (Kaiserslautern), Michael Zazcek (Grönwohld) oder Max Bartels (Drispenstedt) mehr als Runde zwei zugetraut.

Runde drei

Für die alten Hasen ungewohnt, für den erfahrenen Turnierveranstalter leider Realität: Runde drei war zugleich die Vorschlussrunde, in der das Teilnehmerfeld von den üblichen 24 auf die besten 12 Kicker zusammengestrichen wurde. In Gruppe 1 erwischte es das Trio Myrko Baumgart (Adersheim), Marcel Kreuzweiß (Jerze) und Detlef Bastian (Wolfsburg), die Benjamin Buza (Frankfurt), Max Daub (Hirschlanden) und überraschend auch Simon Hansen (Balltick Kiel) den Vortritt lassen mussten. In Gruppe 2 triumphierten Andre Bialk (Spandauer Filzteufel) und Celtic-Spieler Christian Kuch das Geschehen und ließen gerade noch Platz für den Routinier Jens Foit, der sich ganz neu dem TKC Preußen Waltrop angeschlossen hat. Das Nachsehen hatten Christian Reymann (Jerze), Peter Deckert (Celtic Berlin) und Jens Käthner (Adersheim). In Gruppe 3 ging es am engsten zu: Zweimal 6:4 Punkte für Artur Merke (Hirschlanden) und Tobias Witte (Jerze) bedeuteten den Endrundeneinzug. Dahinter hatte Lokalmatador Christoph Ihme (Wolfsburg) im direkten Vergleich gegen Alexander Beck (Frankfurt) mit je 5:5 Punkten das Nachsehen. Für Ihme blieb dann am Ende der wenig attraktive Platz 13 übrig. Mit je 4:6 Punkten logierten Jochen Hahnel (Preußen Waltrop) und Kai Schäfer (Grönwohld) knapp dahinter. Auch in Gruppe 4 entschied der direkte Vergleich. Max Gottschalk (Celtic Berlin) ging als Tabellenführer in die Endrunde. Dahinter folgte Robert von Hering (Balltick Kiel) mit 6:4 Zählern. Aufgrund des 5:4 Erfolges über Marcus Socha (Drispenstedt) löste der Grönwohlder Fabio de Nicolo das letzte Endrundenticket. Markus Schnetzke (Jerze) und Christian Lorenzen (Celtic Berlin) mussten ebenfalls ihre Köfferchen packen.

(Foto: W. Renninger)

Maßarbeit: auf den letzten Drücker buchte Fabio de Nicolo (Grönwohld) noch sein Endrundenticket. (Foto: W. Renninger)

Endrunde: Gruppe A

In der Endrundengruppe A trafen Robert von Hering, Benjamin Buza, Max Gottschalk, André Bialk, Fabio de Nicolo und Simon Hansen aufeinander. Nach zwei Runden hatten Gottschalk und de Nicolo die Maximalausbeute von 4 Punkten auf dem Konto, von Hering und Buza folgten mit je 2 Zählern. Dabei filetierte Buza den armen von Hering mit 9:1. Eine Vorentscheidung? Nein, weit gefehlt! In der dritten Runde schraubte de Nicolo durch den Erfolg über Buza sein Punktekonto auf 6 Zähler, während sich von Hering und Gottschalk schiedlich-friedlich 2:2 trennten. In Runde 4 dann so etwas wie eine Vorentscheidung, als Gottschalk mit 3:2 gegen de Nicolo gewann und diesen mit 6 Zählern auf Platz zwei verwies. In der letzten Runde war die Dramatik kaum zu überbieten, als Gottschalk mit 1:5 gegen Hansen unterging und auf Schützenhilfe von Robert von Hering hoffen musste, welche dieser mit einem 5:4 Erfolg über de Nicolo tatsächlich leistete. Damit zog Gottschalk nach dem Erfolg bei der diesjährigen Berliner Pokalmeisterschaft in sein nächstes großes Finale ein. Robert von Hering krönte seine gute Leistung mit Tabellenplatz zwei vor Fabio de Nicolo und Benjamin Buza. Mit Platz 5 in der Gruppe und Platz 9 am Ende konnte Simon Hansen sein bislang bestes Sektionsturnierergebnis einspielen. Für André Bialk war in der Endrunde die Luft raus.

(Foto: W. Renninger)

Robert von Hering (Kiel) wurde trotz einer derben Klatsche gegen Beni Buza noch Gruppenzweiter. (Foto: W. Renninger)

Endrunde: Gruppe B

In Gruppe B agierten Tobias Witte, Jens Foit, Max Daub, Alexander Beck, Artur Merke und Christian Kuch. Nach drei Runden lief alles auf ein vereinsinternes Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Artur Merke und Max Daub hinaus. Beide hatten nach einem Unentschieden im direkten Aufeinandertreffen jeweils 5:1 Zähler auf dem Konto. Dahinter war nur Jens Foit mit 4:2 Punkten zumindest etwas in der Lage, Schritt zu halten. In Runde vier dann die Vorentscheidung: Foit und Daub spielten unentschieden, Merke zerlegte derweil Beck mit 7:2. In der letzten Runde zeigte Artur Merke dann beim 6:1 gegen Witte, dass er mit 9:1 Punkten ganz klar ins Finale wollte. Mit 8:2 Punkten belegte sein Vereinskamerad Daub Platz zwei und verwies Foit auf Platz 3. Mit Platz vier konnte der beste Jerzer Akteur Witte mehr als zufrieden sein, verwies er doch Bundesligakicker Alexander Beck auf Platz fünf. Christian Kuch hatte mit 0:10 Punkten eine wohl mehr als gebrauchte Endrunde erwischt.

Max Daub (Hirschlanden) blieb in der Endrunde ungeschlagen und landete am Schluss auf dem dritten Gesamtplatz. (Foto: Wolfgang Renninger)

Den 30 Zuschauern wurde dann im Finale zwischen Artur Merke und Max Gottschalk ein stark taktisch geprägtes Spiel präsentiert. Erst eine halbe Minute vor dem Ende der ersten Hälfte fiel das 1:0 für Gottschalk, als der Ball unglücklich für Merke von der Abwehr ins eigene Gehäuse tropfte. Merke kam jedoch Mitte der zweiten Halbzeit durch einen fluffigen Aufsetzer auf 1:1 heran. Als sich der souveräne Schiedsrichter Markus Schnetzke und nahezu alle Zuschauer in der Schlussminute schon fast auf eine Verlängerung eingestellt hatten, fiel durch einen Aufsetzer von hinten das 2:1 für Merke. Nachdem er die folgenden 15 Sekunden der regulären Spielzeit überstanden hatte, riss der Gewinner mit einem Freudenschrei die Arme in die Höhe. Herzlichen Glückwunsch an Artur Merke, der sich nach dem ODEM 2015 zum zweiten Mal in die Siegerlisten eines Sektionsturniers eintragen konnte!

Spannendes Finale: Artur Merke (rechts) siegte knapp gegen Max Gottschalk. (Foto: TKV Jerze)

Alle Ergebnisse wie immer zum Nachlesen auf artbot!